St. Pauli (Lemgo)

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St. Pauli in Lemgo

St. Pauli ist eine evangelisch-reformierte Pfarrkirche in Lemgo. Das Kirchengebäude an der Echternstraße wurde 1851/52 errichtet und bekam 1954 seine markante Doppelturmfront. Die Auferstehungskirche Lemgo-Lüerdissen kam 1965/66 zur Kirchgemeinde hinzu.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Neue Evangelische Gemeinde wurde am 9. März 1849 im Rahmen der Erweckungsbewegung gegründet. Im gleichen Jahr stellte die Dechantin des damaligen Marienstifts den großen Schafstall der werdenden Gemeinde zur Feier ihrer Gottesdienste zur Verfügung. Das Bestreben nach einer eigenen Kirche führte zum Bau einer Bretterkirche an der Schuhstraße nahe dem Freien Hof, die am 1. November 1849 durch den Bremer Pfarrer Mallet eingeweiht werden konnte.[1] Die Gemeinde erwarb dann ein Hofgelände nahe dem Ostertor, auf dem ein gemauerter Kirchbau entstand, in dem am 1. August 1852 der erste Gottesdienst gefeiert wurde (heute St. Pauli-Kirche). Die Neue Evangelische Gemeinde war lutherischen Bekenntnisses. Nach Weggang des ersten Predigers (Emil Stefann) und Berufung erweckter Prediger in St. Marien, St. Nicolai und St. Johann wurde die Neue Evangelische Gemeinde 1858 wieder aufgelöst. Die Mitglieder wurden aufgefordert, in ihre Ursprungsgemeinden St. Marien, St. Nicolai und St. Johann zurückzukehren. Nur den nördlich von Lemgo angesiedelten Gemeindemitgliedern wurde gestattet, auf dem Eikhof eine eigene Gemeinde zu bilden (heute: Bergkirchen). Ab 1858 nutzte zunächst die Ev.-luth. Gemeinde St. Marien das leerstehende Kirchgebäude, während die St. Marien-Kirche renoviert wurde. Es folgte eine Zeit des Leerstands, bis die Kirche als Gottesdienstraum der 2. Pfarrstelle der reformierten St. Johann-Gemeinde genutzt wurde. 1909 wurde dieser 2. Bezirk als "Ev.-ref. St. Pauli-Gemeinde" selbständig.[2]

Am 28. November 1954 wurde die markante Doppelturmfront eingeweiht. Der Architekt Fromme hatte sie entworfen.[1] Die Gemeinde St.Pauli ist bis heute dadurch geprägt, dass sich eine missionarische Ausrichtung mit diakonischem und gesellschaftlichem Engagement verbindet.

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Bau der Turmfront wurden zwei Glocken aus Gussstahl im Bochumer Verein gegossen, eingeweiht und im Westturm aufgehängt. Für den östlichen Turm waren ebenfalls zwei Glocken in den Schlagtönen es1 und as1 geplant; das Vorhaben blieb aus finanziellen Gründen aus. Jeden Samstag um 18 Uhr wird – wie in allen evangelischen Innenstadtkirchen Lemgos – für 10 Minuten der Sonntag eingeläutet. Am Sonntag gibt um 9 Uhr die große Glocke ein Vorläuten, um 09:50 Uhr läuten wieder beide Glocken zum Gottesdienst. Bei Amtshandlungen erklingen ebenfalls beide Glocken.

Nr.
 
Schlagton
 
Gussjahr
 
Gießer
 
Durchmesser
(mm)
Masse
(kg)
Inschrift
 
1 c1 1954 Bochumer Verein 1690 1810 SEI STILLE DEM HERRN UND WARTE AUF IHN
2 f1 1954 Bochumer Verein 1260 780 GELOBET SEI DER HERR TÄGLICH!

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b K. Ewerbeck: Lemgoer Kirchen und 700 Jahre ihrer Geschichte. Verlag Glaube und Kultur, Detmold 1956, 54.
  2. Heinrich Clemen:Beiträge zur lippischen Kirchengeschichte, Minden 1864.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 52° 1′ 44″ N, 8° 54′ 19″ O