St. Gereon (Köln)

St. Gereon ist eine von zwölf großen romanischen Kirchen in Köln. Sie liegt im Stadtteil Altstadt-Nord. Im Kern von St. Gereon haben sich erhebliche Reste eines ovalen Zentralbaus mit neun Konchen aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts erhalten. Dieser, der untere Teil des heutigen Dekagons, ist eines der bedeutendsten Zeugnisse antiker Repräsentationsarchitektur nördlich der Alpen und neben dem noch etwas älteren Trierer Dom (Kernbau um 340) und der seit 1856 als Kirche genutzten Trierer Konstantinbasilika (um 311) einer der ältesten noch bestehenden Sakralbauten in Deutschland. Er wird erstmals in einem Gedicht des Venantius Fortunatus (carm. III 14, zwischen 565 und 573) erwähnt, das Baumaßnahmen des Bischofs Carentinus beschreibt,[1] und ein weiteres Mal um 590 bei Gregor von Tours in im Librum miraculorum, I 61. Um 1220 wurde der frühchristliche Ovalbau zu einem Zehneck (Dekagon) umgestaltet, erhöht und mit einer Kuppel überwölbt. Dieser stauferzeitliche Bau ist der größte erhaltene frei überwölbte Zentralbau des Mittelalters nördlich der Alpen.


Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Spätantike
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nordwestlich vor der Stadtmauer der römischen Colonia Agrippina entstand im 4. Jahrhundert auf dem ältesten Gräberfeld der Stadt über einem rechteckigen Grabbau ein gewaltiger spätantiker Zentralbau, dessen ursprüngliche Funktion bis heute nicht eindeutig eingeordnet werden konnte (Mausoleum, Memorialbau, römischer Tempel, Kirche). Das Gebäude lag leicht erhöht an einer Wegkreuzung. Die ungenaue Datierung beruht unter anderem auf dem Fund eines fragmentierten Isis-Weihesteins und einer Münze aus der Zeit nach 345. Für die Stiftung wird jemand vom des kaiserlichen Hofes oder ihm nahestehend angenommen (Trier war bis Ende des 4. Jahrhunderts mehrmals Kaiserresidenz, Julian zog durchs Rheinland und zur Erneuerung der Kölner St.-Ursula-Kirche kam der vornehme Clematius angeblich aus dem Osten angereist, auch ein Comes namens Arbogast setzte einen Kölner Bau instand. Wenig wahrscheinlich ist, dass sich am unsicheren Rand des Reichs jemand (mit solchen Mitteln) hätte begraben lassen.[2]
Die Besonderheit des Baus beruht auf der Konstruktion des Ovals, das sich aus einzelnen Kreisabschnitten zusammensetzt, die von vier, kreuzförmig um die Mitte des Raumes verteilten Mittelpunkten aus konstruiert worden sind. Damit ist dem Baumeister eine Variante gelungen, die zwischen dem Longitudinalbau und dem Zentralbau vermittelt, was als genialer Vorgriff auf die Perfektionierung in der barocken Architektur gewertet werden kann.[3] Der überkuppelte Ovalbau war nördlich und südlich von je vier durchfensterten Konchen umgeben und hatte im Osten eine halbrunde Apsis. Zwischen den hufeisenförmigen Konchen und möglicherweise auch in der darüber liegenden, doppelschaligen und durchfensterten Zone des Tambours befand sich eine reiche Säulengliederung. Der Durchmesser der spätantiken ovalen Kuppel betrug 23,70 m zu 19,80 m.[4]
Westlich war eine querrechteckige zweigeschossige Vorhalle (Narthex) vorgelagert, nördlich und südlich von kleinen Apsiden flankiert. Über eine Treppe hinab schloss sich ein großes längsrechteckiges Atrium mit umlaufendem Portikus an. Forschungen von Gertie Gretz und Otto Koch hatten bereits 1939 den spätantiken Ursprung des Bauwerks nachgewiesen, was nach den Kriegszerstörungen durch Studien von Armin von Gerkan und Otmar Schwab (1965–2002) sowie Johannes G. Deckers und Ute Verstegen[5] vertieft wurde. Im Grundriss und im Erdgeschoss ist der Bau mit dem sogenannten Tempel der Minerva Medica vergleichbar, einem um 320 entstandenen zehneckigen überkuppelten Zentralbau in Rom, der als Nymphäum diente.[6] Das System eines Nischenkranzes in den Außenmauern antiker Bauten ist in Rom außer beim Pantheon (um 125), bei weiteren etwa zeitgleich mit dem Kölner Bau zu Beginn bis Mitte des vierten Jahrhunderts entstandenen Zentralbauten zu beobachten: dem Mausoleum Tor de’ Schiavi an der Via Praenestina (um 315), dem Helenamausoleum (um 326) und dem Mausoleum Santa Costanza (um 350) sowie in Split bei dem Mausoleum im Diokletianpalast (Anfang 4. Jh.). Nischenkonstruktionen gab es aber auch bei römischen Saalbauten, wie z. B. Santi Quirico e Giulitta (4. Jh.) und Santa Balbina all’Aventino (nach 350).[7]
Das Gewölbe über dem Ovalbau lastete auf dem Mauerwerk zwischen den Konchen und der Apsis. Um das Gewicht des Gewölbes zu reduzieren und um den Abbindungsprozess in der Betonmasse (opus caementicium) zu beschleunigen, hatte man leere Amphoren aus Ton eingebaut, eine bei römischen Kuppelbauten des 4. Jahrhunderts angewandte Technik (vergleiche: Kuppelkonstruktion beim Helenamausoleum in Rom).[8] Es ist anzunehmen, dass hier, in Ermangelung von Puzzolan, rheinischer Trass verwendet wurde.


Der spätantike Bau war reich ausgestattet. Die Wandverkleidung mit Marmorplatten und Mosaiken mit Goldgrund, das goldene Kuppelmosaik und der mit Mosaiken ausgelegte Fußboden müssen einen prächtigen Anblick geboten haben, neben den kaiserlichen Bauten in Trier wahrscheinlich einmalig nördlich der Alpen. Ein freigelegtes ornamentales Fragment des Bodenmosaiks blieb in der ersten Konche der Südseite erhalten. In den südlichen Konchen sind auch heute noch die – jeweils drei – vermauerten Rundbogenfenster und die (ursprünglich mit Mosaiken verkleidete) Ziegelplattenwölbung der Konchen des Gründungsbaus aus dem 4. Jahrhundert zu sehen. Das Fragment einer Granitsäule links des Eingangs könnte zu den tragenden Säulen des Gründungsbaus gehört haben, die an der Pfeilerstirn der Konchen aufgestellt waren. Die Inschrift darüber verweist auf die mit dieser „Blutsäule“ verbundene Legende um den heiligen Gereon und die Thebaische Legion. Über den Verbleib der zahlreichen übrigen Säulen des 4. Jahrhunderts ist nichts bekannt, wobei angenommen wird, dass in karolingischer Zeit Säulen nach Aachen für den Bau der Pfalzkapelle geschafft wurden.
Der Zentralbau muss, nach den Bodenfunden zu urteilen, in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts, wahrscheinlich zwischen 350 und 365, entstanden sein. Wer den Bau errichten ließ und welchem Zweck er diente, ist nicht bekannt. Da er in einem Gräberfeld entstand, handelte es sich vermutlich um ein Mausoleum, das als Begräbnisstätte für Angehörige der fränkischen Königsfamilie oder dem kaiserlichen Hof nahestehende Persönlichkeiten dienen sollte. Die Sarkophage der Verstorbenen waren wahrscheinlich in den Konchen aufgestellt.[9]
Christliche Gemeinden gab es in Köln ab Beginn des 4. Jahrhunderts. Der erste Bischof von Köln (Civitas Agrippinensium) war der um 328 verstorbene Maternus (davor dritter Bischof von Trier). Es wird angenommen, dass der Ovalbau des Mausoleums im 5. oder 6. Jahrhundert in eine Kirche umgewidmet wurde, denn um 590 erwähnt Bischof Gregor von Tours die Kirche ad Sanctos Aureos („zu den Goldenen Heiligen“) und die mutmaßlich dort bestatteten thebäischen Märtyrer. In der Merowingerzeit (5. Jahrhundert bis 751) war St. Gereon die bedeutendste fränkische Königskirche des östlichen Reichsteils. Im Jahr 612 nahm der Merowingerkönig Theuderich II. in der Kirche die Huldigung der Franken entgegen.
Neuere Forschungen haben ergeben, dass sowohl das spätantike Gebäude als auch bedeutende Teile der qualitätvollen Innenausstattung bis ins 13. Jahrhundert erhalten geblieben sind. Bei dem Umbau im 13. Jahrhundert wurde der spätantike Ovalbau von stützendem Mauerwerk in Form eines Zehnecks ummantelt, so dass heute noch bis zu 16,50 Meter Mauerhöhe des ovalen Gründungsbaus erhalten geblieben sind. Dies ist vor allem auf der Nordseite des Dekagons gut zu sehen.

Mittelalter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Patrozinium Sankt Gereon[10] ist seit der Zeit um 800 nachweisbar, wann es geschaffen wurde, bleibt aber unbekannt. Seit 839 ist St. Gereon als Stiftskirche bezeugt. Gründer des Chorherrenstiftes war Kölns erster Erzbischof Hildebold (ca. 787–818). Zu der Bruderschaft gehörten nur hochadlige. Seit 866 galt die Stiftskirche St. Gereon als ranghöchste Kirche der Kölner Diözese nach dem (alten) Kölner Dom. Das Stift hatte nach dem Dom den größten Grundbesitz, der auch Weingärten umfasste.[9] Wohlstand und Bedeutung des Stiftes zeigt sich heute noch in zwei erhaltenen Evangeliaren und dem Sakramentar von St. Gereon, das um das Jahr 1000 entstand und sich heute in der Pariser Nationalbibliothek befindet (Signatur latinus 817).[11][12]
Erzbischof Hildebold, der 818 in St. Gereon bestattet wurde, hatte an Stelle der halbrunden Ostapsis des Ovalbaus einen rechteckigen Chor und eine Außenkrypta errichten lassen. Die Arkaden um das westliche Atrium wurden geschlossen und als Stiftsgebäude genutzt. In den Jahren 1060 bis 1062 wurde unter Erzbischof Anno II. für die adligen Kanoniker des Stifts, ein neuer langgestreckter Chorraum angebaut und darunter eine Krypta eingerichtet. Der Chor erhielt Wandmalereien und einen Mosaikfußboden. Seit 1121 werden in der sogenannten Confessio unter dem Altar im Choraufgang die Reliquien des hl. Gereon bewahrt. 1190 wurden die Gebeine aus den Nischen des Ovalbaus als vermeintliche Reliquien der thebäischen Märtyrer ebenso in die Confessio überführt.
1151 bis 1156 ließ Erzbischof Arnold von Wied die Chorpartie nach Osten durch ein von zwei Türmen flankiertes Chorquadrat mit halbrunder Apsis unter gleichzeitiger Verlängerung der Krypta darunter erweitern. Der Tambour und die Nischen der Vorhalle wurden ausgemalt.
Der Bau eines Kreuzgangs im Osten der Kirche und anschließender Konventsgebäude erfolgte ebenfalls in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.[13] Erst in dieser Zeit wurden Kirche und Stift in den Stadtraum innerhalb der Mauern eingegliedert.[9]
In den Jahren 1219–1227 wurde der frühchristliche Ovalbau außen verstärkt und ummantelt, dabei zu einem Zehneck (Dekagon) umgestaltet und gleichzeitig erhöht. Über dem beibehaltenen Erdgeschoss entstanden in drei Geschossen eine neue Empore, ein Laufgang mit Fächerfenstern unter spitzen Überfangbögen und ein Obergaden mit Spitzbogenfenstern in Plattenmaßwerk, weitgehend im Stil der französischen Frühgotik. Im Gegensatz zu den französischen Vorbildern wurde die Kuppelschale allerdings nicht von Rippen getragen, sondern umgekehrt durchzogen diese lediglich verstärkend ein vierzig Zentimeter dickes Gewölbe. Außen hat das Dekagon Strebepfeiler, eine Zwerggalerie und ein Zeltdach. In seiner polygonalen Form geht der Bau über die Frühgotik hinaus, wie auch das Maßwerkfenster im Osten des Fächerfenster-Geschosses. Zur Zeit seiner Entstehung war das Dekagon der größte freitragend überwölbte Zentralbau nördlich der Alpen.
Um 1242/43 entstand an seiner Südseite die Taufkapelle als unregelmäßiges Oktogon mit ebenfalls gotischem Gewölbe und Spitzbogenfenstern. Die 1315 durch die Kölner Dombauhütte südlich des Langchors angebaute Sakristei gehört mit ihren Maßwerkfenstern der Hochgotik an. Im späten 14. Jahrhundert mussten die Gewölbe des Langchors erneuert werden, sodass dieser romanisch angelegte Gebäudeteil nun auch gotische Gewölbe erhielt.[9]




Neuzeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Um 1550 wurde eine Orgel auf einer Empore an der Westwand des Dekagons installiert. Eine Barockisierung der Kirche im 17. Jahrhundert wurde im 19. Jahrhundert wieder zurückgebaut. Im Jahr 1876 musste nach einem Sturmschaden das Dach des Dekagons neu errichtet werden. August Carl Lange führte die Baumaßnahme aus, ohne wesentliche Veränderungen zum Vorgängerbau vorzunehmen.[14]
1920 wurde St. Gereon durch Papst Benedikt XV. zur Basilica minor erhoben.
Die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges betrafen vor allem das Dekagon; bis 1952 war es akut einsturzgefährdet. Das Rettungswerk verdankt sich vor allem den Statikern Wilhelm Schorn (bis 1968) und Otmar Schwab sowie der Bauhütte (Firma Schorn). Der Wiederaufbau dauerte bis 1985. Langchor und Krypta dienten bis dahin als Gottesdiensträume; das Dekagon war abgetrennt. 1949 war der Hochaltar fertiggestellt; 1954 wurde eine kleine Orgel im Langchor eingebaut, 1956 folgte die Wiederherstellung der Krypta, 1964 die Taufkapelle. Bis 1982 leitete der Aachener Dombaumeister Leo Hugot und nach seinem Tod dessen Tochter Irene Rothweiler und Herbert Queck aus Aachen den architektonisch-gestalterischen Ausbau und die Ausstattung. Den Innenraum von Dekagon und östlicher Apsis prägen vor allem die Farbfensterzyklen von Georg Meistermann und Wilhelm Buschulte; das ikonologische Konzept stammt von dem Theologen Wilhelm Nyssen.[9]
1980 wurde von Franz von Helmont der Barockaltar aus der nicht wieder aufgebauten Kirche St. Kolumba hinter der Altarzone im Hochchor aufgebaut. Dabei handelt es sich um die Rekonstruktion eines nur zu zwanzig Prozent erhaltenen Altars. Fast alle Säulen, der Baldachin und die von Engeln gehaltene goldene Krone mussten neu hergestellt werden. Dem so rekonstruierten Altar mit originalen Engeln wurde eine neue Stufenanlage hinzugefügt und sollte helfen das Fronleichnamsfest in Köln wieder zu beleben. Im Mittelalter war in Köln die erste Fronleichnamsprozession von Sankt Gereon ausgegangen.
Legenden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Um den Ursprung der Basilika St. Gereon ranken sich unterschiedliche Legenden und Vermutungen.
Der wesentlichen Legende nach gründete die Hl. Helena von Konstantinopel, Mutter von Konstantin dem Großen, St. Gereon auf den Gräbern des Hl. Gereon und seiner Gefährten. Es soll sich um zum Christentum bekehrte Soldaten der Thebaischen Legion gehandelt haben, die Kaiser Maximian die Verfolgung von Christen verweigerten und darauf selbst das Martyrium erlitten.

Diese Erzählung war seit etwa 400 bekannt und wurde um 430/40[15] von dem Lyoner Bischof Eucherius († 450) erstmals in seiner Passio Acaunensium Martyrum aufgeschrieben, in der er sich auf mündliche Quellen seiner Zeit beruft.[16] Die bemerkenswerte Auslöschung einer ganzen Legion ist schon legendär, sie ist in keinem anderen Zusammenhang dokumentiert, genauso wenig wie der Feldzug zur Christenverfolgung.[17] Bei der Verbreitung der Legende kam diese auch nach Köln und legitimierte, offenbar nachträglich, den Kirchenbau. Angeblich befand sich in der Kirche ein (archäologisch nicht nachweisbarer) Brunnen, in den die Mörder die Leichen der Märtyrer geworfen haben sollen.[18] Durch Staub aus diesem Brunnen sei Bischof Everigisil nach einem Bericht des Gregor von Tours von Kopfschmerzen geheilt worden. Ähnlich wie bei der Basilika St. Ursula schienen die Funde im römischen Gräberfeld, in der der spätantike Ovalbau stand, die Legende zu bestätigen. Grabungen des 11. Jahrhunderts brachten dann auch 360 Skelette zu Tage. 1121 glaubte Norbert von Xanten, Gründer des Prämonstratenserordens, das Skelett Gereons gefunden zu haben. Sogar die Kleidung sei noch erhalten gewesen. Seither war man überzeugt, über die Gräber und Reliquien der Heiligen zu verfügen.
Um 1000 schließlich wird die Legende in der Passio zusammengefasst und symbolische Zahl von 318 Märtyrern der Thebäischen Legion etabliert, angeführt von St. Gereon. Ausgrabungen des 20. Jahrhunderts ergaben allerdings keine Hinweise mehr, die diese Legende bestätigen könnten.

Bauwerk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]St. Gereon ist ein herausragendes Zeugnis spätantiker und hochmittelalterlicher Architektur. Bestimmendes Element des Baukörpers ist ein gewölbter spätantiker Ovalbau, der im frühen 13. Jahrhundert in die Form eines Dekagons (Zehneck) mit je vier antiken Konchen im Norden wie im Süden umgestaltet wurde. Dieser so erhaltene Zentralbau ist in seiner Art nördlich der Alpen einzigartig und nur vergleichbar mit der Hagia Sophia in Konstantinopel und Brunelleschis Domkuppel in Florenz.[19]
Für die Kirche gab es nie einen einheitlichen Bauplan. Sie ist heute das Ergebnis von Veränderungen über Jahrhunderte. St. Gereon hat in seiner Einzigartigkeit, gerade im Hinblick auf das Dekagon, weder Vorbilder noch Nachfolgebauten.[20]
Interessant ist die populäre Stilzuschreibung, das Dekagon sei spätromanisch[21] Während die Apsis und die sie flankierenden Türme fast ganz und gar in romanischen Formen gehalten sind, ist das Dekagon in mehrerer Hinsicht gotischer gestaltet als klassische Bauten der französischen Frühgotik. Dazu gehört die ausgeprägte Wandauflösung im Innenraum und die maßwerkartig gegliederten Fenster der obersten Wandzone. In den Emporenarkaden des ersten Geschosses kontrastieren zwar runde Einzelbögen mit den spitzen Überfangbögen, aber die Kapitelle sind schon korinthisch, gleichen denen im Chorumgang der französischen Basilika von Saint-Denis. Die durch die Laufgänge entstehende Zweischaligkeit der Wände bis in die oberste Wandzone ist in der Frühgotik in Frankreich schon weitgehend unüblich, nicht aber in der Normandie (Kathedrale von Coutances) und im Burgund samt Randgebieten wie Auxerre. In der Trierer Liebfrauenkirche sind zwar nicht die Wände der (dort bis zum Bogenansatz als Blenden vermauerten) Obergaden zweischalig ausgeführt, jedoch haben dort beide Fenstergeschosse des Chors Laufgänge.
Die gerne als romanisch bezeichneten Fächerfenster des Emporengeschosses können als obere Hälften von Rundfenstern gesehen werden. Derartige Rosetten kamen kurz vor Beginn der Gotik auf und gehören zur Erstausstattung der Chorempore von Notre-Dame de Paris.
Zutreffender als andere, auch jüngere, Bewertungen war da Georg Dehio in seiner im Ersten Weltkrieg geschriebenen und vom Geist jener Zeit belasteten Darstellung in Band I seiner Geschichte der deutschen Kunst: „Über diesen widerstandsfähig gemachten Unterbau kamen zwei neue Stockwerke zu stehen, das erste als Emporenumgang, das zweite als Lichtgaden ausgebildet. Nach dem Plan von 1219 hätte schon auf dieser Höhe das Gewölbe einsetzen sollen. Die inzwischen fortgeschrittene Kenntnis der französischen Rippenkonstruktion, offenbar durch den Eintritt eines neuen Bauleiters vermittelt, wies aber auf neue Möglichkeiten, und man zögert nicht, mit freudiger Kühnheit ihnen nachzugehen. Das so entstehende dritte Obergeschoß ist in Köln die erste und auf längere Zeit einzige wirklich gotisch gedachte Konstruktion. Die Kuppel, die in ihrer längeren Achse 22, in ihrer kürzeren 18 m Spannung hat und deren Scheitel mehr als doppelt so hoch liegt als die des römischen Baues, ist dank der Rippe auf ein mäßiges Gewicht herabgesetzt, sie gestattet die Öffnung der Wand durch hohe Lichtöffnungen, und nach außen ist sie durch ein freistehendes Strebewerk abgestützt. Vermutlich ist die Kölner Kritik mit dieser Neuerung hart ins Gericht gegangen, und sie hätte sich ganz wohl auch durch andere, weniger revolutionäre Mittel ersetzen lassen. Im Innenbau dagegen tritt der Gotiker nicht allzu herausfordernd auf. Die Störung der Harmonie ist nicht heftig und wird durch die herrliche Beleuchtung“ (die eben eine wesentliche gotische Errungenschaft ist) „und die schwungvolle Raumpoesie reichlich aufgewogen.“[22]
Die Komposition der beiden Obergadengeschosse, in Köln eher als Ausdruck einer Planänderung gedeutet, hat einen interessanten Bezug zu den Phasen der Gotik in Frankreich: Das untere Obergadengeschoss ist in seiner geringen Höhenausdehnung so etwas wie ein Vorgriff auf die befensterten Triforien des Gothique rayonnant, die in Frankreich erst mit dem Umbau der Abteikirche von Saint-Denis ab 1231 auftreten.
Die Gewölbe der Empore im ersten Geschoss sind nicht einheitlich: Auf der Südseite sind es mehrteilige rundbogige Rippengewölbe,[23] auf der Nordseite Kreuzgratgewölbe.
Das zentralisierte Rippengewölbe, das den in vier Etagen gegliederten Raum schließt, kann als die größte Kuppelkonstruktion ihrer Zeit (1227) angesprochen werden. Sie erreicht im Scheitelpunkt 34,55 Meter Höhe und misst im Durchmesser 21 Meter in der Länge bzw. 16,90 Meter in der Breite.
Westlich ist dem Dekagon die Vorhalle in ebenfalls gotischen Formen vorgelagert, in der der spätantike Narthex weiterlebt. Die Vorhalle war vor dem Abriss der Stiftsgebäude mit diesen verbunden und ermöglichte deren Zugang. Im 19. Jahrhundert wurde die Vorhalle um zwei Kapellen ergänzt.[9] Östlich des Dekagons folgt oberhalb der Krypta der zweijochige Langchor mit dem Chorquadrat, an das sich die beiden Osttürme und die Apsis anschließen. Der von außen reich gestaltete staufische Etagenchor besitzt sieben Blendarkaden mit drei Fenstern.
Die drei unteren Geschosse der Türme schließen mit dem Apsisscheitel ab, darauf folgen freistehend zwei weitere Geschosse mit Scheinfenstern und ein sechstes für die Glocken mit zwei großzügigen Doppelarkadenfenstern. Die Turmdächer sind mehrfach gefaltet. Sie zeigen auf jeder Seite je zwei Dreiecksgiebel. Die Türme selbst stehen in einer engen optischen Beziehung zum Dekagon, was den singulären Charakter der Basilika auch im Fernblick betont.[9]
Ausstattung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vorhalle
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der westlichen Vorhalle, dem Eingangsbereich, verdeutlicht eine Bronzeplatte auf dem Boden von Andreas Dilthey den Grundriss der Basilika samt den untergegangenen Stiftsgebäuden. Die Grablegung Christi an der Südwand der Vorhalle, eine Gruppe lebensgroßer, vollplastischer, ungefasster Sandsteinfiguren, stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert.[24] Der Eingang in den Zentralbau wird von zwei Löwen aus dem 13. und 14. Jahrhundert flankiert. Sie sind wohl ursprünglich nicht für diesen Standort geschaffen worden. Der ältere, noch romanische Löwe links hat ein Loch im Rücken (von einer Säule?), der rechte Löwe hat ein Lamm in den Klauen. Bei diesem sind Reste der ursprünglichen Vergoldung erhalten. Des Weiteren sind hier Pfeiler und Traufrinne aus römischer, d. h. spätantiker Zeit erhalten. In der Vorhalle sind Epitaphe, unter anderem das des 1513 verstorbenen Kanzlers der Universität Johannes Krytwyss erhalten. Die drei Fenster stammen von Georg Meistermann. Zwischen den Erzengeln Michael und Raphael leuchtet die Wurzel Jesse. Über dem Eingangsportal zum Dekagon ist ein in kräftigen Farben gehaltenes Tympanon, das Christus mit den Heiligen Gereon und Helena zeigt (um 1230) und dessen Inschrift an die Märtyrer der Thebaischen Legion gemahnt. Das Metallgitter ist aus den 1920er Jahren von Hans Hansen und Heinrich Hecker.[9]
-
Der jüngere, schon gotische Löwe mit Lamm (14. Jh.)
-
Epitaph des Probstes und Kanzler der Universität Johannes Krytwyss († 1513)
-
Christus am Kreuz mit Heiligen (um 1550)
-
Pietàkapelle von 1897 mit rekonstruierter Ausmalung
Pietàkapelle
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von der Vorhalle geht es südlich in eine neoromanische Kapelle von 1897, die eine wilhelminische Ausstattung besitzt. In ihr befindet sich eine Pietà, die, orientiert am Vorbild Michelangelos, von Anton Josef Reiss geschaffen wurde. Die ornamentalen Bleiglasfenster wurden transloziert aus dem Hochchor. Es sind Fenster der Nachkriegszeit von Wilhelm Teuwen, für die Pietàkapelle ergänzt und bearbeitet von Irene Rothweiler.[9]
Nordkapelle
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gegenüber in der Helenakapelle steht eine Kreuzigungsgruppe als Tafelbild in Lünettenform, die auf das Jahr 1550 zurückgeht. Unter den dargestellten Figuren ist auch der Kirchenpatron in Ritterrüstung und mit Kreuzfahne.[24] Weitere Heilige auf diesem Werk sind: Silvester, Maria Magdalena, Erzbischof Hildebold und die Heilige Helena mit einem Modell der Kirche. In der Kapelle befindet sich daneben das oben erwähnte Epitaph des Probstes Johannes Krytwyss, gestorben im Jahr 1513. Er ist mit Kelch, Wappenschild und Helmzier dargestellt. Sein Kopf ruht auf Büchern als Zeichen seiner Lehrtätigkeit an der 1388 gegründeten Kölner Universität. Das Fenster mit dem Prolog des Johannesevangeliums von 1986 stammt ebenfalls von Georg Meistermann.[9]


Dekagon
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zur Wiedererrichtung der Basilika nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein neues ikonografisches Gesamtprogramm für das Dekagon mit Kuppel, Fenstern und Fußboden erstellt. Wilhelm Nyssen entwarf mit dem Architekten Leo Hugot und Künstlern zusammen ein ikonografisches Konzept, das auf der frühchristlichen Bezeichnung sanctos aureos, der Kirche „zu den goldenen Heiligen“, basiert.[25] Zwischen 1979 und 1986 wurde so die Kuppel in orangerot mit vergoldeten Zungen ausgemalt. Es entstanden neue Bleiverglasungen nach Entwürfen von Georg Meistermann und Wilhelm Buschulte: der obere Spitzbogenfensterkranz zeigt Propheten und Apostel, die Palmettenfenster die vier Evangelisten und vier Apokalyptische Reiter, die Rundbogenfenster der Arkade Kölner heilige Männer und Frauen sowie Maria und Josef und schließlich rein ornamental die Konchenfenster. In vier übereinanderliegenden Kreisen gestalteten Meistermann und Buschulte so den Sieg Christi, ausgedrückt durch die Heiligen, und die Einheit des himmlischen und irdischen Jerusalem (apokalyptische Wesen, apokalyptisches Lamm, vier Prophetengestalten, zwölf Apostel und Heilige). Der gleichfalls neu gestaltete Fußboden im Dekagon zitiert in Bronzeeinlagen die Geheime Offenbarung des Johannes und das christliche Martyrium (Entwurf: Wilhelm Nyssen) und Reliefs von Elmar Hillebrand und Andreas Diltey stellen das Martyrium des heiligen Gereon dar.
Die im Zentralbau am südöstlichen Pfeiler auf eine Konsole gestellte Mondsichelmadonna wurde um 1400 gefertigt und stammt aus der Kirche St. Maria ad Gradus. Stilistisch im Weichen Stil ähnelt sie der wahrscheinlich auf Konrad Kuene van der Hallen zurückgehenden Verkündigungsgruppe in St. Kunibert.[26] Sie kam erst im 19. Jahrhundert über den Kunsthandel nach Sankt Gereon. Die Aufstellung hier geht auf Irene Rothweiler zurück, die ebenfalls den Schmuckfußboden der Altarzone nach dem mittelalterlichen Vorbild entwarf.
-
Die „Blutsäule“ links des Eingangs zum Dekagon
-
Die Mondsichelmadonna aus St. Maria ad Gradus
Taufkapelle
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Dem Zentralbau schließt sich südlich die unregelmäßig oktogonale Taufkapelle an. Sie wurde in den Jahren 1242–1245 errichtet. Architektonisch bildet auch sie einen Übergang von Romanik zur Gotik. Nach Westen und in der Apsis nach Osten befinden sich Fenster, nach Süden geht dafür eine Tür, die einmal in ein weiteres Stiftsgebäude führte und wohl auch einmal Haupteingang zur Kapelle war, da man ungetauft nicht in die Kirche durfte. Hier haben sich die originalen Fresken im Zackenstil des 13. Jahrhunderts erhalten. Schwerpunkt der Wandbemalung sind die Heiligenfiguren in den Bogenfeldern, unter anderen Konstantin der Große sowie der heilige Gereon (links über der Tür an der Südwand) und Gregor Maurus.[27] Bei diesen Legionären findet man auch die Bischöfe Anno und Maternus. Im Nordosten sind Laurentius und Stephanus dargestellt.
In den Gewölbezwickeln über dem Altar ist Jesus als Weltenrichter dargestellt, während das obere Gewölbe der Kapelle als blauer Himmel mit goldenen Sternen verziert ist. Das Bildprogramm wird durch die Heiligen Helena und Katharina abgerundet. Reliquien ihrer befanden sich einst im Besitz des Stiftes. Die im 19. Jahrhundert vorgenommenen Übermalungen der Wandbilder wurden im 20. Jahrhundert wieder entfernt.[28] Das achteckige Taufbecken, in spätromanische Zeit datiert, wurde 1931 mit einem Messingdeckel samt bekrönender Taube versehen. Die Fenster wurden 1985 nach den Entwürfen von Irene Rothweiler ausgeführt.
Der östliche Wandaltar wurde von Vincenz Statz 1864 geschaffen und im Zuge der neuen Fenstergestaltung mit historischem Altarbild und neuer Predella von Irene Rothweiler versehen. Das Triptychon wurde 1515 von einem unbekannten Künstler geschaffen. Auf den Flügeln sind die Heiligen Georg und Christophorus dargestellt. Die Mitteltafel zeigt die Kreuzigungsgruppe (Maria und dem Apostel Johannes zu Füßen Christi am Kreuz) erweitert um die Heiligen Paulus und Margareta von Antiochia.[29]
-
Gregor Maurus und der heilige Gereon über der Tür der Südwand
-
Pfeilerbündel mit schwarz gefassten Schäften und romanischen Kapitellen (links neben der Südtür)
-
Kreuzigungsaltar der Kölner Malerschule (1515)
-
Taufstein vor dem Westfenster der Taufkapelle (1242–1245)
Krypta
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Krypta ist über einen Abgang in der vierten Konche links zu begehen. Sie entstand im 11. und 12. Jahrhundert in zwei Bauabschnitten. 1068 wurde unter Bischof Anno mit dem Bau begonnen. Um 1190 wurde unter dem Altar des Choraufgangs die Confessio mit drei Sarkophagen des Märtyrers Gereon und seiner Gefährten der Thebäischen Legion angefügt. Über dem (vergitterten) Zwillingsbogen zur Grabkammer wurde um 1300 die, um die Heiligen Gereon und Helena erweiterte Kreuzigungsgruppe a secco gemalt.

Die im Chorraum der Krypta verlegte Fußbodenmosaiken des 12. Jahrhunderts stammen ursprünglich aus dem oberen Chor. Auf zwölf großen Feldern sind alttestamentliche Szenen von David und Samson als Vorläufer Christi dargestellt. Kleinere Mosaikfelder zeigen die Tierkreiszeichen (stark ergänzt).[30] Die kostbaren Mosaiksteine lagen „seit Jahrhunderten [..] wirr durcheinander“. Als erstem gelang es dem Künstler Tony Avenarius 1868 die erhaltenen 450 bis 500 Mosaikteile des Fußbodens wieder passend zusammenzufügen. Der Architekt Heinrich Wiethase verlegte das Mosaik, abgestimmt auf den neuen Raum und mit den passenden Bibelstellen ergänzt.[31][32]
Tony Avenarius entdeckte auch „unter ca. fünfzigfacher Tünche und zweifacher Übermalung“ die originale romanische Deckenmalerei. Von den 15 Gewölben haben sich bei den dreien vor dem Altarraum die Fresken wiederherstellen lassen. Von romanischen Rankenornamenten eingerahmt werden Jesus Pantokrator, die vier Evangelisten mit ihren Symbolen, Augustinus von Hippo, Antonius von Padua, Kosmas, Erasmus von Antiochia, Papst Silvester I. und Judas Thaddäus als beschriftete Ganzfiguren dargestellt.[33]
Der Altar ist eine Renaissance-Arbeit aus Tuffstein von 1530 bis 1540. Er steht auf einer romanischen Altarmensa und trägt die Initialen „JH“. Zwischen vier freistehenden Pfeilern mit Groteskenfüllungen ist in der Mitte die Kreuzigung mit der Gottesmutter und dem Apostel Johannes zu sehen, links der Hl. Bischof Anno, rechts Mauritius, auf Konsolen an den Seiten ein Diakon und ein Kanonikus. Auf den Deckplatten der seitlichen Kapitelle stehen die Heiligen Gereon und Helena. Auf der Spitze des Mittelgiebels ist die Heilige Familie mit den Weisen aus dem Morgenland. An diesem Altar zelebrierte Petrus Canisius im Juni 1546 seine erste Heilige Messe. Im Boden vor dem Altar ist das Grab des Gregorius Maurus.[9] An der Nordwand hängen in einem Rahmen Reliquien in ornamentaler Anordnung.
Die zwölf modernen Glasfenster der Krypta wurden 1964 vom französischen Glasmaler Alfred Manessier gestaltet. Sie setzten sich aus einer Vielzahl kleiner, unregelmäßigen und verschieden farbiger Felder ornamentalisierend zusammen.[34] Dennoch sind die drei Apsisfenster den Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung zuzuordnen und der Künstler legte dem nördlichen Kreuzarmfenster das Karfreitagsgeschehen zugrunde. Während in den westlichen Fenstern blaue bis violette Farben dominieren, stechen in der Nordseite rote und in der Südseite grüne Farben hervor.[35]
-
Sarkophage der Märtyrer Gereon und Thebäische Legionäre in der Confessio
-
Kreuzigungsszene über dem Portal zur Confessio (um 1300)
-
Einer der Opferstöcke in der Kirche
-
Rahmen mit Reliquien und den Buchstaben IMS (vmtl. In Memoriae Sacrum)
-
Gewölbefresko in der Krypta (um 1300)
-
Fußbodenmosaik aus dem oberen Chor: Samson bezwingt den Löwen (12. Jh.)
-
Samson werden die Haare geschnitten, die seine Kraft begründen
-
Renaissancealtar in der Krypta (Tuff, 1530–40)
Der Langchor
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stufen des Aufgangs zum Langchor flankieren auf halber Höhe den zum Dekagon gerichteten Altar, unter dem sich die Confessio befindet, an den sich die Krypta anschließt und über die gesamte Länge des Chorraums reicht.
Rechts an der Wand hängt ein fast zwei Quadratmeter großes Fragment eines Freskos mit dem Gesicht eines Propheten, der einen Apostel auf seinen Schultern trägt. Es stammt aus dem ersten Viertel des 12. Jahrhunderts und wurde um 1970 über dem Eingang des Dekagons in einer Emporennische wiederentdeckt, wo heute die Orgeltribüne ist. Die Farben haben sich gut erhalten, da sie im Zuge der Erweiterungen im 13. Jahrhundert verdeckt wurden. Gleich am Treppenabsatz befindet sich die Sakristei mit kostbaren Doppeltüren vom Anfang des 16. Jahrhunderts (siehe unten: Obere Sakristei).
Von besonderer Qualität müssen die ursprünglich im Chor aufgehängten Wandteppiche gewesen sein, darunter ein Teppich des frühen 11. Jahrhunderts mit einem Muster aus Medaillons, in denen ein Greif einen Stier angreift: Es ist einer der ältesten europäischen Wandteppiche, dessen vier Teile heute in europäischen Museen verwahrt werden. Heute schmücken den Langchor Tapisserien von 1765 von einem Meister aus den berühmten Teppichwirkereien im französischen Aubusson mit Szenen aus der alttestamentlichen Geschichte Josephs. Eine zweite Hälfte mit drei weiteren Szenen von der Südwand ist bei einem Brand während einer Restaurierung in den 1990er zerstört worden.
In der Apsis befindet sich auf der Halbkuppel eine Darstellung Christi beim Jüngsten Gericht sowie als ikonografischer Bestandteil darunter in Nischen zwischen den Fenstern Ganzfiguren der Thebäischen Märtyrer.
Das vom früheren Sebastianusaltar erhaltene Altarbild im Hochchor stellt das irdische Köln dar, geschützt von den Heiligen, insbesondere St. Sebastian und der Heiligen Dreifaltigkeit (Johann Hulsmann und Johann Toussyn, um 1635). Vor den Stufen zum Turmjoch hängt ein lebensgroßes Kruzifix und rechts an der Südwand eine Figur der Helena, beide aus Alabaster. Sie waren einmal Teil des barocken Hochaltars, der dem Bildhauer Jeremias Geisselbrunn zugeschrieben wird und in die Mitte des 17. Jahrhunderts datiert wird.[36][9]
-
Freskofragment in byzantinscher Manier am Choraufgang
-
Alabasterskulptur der Hl. Helena von Jeremias Geisselbrunn (1635)
-
Runder Chorschluss mit ungegliederter Halbkuppel
-
Ein Thebäer in einer Nische zwischen den Fenstern
-
Reliquienbüste des Thebäers Gregorius Maurus (1680er J.) in einem Schrank in der Apsis

Obere Sakristei
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die 1319 fertiggestellte, zweigeschossige gotische Sakristei ist einer der schönsten im Original erhaltenen gotischen Innenräume in Köln. Die Sakristeitür mit der Darstellung des Ecce homo und der Mater Dolorosa stammt vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Sehenswert ist das wieder ergänzte Fußbodenmosaik mit Drachenmotiven. Es besteht aus insgesamt circa 24.000 Steinen. Der Blasius-Altar stammt aus dem Jahr 1319, die gotischen vierbahnigen Fenster der Ostwand entstanden um 1315. Sie zeigen Gregor Maurus, Gereon, Katharina und Helena. 1974/75 wurden nach Entwürfen von Wilhelm Buschulte aus Unna passende Fensterbahnen oberhalb der mittelalterlichen gotischen Fenster angebracht. In den Fenstern des Südjoches sind unter anderem der Heilige Blasius, Bischof Anno mit einem Kirchenmodell und der Heilige Nikolaus dargestellt. In den Zwickelfenstern erkennt man Mariä Verkündigung, die Geburt Christi und die Hirten, darüber die Kreuzigung und Christus als Weltenrichter in einer Mandorla. Zum Kirchenschatz gehören zwei romanische Armreliquiare, deren Emaillierung die heiligen Gereon und Helena, eine Darstellung der Kirche sowie den Stifter Probst Arnold von Born zeigen. Ferner enthält er ein 70 cm hohes Vortragekreuz aus St. Christophaq mit einem vergoldeten, vollplastischen Corpus Christi mit der Darstellung der Evangelisten in den Rundmedaillons der Enden. Auf der Rückseite befindet sich eine Gravur mit dem heiligen Christophorus der Christus auf den Schultern trägt. Laut Inschrift stammt es aus dem Jahr 1650 und ist eine Gabe der Eheleute Philippus Hobe und Irmgardis Peil.[34]
In der Westwand sind zwei Schränke mit antiken Exponaten. Hinter der rechten Schranktür befindet sich der Isis-Stein. Dieser Weihestein des 3. Jahrhunderts, der im antiken Ovalbau gefunden wurde, ermöglichte zusammen mit einem Münzfund die Datierung des antiken Baues. Der linke Schrein beherbergt eine der zahlreichen antiken Amphoren, die aus Gründen der Gewichtsersparnis im Gewölbe des Rundbaues aus dem 4. Jahrhundert vermauert waren.[37]
Moderne Ausstattungsdetails
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neben der Neukonzeption der Ausschmückung des Dekagons mit Kuppelausmalung, farbiger Fassung der Kapitelle und Bleiglasfenstern, können noch weitere nennenswerte Nachrüstungen genannt werden. Das kleine Nordportal der Vorhalle zum Beispiel, welches heute als Haupteingang dient, stammt von Lambert Schmidfhausen aus den späten 1920er Jahren. Wilhelm Schürmann schuf ein Tympanon in Bronze für die Tür zur Krypta, die nach dem Krieg Ende der 1940er Jahre zunächst der einzig nutzbare Raum für die Lithurgie war.[38] Die letzte Konche auf der Südseite wird mit einem ungewöhnlicheb Fenster aus Glaskuben beleuchtet. Und außen, auf einem der nördlichen, im Krieg zerstörten Strebepfeiler, sitzt heute eine mahnende Friedenstaube, die Theo Heiermann aus Bronze schuf.
-
Nordtür der Vorhalle aus den 1920er Jahren, heute der Haupteingang
-
Ein Nachkriegs-Fenster aus Glaskuben in der südöstlichen Konche des Dekagons
Glocken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sechs Kirchenglocken hängen in den beiden Türmen. Von den ehemals fünf Glocken, die 1779 von Martin Legros aus Malmedy gegossen wurden, überdauerten den Brand im Zweiten Weltkrieg nur die drei kleineren Glocken zusammen mit dem alten Glockenstuhl. Die beiden großen Glocken wurden 1961 von der Glockengießerei Mabilon aus Saarburg in den gleichen Tönen und mit den Namen ihrer Vorgängerinnen neu gegossen.
Die alte Bronzeglocke des Glockengießers Johann von Andernach von 1507 aus Alt St. Alban wurde im September 2008 nach St. Gereon überführt. Sie fügt sich in das Geläut ein und dient als Angelusglocke.[39]
| Glocke | Name | Durch-messer | Masse ≈ | Schlagton (HT-1⁄16) |
Inschrift |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Helena | 1713 mm | 2950 kg | b0 +6 | + S. HELENA – 1779 DEDICATA – 1942 BELLO DESTRUCTA – 1951 RESTITUTA – MUNDO PACEM IMPLORO – JACOBUS HENDRICHS ET JOSEPHA AUER PER L ANNOS SPONSATI ST. GEREON KÖLN (Hl. Helena, 1779 geweiht, 1942 im Krieg zerstört, 1951 neu gegossen. Ich erflehe den Weltfrieden. Jakobus Hendrichs und Josepha Auer 50 Jahre verheiratet. St. Gereon, Köln) |
| 2 | Gereon | 1525 mm | 1950 kg | c1 +6 | + S. GEREON – ET SOCII MART. – CIVITATEM SANGUINE SUO – CONSECRATAM CUSTODIANT – 1961 ST. GEREON KÖLN (Der hl. Gereon und die gemeinsamen Märtyrer mögen die Stadt mit ihrem Blut geweiht halten.) |
| 3 | Gregor | 1320 mm | 1400 kg | d1 +6 | + D.O.M. ET GREGORIO DVCI EIUSQUE MILITIBVS PASSIONE ET HONORE SOCIIS. FVNDI IVBERAT ILLVSTRE CAPITVLVM. M. LEGROS FECIT ANNO 1779 (Dem besten, größten Herrn und dem Anführer Gregor und seinen Soldaten, seinen Kameraden in Leiden und Ehre. Mich ließ das angesehene Kapitel gießen. M. Legros goss mich im Jahre 1779.) |
| 4 | Anno | 1251 mm | 1200 kg | es1 +6 | + D.O.M. BEATOQVE ANNONI – SECVNDO, ARCHIPRAESVLI VBIORVM – FVNVI IVBERAT ILLVSTRE CAPITVLVM. M. LEGROS FECIT ANNO 1779 (Dem besten, größten Herrn und dem seligen Anno II., dem Erzbischof der Ubier. Mich ließ das angesehene Kapitel gießen. M. Legros goss mich im Jahr 1779.) |
| 5 | Joseph | 1111 mm | 800 kg | f1 –2 | + D.O.M. ET SANCTO JOSEPHO – PETRUS CASPARIUS JOSEPHUS DE ZIMMERMANN HILDESIENSIS, HUIUS ECCLESIAE CANONICUS SENIOR, TOPARCHA IN WILDSHAUSEN, SACERDOTII ET CAPITULARITATIS ANNO LI. RELIQ VIS QVATTUOR CAMPANIS HANC SVO AERE ADIVNGEBAT. (Dem besten größten Herrn und dem Hl. Joseph fügte Peter Kaspar Joseph von Zimmermann aus Hildesheim, dieser Kirche ältester Geistlicher, Statthalter in Wildshausen im 51. Jahr des Priestertums und Zugehörigkeit zum Kapitel, diese den übrigen vier Glocken aus seinem Vermögen hinzu.) |
| 6 | Alban | 1034 mm | 600 kg | g1 +3 | ALBANVS HEISCHEN ICH – UND ERE SENT QVIRINS LVIDEN ICH – TZO GOTTDEINST GEBRVCHT MEN MICH – BLITZEN UND DONRE STVREN ICH ANO DNI MV°VII |
Orgeln
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine 1898 von Ernst Seifert erbaute Orgel wurde 1941/44 zerstört. Im Jahr 2001 erbaute die Firma Josef Weimbs Orgelbau eine neue Orgel auf der kleinen Empore im Dekagon. Das Instrument hat 31 Register und fünf Transmissionen, verteilt auf drei Manuale und Pedal. Es hat eine mechanische Spieltraktur und elektrische Registertrakturen.
|
|
|
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||

An der Nordwand des Chorraumes hängt in Form eines Schwalbennestes eine Chororgel, die im Jahre 1954 von Hans Klais (Bonn) gebaut wurde. Das Instrument hat Kegelladen, die Spiel- und die Registertrakturen sind elektrisch.
|
|
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
- Koppeln: II/I, II 16′/I, I/P, II/P,
- Spielhilfen: Handregister, zwei freie Kombinationen, Tutti, Auslöser, Einzelabsteller für Zunge
Zugehörige Pfarrkirche
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Neben St. Gereon stand die zugehörige Pfarrkirche St. Christoph, die im Rahmen der Säkularisation zu Anfang des 19. Jahrhunderts abgerissen wurde.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Liste antiker Wendeltreppen
- Liste römischer Kuppeln
- Stilphasen der Gotik in Frankreich und Deutschland
Quellen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Urkundenbuch des Stiftes St. Gereon zu Köln. Hanstein, Bonn 1893 (Digitalisat).
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Gereon Becht-Jördens: Venantius Fortunatus und die Renovierung der Kirche St. Gereon zu Köln durch Bischof Carentinus. In: Kölner Jahrbuch 43 (2010), ISBN 978-3-7861-2628-7, S. 57–69.
- Anne Behrend-Krebs: Die ottonischen und romanischen Wandmalereien in St. Gereon, St. Maria im Kapitol und St. Pantaleon in Köln. Verlag Tebbert, Münster 1994, S. 22–231 (zugleich: Dissertation, Münster, 1994).
- Klaus Gereon Beuckers: Monumentum Annonis? Der salische Langchor von St. Gereon in Köln und seine Weihen. In: Colonia Romanica. Jahrbuch des Fördervereins Romanische Kirchen in Köln 34 (2020), S. 24–43.
- Ralf van Bühren: Kunst und Kirche im 20. Jahrhundert. Die Rezeption des Zweiten Vatikanischen Konzils. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2008, ISBN 978-3-506-76388-4.
- Paul Clemen: Mosaiken in der Krypta von St. Gereon in Köln. In: Ders.: Die romanische Monumentalmalerei in den Rheinlanden. Schwann, Düsseldorf 1916, S. 132–197.
- Sabine Czymmek: Die Kölner romanischen Kirchen. Schatzkunst. In: Colonia Romanica. Jahrbuch des Fördervereins Romanische Kirchen Köln 22 (2007), ISBN 978-3-7743-0422-2, S. 161–227.
- Gertie Gretz, Otto Koch: St. Gereon zu Köln. Bonn 1939.
- Cornelius Hopp: Architektur als Zitat? Der Bau des Etagenchores von St. Gereon zur Mitte des 12. Jahrhunderts. In: Colonia Romanica. Jahrbuch des Fördervereins Romanische Kirchen Köln 34 (2020), S. 44–63.
- Martina Junghans: Die Armreliquiare in Deutschland vom 11. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts. Bonn 2002, DNB 965027031 (zugleich: Dissertation, Bonn, 2000).
- Jürgen Kaiser (Text), Florian Monheim (Fotos): Die großen romanischen Kirchen in Köln. Greven, Köln 2013, ISBN 978-3-7743-0615-8, S. 74–87.
- Hiltrud Kier: Die Romanischen Kirchen in Köln: Führer zu Geschichte und Ausstattung. 2. Aufl. Bachem, Köln 2014, ISBN 978-3-7616-2842-3, S. 86–101.
- Hiltrud Kier, Ulrich Krings: Die romanischen Kirchen in Köln. Vista Point, Köln 1985, S. 20–24, 88 ff.
- Ulrich Krings, Otmar Schwab: Köln: Die Romanischen Kirchen. Zerstörung und Wiederherstellung (= Stadtspuren – Denkmäler in Köln. Band 2). Bachem, Köln 2007, ISBN 978-3-7616-1964-3.
- Marion Niemeyer-Tewes: Neue Forschungsergebnisse zum spätstaufischen Dekagon von St. Gereon Köln. In: Wallraf-Richartz-Jahrbuch 60 (1999), S. 7–23.
- Marion Niemeyer-Tewes: Das Dekagon von St. Gereon in Köln (= Veröffentlichungen der Abteilung Architekturgeschichte. Band 72). Köln 2000.
- Abschnitt C.1., Zur kunsthistorischen Stellung des Dekagons.
- Wilhelm Nyssen: Verborgenes Licht (= Themen Kölnischer Romanik). Köln 1985.
- Christian Raabe, Heinz Günter Horn (Hrsg.): Leo Hugot: Der Mensch. Seine Zeit. Sein Nachlass. Beiträge des Kolloquiums am 9. November 2012 anlässlich des 30. Todesjahres. Aachen/Berlin 2014, ISBN 978-3-943164-10-7, S. 104–113.
- Hugo Rahtgens: Katholische Pfarrkirche zu St. Gereon (ehem. Stiftskirche). In: Paul Clemen (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Stadt Köln. Die kirchlichen Denkmäler der Stadt Köln. Abt. 3: St. Gereon – St. Johann Baptist – Die Marienkirchen – Gross St. Martin (= Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 7.1). L. Schwann, Düsseldorf 1911, S. 1–102 (Nachdruck D'dorf 1980, Digitalisat).
- Jürgen J. Rasch: Die Kuppel in der römischen Architektur. Entwicklung, Formgebung, Konstruktion. In: Architectura 15 (1985), S. 117–139 (126).
- Werner Schäfke: Kölns romanische Kirchen. Architektur, Ausstattung, Geschichte. Köln 1984, ISBN 3-7701-1360-8.
- Werner Schäfke: St. Gereon in Köln (= Rheinische Kunststätten. Band 300). Köln 1984, ISBN 3-88094-486-5.
- Otmar Schwab: St. Gereon zu Köln. Untersuchungen zum spätantiken Gründungsbau. In: Kölner Jahrbücher 35 (2002), S. 7–206 (zugleich: Dissertation, Aachen, 2001).
- Saskia Steil: Köln St. Gereon (= Peda-Kunstführer. Band 997). Kunstverlag Peda Gregor, Passau 2018, ISBN 978-3-89643-488-3.
- Ute Verstegen: St. Gereon in Köln in römischer und frühmittelalterlicher Zeit. Köln 2003 (zugleich: Dissertation, Köln 1998).
- Ute Verstegen: Die mittelalterlichen Mosaiken in der Krypta von St. Gereon in Köln. In: Kölner Jahrbuch 32 (1999), S. 433–476.
- Ute Verstegen: St. Gereon in Köln in römischer und frühmittelalterlicher Zeit (= Kölner Forschungen. Band 9). Mainz 2006.
- Ute Verstegen: Ausgrabungen und Bauforschungen in St. Gereon zu Köln. 1. Text, 2. Kataloge und Tafeln (= Kölner Forschungen. Band 9). Von Zabern, Mainz 2006.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Pfarrgemeinde St. Gereon Köln
- Die Blutsäule von St. Gereon ( vom 11. Mai 2012 im Internet Archive)
- Digitalisierte Archivbestände zu St. Gereon im digitalen Historischen Archiv Köln
- Romanische Kirchen in Köln: St. Gereon. In: Webpräsenz Förderverein Romanische Kirchen Köln. Abgerufen am 5. Juli 2019.
- 12 Romanische Kirchen | Apps für iOS und Android
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Gegen ältere Deutungsversuche, die den Einbau einer Empore annahmen, Gereon Becht-Jördens (s. Literatur), der Hinweise auf ein Deckenmosaik erkennt.
- ↑ Schäfke, Kölns romanische Kirchen, 1984, S. 100 f.
- ↑ Werner Schäfke: St. Gereon in Köln (= Rheinische Kunststätten. Heft 300). Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Köln 1984, S. 6.
- ↑ Jürgen J. Rasch: Die Kuppel in der römischen Architektur. Entwicklung, Formgebung, Konstruktion. In: Architectura. Bd. 15 (1985), S. 117–139 (126).
- ↑ Ute Verstegen: St. Gereon in Köln in römischer und frühmittelalterlicher Zeit. Köln 2003, S. 90ff. 415f.
- ↑ Michael Stettler: St. Gereon in Köln und der sogenannte Tempel der Minerva Medica in Rom. In: Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums. Bd. 4. Mainz 1957, S. 123ff.
- ↑ Hans Georg Wehrens: Rom – Die christlichen Sakralbauten vom 4. bis zum 9. Jahrhundert – Ein Vademecum. Herder, Freiburg 2016, S. 313, 77, 74, 90, 30, 305, 265.
- ↑ Hugo Brandenburg: Die frühchristlichen Kirchen in Rom vom 4. bis zum 7. Jahrhundert. Schnell & Steiner, Regensburg 2013, S. 56.
- ↑ a b c d e f g h i j k l Saskia Steil: Köln St. Gereon. Passau 2018, S. 2ff.
- ↑ Lexikon für Theologie und Kirche (LThK). Herder, Freiburg 2006, Bd. 4, Sp. 507f.
- ↑ Christoph Winterer: Das Evangeliar der Äbtissin Hitda. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2010, ISBN 978-3-534-23545-2, S. 16.
- ↑ Peter Bloch et al.: Das Sakramentar von St. Gereon. Piper, München 1963, S. 38.
- ↑ Günther Binding: Der Kreuzgang mit den Stiftsgebäuden von St. Gereon in Köln. In: Colonia Romanica. Jahrbuch des Fördervereins Romanischer Kirchen Köln e. V. 4 (1989), S. 54–57, hier S. 56.
- ↑ Aloysius Jakob Zorn: Der Architekt August Carl Lange (1834–1884). Dissertation. RWTH Aachen, 1980, Band 1, S. 379 ff.
- ↑ Ernst Friedrich Gelpke: Kirchengeschichte der Schweiz unter der Römer-, Burgunder- und Allemannenherrschaft. J. Dalp, Bern 1856, S. 53.
- ↑ Passio Acaunensium martyrum. In: Monumenta Germaniae Historica Scriptores rerum Merovingicarum, Passiones I. S. 20–41, abgerufen am 24. Oktober 2023.
- ↑ Alexander Speidel: Die Thebäische Legion und das spätrömische Heer. Vortrag zum Kolloquium: Mauritius (St-Maurice) und die Thebäische Legion (Fribourg, 17.-20. September 2003). Hrsg.: Mavors-Institut für antike Militärgeschichte. S. 2 f. (mavors.org [PDF; abgerufen am 10. März 2026]).
- ↑ Schäfke, Kölns romanische Kirchen, 1984, S. 104 ff.
- ↑ Schäfke, Kölns romanische Kirchen, 1984, S. 100.
- ↑ Steil 2018, S. 52.
- ↑ Dazu siehe Dissertation.
- ↑ Georg Dehio: Der Spätromanismus in Westdeutschland und die gotische Rezeption der ersten Stufe, in: Geschichte der deutschen Kunst. 3. Aufl., 1923, S. 223 ff., hier: S. 229.
- ↑ Foto mit den Gewölben beider westliche Joche der Südempore
- ↑ a b Richard W. Gassen: St. Gereon. In: Mittelalterliche Kirchen in Köln. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2010, ISBN 978-3-86568-539-1, S. 82; Grablegung Christi auf Romanische-Kirchen-Köln.de.
- ↑ Wilhelm Nyssen: Verborgenes Licht. Köln 1985, S. 129 ff.
- ↑ Richard W. Gassen: St. Gereon. In: Mittelalterliche Kirchen in Köln. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2010, ISBN 978-3-86568-539-1, S. 86.
- ↑ Anna Skriver: Ungewöhnlich und facettenreich. Die Taufkapelle von St. Gereon als gestalterisches Gesamtkonzept aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. In: Förderverein Romanische Kirchen Köln (Hrsg.): Colonia Romanica: Jahrbuch des Fördervereins Romanische Kirchen. Band XXXIV. Bachem, Köln 2020, ISBN 978-3-7510-1219-5, S. 76–77.
- ↑ Richard W. Gassen: St. Gereon. In: Mittelalterliche Kirchen in Köln. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2010, ISBN 978-3-86568-539-1, S. 86, 87.
- ↑ Saskia Steil: Köln St. Gereon. Kunstverlag Peda Gregor, Passau 2018, ISBN 978-3-89643-488-3, S. 20–31.
- ↑ Werner Schäfke: St. Gereon in Köln. Köln 1984, S. 30.
- ↑ Notiz der Kölnischen Blätter vom 19. Juni 1869, zitiert unter „Vermischtes“ in: Deutsche Bauzeitung (Wochenblatt). 3. Jahrgang, Nr. 28. Berlin, 8. Juli 1869, S. 338 (PDF über KOBV, abgerufen am 7. März 2026; Zitate hieraus). Hier wird von 14 Szenen gesprochen, sieben mit David.
- ↑ Tony Avenarius, in: Julius Meyer (Hrsg.): Allgemeines Künstler-Lexikon, Band 2. Engelmann, Leipzig 1872, S. 468 (online, abgerufen am 7. März 2026). Diese restaurative Arbeit erwähnt dagegen garnicht Avenarius, Tony. In: Ulrich Thieme, Felix Becker (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 2: Antonio da Monza–Bassan. Wilhelm Engelmann, Leipzig 1908, S. 274 (Textarchiv – Internet Archive).
- ↑ Notiz der Kölnischen Blätter vom 19. Juni 1869, zitiert unter „Vermischtes“ in: Deutsche Bauzeitung (Wochenblatt). 3. Jahrgang, Nr. 28. Berlin, 8. Juli 1869, S. 338 (PDF über KOBV, abgerufen am 7. März 2026; Zitate hieraus). Die Deckenfresken werden mit denen von Schwarzrheindorf und Brauweiler verglichen.
- ↑ a b Saskia Steil: Köln St. Gereon. Kunstverlag Peda Gregor, Passau 2018, ISBN 978-3-89643-488-3, S. 40–50.
- ↑ Daniel Parello: Die Fenster von Alfred Manessier in der Krypta von St. Gereon. Hrsg.: Förderverein Romanische Kirchen Köln e. V. J.P. Bachem, Köln 2020, ISBN 978-3-7510-1219-5, S. 168–170.
- ↑ Franz Kiechle: Das Kruzifix aus Alabaster von Jeremias Geisselbrunn in St. Gereon. Hrsg.: Förderverein Romanische Kirchen Köln e. V. J.P. Bachem, Köln 2020, ISBN 978-3-7510-1219-5, S. 135–149.
- ↑ Gottfried Stracke: Die gotische Sakristei und der Schatz von St. Gereon heute. Hrsg.: Förderverein Romanische Kirchen Köln e. V. 1. Auflage. J.P. Bachem, Köln 2020, ISBN 978-3-7510-1219-5, S. 111–112.
- ↑ Schäfke, Kölns romanische Kirchen, 1984, S. 154.
- ↑ Saskia Steil: Köln St. Gereon. Kunstverlag Peda Gregor e.K., Passau 2018, ISBN 978-3-89643-488-3, S. 51.
- ↑ Organindex.de. Abgerufen am 11. Oktober 2023.
Koordinaten: 50° 56′ 35,8″ N, 6° 56′ 45″ O
- Altstadt-Nord
- Bauwerk der Romanik in Köln
- Basilica minor
- Kollegiatstift
- Kollegiatstiftskirche in Deutschland
- Pfarrkirche des Erzbistums Köln
- Disposition einer Orgel
- Krypta
- Gereonskirche
- Erbaut im 13. Jahrhundert
- Ovalkirche
- Kirchengebäude in Köln
- Baudenkmal in Köln
- Zentralbau in Deutschland
- Kuppelkirche
- Innenraum der Romanik
- Erbaut im 4. Jahrhundert
- Erbaut in den 340er Jahren
- Kirchengebäude in Europa