St. Philippus und Jakobus (Kempenich)

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St. Philippus und Jakobus mit Westturm

Die katholische Pfarrkirche St. Philippus und Jakobus in Kempenich, einer Ortsgemeinde im Landkreis Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz, wurde ursprünglich Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut. Die Kirche ist den Aposteln Philippus und Jakobus (der Jüngere) geweiht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Patrozinium der Kirche wird auf ein hohes Alter der Kirche geschlossen. Sie wurde erstmals 1330 in der Taxa generalis des Trierer Erzbistums genannt. Der romanische Westturm wird auf Anfang des 13. Jahrhunderts datiert. Der Kern des heute noch vorhandenen Langhauses wurde um 1470 gebaut. Um 1728 vergrößerte man den Chor und an der Südseite des Ostjoches des Langhauses wurde eine Sakristei angebaut. Neben weiteren kleineren Umbauten im Laufe der Zeit war schließlich die Erweiterung in den Jahren 1904 bis 1906 wesentlich. Unter der Leitung des Bonner Architekten Johann Adam Rüppel wurde das nördliche Seitenschiff erneuert und ein südliches Seitenschiff hinzugefügt. Damit entstand die heutige vierschiffige Hallenkirche. 1919 wurde die Westempore aus Tuffstein in neogotischen Formen errichtet.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der romanische Westturm, mit einer Grundfläche von 6 mal 6 Metern, besitzt vier Geschosse, die durch profilierte Gesimse voneinander getrennt sind. Die unteren drei Geschosse besitzen Lichtschlitze und das letzte Geschoss, mit einem Rundbogenfries über je drei Lisenen versehen, hat zwei auf Säulen ruhende Rundbogenfenster in einem rahmenden Blendwerk. Den Abschluss bildet ein profiliertes Kranzgesims aus Tuffstein und darüber erhebt sich ein schlanker, achtseitiger und leicht geknickter Helm.

Westportal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westportal
Darstellung der klugen und törichten Jungfrauen
Konsolfigur mit der Darstellung des Apostels Thomas

Das rundbogige Westportal ist in einer Blende aus Basaltquadern eingelassen. Der Vorraum wird von einem Kreuzrippengewölbe überfangen und von einem halbrunden Bleiglasfenster mit der Darstellung der klugen und törichten Jungfrauen abgetrennt.

Kirchenschiffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das spätgotische Langhaus hatte ursprünglich vier Joche. Beim barocken Umbau wurde ein Satteldach über alle Schiffe errichtet und das Langhaus verändert. Der Innenraum besitzt eine Abfolge von Kreuz-, Netz-, Stern- und wiederum Netzgewölben, die auf achteckigen Pfeilern ruhen. Die Pfeiler besitzen keine Kapitelle, sondern Konsolen in Form von wappentragenden Figuren bzw. Aposteln.

Die nach dem Umbau Anfang des 20. Jahrhunderts vierschiffige Hallenkirche besitzt ein umlaufendes Gesims, auf dem die Fenstersohlbänke aufsitzen. Das Maßwerk der Fenster ist der Spätgotik nachempfunden. Die um 1905 entstandenen Glasfenster wurden von den Firmen Gassen & Blaschke (Düsseldorf) und Oidtmann in Linnich hergestellt.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der trommelförmige Taufstein (im Innern mit einer Szene aus dem Alten Testament erneuert) mit einem eingeritzten Rautenmuster wird in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts datiert und besitzt am unteren Rand einen Blattfries.

Am Aufgang zur Sakristei befindet sich in der Wand ein Sakramentsschrein, der mit einem spätgotischen Eisengitter verschlossen ist.

Der linke Seitenaltar, ein Marienaltar aus dem 18. Jahrhundert, stammt aus dem ehemaligen Dominikanerkloster in Koblenz.

In der Seitenkapelle links nach dem Westeingang befinden sich zwei Grabdenkmäler. Eines ist die Grabplatte der Elisabeth Schilling von Lahnstein († 1547/1552) aus Tuff mit lebensgroßer Darstellung der Verstorbenen mit einem Rosenkranz in den gefalteten Händen. Außen sind Ahnenwappen zu sehen. Der Sockel, der mit einer Inschriftentafel versehen war, ist zerstört. Gegenüber befindet sich an der Wand die Grabplatte der Elisabeth Schenk von Schmittburg. Die mit zweieinhalb Monaten Verstorbene wird als Wickelkind in einer halbrunden Nische, die von Pilastern mit Inschriften gerahmt wird, dargestellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Losse: St. Philippus und Jakobus Kempenich/Eifel. (Schnell Kunstführer Nr. 2097) Verlag Schnell & Steiner, München und Regensburg 1993.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: St. Philippus und Jakobus (Kempenich) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 25′ 9,8″ N, 7° 7′ 13,2″ O