St. Nikolaus (Schleiden)

St. Nikolaus ist eine römisch-katholische Nebenpfarrkirche in Schleiden, Gemeinde Aldenhoven im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen. Die Kirche ist dem hl. Nikolaus von Myra geweiht, wurde zwischen 1951 und 1952 nach Plänen von Jodokus Kehrer erbaut und gehört zur Pfarre Hl. Maria Magdalena/Jülich im Pastoralen Raum Aldenhoven/Jülich.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Liber valoris aus der Zeit um 1300 wurde erstmals eine Kapelle in Schleiden schriftlich aufgeführt, die zur Pfarre Aldenhoven zählte. Bereits zuvor erwarb die Reichsabtei Burtscheid Besitz in Schleiden, vermutlich gehörte dazu damals bereits eine Kapelle, denn bei Ausgrabungen im Jahr 1951 wurden Fundamente einer romanischen Kapelle des 12./13. Jahrhunderts entdeckt. Dieses Bauwerk wurde im 15. oder 16. Jahrhundert durch einen größeren Neubau mit Westturm ersetzt.
Für das Jahr 1550 ist belegt, dass in der Schleidener Kapelle fast alle Sakramente gespendet werden durften. Zur Spednung der Taufe und zum Begräbnis der Toten mussten die Bewohner in die Pfarrkirche nach Aldenhoven bzw. auf den Aldenhovener Friedhof. Dies änderte sich erst 1694, von da an durfte in Schleiden auch die Taufe gespendet und die Toten begraben werden und erhielt damit weitgehende Eigenständigkeit, auch wenn es formal eine Filialgemeinde von Aldenhoven blieb. Im Zuge der Pfarrumschreibungen während der französischen Herrschaft wurde Schleiden 1808 der Pfarre Siersdorf zugeteilt. Eigenständige Pfarrei wurde Schleiden erst am 26. Oktober 1836.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die gotische Kirche zu klein und 1862 durch einen dreischiffigen Neubau im Stil der Neugotik nach Plänen des Jülicher Kreisbaumeisters Schmitz ersetzt. Lediglich der alte Glockenturm blieb erhalten und wurde in die neue Kirche einbezogen. Diese Kirche wurde am 30. August 1943 aufgrund des Zweiten Weltkrieges durch eine Luftmine vollständig zerstört.
Nach Beseitigung der Ruine und Durchführung einer archäologischen Untersuchung konnte von 1951 bis 1952 die heutige Pfarrkirche errichtet werden. Die Planung des neuen Gotteshauses übernahm der Münsteraner Architekt Jodokus Kehrer. Die feierliche Kirchweihe erfolgte am 26. April 1953 durch den Aachener Bischof Johannes Joseph van der Velden.[1][2]
Die Pfarre St. Nikolaus wurde zum 1. Januar 2026 aufgehoben und mit weiteren aufgelösten Pfarreien zur Großpfarre Hl. Maria Magdalena/Jülich fusioniert. Seitdem ist St. Nikolaus keine Pfarrkirche mehr, sondern eine Nebenpfarrkirche.[3]
Baubeschreibung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]St. Nikolaus ist eine zweischiffige, flachgedeckte Kirche aus Backsteinen im Stil der Nachkriegsmoderne mit einem Rechteckchor im Osten. Der Turm befindet sich seitlich vor dem Seitenschiff. Die Arkaden zwischen Seiten- und Hauptschiff sind rundbogig, ebenso die Fenster. Die Westfassade wird von der großen Fensterrosette geprägt.
Ausstattung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Kirche befindet sich eine moderne Ausstattung aus den 1950er Jahren. Zu erwähnen sind der Hochaltar und die schlichte Kanzel aus dieser Zeit. Die Fenster schufen Walther Hugo Brenner und Ernst Jansen-Winkeln im Jahr 1956. Die Fenster von Brenner stellen kreisförmige Ornamente dar, Jansen-Winkeln schuf ein dreiteiliges Fenster für die Taufkapelle. Dargestellt ist die Auferstehung Christi sowie die drei Frauen am verlassenen Grab.[4]
Glocken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Glockenturm befindet sich ein Geläut aus vier Bronzeglocken von drei verschiedenen Glockengießern.
| Nr. |
Name |
Durchmesser (mm) |
Masse (kg, ca.) |
Schlagton (HT-1/16) |
Gießer |
Gussjahr |
| 1 | Petrus | 1.232 | 1.170 | e″ +-0 | Johannes Mark; Eifeler Glockengießerei Mark, Brockscheid | 1959 |
| 2 | Nikolaus | 1.032 | 700 | g′ +-0 | Johannes Mark; Eifeler Glockengießerei Mark, Brockscheid | 1959 |
| 3 | Maria | 885 | 430 | a′ −5 | Edmund Fabri, Koblenz | 1718 |
| 4 | Josef | 795 | 315 | h′ +2 | Werner Hüesker; Fa. Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher | 1926 |
Pfarrer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Folgende Priester wirkten bis zur Auflösung der Pfarre 2026 als Pfarrer an St. Nikolaus:[6]
- 1930–1934: Heinrich Küppers
- 1934–1947: Josef Verfürth
- 1947–2008: Peter Weindorf
- 2009–2011: Lothar Tillmann
- 2011–2018: Alfred Bergrath (Administrator)
- 2018–2021: P. Josef Költringer OSFS (Administrator)
- 2021–2024: Heinz Philippen (Administrator)
- 2024–2025: Hans-Otto von Danwitz
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Archivierte Kopie ( des vom 6. Oktober 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (abgerufen am 29. September 2014)
- ↑ Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen 3. Ausgabe, Aachen 1994, S. 299.
- ↑ Nr. 144 Dekret über die Errichtung der Pfarrei und Kirchengemeinde Hl. Maria Magdalena in Jülich. In: Kirchliches Amtsblatt des Bistums Aachen Nr. 9.2/2025. Abgerufen am 4. Januar 2026.
- ↑ Aldenhoven-Schleiden, Kath. Kirche St. Nikolaus. In: Internetseite der Stiftung Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e.V. Abgerufen am 14. Februar 2020.
- ↑ Matthias Dichter: Schleiden (D), kath. Kirche St.Nikolaus - Vollgeläute. In: Youtube (Videobegleittext). Abgerufen am 29. September 2014.
- ↑ Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen. 3. Ausgabe. Aachen 1994, S. 299.
Koordinaten: 50° 53′ 5,2″ N, 6° 14′ 37,1″ O