St. Petrus (Berlin-Wilmersdorf)

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St. Petrus

St. Petrus ist eine Pfarrkirche der Priesterbruderschaft St. Pius X. Sie liegt an der Dillenburger Straße im Berliner Ortsteil Wilmersdorf. In ihrem äußeren Erscheinungsbild lehnt sich der geostete Kirchbau an der eklektizistisch-historisierenden Formensprache an.

Geschichte des Kirchbaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die St.-Petrus-Kirche ist Eigentum der Priesterbruderschaft St. Pius X. Diese feiert die Liturgie in der außerordentlichen Form des römischen Ritus.

1978 wurde eine Gemeinde in Berlin gegründet. Mit der steigenden Zahl von Gläubigen wuchs auch das Bedürfnis nach einer eigenen Kirche, die von 2002 bis 2005 errichtet wurde. Bis zur Fertigstellung der Petruskirche diente ein ehemaliges Offizierskasino am Mehringdamm als Gottesdienstraum.

Da die Piusbruderschaft keinen staatlich anerkannten Status als Körperschaft des öffentlichen Rechts hat, erhält sie keine Einnahmen aus Kirchensteuern. Daher wurde die Kirche ausschließlich durch Spenden und Kredite der Gläubigen finanziert.

Nachdem in der Nähe des Breitenbachplatzes der Priesterbruderschaft ein Baugrundstück für einen Kirchneubau überlassen wurde, begann der Kirchbau 2002 unter der Leitung des Architekten Hermann Feller und wurde 2005 von dem Architekten Michael Kaune vollendet. Nachdem die Schulden getilgt waren, wurde die Kirche vom Generalsuperior der Piusbruderschaft, Bernard Fellay, am 25. Mai 2013 geweiht.[1]

Innenraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochaltar

Die Ausstattung wurde überwiegend aus dem Bestand ehemaliger Kirchen gekauft, etwa ein vier Meter breiter Hochaltar aus dem Jahr 1754, der aus einer früheren Jesuitenkirche in Brüssel stammt.

Das vierjochige tonnengewölbte Kirchenschiff ist mit Wand- und Deckenausmalung in Formen der Renaissance des Kirchenmalers Ralf Lürig versehen. Über dem Seitenschiff befindet sich eine Empore, die in die Orgelempore über dem Eingangsbereich übergeht.

Vom Mittelgang aus führt eine Stufe zu den Kommunionbänken. Vor der Apsis erhebt sich von Säulen eingerahmter Baldachin. Der Bogen der Apsis trägt über einer Darstellung der Anbetung des apokalyptischen Lamms die Inschrift Dignus est Agnus qui occisus est [accipere virtutem, et divinitatem, et sapientiam, et fortitudinem, et honorem] („Würdig ist das Lamm, das geschlachtet ist [Macht zu empfangen, Reichtum und Weisheit, Kraft und Ehre, Lob und Herrlichkeit]“), aus Offb 5,12 EU.

Keates-Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die um 1900 vom englischen Orgelbauer Albert Keates geschaffene Pfeifenorgel mit 16 klingenden Registern und 816 Pfeifen, verteilt auf zwei Manuale und Pedal, wurde 2005 vom Priorat St. Petrus erworben. Sie stammte aus einer aufgegebenen Kirche in England und wurde durch die Orgelbauwerkstatt Ziegltrum aus Mallersdorf-Pfaffenberg (Niederbayern) restauriert. Das Windwerk wurde mit einem elektrischen Gebläse nachgerüstet. Die Orgel wurde im Februar 2009 fertig aufgestellt und im März 2009 eingeweiht.

Das Instrument hat folgende Disposition:

I Great C–c4
Open Diapason 8′
Clarabella 8′
Dulciana 8'
Principal 4′
Wald Flute 4′
Fifteenth 2′
Clarinet 8′
II Swell C–c4
Open Diapason 8′
Gedact 8′
Viol Di Gamba 8′
Voix Celestes 8′
Gemshorn 4′
Cornopeon 8′
Oboe 8′
Pedal C–f1
Bourdon 16′
Bass Flute 08′
  • Koppeln:
    • Normalkoppeln: II/I, I/P, II/P
    • Oktavkoppeln

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Glocken der St. Petrus Kirche wurden 2002 von der österreichischen Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck gegossen. Sie bestehen aus Bronze. Die Glockenweihe fand am 1. April 2002 statt und wurde von Bischof Bernard Fellay vollzogen.

Die Glocken, die nach Jesus Christus, der Mutter Gottes und den Heiligen Josef und Liborius benannt sind, tragen Bilder derselben. Die Christusglocke hat kein Bild.

Glocke Durchmesser Gewicht Schlagton Lateinische Inschrift Übersetzung der lateinischen Inschrift
Christusglocke 116 cm 960 kg f' REX GLORIAE König der Herrlichkeit
Marienglocke 096 cm 560 kg as' GRATIA IN LABIIS TVIS Anmut ist ausgegossen auf deine Lippen
Josephsglocke 086 cm 385 kg b' DOMINVS DOMVS DEI Hüter des Hauses Gottes
Liboriusglocke 075 cm 250 kg des" GLORIA LIBORII Ruhm des hl. Liborius

Gemeindeleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Priester bemühen sich vor Ort um die geistlichen Belange der Gläubigen. Es wird täglich die heilige Messe in der außerordentlichen Form gefeiert, sonntags ein gesungenes Amt sowie eine Früh- und eine Abendmesse, Kinderkatechese, für die Jugendlichen die Katholische Jugend Bewegung (KJB), Konvertiten-/Katechumenenunterricht, Beichtgelegenheiten und Zeit zur persönlichen Aussprache.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirchenführer St. Petrus Berlin-Wilmersdorf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Petrus (Berlin-Wilmersdorf) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/neue-kirche-fur-piusbruder
  2. Berlin – St. Petrus auf den Seiten der Priesterbruderschaft St. Pius X. (Memento vom 16. Februar 2015 im Internet Archive)

Koordinaten: 52° 28′ 6″ N, 13° 18′ 31″ O