St. Servatius (Siegburg)

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St. Servatius
Innenansicht

Die katholische Pfarrkirche St. Servatius ist ein denkmalgeschütztes Kirchengebäude in Siegburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Pfarrkirche wurde um 1169 durch einen Neubau ersetzt. Dieser ist eine Emporenbasilika mit flachgedecktem Mittelschiff. Die Seitenschiffe sind kreuzgratgewölbt. Der Westturm wurde am Anfang des 13. Jahrhunderts um zwei auf sechs Stockwerke erhöht. Ein Chor mit drei Apsiden wurde am Ende des 13. Jahrhunderts von einem an der Kölner Dombauhütte geschulten Meister im rheinischen Übergangsstil errichtet. Um 1500 wurde das Mittelschiff durch Hochziehen der Obergadenwände auf gleiche Höhe mit dem Hauptchor gebracht; es wurde mit Sterngewölben gedeckt.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Taufstein aus dem späten 12. Jahrhundert
  • Hölzerne Madonnenfigur aus dem 14. Jahrhundert
  • sechs Apostelstatuen von 1511, geschnitzt von Tilman van der Burch

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel wurde 1990 von der Orgelbaufirma Klais (Bonn) erbaut, unter Wiederverwendung des Prospektes, Spieltisches und eines Großteils des Pfeifenmaterials der Vorgängerorgeln aus den Jahren 1894 und 1930; die Vorgängerorgeln stammten ebenfalls von der Orgelbaufirma Klais. Im Jahre 1995 wurde die Orgel um ein Echowerk mit 7 Registern erweitert; das Echowerk ist schwellbar, und lässt sich frei an jedes Manualwerk und an das Pedalwerk ankoppeln. Das Schleifladen-Instrument hat 46 Register (3083 Pfeifen) auf drei Manualwerken und Pedal, und weist in seiner Disposition insbesondere Elemente des romantischen Orgelbaus des ausgehenden 19. Jahrhunderts, als auch Elemente der Orgelbewegung (um 1930) auf. Die Spiel- und Registertrakturen sind elektrisch.[1]

I Rückpositiv C–g3
Holzgdackt
Quintadena
Praestant
Rohrflöte
Gemshorn
Quinte 11/3´
Sesquialter II 22/3´
Scharff IV
Krummhorn
Tremulant
II Hauptwerk C–
Bordun 16´
Principal
Flaut major
Viol di Gamba
Octave
Flaut amabile
Quinte 22/3´
Superoctave
Mixtur V
Cornett V
Trompete
III Schwellwerk C–
Geigenprincipal
Gedackt
Salicional
Vox coelestis
Fugara
Zartflöte
Piccolo
Progressiv II-III 22/3´
Oboe
Solotrompete
Tremulant
Echowerk C–
Lieblich Gedackt
Blockflöte
Gemsquinte 22/3´
Principal
Terz 13/5´
Octave
Vox humana
Tremulant
Pedal C–
Principalbass 16´
Octavbass
Choralbass
Rauschpfeife III-IV 22/3´


Auxiliar-Pedal C–
Subbass 16´
Quintbass 102/3´
Violoncello
Posaune 16´
Basstrompete
Cymbelstern

Kirchenschatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Annoschrein,
  • Schrein der Heiligen. Innocentius und Mauritius von 1190
  • Honoratusschrein vom Ende des 12. Jahrhunderts
  • Tragaltar des Hl. Mauritius von 1160
  • Gregorius Tragaltar vom Ende des 12. Jahrhunderts
  • Annostab vom 12. Jahrhundert
  • Konsekrationskamm des heiligen Anno, aus Elfenbein, aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts[2]

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reclams Kunstführer Deutschland III, Denkmäler, Rheinlande und Westfalen, 1975, ISBN 3-15-008401-6
  • Peter Jurgilewitsch, Wolfgang Pütz-Liebenow: Die Geschichte der Orgel in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis, Bouvier Verlag, Bonn 1990, ISBN 3-416-80606-9, S. 479–482. [noch nicht für diesen Artikel ausgewertet]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Informationen zur Orgel auf der Website der Gemeinde
  2. Reclams Kunstführer Deutschland III, Denkmäler, Rheinlande und Westfalen, 1975, ISBN 3-15-008401-6 Seiten 653 bis 655

Koordinaten: 50° 47′ 46″ N, 7° 12′ 27″ O