St. Helena (Insel)

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St. Helena
NASA-Aufnahme von St. Helena
NASA-Aufnahme von St. Helena
Gewässer Südatlantik
Geographische Lage 15° 57′ S, 5° 42′ WKoordinaten: 15° 57′ S, 5° 42′ W
St. Helena (Atlantischer Ozean)
St. Helena
Länge 15 km
Breite 11 km
Fläche 123,28 km²
Höchste Erhebung Diana’s Peak
823 m
Einwohner 4534 (2016)
37 Einw./km²
Hauptort Jamestown
Topographische Karte von St. Helena
Topographische Karte von St. Helena
Flagge Wappenschild
Flagge St. Helenas
Wappenschild St. Helenas
Blick auf die Bucht und den Hafen von Jamestown im Jahr 1985

St. Helena (englisch auch Saint Helena oder St Helena, Aussprache (BE): [ˌsɪntəˈliːna][1]) ist eine Insel vulkanischen Ursprungs im Südatlantik. Sie bildet mit der Insel Ascension und der Inselgruppe Tristan da Cunha das britische Überseegebiet St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha.

St. Helena steht auf der Vorschlagsliste zum Welterbe der UNESCO.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Helena ist 1859 km von Afrika (Angola) und 3286 km von Südamerika (Recife, Brasilien) entfernt. Sie ist die einzige Insel im bis zu 6000 m tiefen Angolabecken, während die administrativ zugehörigen Inseln Ascension und Tristan da Cunha auf dem Mittelatlantischen Rücken liegen. Die Entfernung von Jamestown nach Georgetown auf Ascension beträgt 1297 km, von Jamestown nach Edinburgh of the Seven Seas auf Tristan da Cunha 2442 km.

Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den Orten, die namentlich den Distrikten entsprechen, gibt es noch zahlreiche weitere Orte wie White Gate, New Ground (Distrikt St. Paul’s) und The Briar’s (im Distrikt Alarm Forest).

Der größte Ort ist nicht die Hauptstadt Jamestown mit 880 Einwohnern (Stand 2012), sondern deren Vorort Half Tree Hollow mit 901 Einwohnern (Stand 2008). Zusammen vereinigt diese „Hauptstadtregion“ 38 Prozent der Inselbevölkerung auf sich.

Nebeninseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entlang der Küste liegen zahlreiche kleine und kleinste Nebeninseln und Felsen, darunter Castle Rock, Speery Island, The Needle, Lower Black Rock, Upper Black Rock (Süden), Bird Island (Südwesten), Black Rock, Thompson’s Valley Island, Peaked Island, Egg Island, Lady’s Chair, Lighter Rock (Westen), Long Ledge (Nordwesten), Shore Island, George Island, Rough Rock Island, Flat Rock (Osten), The Buoys, Sandy Bay Island, The Chimney, White Bird Island und Frightus Rock (Südosten), alle innerhalb einer Distanz von einem Kilometer von der Küste.

Landschaft und Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die höchste Erhebung der 123,28 km²[2] großen Insel ist der 823 m hohe Diana’s Peak; jedoch gibt es weitere Gipfel mit über 500 m Höhe. Es herrscht mildes ozeanisches Klima. Weite Teile der Insel waren ursprünglich mit Baumfarnen bedeckt, und wegen der isolierten Lage der Insel sind viele Pflanzen- und Insektenarten endemisch. Die Flora von St. Helena allein enthält 36 endemische Arten[3], sie wurde als „nur einen Schritt entfernt von einer Satelliten-Kolonie im Weltraum“ beschrieben.[4]

Die Zerstörung der natürlichen Vegetation erfolgte in mehreren Phasen:

Heute ist die Insel vorwiegend mit Gras und Büschen bedeckt. Es wird versucht, die geringen Reste der einheimischen Vegetation in den höheren Lagen der Insel zu schützen. 1996 wurde das Gebiet von Diana’s Peak zum Nationalpark erklärt. Einige der einheimischen Pflanzenarten sind ausgestorben, so etwa Acalypha rubrinervis, ein kleiner Baum, der im Zentralteil der Insel um Diana’s Peak vorkam.

Klimatabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Helena
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
48
 
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16
 
 
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13
 
 
33
 
18
13
 
 
25
 
19
14
 
 
31
 
20
15
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für St. Helena
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 21,4 22,3 22,4 21,7 20,6 19,0 17,9 17,4 17,6 17,7 18,5 19,8 Ø 19,7
Min. Temperatur (°C) 16,3 17,3 17,5 17,0 15,9 14,5 13,4 13,0 13,1 13,2 13,9 15,0 Ø 15
Niederschlag (mm) 48 62 83 59 56 75 75 63 47 33 25 31 Σ 657
Sonnenstunden (h/d) 4,9 6,3 5,7 5,0 5,2 4,1 3,5 3,0 1,9 2,2 2,4 3,9 Ø 4
Regentage (d) 9 8 9 14 5 12 13 9 9 7 4 6 Σ 105
Luftfeuchtigkeit (%) 85 86 85 84 82 82 82 83 83 84 84 84 Ø 83,7
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
21,4
16,3
22,3
17,3
22,4
17,5
21,7
17,0
20,6
15,9
19,0
14,5
17,9
13,4
17,4
13,0
17,6
13,1
17,7
13,2
18,5
13,9
19,8
15,0
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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s
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83
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75
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25
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Helena war aufgrund ihrer Abgeschiedenheit und ihrer Steilküsten bis ins 16. Jahrhundert unbewohnt. Am 21. Mai 1502 landete der Portugiese João da Nova auf der Insel und benannte sie nach Helena, der Mutter Kaiser Konstantins, da der Tag ihrer Entdeckung ihr Namenstag war. Die Portugiesen importierten Früchte und bauten einige Häuser und eine Kapelle. Als sie weitersegelten, ließen sie ihre Kranken auf der Insel zurück, gründeten aber keine dauerhafte Siedlung. Die Portugiesen hielten die Existenz der Insel geheim, um ihre strategische Bedeutung zu sichern. Der erste längerfristige Bewohner der Insel war Fernão Lopes, der vom Gouverneur von Goa verbannt worden war, aber nicht nach Portugal zurückkehren wollte. Lopes starb 1530 auf St. Helena.

Longwood House, Napoleons Aufenthaltsort während der Verbannung; heute Residenz des französischen Konsuls und Museum

Die ersten Engländer auf der Insel waren Thomas Cavendish und James Lancaster. Um 1600 gaben die Portugiesen St. Helena auf. Sofort danach wurde es von den Holländern besetzt – offenbar war die Insel kein Geheimnis mehr. Die holländische Besetzung dauerte bis 1651. 1659 nahm die Britische Ostindien-Kompanie die Insel in Besitz und errichtete das Fort (Jamestown) sowie eine Garnison. 1673 besetzten die Holländer St. Helena erneut, wurden jedoch bald von den Engländern vertrieben. Die Kompanie, der die Insel offiziell gehörte, baute große Farmen auf, auf denen viele Schwarze und Chinesen arbeiteten. Der Reichtum St. Helenas vergrößerte sich, denn wegen der sicheren Lage wurden große Mengen Goldes aufbewahrt und reiche Kaufleute residierten auf der Insel. Unter den Gouverneuren gab es auch Hugenotten, wie Stéphane Poirier, der vergeblich versuchte, Wein anzubauen. Der berühmte Astronom Edmond Halley besuchte die Insel in dieser Zeit. Nach ihm wurde Halley's Mount benannt.

Verbannungsort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Napoleon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1815 wählte die britische Regierung St. Helena als Verbannungsort Napoleons, der im Oktober 1815 dorthin deportiert wurde und bis zu seinem Tod am 5. Mai 1821 in Longwood House residierte. Während Napoleons Verbannung wurde die Insel vollständig von Großbritannien verwaltet, und auch der Gouverneur Hudson Lowe wurde von der Krone ernannt. Danach wurde St. Helena an die Britische Ostindien-Kompanie zurückgegeben. Am 22. April 1834 ging St. Helena in den Besitz der britischen Krone über.

1858 wurde der Verbannungswohnsitz Napoleons auf Veranlassung seines damals regierenden Neffen Napoleon III. vom französischen Staat für 7100 Pfund erworben. Seitdem residiert ein französischer Konsul in Longwood House.[5]

Zuluherrscher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Bedeutung war St. Helena zeitweise auch für das südafrikanische Volk der Zulu. Zwei Zulukönige wohnten vorübergehend auf der Insel: Dinuzulu ka Cetshwayo von 1887 bis 1896 (Zwangsaufenthalt) und Goodwill Zwelethini kaBhekuzulu 1968 bis 1971.

Burenmilitärs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1900 bis 1902 war der Buren-General Piet Cronjé mit tausend seiner Soldaten auf der Insel interniert.

Sultan von Sansibar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch den 1896 abgesetzten ehemaligen Herrscher des Sultanats Sansibar Chalid ibn Barghasch hielten die Briten bis 1925 dort gefangen.

Bevölkerung und Distrikte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Distrikte von St. Helena
Reisepass der Einwohner von St. Helena

St. Helena hat de jure 4534 Einwohner (Stand 2016), wovon 4122 die Staatsbürgerschaft St. Helenas haben.[6] Die Einwohner sind überwiegend europäischer Abkunft, eine Minderheit hat chinesische Vorfahren (Wanderarbeiter, die um 1810 kamen), weitere Minderheiten sind Abkömmlinge von Farmsklaven, überwiegend aus Madagaskar und Asien, wenige sind afrikanischer Abkunft (Einwanderer seit 1840).[7][8]

Die Insel (d.h. das Verwaltungsgebiet St. Helena einschließlich der kleinen küstennahen Inseln und Felsen) gliedert sich in acht Distrikte, die jedoch keine Rechte als eigenständige Verwaltungseinheiten haben. Vor allem dienen die Distrikte als statistische Einheiten und bis 2013 auch als Wahlbezirke (englisch electoral areas). Die vier einwohnerstärksten Wahlbezirke entsenden jeweils zwei Vertreter in den Inselrat (englisch island council), die übrigen vier jeweils einen.

St.-Pauls-Kathedrale im Distrikt St. Paul’s

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seeverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Helena ist derzeit noch (2016) nur per Schiff erreichbar. Neben einigen Kreuzfahrtschiffen, die an der Insel anlegen, gibt es eine regelmäßige Verbindung von Kapstadt per Postschiff, das St. Helena 17 Mal im Jahr anläuft (Fahrzeit 5 Tage). Schiffe der St. Helena Line Limited verkehren nach dem Vereinigten Königreich, den Kanarischen Inseln, Ascension und Südafrika.

Flughafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Flughafen St. Helena

St. Helena hat 2016 erstmals einen Flughafen erhalten. Dieser soll die RMS St. Helena als einzige Verbindung zur Außenwelt ersetzen. Starke Scherwinde machen ein gefahrloses Anfliegen des Flughafens durch größere Flugzeuge aber bislang nicht möglich, sodass die Eröffnung des geplanten Flugbetriebs auf unbestimmte Zeit verschoben werden musste.[9]

Telefon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2015 wurde erstmals ein Mobilfunknetz auf der Insel in Betrieb genommen.[10]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf St. Helena gibt es zwei Hörfunksender sowie zwei Wochenzeitungen (Stand Februar 2016).

Der Radiosender Saint FM, der 2005 gegründet wurde, stellte seinen Betrieb Ende 2012 ein. Nur wenig später gründete sich, auf Wunsch vieler Einwohner, der freie Radiosender Saint FM Community Radio. Dieser ging erstmals am 11. März 2013 auf Sendung.[11]

SAMS Radio 1 ist seit 13. Februar 2013 auf Sendung. Der Sender gehört zum Medienunternehmen South Atlantic Media Services.[12]

Mit dem The St Helena Independent und dem The Sentinel erscheinen jeweils Donnerstags zwei Wochenzeitungen auf der Insel.

Amateurfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein 1967 gegründeter Kurzwellensender hat Anfang 2000 seinen Dienst eingestellt. Seit November 2006 wurde ein neuer Sender für den so genannten RSD (Radio St. Helena Day) eingesetzt, der früher regelmäßig stattfand. Gesendet wurde seitdem einmal gegen Ende des Jahres mit einem 1-kW-Sender, der vom deutschen Funkamateur und Kurzwellenhörer Robert Kipp (DJØPU) beschafft und installiert worden war. Der Termin für die Sendung im Jahr 2009 war der 14. November. Der KW-Sender wurde für die Zeit von 20–1 Uhr UTC aktiviert. Die Sendungen wurden auf der Frequenz 11092,5 kHz in USB ausgestrahlt. Korrekte Empfangsberichte an den Leiter der Station Gary Walters wurden stets mit QSL-Karte bestätigt, wenn Rückporto (5 €-Schein) beilag.[13] Die für den 9. Oktober 2010 angekündigte Sendung wurde wenige Wochen vorher mit der Begründung, dass technische Probleme mit der Antennenanlage bestünden, abgesagt.

Das Präfix von St. Helena für den Amateurfunk ist „ZD7“.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finanziell ist die Insel vor allem auch auf die Unterstützung Großbritanniens angewiesen. Hauptindustriezweig ist der Fischfang und die Fischverarbeitung.[14] Der Tourismus soll, mit Eröffnung des Flughafens, einer der wichtigsten Wirtschaftszweige werden. Als weitere Wachstumssektoren werden das Baugewerbe, Landwirtschaft, Handel, Immobilien und der Dienstleistungssektor genannt.[15]

Zu den bekanntesten Exportprodukten der Insel zählt Kaffee, der zu den teuersten der Welt gehört.[16]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Helena – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oxford Advanced Learner’s Dictionary, Online-Version: Definition and pronunciation of St Helena. Abgerufen am 10. Oktober 2011.
  2. The 2008 Population Census of St Helena. (PDF) Statistics Office, November 2009, S. 11. Abgerufen am 20. Januar 2016.
  3. bgci.org
  4. E. O. Wilson: bgci.org
  5. Stefan Ulrich: Ich bin dann mal weg. Vor 25 Jahren wurde Michel Dancoisne-Martineau Konsul auf Napoleons Verbannungsinsel Sankt Helena. In: Süddeutsche Zeitung. 12. September 2011.
  6. Census 2016. St. Helena Government, 6. Juni 2016.
  7. vgl. The CIA Factbook [1]
  8. The people. In: St Helena Tourism. Abgerufen am 25. Juni 2016.
  9. Marco Evers: Klecks im Nichts. In: Der Spiegel 25 (2016) vom 18. Juni 2016, S. 110.
  10. Mobile. Sure. Abgerufen am 5. Oktober 2015.
  11. About Saint FM. Saint FM. Abgerufen am 10. Februar 2016
  12. SAMS Radio 1. South Atlantic Media Services. Abgerufen am 10. Februar 2016
  13. The Radio St Helena Project. Dokumentation des Projekts aus dem Jahr 2009. Abgerufen am 12. März 2012.
  14. Saint Helena, Ascension and Tristan da Cunha: Economy. In: CIA World Factbook 2016. Abgerufen am 10. Februar 2016.
  15. Growth Industries. Enterprise St Helena. Abgerufen am 10. Februar 2016.
  16. Coffee. Saint Helena Island Info. Abgerufen am 10. Februar 2016.