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St. Josef (Kupferdreh)

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St. Josef Kupferdreh

Die Kirche Sankt Josef war ein römisch-katholisches Kirchengebäude auf einer Erhebung im Essener Stadtteil Kupferdreh. Ursprünglich sollte sie als Notkirche errichtet werden. Am Ende fiel aber die Entscheidung zugunsten eines bleibenden Gebäudes.[1] Die Kirche wurde von 1902 bis 1904 erbaut, 2013 profaniert und 2015[2] abgerissen. Das Kirchengrundstück ist heute im Besitz der Katholischen Kliniken Ruhrhalbinsel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vorgeschichte dieser Kirche ist komplex. Sie beginnt in der ehemaligen Abtei Werden. Der Abt war dort mehr als 900 Jahre lang geistliches Oberhaupt wie auch Landesherr. Hinsbeck und Rodberg gehörten bis 1802 dazu. Bei Dilldorf war die Situation jedoch anders. Aus politischer Sicht gehörte Dilldorf zur Herrschaft Hardenberg. Allerdings fühlten sich die Katholiken damals zur Abtei hingezogen. Die Unterschiede waren den Bewohnern dieser Orte gleichgültig. Sie dienten aber verschiedenen Herren. Zum großen Teil waren sie verwandt. Die Ländereien, die sie bewirtschafteten, waren ebenfalls nicht an politische Grenzen gebunden. In gewisser Weise lebten die Menschen grenzübergreifend. Eine Kirche in ihrer Nähe hatten sie allerdings nicht. Aus diesem Grund mussten die Gläubigen früher zur Werdener Pfarrkirche gehen, um einen Gottesdienst zu besuchen. Damit gaben sich die meisten nicht zufrieden. Deswegen baten die Hinsbecker und Rottberger den Reichsabt Beda Savels von Werden, eine Kapelle bauen zu dürfen.[3] Der Bitte wurde zugestimmt, sodass eine Kapelle im Herbst 1801 fertiggestellt werden konnte. Der erste Gottesdienst fand am 1. November 1801 statt. Die Kapelle stand in Hinsbeck.[4] Nach der Auflösung der Abtei Werden wurden die Leute preußisch, was sich aber nicht lange hielt. Napoleon veränderte Europa und vereinnahmte auch die Region um Essen. Er löste zunächst das Erzbistum Köln auf und gründete stattdessen das Bistum Aachen, das andere Grenzen hatte. Nach Napoleons Tod ändert sich das wieder. 1821 wurde ein Staatskirchenvertrag zwischen der Kurie und Preußen ausgehandelt, das Bistum Aachen wieder aufgelöst und das Erzbistum Köln wieder belebt. Die ehemals Aachener kirchlichen Gebiete wurden jetzt zwischen Köln und Münster auf eine Art und Weise verteilt, die mehr Preußens administrativen Bedürfnissen als den kirchengeschichtlichen Traditionen entsprach. Der Deilbach wurde mit der Zeit Diözesangrenze zwischen Köln und Paderborn. Der Teil von Hinsbeck gehörte von nun an zur Diözese Paderborn und der andere Teil zur Erzdiözese Köln. So entwickelte sich der Deilbach zur kirchlichen Grenze, nicht aber zur politischen, weil Hinsbeck zur Landbürgermeisterei Werden gehörte. Am Ende der 1870er Jahre wurde die Dilldorfer Kirche erbaut. Nach dem Bau der Kirche galt sie aber immer noch als katholische Pfarrkirche zu Kupferdreh.[5]

Die Hinsbecker Katholiken waren mit dieser Lösung nicht einverstanden. Es gab zwar eine Kirche in Dilldorf und der weite Weg nach Werden blieb erspart, doch trotzdem gehörte man zur Kirche in Niederwenigern. Anfangs wehrten sich auch viele Hinsbecker gegen den Vorschlag, dass Kupferdreh mit der katholischen Gemeinde in Dilldorf verbunden werden sollte.[6] Das erzbischöfliche Generalvikariat in Paderborn beschloss 1893, eine Filialkirche Niederwenigerns in Kupferdreh zu bauen. Eine Filialkirche Niederwenigerns wurde es jedoch nicht, da die Kupferdreher Gemeinde letztlich selbstständig wurde.[7]

Der Bau der Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenraum der Kirche St. Josef im Jahr 1999
Rechtes Seitenschiff

1898 stand die Zugehörigkeit der römisch-katholischen Kupferdreher Gemeinde zu Dilldorf oder zur Pfarrgemeinde Niederwenigern zur Diskussion, sie wurde aber schließlich selbstständig. Am 14. Mai 1900 entschloss man sich zur Gründung eines Kirchbauvereins. 1901 wurde der Kirchbau genehmigt. Der Gemeindebaumeister Heinrich Wassermann entwarf die Kirche und das Pfarrhaus unentgeltlich. Im März 1902 fiel die Wahl des Kirchenpatronats auf den heiligen Josef.[8] Am 13. April 1902 folgte die Grundsteinlegung. Im Februar 1903 gab die Gemeinde eine Kanzel in Auftrag, die aller Wahrscheinlichkeit nach beim Umbau 1957 entfernt wurde.[9] Am 6. Mai 1904 konsekrierte der damalige Bischof von Paderborn das neue Kirchengebäude und weihte es dem heiligen Josef. Aus der gleichen Zeit stammte der Hochaltar mit einem etwa 8 Meter hohen neugotischen Aufbau.[10] Die Altarbauwerkstatt Diedrichs & Knoche in Wiedenbrück lieferte ihn.[11] Im Winter 1908 bestellte man ein Taufbecken.[12] An der Südseite der Kirche stand die Sakristei.[13]

Die Jahre 1906 bis 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Altar der Kirche St. Josef

Nach der Fertigstellung erhielt die Kirche nach und nach Kirchenbänke. 1906 waren die Bänke für das Mittelschiff vorhanden. Sie hatten geschnitzte Vorder- und Seitenteile, die auch Jahre später nach der Restaurierung erhalten blieben; lediglich die Sitzteile wurden ausgetauscht. Später folgten einige Kinderbänke und die Bänke für die Seitenschiffe.[14] Der Beichtstuhl aus dem Jahr 1908 fiel wie die Kanzel den Umbauarbeiten in den 1950er-Jahren zum Opfer.[9]

Im Jahr 1912 stiftete der örtliche Lourdesverein eine Nachbildung der Marienstatue der Grotte von Lourdes. Nach der Segnung der Figur in einer Feier mit sakramentaler Lichterprozession, Andacht und Festpredigt stand sie auf der Epistelseite der Kirche. Ihr späterer Verbleib ist unbekannt.[15] Unter der Orgelempore waren seit 1923 Gedenktafeln zur Erinnerung an die im Ersten Weltkrieg verstorbenen Soldaten aus Kupferdreh angebracht. Den Entwurf für eine Ehrentafel hatte das damals in Essen-Steele ansässige Unternehmen Weber und Eberling am 19. Juli 1922 vorgelegt und wegen der steigenden Inflation umgehend umgesetzt.[16]

1930 hat man die Josefskirche der Kirchenprovinz Köln eingegliedert. Dies passierte, weil die politische Gemeinde Kupferdreh der Stadt Essen eingegliedert worden war und Essen zum Erzbistum Köln zählte.[17]

1931 gab es erste Überlegungen, das Gotteshaus zu erweitern, die sich jedoch zu dieser Zeit nicht verwirklichen ließen. So kam es erst 1938 zu einer Umgestaltung. Der Aufsatz auf dem Hochaltar wurde entfernt, weil das Bild des mittleren Chorfensters sichtbar werden sollte. Dabei wurde der Chorraum neu verputzt und der gesamte Innenraum mit einer hellen Farbe überstrichen. Die Windfänge wurden entfernt und neue Türen kamen hinzu. Die Fenster wurden im Zweiten Weltkrieg zum Teil beschädigt. Insgesamt trug die Kirche St. Josef jedoch nur geringe Schäden durch Artilleriebeschüsse oder Bombeneinschläge davon. Schwerwiegende Probleme blieben damit aus. Vor dem Zweiten Weltkrieg war auch die als „derb und kernig“ bezeichnete Kanzel mit den Brustbildern der vier Evangelisten verändert worden. Die Reliefs waren in früheren Zeiten bunt, später wurden sie holzfarben überstrichen und vergoldet.[18]

Im Jahr 1951 begann der Umbau des Chorraums. Die Fenster wurden zugemauert, das größere Mittelfenster wurde in die Rückwand der Kirche eingebaut. In demselben Jahr kam ein neuer Tabernakel hinzu. Paul Fietz hat die Seitenfenster in kleinparzelliger Bleiverglasung neu gestaltet. Ein Kupferdreher Geschäftsmann stiftete ein großes Kreuz. Den Corpus schuf der Osnabrücker Künstler Gerhard Phillipp.[19] 1957 fasste der Kirchenvorstand den Beschluss, die Kirche um- und auszubauen. Bis zum Beginn dieser Maßnahmen gab es noch eine von Victor Böll gebaute Kommunionbank.[12] Die Kirchenbänke wurden zum Teil ersetzt.[20] Eine Pietà bekam im Zuge des Umbaus einen Platz außen im Eingangsbereich.[16] Für den Erweiterungsbau wurde am 16. Januar 1958 ein Richtfest gefeiert.[20]

In den Jahren 1957 und 1958 wurde ein neuer Chor angebaut und 1958 das Hauptportal neu gestaltet.[21] Am 31. Mai 1959 konsekrierte der Essener Weihbischof Julius Angerhausen den neuen Altar. Er bezeichnete ihn als „Quellgrund aller Ströme der Gnade“. Der Altar bestand aus zwei Marmorteilen mit einem Gewicht von 100 Zentnern. Der Wallenfeld-Marmor stammte aus Köstenberg in Oberfranken.[20] Im Altar wurden die Reliquien des heiligen Apostels Matthias und der heiligen Martyrerin Theodora eingelassen. Der Altar wurde bei den Westdeutschen Marmorwerken in Dortmund hergestellt.[22] Im selben Jahr bekam die Kirche ein neues, weites Querschiff. Dieser Anbau war außen mit rotem und innen mit einem hellen, großflächig strukturierten Klinkermauerwerk verkleidet. Die Querhausgiebel waren jeweils in einem Beton-Glas-Wabenraster mit einzelnen Farbakzenten aufgelöst.[23]

Der ehemalige Archäologe Wilhelm Winkelmann gestaltete die Kreuzwegstationen. Die Benediktinerin Lioba Munz schuf ein Triptychon mit einer Darstellung der Beweinung Jesu nach der Abnahme vom Kreuz.[24]

1965 folgte eine Neugestaltung des Innenraums mit einer Holzfaltdecke anstelle des alten Kreuzrippengewölbes. Den Entwurf lieferte der Dortmunder Architekt Moritz Gastreich.[25] Die Rückwand des Chorraumes wurde 1969 saniert und dazu vor der alten Wand auf einem 1,80 Meter tiefen Fundament eine Sandsteinwand hochgezogen. Um den Altarraum den neuen liturgischen Erfordernissen anzupassen, wurden die alten Altarstufen entfernt und der Altar 3 bis 4 Meter vorgezogen. Glasbausteine füllten die Fenster des Neubaus. Die Kosten dieser Bauarbeiten beliefen sich auf 108.000 DM.[26] Die Bemalung der Säulen erfolgte erst später.

Ursprünglich waren die dreieckigen Öffnungen in den 50 cm dicken Stahlbetonwänden mit Spiegel-Rohglas versehen. Die großen Dreiecke hatten jeweils eine Seitenlänge von 80 cm. Dadurch entstand eine Glasfläche von 70 qm auf jeder Giebelseite. Nun wurde jede der großen Öffnungen mit vier dreieckigen Glasbausteinen von je 40 cm Kantenlänge ausgefüllt. Die kleinen Öffnungen erhielten farbige Bausteine, die im Licht rot leuchteten. Auf den Glasbausteinen waren auf der rechten Seite zwei farbige Fensterbilder und auf der linken Seite eins aufgesetzt.[27]

1976 bekam die Kirchengemeinde St. Josef ein Gemeindeheim, am 3. Juli 1976 wurde es eingeweiht.

Einschließlich einer neuen Farbgebung wurde die Kirche 1982 innen vollständig renoviert und 1997 eine neue Heizungsanlage eingebaut.[28]

Am 6. Dezember 2015 wurde das Pfarrheim nach umfangreicher Renovierung neu eingeweiht. Zur gleichen Zeit begann der Abriss der Kirche.

Profanierung und Abriss der Pfarrkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abriss der Pfarrkirche St. Josef

Am 1. April 2008 wurde die Pfarrei St.-Josef-Essen-Ruhrhalbinsel gegründet. Ein Jahr später wurde bekannt, dass die Kirche St. Josef aufgegeben werde.[29][30] In einer Gebetswoche unmittelbar vor der Profanierung konnten die Gläubigen von ihrem Gotteshaus Abschied nehmen. Am 23. November 2013 wurde es durch Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck profaniert (→ Liste profanierter Kirchen im Bistum Essen) und nach der letzten heiligen Messe geschlossen.[31] Im Dezember 2015 folgte der Abriss.[32] Die Herz-Jesu-Kirche in Burgaltendorf wurde neue Hauptkirche der Pfarrei St. Josef.

Der Abriss der Kirche stieß bei vielen Gemeindemitgliedern auf Unverständnis. Vor allem, weil erst 1995 eine Sandtner-Orgel angeschafft worden und nur 18 Jahre Bestandteil der Kirche war. Trotz Widerstand war die Profanierung von St. Josef nicht zu verhindern. Grund für die Schließung der Kirche sei der Sanierungsbedarf gewesen, der laut Gutachten eines Ingenieurbüros aus Dormagen Kosten in Höhe von 900.000 Euro verursacht hätte. Zweifel an dieser Kalkulation ließen Bistum und Kirchenvorstand, dem seit 2009 kein Kupferdreher mehr angehörte, unbeachtet. Mögliche Pläne, das Krankenhaus in unmittelbarer Nähe zu erweitern, könnten die Entscheidung für den Abriss begünstigt haben.[33]

Am 1. Mai 2014 wurden der Altar, das Taufbecken und 18 Bänke aus der entweihten Kirche abtransportiert. Sie waren für die Pfarrei St. Katharina in Polen für eine neugebaute Kirche in Kośmidry vorgesehen.[34] Die Pietà im Eingangsbereich war während des Abrisses der Kirche zerstört worden.

Das Kirchengrundstück wurde am 30. September 2014 an die Katholischen Kliniken Ruhrhalbinsel verkauft.

Pfarrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nachstehenden Pfarrer wirkten an St. Josef bis zur Profanierung der Kirche 2013:[35][25][36][37][38]

von – bis Name
1909–1930 Friedrich Schwermann
1930–1937 Heinrich Häuser
1937–1945 Franz Thelen
1945–1953 Karl-Maria Hilger
1953–1963 Josef Schlutz
1963–1985 Bruno Riepert
1985–1999 Jürgen Goerdt
1999–2006 Hans-Werner Hegh
2006–2011 Elmar Kirchner
2011–2013 Gereon Alter

Orgeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die alte Feith-Orgel mit der alten Orgelbühne

Vorgängerorgeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänglich hatte St. Josef ein Harmonium zur Liedbegleitung.[39] Im Herbst 1920 wurde die 1919 geplante und von Eggert Orgelbau-Anstalt gebaute Orgel fertiggestellt.[40] In den Jahren 1949, 1959 und 1968 musste die Orgel wiederholt repariert bzw. umgebaut werden, weil sie in einem sehr schlechten Zustand war. Die Mängel ließen sich auf Dauer jedoch nicht beheben. 1969 kam es deshalb zum Kauf einer gebrauchten Orgel aus der Gaukirche in Paderborn. Beim Umbau dieses Instruments für seine neue Bestimmung ließen sich noch funktionierende Teile der alten Orgel verwenden. Am 14. Dezember 1969 wurde die neue Orgel geweiht. Sie kostete 45.000,00 DM und hatte 24 Register sowie zwei Manuale. Ungefähr 20 Jahre später war auch diese Orgel unbrauchbar geworden und konnte nicht mehr repariert werden. Schon im Oktober 1987 überprüfte ein Orgelsachverständiger des Bistums Essen die Situation. Ein präzises Spiel wäre laut ihm unmöglich gewesen, da erhebliche Verschleißerscheinungen aufgetreten waren. Eine Generalüberholung der Orgel lohnte sich aus Sicht des Kirchenvorstandes nicht, weil das Ergebnis in keinem vertretbaren Verhältnis zu den voraussehbaren Kosten gestanden hätte.[39] Daraufhin wurde die alte Feith-Orgel im April 1994 abgebaut und nach Lublin in ein neues Gotteshaus überführt. Nach umfangreicher Instandsetzung wurde sie in Lublin am 15. Juni 1997 wieder geweiht.[41] Die Orgelbühne in Kupferdreh musste wie die Orgel entfernt und durch ein neues Podest ersetzt werden, das ein Kupferdreher Unternehmen anfertigte.[42] Nachfolger-Orgel war die am 5. März 1992 gekaufte Sandtnerorgel, [42] die am 19. März 1995 eingeweiht wurde. Bereits 19 Jahre später fand sie einen neuen Platz in der katholischen Pfarrkirche St. Konrad im bayerischen Amberg.[43][44]

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sandtnerorgel von St. Josef erklang im Jahr 1995 das erste Mal und hat bis zum Schluss den gesamten Westteil der Kirche eingenommen.[45] Erbaut wurde sie von der deutschen Orgelbaufirma Sandtner. Das Instrument hat 31 klingende Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spieltrakturen und Registertrakturen sind mechanisch.[46]

Die Orgel von St. Josef
I Hauptwerk C–g3
1. Bourdon 16′
2. Principal 8′
3. Copel 8′
4. Flǔte harmonique 8′
5. Viola da Gamba 8′
6. Octave 4′
7. Blockflöte 4′
8. Nazard 223
9. Superoctave 2′
10. Terz 135
11. Mixtur IV 2′
12. Trompete 8′
Tremulant
II Schwellwerk C–g3
13. Principal 8′
14. Rohrgedeckt 8′
15. Salicional 8′
16. Voix celèste 8′
17. Prestant 4′
18. Flǔte octaviante 4′
19. Cornet de Recit III 223
20. Waldflöte 2′
21. Larigot 113
22. Mixtur III 113
23. Trompette harmonique 8′
24. Hautbois 8′
Tremulant
Pedalwerk C–f1
25. Principal 16′
26. Subbaß 16′
27. Octavbaß 8′
28. Gedecktbaß 8′
29. Octave 4′
30. Posaune 16′
31. Trompete 8′
  • Koppeln: II/I, I/P, II/P
  • Spielhilfen: Organo-Pleno-Schaltung für Principal- und Zungenstimmen von Hauptwerk und Pedal, Einzelabsteller für Zungen und Mixturen

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte der Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glockenstuhl
Die Glocke St. Josef

Die Geschichte der Glocken beginnt kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Schon 1939 waren sie bei der Glockengießerei Gescher für die Erzdiözese Zentral-Chile in Auftrag gegeben und 1940 fertiggestellt worden. Die ersten vier dieser Glocken läuteten aber ab 1943 sechs Jahre lang in Gescher. Die Kirchengemeinde in Gescher benutzte sie, weil sie ihre alten für Kriegsverwendungszwecke abgegeben hatte. Infolge von personellen Engpässen und aus verschiedenen anderen Gründen kam dieses Geläut im Frühjahr 1949 nach Kupferdreh. Es läutete dort bis 1960. Der Bischof von Linares forderte die Glocken am 27. März 1960 für seine Diözese. Deshalb wurden sie am 4. September 1960 vom Glockenstuhl geholt, nach Hamburg gebracht und von dort nach Chile verschifft.[47]

Ab 1961 war die St.-Josef-Kirche mit insgesamt sieben Glocken ausgestattet. Sechs davon hingen im Glockenstuhl außerhalb der Kirche, die siebte hing im Dachreiter. Mit Ausnahme der Dachreiterglocke wurden alle Glocken am 7. Juli 1961 in Gescher gegossen. Einen Monat später, am 13. August 1961, kamen sie in den Glockenstuhl und kurz darauf fingen sie an, ihren Dienst zu tun.[48] Jede Glocke hatte einen Namen. Die größte und schwerste hieß St. Josef. 2014 wurden die Glocken im münsterländischen Gescher für einen weiteren Gebrauch in anderen Kirchen vorläufig eingelagert. Das Geläut musste in den letzten Jahren der Kirche nach und nach stillgelegt werden, weil die Rostschäden am Glockenstuhl zu groß geworden waren. Da sich Schäden an den Glocken in der gleichen Zeit zeigten, als der Abriss der Kirche zur Diskussion stand, wurde auf eine Reparatur verzichtet. Am Tag der Profanierung kamen die Glocken ein letztes Mal zum Einsatz. Das Glockengerüst bestand aus Eisenträgern.[49]

Glocken von 1949–1960[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Glocken wurden immer an Sonntagen zum Gottesdienst geläutet. Von 1949 bis 1960 waren sie in Essen-Kupferdreh. Sie wurden wie die neuen Glocken in Gescher gegossen. Das Motiv war Salve Regina.[47]

Nr.
 
Name
 
Durchmesser
(mm)
Masse
(kg, ca.)
Schlagton
(HT-1/16)
Inschrift
 
Gießer
 
Gussjahr
 
1 Ambrosius 1.400 1.780 d’ Hans Georg Hermann Maria Hüesker, Fa. Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher 1940
2 Hadrian 1.100 820 fis’ Hans Georg Hermann Maria Hüesker, Fa. Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher 1940
3 Lioba 920 450 a’ Hans Georg Hermann Maria Hüesker, Fa. Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher 1940
4 Leonore 810 310 h’ Hans Georg Hermann Maria Hüesker, Fa. Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher 1940

Glocken von 1961–2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geläut erklang eine Viertelstunde vor der Sonntagsmesse (11:15 Uhr) für ungefähr 5 bis 10 Minuten. Ein Sonntageinläuten am Vorabend gab es immer um 18 Uhr. Das Angelusläuten um 7, 12 und 19 Uhr verteilte sich auf die Glocken 4, 5 und 7. Eine klangliche Beurteilung des Geläutes wurde von Musikdirektor Jakob Schaeben (1905–1980) erstellt. Die Schlagtonstimmungslinie sei in der vordisponierten Höhe genau getroffen gewesen. Die Einzelklänge seien im Bereiche der Prinzipaltöne so gut geordnet gewesen, dass die in den Bewertungsrichtlinien vorgesehenen Toleranzspannen gar nicht in Anspruch genommen zu werden brauchten. Die von vorlauten Störtönen freien Mixturen waren reich und mit schöner Einheitlichkeit aufgebaut.

Nr.
 
Name
 
Durchmesser
(mm)
Masse
(kg, ca.)
Schlagton
(HT-1/16)
Inschrift
 
Gießer
 
Gussjahr
 
1 Josef (Totenglocke) 1676 3.250 h°+1 + S T . J O S E F, PFARRPATRON UND SCHUTZPATRON Hans Georg Hermann Maria Hüesker, Fa. Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher 1961
2 Maria 1397 1800 d’+2 + M A R I A, MUTTER VOM GUTEN RAT Hans Georg Hermann Maria Hüesker, Fa. Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher 1961
3 Matthias 1240 1200 e’+2 + S T . M A T T H I A S, 2. SCHUTZPATRON DER PFARRGEMEINDE Hans Georg Hermann Maria Hüesker, Fa. Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher 1961
4 Ludgerus (Angelusglocke) 1.102 870 fis’+2 + S T . L U D G E R U S, HEIMATMISSIONAR Hans Georg Hermann Maria Hüesker, Fa. Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher 1961
5 Anna 1026 700 g’+2 S T . A N N A Hans Georg Hermann Maria Hüesker, Fa. Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher 1961
6 Barbara 907 500 a’+2 S T . B A R B A R A Hans Georg Hermann Maria Hüesker, Fa. Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher 1961
7 Josef (Dachreiterglocke) 750 150 1903[11]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv, Bürgerschaft Kupferdreh e.V. Essen 2017, S. 10–73.
  • Heinz Dohmen & Eckhard Sons: Kirchen, Kapellen, Synagogen in Essen. Nobel, Essen 1998, S. 109–110, ISBN 3-922785-52-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e.V. Essen 2017, S. 15.
  2. Pfarrkirche St. Josef. In: .lokalkompass.de. Abgerufen am 3. August 2018.
  3. Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e.V. Essen 2017, S. 5.
  4. Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e.V. Essen 2017, S. 6.
  5. Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e.V. Essen 2017, S. 7.
  6. Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e.V. Essen 2017, S. 8.
  7. Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e.V. Essen 2017, S. 9.
  8. Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e.V. Essen 2017, S. 14.
  9. a b Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e.V. Essen 2017, S. 29.
  10. Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e. V. Essen 2017, S. 23.
  11. a b Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e. V. Essen 2017, S. 18.
  12. a b Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e. V. Essen 2017, S. 30.
  13. Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e. V. Essen 2017, S. 47.
  14. Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e. V. Essen 2017, S. 53.
  15. Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e. V. Essen 2017, S. 31.
  16. a b Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e. V. Essen 2017, S. 54.
  17. Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e. V. Essen 2017, S. 33.
  18. Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e. V. Essen 2017, S. 34.
  19. Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e. V. Essen 2017, S. 42.
  20. a b c Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e. V. Essen 2017, S. 48.
  21. Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e. V. Essen 2017, S. 55.
  22. Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e. V. Essen 2017, S. 49.
  23. Heinz Dohmen & Eckhard Sons: Kirchen, Kapellen, Synagogen in Essen. Essen 1998, S. 109-110.
  24. Heinz Dohmen & Eckhard Sons: Kirchen, Kapellen, Synagogen in Essen. Essen 1998, S. 110.
  25. a b Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e. V. Essen 2017, S. 58.
  26. Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e. V. Essen 2017, S. 59.
  27. Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e. V. Essen 2017, S. 60.
  28. Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e. V. Essen 2017, S. 61.
  29. Widerstand gegen Kirchen-Abriss. In: derwesten.de. Abgerufen am 3. August 2018.
  30. Der Countdown ist angezählt - Der Abriss der St. Josef Kirche in Kupferdreh bleibt eine Option. In: lokalkompass.de. Abgerufen am 3. August 2018.
  31. Ökumene und Pragmatismus. In: derwesten.de. Abgerufen am 3. August 2018.
  32. St. Josef-Kirche wird bis zum Jahresende abgerissen. In: derwesten.de. Abgerufen am 3. August 2018.
  33. Widerstand gegen Kirchenabriss. In derwesten.de. Abgerufen am 9. August 2018.
  34. Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e. V. Essen 2017, S. 69.
  35. Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e.V. Essen 2017, S. 44.
  36. Johann Rainer Busch: Die Pfarrkirche St. Josef Kupferdreh 1902 bis 2013. In: Arbeitskreis Heimatkunde und Archiv. Bürgerschaft Kupferdreh e.V. Essen 2017, S. 66.
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Koordinaten: 51° 23′ 32″ N, 7° 5′ 6,7″ O

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