St. Louis Motor Car Company

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St. Louis Motor Carriage Company
St. Louis Motor Car Company
Rechtsform Company
Gründung 1898
Auflösung 1907
Auflösungsgrund Insolvenz
Sitz Peoria, Illinois, USA
Leitung John L. French
Branche Automobile

St. Louis von 1901
St. Louis von 1903

St. Louis Motor Car Company, vorher St. Louis Motor Carriage Company, war ein US-amerikanischer Hersteller von Automobilen.[1][2]

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

John L. French und George Dorris gründeten 1899 die St. Louis Motor Carriage Company in St. Louis in Missouri. Außerdem waren Joseph French, Callie French, H. E. French und Jesse French Jr. beteiligt. Sie begannen mit der Produktion von Automobilen. Der Markenname lautete St. Louis. Die Geschäfte liefen einige Jahre gut.

Ende 1905 verließ Dorris das Unternehmen und gründete die Dorris Motor Car Company. French verlegte den Sitz des Unternehmens nach Peoria in Illinois und benannte es in St. Louis Motor Car Company um. 1907 endete die Produktion. Das Unternehmen ging in die Insolvenz. Im Dezember 1907 wurde das Werk verkauft.

Es bestand keine Verbindung zur St. Louis Automotive Company, die ein paar Jahre später aktiv war.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Modelle hatten Ein- und Zweizylindermotoren, Kettenantrieb und einen Lenkhebel zum Lenken. An der Modellbezeichnung war die Motorleistung in PS erkennbar.

1901 standen fünf Modelle zur Wahl. Der 7 HP war ein Runabout, der 9 HP ein Trap und der 10 HP ein Lieferwagen, alle mit Einzylindermotoren. Zweizylindermotoren hatten der 15 HP als Lieferwagen und der 25 HP als Omnibus.

1902 wurde das Lenkrad eingeführt. Der 8 HP hatte einen Einzylindermotor. Als Spitzenmodell fungierte der 35 HP mit einem Vierzylindermotor. Beide waren als offene Tourenwagen karosseriert.

1903 gab es den 8 HP als Boston Carriage genannten Tourenwagen und den 9 HP als Light Tonneau Tourenwagen, beide mit Einzylindermotoren. Der 16 HP mit einem Zweizylindermotor hatte die Karosseriebauform Victoria.

1904 standen zwei Modelle mit Einzylindermotoren im Sortiment. Sie unterschieden sich im Fahrgestell. Der 9 HP als Runabout hatte 191 cm Radstand. Der 10 ½ HP hatte 203 cm Radstand und war ein Tonneau. Darüber rangierte der 24 HP mit einem Dreizylindermotor. Der Radstand betrug 229 cm. Auch dieses Modell war als Tonneau karosseriert.

1905 war das Programm anders abgestuft. Zur Wahl standen 12 HP mit Einzylindermotor, 16 HP mit Zweizylindermotor und 20/24 HP mit Dreizylindermotor. Gemeinsamkeit waren 218 cm Radstand und der Aufbau als Tonneau mit seitlichem Einstieg.

Ab 1906 hatten alle Fahrzeuge einen Vierzylindermotor und Kardanantrieb. Die Modelle erhielten Römische Ziffern als Bezeichnungen. Der Type XV (römisch für 15) hatte einen Motor, der mit 30/34 PS angegeben war, und 264 cm Radstand. Der Type XVI (römisch für 16) war mit 32/36 PS etwas stärker motorisiert und mit 274 cm Radstand etwas länger. Beides waren Tourenwagen mit fünf Sitzen.

1907 standen drei Modelle zur Auswahl. Type XVII (römisch für 17) hatte einen 35-PS-Motor, 274 cm Radstand und einen Aufbau als zweisitziger Runabout. Der Type XVIII (römisch für 18) war bis auf die fünfsitzige Tourenwagenkarosserie identisch. Der Type XIX (römisch für 19) hatte einen Motor mit 45/50 PS und 284 cm Radstand. Er war als Tourenwagen mit fünf und sieben Sitzen erhältlich.

Modellübersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Modell Zylinder Leistung (PS) Radstand (cm) Aufbau
1901 7 HP 1 7 Runabout
1901 9 HP 1 9 Trap
1901 10 HP 1 10 Lieferwagen
1901 15 HP 2 15 Lieferwagen
1901 25 HP 2 25 Bus
1902 8 HP 1 8 Tourenwagen
1902 35 HP 4 35 Tourenwagen
1903 8 HP 1 8 Boston Carriage Tourenwagen
1903 9 HP 1 9 Light Tonneau Tourenwagen
1903 16 HP 2 16 Victoria
1904 9 HP 1 9 191 Runabout
1904 10 ½ HP 1 10,5 203 Tonneau
1904 24 HP 3 24 229 Tonneau
1905 12 HP 1 12 218 Side Entrance Tonneau
1905 16 HP 2 16 218 Side Entrance Tonneau
1905 20/24 HP 3 20/24 218 Side Entrance Tonneau
1906 Type XV 4 30/34 264 Tourenwagen 5-sitzig
1906 Type XVI 4 32/36 274 Tourenwagen 5-sitzig
1907 Type XVII 4 35 274 Runabout 2-sitzig
1907 Type XVIII 4 35 274 Tourenwagen 5-sitzig
1907 Type XIX 4 45/50 284 Tourenwagen 5-sitzig und 7-sitzig

Produktionszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die angegebenen Produktionszahlen in den Quellen weichen stark voneinander ab. Eine Quelle nennt Zahlen für jedes Jahr und kommt auf insgesamt 1793 Fahrzeuge.[1] Die zweite und dritte Quelle geben Zahlen je Produktionsort an und landet bei etwa 950 Fahrzeugen[2] bzw. bei 550 Fahrzeugen[3].

Jahr Produktionszahl Quelle 1[1] Produktionszahl Quelle 2[2] Produktionszahl Quelle 3[3]
1899 30 900 350
1900 100
1901 100
1902 125
1903 125
1904 230
1905 300
1906 500 50 200
1907 283
Summe 1793 950 550

Neun Fahrzeuge sollen noch existieren.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beverly Rae Kimes, Henry Austin Clark Jr.: Standard catalog of American Cars. 1805–1942. Digital Edition. 3. Auflage. Krause Publications, Iola 2013, ISBN 978-1-4402-3778-2, S. 1321 (englisch).
  • George Nicholas Georgano (Hrsg.): The Beaulieu Encyclopedia of the Automobile. Volume 3: P–Z. Fitzroy Dearborn Publishers, Chicago 2001, ISBN 1-57958-293-1, S. 1516–1517 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Louis Motor Car Company – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Beverly Rae Kimes, Henry Austin Clark Jr.: Standard catalog of American Cars. 1805–1942. Digital Edition. 3. Auflage. Krause Publications, Iola 2013, ISBN 978-1-4402-3778-2, S. 1321 (englisch).
  2. a b c George Nicholas Georgano (Hrsg.): The Beaulieu Encyclopedia of the Automobile. Volume 3: P–Z. Fitzroy Dearborn Publishers, Chicago 2001, ISBN 1-57958-293-1, S. 1516–1517 (englisch).
  3. a b c Automobile Quarterly Jahrgang 37, Band 2.