St. Pauli-Nachrichten

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St. Pauli-Nachrichten war ein in Hamburg erscheinendes Männermagazin. Es wurde 1981 eingestellt. 2008 wurde unter diesem Namen ein neues Magazin gegründet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1968 gegründeten St. Pauli-Nachrichten gehörten zu den erfolgreichsten in der Branche. Sie wurde von dem Fotografen Günter Zint[1] ins Leben gerufen und bot neben zahlreichen pornografischen Bildern und Kontaktanzeigen vor allem in den ersten Jahren auch politisch Links-gerichtete ambitionierte, teilweise bristante Texte. Redakteure waren in dieser Zeit unter anderem Henryk M. Broder[2] und Stefan Aust[3] sowie der 2004 in Berlin verstorbene Journalist Michel Roger Lang. Günter Wallraff lebte zwar eine Zeit lang bei Zint, schrieb aber entgegen anders lautenden Berichten nicht für das Heft. Den politischen Anspruch verlor das Blatt mehr und mehr.

Helmut Rosenberg 1969

Hergestellt wurden die St. Pauli Nachrichten zunächst von der Hamburger Buchdruckerei und Verlagsanstalt Auerdruck GmbH, deren Gesellschafter u. a. die SPD-Politiker Alfred Nau und Herbert Wehner waren. 1971 stellte der Deutsche Kinderschutzbund gegen das Blatt Strafanzeige wegen der Herstellung jugendgefährdender Schriften.[4] Ein Mitgründer der St. Pauli Nachrichten war der 1986 verstorbene Helmut Rosenberg. Er betrieb den Zeitungsverlag bis zum Konkurs im Jahre 1981.[5]

Namensähnliche Neugründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab November 2008 erschien ebenfalls in Hamburg, aber in einem anderen Verlag, ein Porno-Magazin mit dem Namen St. Pauli Nachrichten – Das Kiez-Magazin[6]. Es suchte seine Leser unter Männern und Frauen. Das Magazin wurde später umbenannt in St Pauli - Das Kiez-Magazin.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Artikel auf Hinz & Kunzt
  2. Vgl. http://www.tagesspiegel.de/medien/henryk-m-broder-wir-waren-wie-kinder/1239938.html
  3. Zu Leserbriefen der St. Pauli Presse vgl. Peter P. Dahl (Hg.): Seid nett aufeinander, konkret Buchverlag, konkret extra, Nr. 13, Hamburg, 1970. 2., veränderte Auflage 1971. Mit Beiträgen von P. R. Dahl, H. M. Broder u. Karl H. Bönner.
  4. Bericht in der Zeitung DIE WELT vom 6. Juli 1971
  5. Der Spiegel 1985, Nr. 51:Zum Tod Helmut Rosenbergs
  6. Thorsten Dörting: Lustblatt mit Ladehemmung in: Der Spiegel vom 9. November 2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]