St. Johannes (Göggingen)

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Blick auf St. Johannes von der Wellenburger Straße
Steinmeyer-Orgel
Altarraum mit reichgeschnitzter Kanzel

Die Kirche St. Johannes befindet sich im Augsburger Stadtteil Göggingen und ist die Anstaltskirche der Hessing-Klinik. Der denkmalgeschützte Bau liegt an der Wellenburger Straße und wurde 1906 eingeweiht.

Geschichte und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche wurde zwischen 1890 und 1893 erbaut. Als Architekt zeichnete Friedrich Hessings Hofbaumeister Jean Keller verantwortlich. Hessing nahm Einfluss auf den Bau. Seine Idee von ganzheitlicher Medizin berücksichtigte auch Religion und Seelsorge.

Der sakrale Bau ist ein gelungenes Zusammenspiel von neubarocker Hülle, neugotischer Innengestalt und im Jugendstil geschmückter Wände und Fenster. Für letztere sorgte übrigens der Gögginger Bürgermeister Leo Eichleitner, der sich neben seinem kommunalen Amt auch als Glasmeister und Glasmaler sehr erfolgreich betätigte.[1] Die Anstaltskirche ist geprägt von wertvollen Schnitzereien.

Der Altar wurde ebenfalls von Jean Keller entworfen. Er zeigt in eindrücklicher Weise den gekreuzigten Jesus. Am Fuß des Kreuzes stehen Maria und der Jünger, den Jesus liebte. Die Kreuzesgruppe wird rechts und links von den Apostelfürsten Petrus und Paulus eingerahmt. Darüber segnet der den Heiligen Geist sendende Gottvater, die Heil und Trost suchenden Menschen. Neben dem Altar ist die Steinmeyer-Orgel von 1896, die nur mit Druckluft betrieben wird, ein weiteres Schmuckstück der Simultankirche. Hessing selbst, der u. a. auch Orgelbauer war, legte die Disposition fest. Eine weitere Besonderheit ist das neben dem Kanzelaufgang angebrachte Holzrelief der Heiligen Barbara. Das Schnitzwerk stammt aus dem 16. Jahrhundert und wird der Riemenschneider-Schule zugeordnet.

Als Simultankirche dient das Gotteshaus beiden großen christlichen Religionen. Für die katholische Kirche findet man die typischen Attribute wie Tabernakel, Beichtstuhl und Weihwasserkessel. Der Schmuck von Altar und Kanzel mit den biblischen Gestalten oder allegorischen Figuren, als auch die Liedtafel, verweisen auf evangelische Erkennungszeichen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gögginger Geschichtsverein (Hrsg.): 1906–2006. 100 Jahre St. Johannes. Göggingen 2006

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Johannes (Göggingen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gögginger Geschichtsverein 2006, S. 13 f

Koordinaten: 48° 20′ 19,3″ N, 10° 51′ 58″ O