St. Johnsbury

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St. Johnsbury
Polizei und Feuerwehr von St. Johnsbury
Polizei und Feuerwehr von St. Johnsbury
Lage in Vermont
St. Johnsbury (Vermont)
St. Johnsbury
St. Johnsbury
Basisdaten
Gründung: 1. November 1786
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: Vermont
County: Caledonia County
Koordinaten: 44° 28′ N, 72° 0′ WKoordinaten: 44° 28′ N, 72° 0′ W
Zeitzone: Eastern (UTC−5/−4)
Einwohner: 7.603 (Stand: 2010)
Bevölkerungsdichte: 80,6 Einwohner je km2
Fläche: 95,2 km2 (ca. 37 mi2)
davon 94,3 km2 (ca. 36 mi2) Land
Höhe: 187 m
Postleitzahlen: 05819, 05838, 05863
Vorwahl: +1 802
FIPS: 50-62200
GNIS-ID: 1462199
Website: http://stjvt.com/Vorlage:Infobox Ort in den Vereinigten Staaten/Wartung/FormatierteWebsite
Bürgermeister: John Hall (Town Manager)

St. Johnsbury[1] ist eine Town im Caledonia County des Bundesstaates Vermont in den Vereinigten Staaten mit 7603 Einwohnern (laut Volkszählung des Jahres 2010).[2] Als Verwaltungssitz des Countys (County Seat) ist es sowohl politisches als auch wirtschaftliches Zentrum seiner Region.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Johnsbury liegt im Osten des Caledonia Countys, im östlichen Bereich der Green Mountains, nahe der Grenze zum Bundesstaat New Hampshire. Im Zentrum von St. Johnsbury mündet der Moose River in den Passumpsic River. Viele weitere Zuflüsse des Passumpsic River durchfließen die Town. Es gibt keine Seen nennenswerter Größe auf dem Gebiet der Town. Die Oberfläche der Town ist hügelig, die höchste Erhebung ist der 439 m hohe Mount Pisgah.[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mittlere Durchschnittstemperatur in St. Johnsbury liegt zwischen -9,44°C (15° Fahrenheit) im Januar und 20,0°C (68° Fahrenheit) im Juli. Damit ist der Ort gegenüber dem langjährigen Mittel der USA um etwa 9 Grad kühler. Die Schneefälle zwischen Mitte Oktober und Mitte Mai liegen mit mehr als zwei Metern etwa doppelt so hoch wie die mittlere Schneehöhe in den USA. Die tägliche Sonnenscheindauer liegt am unteren Rand des Wertespektrums der USA, zwischen September und Mitte Dezember sogar deutlich darunter.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Superior Court

Die Gegend des heutigen St. Johnsbury wurde bereits 1760 unter dem Namen „Bessborough“ als Teil des angrenzenden Bundesstaates New Hampshire zur Besiedlung ausgerufen, was aber zu keinen nennenswerten Erfolgen führte. Erst 1786 wurde es unter dem Namen „Dunmore“ erneut zur Urbarmachung ausgeschrieben, diesmal von Vermont aus, und ab dem folgenden Jahr auch besiedelt. Der Verwaltungsaufbau wurde 1790 festgelegt; bei dieser Gelegenheit wurde der Siedlung auch ihr heutiger Name gegeben. Namensgeber war Jean de Créveœur, ein Freund Benjamin Franklins und Unterstützer des revolutionären Amerika. Zu diesem Zeitpunkt lebten im Bereich von St. Johnsbury 143 Personen.

1856 wurde St. Johnsbury anstelle von Danville zum Verwaltungszentrum (County Seat) ernannt. Damals entwickelte sich die Stadt gerade zu einem industriellen Zentrum der Gegend; zusätzlich wurde es zum Eisenbahnknotenpunkt.

Die öffentliche Bücherei, eine Stiftung von Horace Fairbanks, eines Unternehmers der Stadt und zeitweise Gouverneur Vermonts, wurde 1873 mit einer eigenen Kunsthalle erweitert. Unter der Namen „Athenaeum“ ist diese Einrichtung auch heute noch in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Ebenso ist das „Fairbanks Museum and Planetarium“ in seiner viktorianischen Architektur erhalten und gibt bis heute Zeugnis vom Selbstverständnis der Stadt als kulturelles und technologisches Zentrum Neuenglands in dieser Zeitspanne.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

North Congregational Church

In St. Johnsbury ist eine vielfältige Kirchenlandschaft angesiedelt, die das tägliche Leben sehr stark bestimmt. Neben drei Gemeinden der United Church of Christ sind jeweils eine Gemeinde der Methodisten, der Episkopalen und der Assemblies of God vertreten. Ebenfalls ortsansässig sind eine römisch-katholische und eine mosaische Gemeinde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Volkszählungsergebnisse[5] - Town of St. Johnsbury
Jahr 1700 1710 1720 1730 1740 1750 1760 1770 1780 1790
Einwohner 143
Jahr 1800 1810 1820 1830 1840 1850 1860 1870 1880 1890
Einwohner 663 1334 1404 1592 1887 2758 3469 4665 5800 6567
Jahr 1900 1910 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1980 1990
Einwohner 7010 8098 8708 9696 9095 9292 8869 8409 7938 7608
Jahr 2000 2010 2020 2030 2040 2050 2060 2070 2080 2090
Einwohner 7571 7603

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fairbanks Museum

Das Fairbanks Museum and Planetarium wurde 1891 von Franklin Fairbanks gegründet. Das Museum und seine Gebäude sind im National Register of Historic Places gelistet. In ihm befindet sich auch eine Meteorologische Abteilung. Sie heißt Eye on the Sky. Meteorologen verfassen hier Wettervorhersagen für Vermont. Übertragen werden die Vorhersagen über örtliche Radiostationen und für drei lokale Zeitungen, den Caledonian Record, den Times Argus und den Rutland Herald.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Interstate 91 verläuft in nordsüdlicher Richtung durch St. Johnsbury. Von ihr zweigt in östlicher Richtung südlich der Grenze zur Town die Interstate 93 ab. Im Zentrum von St. Johnsbury kreuzen sich dem in nordsüdlicher Richtung verlaufenden U.S. Highway 5 und den in westöstlicher Richtung verlaufenden U.S. Highway 2. An das Eisenbahnnetz ist St. Johnsbury durch die Bahnstrecke White River Junction–Lennoxville und die Bahnstrecke Lunenburg–Maquam angeschlossen.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Northeastern Vermont Regional Hospital in St. Johnsbury ist das regionale Krankenhaus für die Einwohner St. Johnsburys und die der benachbarten Towns.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Johnsbury Athenæum

St. Johnsbury bildet einen eigenen Schulbezirk.[7] In St. Johnsbury befindet sich die St. Johnsbury School. Sie bietet für 600 Schulkinder Klassen von Pre-Kindergarten bis zum achten Schuljahr.[8] Die St. Johnsbury Academy ist eine private High School mit angeschlossenem Internat. Gegründet wurde sie 1842 von Thaddeus Fairbanks und bietet 220 Schülerinnen und Schülern Klassen vom achten bis zwölften Schuljahr.[9]

Das St. Johnsbury Athenæum ist eine Bibliothek mit einer außergewöhnlichen Architektur, die 1996 zum National Historic Landmark erklärt wurde. Sie war eine Schenkung durch Horace Fairbanks an die Town St. Johnsbury. Er fügte ihr auch seine private Kunstsammlung zu.[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Luther Jewett (1772–1860), Politiker und Verleger zweier Zeitungen in St. Johnsbury
  • Horace Fairbanks (1820–1888), Gouverneur von Vermont, Unternehmer und Stifter der Bibliothek in St. Johnsbury

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zadock Thompson: History of Vermont, natural, civil and statistical, in three parts. Band III. Chauncey Goodrich, Burlington 1842, S. 157 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Abby Maria Hemenway: The Vermont historical Gazetteer, Band 1. Burlington 1867.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Johnsbury, Vermont – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Town of Saint Johnsbury im Geographic Names Information System des United States Geological Survey. Abgerufen am 18. März 2012
  2. Einwohnerdaten aus dem US-Census von 2010 im American Factfinder
  3. Mount Pisgah auf Peakery.com, abgerufen am 12. Juni 2017
  4. St. Johnsbury auf dem Portal City Daty, abgerufen am 10. Juni 2017
  5. Einwohnerzahl 1790–2010 laut Volkszählungsergebnissen
  6. Fairbanks Museum and Planetarium, abgerufen am 12. Juni 2017
  7. St. Johnsbury School District, abgerufen am 12. Juni 2017
  8. St. Johnsbury School, abgerufen am 12. Juni 2017
  9. St. Johnsbury Academy, abgerufen am 12. Juni 2017
  10. Athenaeum, abgerufen am 12. Juni 2017