St. Peter und Paul (Bad Driburg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Pfarrkirche St. Peter und Paul

Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul ist ein denkmalgeschütztes Kirchengebäude in Bad Driburg, einer Stadt im Kreis Höxter (Nordrhein-Westfalen).

Geschichte und Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrei wurde um 1258 gegründet, zumindest eine Vorgängerkirche ist bezeugt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche wiederholt geplündert und fiel 1636 einer großen Feuersbrunst zum Opfer. Der Turm stürzte ein. Die Kirche wurde bis 1676 renoviert. Der Kirchturm und das verfallene nördliche Seitenschiff wurden wieder aufgebaut. Die Kirche erhielt eine barocke Ausstattung. 1823 wurde das südliche Seitenschiff abgerissen und dann erheblich vergrößert als dreijochige Anlage errichtet. 70 Jahre später befand sich die Pfarrkirche in einem schlechten baulichen Zustand. Der Regierungspräsident verfügte wegen Baufälligkeit die Schließung. Ein größerer Neubau an gleicher Stelle wurde geplant.

Die neugotische Hallenkirche wurde von 1895 bis 1896 unter der Leitung von Arnold Güldenpfennig aus Sandsteinquadern gemauert. Beratend zur Seite standen Pater Stephan Beissel und Carl Schäfer. Sie ist mit abgewalmten Quersatteldächern gedeckt. Das Gebäude wurde mit einem ausladenden Querhaus und rechteckigen Chorflankenkapellen ausgestattet. Der Turm mit einer Galerie und aufgesetzten Ecktürmchen steht an der Westseite. Im lichten Innenraum ruhen Kreuzrippengewölbe auf Rundpfeilern. Die Farbfenster wurden von 1896 bis 1898 von der Kölner Glasmalereiwerkstätte Schneiders & Schmolz angefertigt. Die Ausmalung erfolgte 1909 durch Eduard Goldkuhle. Die Ornamentbahnen wurden 1990 überwiegend ersetzt. Das Gebäude wurde 2008/09 umfassend renoviert. Dazu gehörte die Freilegung und Auffrischung der 100 Jahre zuvor vollendeten Ausmalung.[1][2]

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkrelief

Die bauzeitliche Holzausstattung stammt geschlossen aus der Wiedenbrücker Schule.

  • Die Altäre, neugotische Schnitzretabel mit Gesprenge, wurden mit Ausnahme des Marienaltars, von Becker und Brockhinke gebaut. Die Reliefs und Figuren stammen von Anton Mormann, sie wurden 2005 gereinigt. Die Stipites wurden vor 1960 verkleinert.
  • Der Hochaltar mit Klapptafeln zeigt innen einen Christuszyklus und außen Figuren der Heiligen Bonifatius, Elisabeth, Liborius, Theresia, Petrus und Paulus.
  • Der Marienaltar von Heinrich Schweppenstedde wurde mit einer Mondsichelmadonna von Franz Georg Goldkuhle ausgestattet.
  • Auf dem Kreuzaltar ist eine Kreuzigung zwischen dem Ungläubigen Thomas und Christi Himmelfahrt dargestellt.
  • Eine Pietà aus Stein
  • Josephs Tod aus Stein
  • Der Taufstein vom 13. Jahrhundert ist noch von der Vorgängerkirche. Er hat die Form eines Pokals, mit einem Fuß in Form eines umgedrehten Würfelkapitells.
  • Die Kreuzwegreliefs aus Terrakotta wurde 1867 gebrannt.
  • Kanzel, Orgelbühne und -Gehäuse runden die Ausstattung ab.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche Orgel mit 27 Registern wurde 1898 von Eggert aus Paderborn eingebaut. Bei Umbauten im Jahr 1989 wurde sie auf das originale Klangbild zurückgeführt. Das Instrument hat mechanische Schleifladen bei 31 Registern auf zwei Manualen und Pedal.[3]

I Hauptwerk C–g3
1. Bordun 16′
2. Principal 8′
3. Gamba 8′
4. Bordun 8′
5. Harmonieflöte 8′
6. Octave 4′
7. Traversflöte 4′
8. Gemshorn 2′
9. Cornett III 4′
10. Rauschpfeife II 223
11. Mixtur III–V 2′
12. Zimbel III 1′
13. Trompete 8′
II Schwellwerk C–g3
14. Gamba 16′
15. Geigenprinzipal 8′
16. Lieblich Gedackt 8′
17. Hohlflöte 8′
18. Salicional 8′
19. Vox coelestis 8′
20. Gemshorn 4′
21. Rohrflöte 4′
22. Violine 2′
23. Gambenmixtur IV 223
24. Klarinette 8′
Tremulant
Pedalwerk C–f1
25. Principalbass 16′
26. Subbass 16′
27. Salicetbass 16′
28. Violoncello 8′
29. Gedecktbass 8′
30. Posaune 16′
31. Trompete 8′

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Peter und Paul (Bad Driburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ursula Quednau (Bearb.): Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Nordrhein-Westfalen, Band II: Westfalen. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 2011, ISBN 978-3-422-03114-2, S. 52
  2. Geschichte
  3. Nähere Informationen zur Orgel, gesehen 28. März 2012.

Koordinaten: 51° 44′ 9″ N, 9° 1′ 7″ O