St. Georg auf dem Berge

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St. Georg auf dem Berge

Die Kirche St. Georg auf dem Berge in Ratzeburg ist die Vorgängerin des Ratzeburger Doms und die älteste Kirche im Kreis Herzogtum Lauenburg. Sie liegt westlich der Altstadtinsel auf dem Georgsberg hoch über dem Ratzeburger See.

Kirchengemeinde[Bearbeiten]

Das Ratzeburger Zehntregister ordnete dem damals großen Kirchspiel 1230 folgende heute noch bestehende Orte zu: Pogeez, Holstendorf, Groß Disnack, Einhaus, Harmsdorf, Kulpin, Behlendorf, Groß Anker, Giesensdorf, Albsfelde und Lankau. Von diesen erhielt Behlendorf um 1250 eine eigene Kirche und gehörte bald nicht mehr dazu. Dafür verlor die ursprüngliche selbstständige Kapelle im nahen Schmilau ihre Selbstständigkeit und ist Teil der Kirchgemeinde St. Georgsberg. Die Kirchengründung an dieser weit sichtbaren Stelle ist Zeugnis der Missionstätigkeit unter Erzbischof Adalbert von Bremen im 11. Jahrhundert.

Baugeschichte[Bearbeiten]

St. Georg auf dem Berge, Zeichnung von Georg Burmester, ca. 1895

Die erste Kirche an dieser Stelle wurde 1066 im Wendenaufstand im Zusammenhang mit der Steinigung des Abtes und Märtyrers Ansverus und seiner 18 Klosterbrüder zerstört. Es handelte sich um die Klosterkirche des im Jahr 1044 eingerichteten Benediktinerklosters St. Georg auf dem Berge. Ansverus wurde zunächst in der Kirchenruine begraben und später in den Ratzeburger Dom umgebettet. Die einschiffige ursprüngliche Feldsteinkirche des 12. Jahrhunderts mit ihrem für Lauenburg später typisch werdenden Rechteckchor wurde Anfang des 13. Jahrhunderts über den Feldsteinfundamenten aus Backstein erneuert. Der Kirchturm wurde erst später in der Zeit des Barock errichtet. Die Bronzetür wurde 1954 von dem Hamburger Bildhauer und Kunstprofessor Carl Schubert geschaffen. Seit dem Jahr 1289 war bei der Kirche ein mittelalterliches Leprosorium nachweisbar, das "St.-Jürgen-Hospital" genannt wurde. St. Jürgen (niederdeutsch für St. Georg) war Schutzpatron der Leprakranken.[1]

Ausstattung[Bearbeiten]

Innenansicht

Der spätbarocke Altar aus dem Jahr 1720 erinnert ein wenig an den ehemaligen Fredenhagen-Altar des Thomas Quellinus in der Lübecker Marienkirche. Eine Kreuzigungsgruppe wird von den Allegorien Glaube und Hoffnung eingefasst und mit Engeln bekrönt. Das manieristische Epitaph der Familie Peckel repräsentiert den 1638 beliebten Knorpelstil. Außer einem Chorstuhl des 16. Jahrhunderts und einer Wandschranktür aus der Renaissance ist der Rest der Ausstattung weitgehend im 19. Jahrhundert neu eingefügt worden.

Die Orgel wurde 1973 von dem Orgelbauer Klaus Becker (Kupfermühle) gebaut. Das rein mechanische Instrument hat 25 Register auf zwei Manualen und Pedal.[2]

I Hauptwerk C–
1. Prinzipal 8‘
2. Gedackt 8‘
3. Oktave 4‘
4. Quintade 4‘
5. Oktave 2‘
6. Mixtur IV 11/3
7. Trompete 8‘
Tremulant
II Rückpositiv C–
8. Holzgedackt 8‘
9. Quintade 8‘
10. Prinzipal 4‘
11. Rohrflöte 4‘
12. Blockflöte 2‘
13. Quinte 22/3
14. Terz 13/5
15. Spitzprinzipal 1‘
16. Zimbel III 1/2
17. Krummhorn 8‘
Tremulant
Pedal C–
18. Subbass 16‘
19. Prinzipal 8‘
20. Gedackt 8‘
21. Koppelflöte 4‘
22. Rauschpfeife III
23. Stille Posaune 16‘
24. Trompete 8‘
25. Cornett 2'

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe Daten der Gesellschaft für Leprakunde unter http://www.muenster.org/lepramuseum/tab-shh.pdf . Die nahegelegene Strasse "Seekenkamp" in Ratzburg hat daher ihren Namen.
  2. Informationen zur Orgel

Weblinks[Bearbeiten]

53.69885277777810.758716666667Koordinaten: 53° 41′ 55,87″ N, 10° 45′ 31,38″ O