St. Mauritz

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Sankt Mauritz
Stadt Münster
„Gespalten durch einen Wellenschnitt vorn in Blau drei versetzt aufrechtstehende goldene (gelbe) Weizenähren und hinten in Gold (Gelb) ein blaues Wassermühlrad mit schwarzen Schaufeln.“
Koordinaten: 51° 57′ 45″ N, 7° 40′ 20″ O
Höhe: 53 m
Fläche: 7,41 km²
Einwohner: 20.825 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte: 2.810 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 48155
Vorwahl: 0251
Der Fernmeldeturm, das höchste Gebäude Münsters, steht in St. Mauritz

St. Mauritz ist die verwendete Bezeichnung für die im allgemeinen Sprachgebrauch zusammengefassten Wohnbereiche (Stadtteile) Mauritz-Ost und Mauritz-Mitte (Mondstraße) im Stadtbezirk Ost von Münster in Westfalen gemäß deren Hauptsatzung. Der Stadtteil wird begrenzt durch den Dortmund-Ems-Kanal im Westen und die Werse im Osten. Im Norden verläuft die Grenze an der Eisenbahnstrecke Münster–Osnabrück und im Süden hinter dem Wohngebiet südlich der Wolbecker Straße. Auf einer Fläche von etwa 7,4 km² wohnen über 20.000 Menschen. Bis zur Eingemeindung im Zuge der Gebietsreform am 1. Januar 1975 war St. Mauritz eine eigenständige Gemeinde im Kreis Münster.[1]

St. Mauritz zählt heute zu den begehrtesten und teuersten Stadtteilen Münsters.

Die St.-Konrad-Kirche

In diesem Wohnviertel gibt es drei Zentren. Im Norden liegt die Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt Dyckburg mit der Klosteranlage und dem Gymnasium St. Mauritz. Um diese Gemeinde herum befindet sich der Boniburger Wald. Mittig des Stadtteils liegt die Gemeinde St. Konrad. Die Häuser am Prozessionsweg sind schon über 100 Jahre alt, während die anderen Häuser erst nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurden. Im Jahre 1937 wurde die St.-Konrad-Kirche gebaut, die von Bischof Clemens August Graf von Galen geweiht wurde. Sie ist eine der wenigen Kirchen, die während der Herrschaft der Nationalsozialisten gebaut wurden. Im Süden befindet sich die dritte Gemeinde St. Margareta. Hier wohnen die meisten Menschen. Dieses Gebiet wurde in den 1960er-Jahren gebaut und war größtenteils Heimat von einfachen Arbeitern. Der Dortmund-Ems-Kanal ist im Sommer ein beliebtes Nah-Erholungsgebiet.

Neben den drei oben genannten katholischen Gemeinden in St. Mauritz (sie fusionierten Mitte 2007 zur Gemeinde St. Benedikt und wurden im Jahr 2013 mit Sankt Mauritz, Herz-Jesu und Erpho und Pius fusioniert. Dyckburg wurde an Handorf abgegeben) gibt es auch eine evangelische Gemeinde. Die evangelische Auferstehungskirche wurde 1956/57 am Laerer Landweg erbaut, das neue Gemeindehaus 2006 neben der Kirche.

Gemeinde Sankt Mauritz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausdehnung von Sankt Mauritz in der Mitte des 19. Jahrhunderts

Im ehemaligen Kreis Münster existierte bis 1974 die Gemeinde Sankt Mauritz. Sie war aus dem Kirchspiel Sankt Mauritz hervorgegangen, zu dem die alten Bauerschaften Coerde, Gelmer, Gittrup, Kemper, Laer und Werse gehörten. Die St.-Mauritz-Kirche war die namensgebende Pfarrkirche des Kirchspiels.

Amt Mauritz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Landgemeindeordnung der Provinz Westfalen 1843/44 entstand das Amt Mauritz. Es umfasste neben Sankt Mauritz als Amtssitz die Gemeinden Amelsbüren, Handorf, Hiltrup, Lamberti und Überwasser.[2]

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dehnte sich die städtische Bebauung von Münster zunehmend auch auf Sankt Mauritz aus. Im Jahre 1875 wurden erste Teile von Sankt Mauritz in die Stadt Münster eingemeindet. 1903 verlor Sankt Mauritz weitere Gemeindeteile an die Stadt Münster, wurde aber im Nordwesten um einen Teil der aufgelösten Gemeinde Überwasser vergrößert. Mit der großen Gebietsreform durch das Münster/Hamm-Gesetz wurde die Gemeinde Sankt Mauritz zum 1. Januar 1975 vollständig in die Stadt Münster eingegliedert. Die anderen Gemeinden des Amtes fielen alle ebenfalls an Münster.

Von den heutigen Stadtteilen der Stadt Münster gehörten Coerde, Dyckburg, Erphoviertel, Gelmer, Mauritzviertel, Rumphorst sowie St. Mauritz zur ursprünglichen Gemeinde Sankt Mauritz. Sandrup und Sprakel gehörten seit 1903 zu Sankt Mauritz.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung der Gemeinde Sankt Mauritz:

Jahr Einwohner
1858 3.605[3]
1874 5.478[4]
1885 1.834[5]
1910 2.649[6]
1925 3.461[7]
1939 4.598[7]
1950 6.993[8]
1974 8.883[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 311.
  2. Amtsblatt für den Regierungsbezirk Münster 1844, S. 48: Bildung des Amtes Mauritz. Abgerufen am 2. Februar 2014.
  3. Statistische Nachrichten über den Regierungs-Bezirk Münster, 1860
  4. Hans-Walter Pries: Kirchspiel Sankt Mauritz. In: HIS-Data. Abgerufen am 21. Januar 2014.
  5. Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen 1885
  6. Uli Schubert: Deutsches Gemeindeverzeichnis 1910. Abgerufen am 2. Februar 2014.
  7. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 2. Februar 2014.
  8. a b Hans-Walter Pries: Sankt Mauritz. In: HIS-Data. Abgerufen am 21. Januar 2014.