St. Peter (Hochschwarzwald)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde St. Peter
St. Peter (Hochschwarzwald)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde St. Peter hervorgehoben
Koordinaten: 48° 1′ N, 8° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-Hochschwarzwald
Höhe: 716 m ü. NHN
Fläche: 35,93 km2
Einwohner: 2583 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km2
Postleitzahl: 79271
Vorwahl: 07660
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 095
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Klosterhof 12
79271 St. Peter
Webpräsenz: www.st-peter-schwarzwald.de
Bürgermeister: Rudolf Schuler
Lage der Gemeinde St. Peter im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
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Über dieses Bild

St. Peter ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Peter liegt im Naturpark Südschwarzwald. Der an der Südflanke des Kandel gelegene heilklimatische Kurort liegt etwa 20 km östlich von Freiburg im Breisgau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kloster St. Peter auf dem Schwarzwald

Zur Gemeinde St. Peter gehören das Dorf Bürgerschaft, der Weiler Sägendobel, die Zinken Kandelberg, Neuwelt, Oberibental, Ränke, Rohr, Schmittenbach, Schönhöfe, Seelgut und Willmendobel und die Höfe Eckpeterhof, Langeck und Lindlehof.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kloster St. Peter auf dem Schwarzwald wurde 1093 vom Zähringerherzog Berthold II. als Hauskloster und Begräbnisstätte gegründet. Die Gemeinde entwickelte sich allmählich um das Kloster herum.

Als die weltlichen Rechte des Klosters 1806 im Rahmen der Säkularisation aufgehoben wurden, kam das Dorf St. Peter zum Großherzogtum Baden, seit 1952 gehört es zum Land Baden-Württemberg.

Im Jahr 1899 brannte es in der Ortsmitte von St. Peter,[3] wodurch 23 Wohnhäuser zerstört und 150 Menschen obdachlos wurden.[4]

Ende des Zweiten Weltkriegs befand sich in St. Peter ein Wehrertüchtigungslager der Hitlerjugend.[5]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1806 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1989 1995 2005 2010 2015
Einwohner 1480 1308 1383 1378 1426 1500 1529 1797 2207 2362 2508 2547 2583

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg (außer 1806); 1871–1970: Volkszählungsergebnisse

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 9. Oktober 2016 wurde der bisherige Amtsinhaber Rudolf Schuler mit 89,2 % der Stimmen wiedergewählt. Er ist Nachfolger des langjährigen Bürgermeisters Gottfried Rohrer (CDU), dessen Amtszeit nach 24 Jahren am 16. Dezember 2008 endete.[4]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 61,6 % (2009:63,7 %) zu folgendem Ergebnis:

CDU 46,3 % - 5,9 6 Sitze ± 0
FWG 53,7 % + 5,9 6 Sitze ± 0

Gemeindeverwaltungsverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit den Nachbargemeinden Glottertal und St. Märgen bildet St. Peter den Gemeindeverwaltungsverband St. Peter.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Gemeinde Schmölln-Putzkau in Sachsen besteht seit 1990 eine Partnerschaft. Außerdem bestehen zu allen Zähringerstädten freundschaftliche Beziehungen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panorama am Ortsausgang von St. Peter in Richtung Ibental

Der Ort liegt an der Deutschen Uhrenstraße. Die Herstellung von Schwarzwalduhren war ein wichtiger Erwerbszweig in St. Peter. Heute spielt neben der Landwirtschaft und dem örtlichen Handwerk auch der Tourismus eine entscheidende wirtschaftliche Rolle.

St. Peter ist das 16. Bioenergiedorf in Baden-Württemberg. Die lokalen Wind- und Solarkraftanlagen und das mit Holzpellets und Holzhackschnitzeln betriebene Heizkraftwerk produzieren mehr elektrische Energie aus regenerativen Energiequellen, als lokal verbraucht wird. Das Heizkraftwerk versorgt außerdem den Kernort über ein Fernwärmenetz mit Heizenergie und Warmwasser.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über St. Peter verkehren zwei Buslinien der SüdbadenBus (Stand 2017): Linie 7216 fährt werktags halbstündlich nach Kirchzarten Bahnhof, sowie stündlich nach St. Märgen bzw. weiter nach Hinterzarten (wochenends mit halber Häufigkeit), Linie 7205 fährt stündlich über Glottertal nach Denzlingen Bahnhof, sowie viermal täglich auf den Kandel.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Abt-Steyrer-Schule im Ort ist eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Andere weiterführende Bildungseinrichtungen in der Nähe sind die Realschule in Kirchzarten, sowie das Marie-Curie-Gymnasium in Kirchzarten und das Kolleg St. Sebastian in Stegen, ebenfalls ein allgemeinbildendes Gymnasium in der Trägerschaft der Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg.
  • In St. Peter besteht eine Außenstelle der Volkshochschule Dreisamtal mit Sitz in Kirchzarten. Außerdem ist die Musicosophia-Musikschule für die Förderung des bewussten Musikhörens im Ort ansässig.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bertholdsbrunnen von Julius Seitz mit Ornamenten von August Müssle aus dem Jahr 1902[3]
  • Herausragendes Gebäude des Dorfes ist die barocke Pfarrkirche und ehemalige Klosterkirche St. Peter und Paul, die 1724–1727 vom Vorarlberger Baumeister Peter Thumb errichtet und von Franz Joseph Spiegler und Joseph Anton Feuchtmayer ausgestattet wurde. Hier ist auch eine barocke Orgeluhr zu finden.
  • Daneben steht die barocke Klosteranlage des Klosters St. Peter auf dem Schwarzwald mit einer besonders sehenswerten Klosterbibliothek im Stil des Rokoko, die mit Deckengemälden von Benedikt Gambs (1751) und allegorischen Figuren des Klosterbildhauers Matthias Faller nach Modellen von Johann Christian Wentzinger (1752) ausgestattet ist.[6]
  • Am Fuß des Kirchen- und Klosterbergs steht die Kapelle St. Ursula, eher schon eine kleine Kirche, die 1725 geweiht wurde und auf ein Gelübde zurückgeht, das mit der Erhaltung des Klosters zu tun hat. Heute nutzt die evangelische Versöhnungsgemeinde Stegen diesen Kirchenraum für Gottesdienste.
  • Südwestlich des Dorfes steht auf dem Höhenrücken Lindenberg (720 m ü. M) die kleine Wallfahrtskirche Maria Lindenberg, daneben eine Begegnungs-, Tagungs- und Erholungsstätte des Erzbistums Freiburg und eine Pilgergaststätte. Die Wallfahrt auf den Lindenberg besteht seit über 500 Jahren.
  • Am Panorama-Wanderweg zwischen St. Peter und St. Märgen liegen die Vogesen- und Kapfenkapelle, zwei Votivkapellen.
  • Zahlreiche weit über die Gemarkung verstreute Schwarzwaldhöfe und -mühlen geben dem Dorf das typische Gepräge einer Hochschwarzwaldgemeinde.
  • Der Kandelhöhenweg (Oberkirch (Baden)Freiburg im Breisgau) führt durch St. Peter.
  • Der (Wuhr-)Urgraben(-weg) auf den Gemarkungen St. Peter und Glottertal ist ein Technikdenkmal.
  • Der Plattensee, ein Stausee des Zweribachwerkes liegt auf der Gemarkungsgrenze zu Simonswald am Rande der Platte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund seiner Verdienste um die Gemeinde während seiner 24-jährigen Amtszeit wurde Altbürgermeister Gottfried Rohrer im Dezember 2008 die Ehrenbürgerwürde verliehen.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in der Gemeinde gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Armbruster (1886–1973), Priester und Bienenkundler, forschte als Direktor des Instituts für Bienenkunde in Berlin zusammen mit dem hiesigen Imkerverein im Edelzuchtgebiet Platte.
  • Manfred Herrmann (1932–2012), Pharmakologe, Erfinder des Medikaments Valoron und anderer zugelassener Medikamente.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein großer Teil der Außenaufnahmen zum ersten deutschen Nachkriegs-Farbfilm Schwarzwaldmädel wurde hier im Mai 1950 gedreht.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Regierungsbezirk Freiburg. In: Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2, S. 153–155.
  3. a b Karl Schmid; Hans Schadek: Die Zähringer. Anstoß und Wirkung. Thorbecke, Sigmaringen 1986, ISBN 3-7995-7041-1, S. 371
  4. a b Chronik der Gemeinde St. Peter
  5. Arbeitsgemeinschaft Ebringer Dorfgeschichte (Hrsg.): Ebringer Dorfgeschichte Nr. 2. Ebringen unterm Hakenkreuz. Zeitzeugenberichte, Ebringen 2008, S. 33 und 38
  6. Der Bau der Bibliothek stand im Rohbau mehrere Jahre still, weil sich die klostereigenen Bauern weigerten, die nötigen Leistungen im Frondienst zu erbringen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Peter (Hochschwarzwald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: St. Peter (Hochschwarzwald) – Quellen und Volltexte