St. Margaretha (Bebelsheim)

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Die Pfarrkirche St. Margaretha in Bebelsheim

Die Kirche St. Margaretha ist eine katholische Pfarrkirche in Bebelsheim, einem Ortsteil der Gemeinde Mandelbachtal, Saarpfalz-Kreis, Saarland. Kirchenpatron ist die heilige Margareta. In der Denkmalliste des Saarlandes ist die Kirche als Einzeldenkmal aufgeführt.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Bebelsheim wurde 1267 erstmals eine Kapelle urkundlich erwähnt. Sie war südlich an den Turm angebaut. Im Jahr 1737 kam es zum Neubau einer Kirche. Dafür wurde das alte romanische Langhaus der Kapelle abgerissen und an der Westseite des Turmes ein barockes neues Schiff angebaut, das sich in Nord-Süd-richtung orientierte. Dadurch entstand ein 11 Meter breiter und 14 Meter langer Kirchenraum, an den sich ein Chor anschloss. Im Zuge der Baumaßnahmen erhielt der Turm anstelle des alten Steindaches hatte einen kegelförmigen, spitzen Helm. 1831 erfolgte nach Plänen des Zweibrücker Bezirksingenieurs Paul Camille von Denis (Von Denis war der Erbauer der ersten Deutschen Eisenbahnlinie Nürnberg-Fürth[2]) eine Erweiterung der Kirche nach Norden. Somit erhielt das Kirchengebäude seine heutigen Ausmaße. Im Inneren der Kirche erfolgte bei dieser Gelegenheit die Errichtung einer Empore. Die Einweihung der erweiterten Kirche fand am 7. Juli 1842 statt.[3]

Seit 1809 ist die heilige Margaretha Patronin der Kirche. Zuvor war das Gotteshaus dem heiligen Quintinus geweiht.[3]

Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Kirchengebäude schwere Schäden. Der vom Architekten Wilhelm Schulte II. (Speyer) geleitete Wiederaufbau erfolgte in den Jahren 1947 bis 1956.[4] Von 1988 bis 1990 wurde das Innere der Kirche einer Renovierung unterzogen. Zusätzlich wurde das Gelände um das Gotteshaus neu gestaltet.[3] 2007–08 erfolgte die Restaurierung des Turmes, die der Architekt Andreas Michaeli (St. Ingbert-Rohrbach) leitete.[4]

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick ins Innere der Kirche

Von der Ausstattung des 15. Jahrhunderts haben sich zwei Holzfiguren erhalten: St. Remigius und St. Margaretha.[5]

In der südwestlichen Ecke des Innenraums, unter der Empore befindet sich eine Lourdesgrotte, die nach dem Ersten Weltkrieg von drei Bebelsheimer Familien gebaut wurde. Altäre, Kanzel, Kommunionbank, Kirchengestühl und die Glocken der Kirche mussten nach dem Zweiten Weltkrieg, aufgrund von Kriegsschäden, neu angeschafft oder repariert werden. An den Seitenwänden ist ein Kreuzweg angebracht.[3]

Turm und Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aus dem 11. Jahrhundert stammende Rundturm an der Ostseite der Kirche stellt eine Besonderheit dar, da er ursprünglich nicht als Kirchturm diente. Er war vermutlich Bestandteil eines befestigten Hauses der Ritter von Bebelsheim. Neben dem Rundturm der Bebelsheimer St. Margarethenkirche finden sich im Saarland derartige Bauwerke nur noch an den Kirchen St. Mauritius in Erfweiler-Ehlingen und St. Markus in Reinheim. 17 weitere dieser Türme gibt es im benachbarten Lothringen.[3]

Im Turm befindet sich ein Geläut bestehend aus drei Glocken:[6]

Nr. Name Ton Gewicht
(kg)
1 Christ König f’ 1056
2 Muttergottes as’ 600
3 St. Margarethenglocke b’ 350

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Altarraum in Richtung Orgelempore

Die Orgel der Kirche wurde 1968 von der Firma Hugo Mayer Orgelbau (Heusweiler) erbaut. Das Instrument, mit 20 Registern und 2 Manualen, ist auf einer Empore aufgestellt und besitzt einen freistehenden Spieltisch. Die Windladen sind Schleifladen mit mechanischer Spiel- und elektrischer Registertraktur.[7]

I Hauptwerk C–g3

1. Prinzipal 8′
2. Spitzgedackt 8′
3. Octave 4′
4. Quinte 223
5. Octave 2′
6. Mixtur IV-VI 113
7. Trompete 8′
II Positiv C–g3
8. Gedackt 8′
9. Prinzipal 4′
10. Feldflöte 4′
11. Blockflöte 2′
12. Terz 135
13. Quintzimbel III-IV 23
14. Krummhorn 8′
Tremolo
Pedal C–f1
15. Subbass 16′
16. Prinzipal 8'
17. Gemshorn 8′
18. Choralflöte 4'
19. Rauschpfeife III 4′
20. Posaune 16′
  • Koppeln: II/I, I/P, II/P
  • Spielhilfen: zwei freie Kombinationen, Auslöser, Tutti, Zungeneinzelabsteller

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard H. Bonkhoff: Die Kirchen im Saar-Pfalz-Kreis. Saarbrücken 1987.
  • Manfred Pfeiffer: Am Pilgerweg – Die Katholische Kirche St. Margaretha Bebelsheim. Hrsg.: Verkehrsverein Mandelbachtal e.V. Eigenverlag Verkehrsverein Mandelbachtal e.V., Mandelbachtal 2007.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Margaretha (Bebelsheim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Denkmalliste des Saarlandes, Teildenkmalliste Saarpfalz-Kreis (PDF; 1,2 MB), abgerufen am 16. Juli 2012.
  2. Mück, Wolfgang: Deutschlands erste Eisenbahn mit Dampfkraft. Die kgl. priv. Ludwigseisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth. (Dissertation an der Universität Würzburg). Fürth 1985 (2. neubearb. Auflage), S. 115–126.
  3. a b c d e lt. Informationstafel vor der Kirche.
  4. a b Informationen zur Pfarrkirche St. Margaretha Auf: kunstlexikonsaar.de, abgerufen am 16. Juli 2012
  5. Pilgerorte Auf: kleinblittersdorf.de, abgerufen am 16. Juli 2012.
  6. St. Margaretha - Bebelsheim, Die Glocken der Kirche@1@2Vorlage:Toter Link/pfarrei-mandelbachtal.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Auf: pfarrei-mandelbachtal.de, abgerufen am 16. Juli 2012
  7. Orgel der Kirche St. Margaretha (kath.) (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.saar-orgelland.de Infoseite des Webangebots Orgeln im Saarland, abgerufen am 16. Juli 2012.

Koordinaten: 49° 9′ 56,8″ N, 7° 9′ 34,8″ O