St. Michael (Andernach)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
St. Michael zu Andernach
St. Michael, West- und Südseite
St. Michael, Innenraum mit Blick nach Osten

Die Kapelle St. Michael in Andernach im Landkreis Mayen-Koblenz im Norden von Rheinland-Pfalz wurde 1210/20 erbaut.

Die Kapelle gehört zur katholischen Gemeinde St. Albert und wird vom Pausenhof der Realschule plus St. Thomas umgeben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kapelle St. Michael wurde 1210/20 als Friedhofskapelle des ehemaligen Augustiner-Chorfrauen-Stiftes Unsere Liebe Frau vor den Mauern zu St. Thomas (nach dem hl. Thomas Becket benannt), vor 1482 Unsere Liebe Frau vor den Mauern / St. Maria, erbaut.

Bei der Restauration von 1853—54 wurden bei Abnehmen der Fußbodenbeplattung in Gewölben zahlreiche gestapelte Särge mit weiblichen Leichen vorgefunden. Bei Einrichtung der Irrenanstalt St. Thomas wurden Zellen in die Kapelle eingebaut. Dieses wurde nach einiger Zeit wieder rückgängig gemacht und der Kapelle damit ihre eigentliche Bestimmung als Gotteshaus wiedergegeben.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rundbogenfenster

Während die Kapelle im Innern verändert wurde, zeigt der spätromanische Tuffsteinquaderbau im Äußeren alle charakteristischen Stilelemente seiner Zeit in Vollendung. Der schlanke Bau besticht durch die Gliederung mit Kleeblattarkaden im Untergeschoss und mit Blendbögen und Säulen im Obergeschoss.

Die bauliche Ausführung als zweigeschossige Kapelle mit Beinhaus im Untergeschoss ist einmalig in Europa.

Renovierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mutwillig zerstörtes Fenster in der Südseite

Die Kapelle war bis zum Beginn der Renovierung 2017 in einem desolaten Zustand und akut baufällig. Daher musste sie durch einen festen Bauzaun umgeben werden, um die Schulkinder vor möglicherweise herabfallenden Teilen zu schützen. In einer ersten Notmaßnahme wurden 2015 die Regenrinnen und Regenrohre erneuert. Im Sommer 2017 wurde dann die umfassende Renovierung begonnen. Das Dach wurde neu gedeckt und Teile der Fassade wurden ersetzt und ausgetauscht. Im Inneren wurden die Stromleitungen, sowie die Beleuchtung erneuert. Unter dem neuen Fußboden entstand eine Fußbodenheizung und der komplette Innenraum wurde einheitlich weiß gestrichen. Derzeit entstehen neue Buntglasfenster. Nachdem die derzeitige Pfarrkirche St. Albert der gleichnamigen Pfarrei, die sich in direkter Nähe befindet, Ende November 2018 profaniert werden soll, übernimmt die Michaelskapelle die Funktion als Pfarrkirche für die schrumpfende Gemeinde. Anfang Dezember wird dann Bischof Stefan Ackermann den Altar in der Kapelle weihen, der derzeit aus dem alten Hochaltar aus Basalt der St. Albert Kirche entsteht.

Förderverein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2015 wurde der „Förderverein St. Michaelskapelle Andernach“ gegründet, die Anerkennung als gemeinnütziger Verein und Eintragung ins Vereinsregister erfolgte im Juni 2015. Erstes Ziel des Fördervereins ist es, den Eigenanteil der Pfarrgemeinde St. Albert aufzubringen. Darüber hinaus soll für die innere Gestaltung und die laufenden Kosten langfristig gesorgt werden.

Auf der Mitgliederversammlung am 11. Januar 2016 wurde mitgeteilt, dass durch Mitgliederbeiträge, Veranstaltungen und Spenden von ortsansässigen Sparkassen, Banken und Handwerksbetrieben bereits über 9.000 € zusammengekommen sind.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Schäfke: Der Rhein von Mainz bis Köln. Eine Reise durch das romantische Rheintal. Dumont Kunstreiseführer, 4. Auflage, Ostfildern 2006, ISBN 978-3-7701-4799-1.
  • Gerhard Terwelp: Geschichte des Klosters unserer lieben Frau zum h. Thomas bei Andernach. Jung, Andernach 1881 und 1883.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Michael (Andernach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 25′ 56,3″ N, 7° 24′ 24,3″ O