St. Peter (Altheim bei Landshut)

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Außenansicht der Pfarrkirche St. Peter

Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Peter (auch Peterskirche) in Altheim, einem Ortsteil des Marktes Essenbach im niederbayerischen Landkreis Landshut, ist eine spätgotische Kirche, die wahrscheinlich von einem Vertreter der Landshuter Bauhütte errichtet wurde. Die Pfarrei Altheim ist eine Urpfarrei der Diözese Regensburg, da sie bis ins 9. Jahrhundert nachweisbar ist. Aus historischen Gründen besitzt der kleine Ort an der Bundesstraße 15 noch ein zweites Gotteshaus, die Andreaskirche.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrei Altheim ist eine sogenannte Urpfarrei. Bereits bei der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 833 gab es in dem Ort mindestens eine Kirche, wahrscheinlich eine Pfarrkirche. Um das Jahr 1000 erforderte die kuriose Situation, dass Altheim (wie auch die benachbarten Orte Ergolding und Altdorf) genau auf der Bistumsgrenze lag, zwei Pfarrkirchen in dem Ort: die Andreaskirche im Bistum Regensburg und die Peterskirche im Bistum Freising. Erst mit der Verlegung der Bistumsgrenze an die Isar im Jahr 1157 hatte dieser Zustand ein Ende und die Peterskirche wurde – nunmehr zum Bistum Regensburg gehörend – zur alleinigen Pfarrkirche erhoben. Durch eine großzügige Spende der Landshuter Herzöge konnte Mitte des 15. Jahrhunderts die romanische Kirche ausgebaut werden. Stilistische Merkmale weisen auf einen Baumeister aus den Reihen der Landshuter Bauhütte hin, die unter anderem auch die Martinskirche in Landshut errichtete. Das romanische Kirchenschiff wurde dabei erhöht und um die Tiefe der Empore nach Westen verlängert. Außerdem wurden der Turm erhöht und der Chor neu erbaut. Dort weist ein Schlussstein mit der Jahreszahl 1456 auf das Datum der Fertigstellung hin. Den Spitzhelm erhielt die Kirche erst im 19. Jahrhundert.[1][2]

Die Pfarrei Altheim war einst Sitz eines Dekanates; darauf weist der Name Dekanat Landshut-Altheim hin, wobei der Sitz längst nach Landshut verlegt wurde. Auch umfasste die einstige Großpfarrei Altheim beinahe das Gebiet der heutigen Marktgemeinde Essenbach mit Ausnahme von Mettenbach. Im Jahr 1813 umfasste die Pfarrgemeinde 2012 Seelen, im Jahr 1906 waren es bereits über 4000 Pfarreiangehörige und etwa eineinhalb Dutzend Filialkirchen. 1922 wurde die Filiale Essenbach zur eigenständigen Pfarrei erhoben, 1962 die Expositur Mirskofen und 1964 entstand nach dem Neubau der Kirche St. Erhard die Pfarrei Ahrain.[1]

Im Jahr 2010 wurde das Äußere der Kirche renoviert, 2013 der Innenraum. Dabei erhielt die Kirche einen neuen Volksaltar und einen neuen Ambo von dem Bildhauer Robert M. Weber aus Grafing bei München.[3]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochaltar mit Darstellung der Schlüsselübergabe an Petrus

Die Pfarrkirche St. Peter ist eine spätgotische Saalkirche, wobei die Langhausmauern und der Turmunterbau im Kern romanisch sind. Das Langhaus umfasst fünf Joche und wird von einem Kreuzrippengewölbe überspannt. Der in fünf Achteckseiten geschlossene Chor besitzt ein Netzrippengewölbe. Durch den spitzen gefasten Chorbogen ist der Altarraum deutlich eingezogen. Das Kirchenäußere wird durch Strebepfeiler und den für die Landshuter Bauhütte typischen Dachfries am Chor gegliedert. Auf der Nordseite ist die Sakristei angebaut. Im Südwesten, also im rückwärtigen Bereich des Langhauses, schließt sich der zur Hälfte einspringende achtgeschossige Turm an, der von noch aus romanischer Zeit erhaltenen Rundbogenfriesen belebt wird. Aus vier Dreiecksgiebeln entspringt der weithin sichtbare Spitzhelm.[4]

Die Altäre und die übrige Kirchenausstattung stammen größtenteils aus der Zeit der Neugotik im 19. Jahrhundert. Am Hochaltar ist eine reliefartige Figurengruppe der Schlüsselübergabe an den Kirchenpatron Petrus zu sehen. Die Seitenaltäre sind unter Einbeziehung von Schnitzarbeiten und Tafelbildern aus der Zeit um 1515 ausgeführt. Dabei handelt es sich wohl um die Reste eines Marien- und eines Katharinenaltars aus der Wallfahrtskirche St. Wolfgang bei Essenbach. Die Arbeiten stammen aus dem Umfeld des Meisters Hans Wertinger aus Landshut. Die neugotische Kanzel enthält am polygonalen Korpus Halbreliefs von Jesus Christus und den Vier Evangelisten.[5]

Eine lebensgroße Figur des Heiligen Petrus stammt aus dem Jahr 1466. Reste von Wandgemälden aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts sind erhalten geblieben. Unter der Empore befindet sich beispielsweise eine Darstellung des Jüngsten Gerichtes aus der Zeit um 1580. Die barocken Stuhlwangen mit Akanthusschnitzereien stammen aus der Zeit um 1700. Das älteste Stück der Kirchenausstattung dürfte wohl der spätromanische Taufstein sein, der als Muschelbecken ausgeführt ist. Früher war er in einer engen Nische neben dem linken Seitenaltar untergebracht, seit der Innenrenovierung 2013 steht er leicht nach rechts versetzt vor der Altarstufe. In der Nische ist die Figurengruppe zu sehen, die vor der Renovierung den Deckel des Taufsteins bekrönte: eine Darstellung der Taufe Jesu im Jordan durch Johannes den Täufer.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Peter (Altheim bei Landshut) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Markt Essenbach: Die Pfarrei Altheim. Online auf www.essenbach.de. Abgerufen am 18. Juni 2016.
  2. Pfarreiengemeinschaft Altheim–Ahrain: Kirchen. Online auf www.stpeter-altheim.de. Abgerufen am 18. Juni 2016.
  3. Nadler-Sperk-Reif Architektenpartnerschaft BDA: Renovierung St. Peter, Altheim. Online auf nadler-sperk.de. Abgerufen am 18. Juni 2016.
  4. Kirchen und Kirchtürme der Heimat: Innenansicht der Pfarrkirche St. Peter in Altheim. Online auf kirchturm.net. Abgerufen am 18. Juni 2016.
  5. Kirchen und Kirchtürme der Heimat: Altäre der Pfarrkirche St. Peter in Altheim. Online auf kirchturm.net. Abgerufen am 18. Juni 2016.
  6. Kirchen und Kirchtürme der Heimat: Empore der Pfarrkirche St. Peter in Altheim. Online auf kirchturm.net. Abgerufen am 18. Juni 2016.

Koordinaten: 48° 35′ 42″ N, 12° 12′ 19″ O