St. Martin (Insel)

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St. Martin
St. Martin (Satellitenbild)
St. Martin (Satellitenbild)
Gewässer Karibisches Meer
Inselgruppe Inseln über dem Winde
Geographische Lage 18° 4′ N, 63° 4′ W18.063333333333-63.060277777778424Koordinaten: 18° 4′ N, 63° 4′ W
St. Martin (Kleine Antillen)
St. Martin
Länge 14,3 km
Breite 13,3 km
Fläche 87 km²
Höchste Erhebung Pic Paradis
424 m
Einwohner 70.000
805 Einw./km²
Hauptort F: Marigot /
NL: Philipsburg
Karte der Insel St. Martin mit Nebeninseln
Karte der Insel St. Martin mit Nebeninseln

St. Martin ist eine hügelige Insel im Karibischen Meer, gelegen im Norden der Kleinen Antillen. In dieser Inselgruppe gehört sie zu den Inseln über dem Winde. Sie ist vulkanischen Ursprungs. Die höchste Erhebung bildet der Pic Paradis mit einer Höhe von 424 m über Meeresniveau.[1]

Geografie[Bearbeiten]

Lagekarte von Saint-Martin / Sint Maarten
Blick von Anguilla (UK) auf Saint-Martin

Die etwa 87 km²[2] große Insel liegt etwa 135 Seemeilen (250 km) östlich der Großen Antilleninsel Puerto Rico. St. Martin ist geopolitisch zwischen Frankreich und den Niederlanden geteilt. Der nördliche, größere Inselteil bildet zusammen mit einigen Nebeninseln die französische Collectivité d’outre-mer Saint-Martin und gehört zur EU. Der südliche Teil bildet den autonomen Landesteil Sint Maarten im Königreich der Niederlande. Zusammengefasst als „St-Martin / St Maarten“, ist sie eine der kleinsten Inseln, die zwei Staaten angehört. Nur hier haben Frankreich und die Niederlande eine gemeinsame Landgrenze.

Der Hauptort des französischen Gebietes heißt Marigot; weiter im Norden liegt Grand-Case an der gleichnamigen Bucht. Der Hauptort des niederländischen Teiles ist Philipsburg. Der Anguilla Kanal trennt Saint Martin von der britischen Nachbarinsel Anguilla im Norden. Der Saint-Barthélemy Kanal trennt Sint Maarten von der französischen Insel Saint-Barthélemy im Südosten.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Insel wurde am 11. November 1493, dem Namenstag des heiligen Martin, durch Christoph Kolumbus entdeckt und einst Isla de San Martín genannt.

Im Juni 1633 besetzten die Spanier die Insel, um die holländische Festung vor Ort zu übernehmen. Im Jahre 1648 wurde das Inselgebiet geteilt, nachdem französische und niederländische Kriegsgefangene ihre spanischen Aufseher vertrieben hatten. Der Legende nach teilten die Deportierten die Insel unter sich auf, indem ein Niederländer und ein Franzose die Insel in gegensätzlicher Richtung umrundeten, bis sie sich wieder am Strand trafen. Es heißt auch, der Franzose habe dem Niederländer eine Wasserflasche gegeben, die allerdings Gin enthalten habe, weshalb heute der französische Teil größer sei als der niederländische. Der niederländische Inselteil (Sint Maarten) gehörte politisch bis zu deren Auflösung am 10. Oktober 2010 zu den Niederländischen Antillen.

Die Insel ist heute im Vergleich zu Nachbarinseln stark besiedelt. 2012 lebten annähernd 70.000 Einwohner auf St. Martin; auf der niederländischen Seite waren es laut Zensus vom April 2011 33.609 Einwohner[4], während für die französische Seite 35.742 Einwohner (Stichtag 1. Januar 2012) angegeben werden[5].

Die offizielle Währung des französischen Teils der Insel ist der Euro, die des niederländischen Teils der Antillen-Gulden. Dieser soll durch den gleichwertigen Karibischen Gulden ersetzt werden. Der US-Dollar wird auf beiden Inselteilen akzeptiert. Der Wechselkurs des Antillen-Guldens (ANG) zum US-Dollar ist fixiert auf 1 USD = 1,79 ANG. Bei alltäglichen Geschäften werden Euro und US-Dollar nicht selten 1:1 verrechnet.

Klima[Bearbeiten]

Die Insel unterliegt tropischem Monsunklima; die Trockenzeit reicht von Januar bis April, die Regen- und Hurrikan-Zeit von August bis Dezember.[6] Der Wind weht meist aus Ost oder Nordost. Die Lufttemperatur liegt zwischen 20° C und 34° C; das Jahresmittel beträgt 27,2° C. Die Temperatur des Seewassers reicht von 25.9° C im Februar bis 28,4° C im Oktober; Jahresmittel 27.2° C. Über das Jahr, aber nur an 142 Tagen, fällt 1.047 mm Regen. Gewitter sind relativ selten: an 18 Tagen im Jahr.

In den 1990er Jahren wurde die Insel sechsmal von Hurrikans heimgesucht. Am schlimmsten wüteten „Luis“ (September 1995) und „Lenny“ (November 1999).

Transport[Bearbeiten]

Bucht von Grand-Case mit Kreolen-Fels, im Norden dahinter die Insel Anguilla. Maschine der Air Caraibes im Landeanflug auf L'Espérance

Der Bevölkerungsdichte entspricht der starke Autoverkehr, der zu Stoßzeiten auf beiden Inselteilen Staus verursacht.

Auf der französischen Seite gibt es im Norden bei Grand-Case den Flugplatz L'Espérance, den kleine Linienmaschinen und das Postflugzeug zur regionalen Verbindung der Antillen anfliegen.

Auf der niederländischen Seite befindet sich der Princess Juliana International Airport. Er liegt direkt an der Küste, auf der südlichen zweier schmaler Landbrücken. Das Besondere ist, dass die Flugzeuge (darunter auch Großraumflugzeuge wie der Airbus A340 und die Boeing 747) wegen der Nähe der Landebahn zum Strand nur wenige Meter über den Köpfen der Urlauber niedergehen. Deswegen ist der für die Öffentlichkeit freigegebene Maho Beach mit Warnhinweisen versehen. Der ungewöhnlich geringe Abstand erlaubt Touristen, die landenden Flugzeuge aus nächster Nähe zu fotografieren. Am Strand kündigt ein Surfbrett, auf das der Flugplan geschrieben wird, die Flüge an.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St. Martin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Saint-Martin - Situation géographique Website des Office de Tourisme de l'ile de St Martin (französisch), abgerufen am 31. Oktober 2015
  2. Daten zur Insel St. Martin Publikation des INSEE (französisch), abgerufen am 31. Oktober 2015
  3. IMRAY: ’’Chart A 24: Anguilla, St Martin and St Barthélémy.’’ Seekarte 1:100.000; St Ives, Cambridgeshire, UK, 2011. ISBN 9781846233708http://www.imray.com
  4. Demographische Tabellen des Department of Statistic Sint Maarten, abgerufen am 31. Oktober 2015
  5. Populations légales en vigueur à compter du 1er janvier 2015 Recensement de la population Arrondissements - cantons - communes INSEE, PDF-Datei (französisch), abgerufen am 31. Oktober 2015
  6. http://www.meteo.an/Climate_Sum.asp Meteorological Department Curaçao, abgerufen am 29. September 2013