Staat (Biologie)

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Als Staat (oder Volk) wird in der Biologie eine Gemeinschaft von Tieren einer Art bezeichnet, die durch Arbeitsteilung das Überleben ihrer Art gewährleisten.

Staatenbildende Insekten nennt man jene Insekten die sich eusozial verhalten. Eine besondere Form des Insektenstaates ist der Hymenopterenstaat (zu den Hautflüglern gehören u. a. Bienen und Ameisen). Aber auch Nacktmullen und Knallkrebsen können in staatenähnlichen Gemeinschaften leben.

Allgemeine Kriterien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das soziale Verhalten der Angehörigen eines Staates wird als eusozial bezeichnet. Damit eine Gemeinschaft von Tieren einer Art als Staat bezeichnet werden kann, müssen vor allem vier Bedingungen erfüllt sein:

  • Kooperative Brutpflege durch mehrere Individuen (vgl. Bruthilfe)
  • gemeinsame Nahrungsbeschaffung und auch -verteilung
  • Teilung des Verbandes in fruchtbare und unfruchtbare Individuen
  • Zusammenleben mehrerer Generationen

Ist nur die erste Bedingung erfüllt, spricht man von einer quasi-sozialen Art, ist nur die letzte nicht erfüllt, handelt es sich um eine semi-soziale Art. Eusozialität umfasst zudem eine strenge Rangordnung, die Aufgaben wie Begattung, Brutpflege, Bau, Feindabwehr und Führung einzelnen Individuen oder Gruppen zuschreibt.

Evolutionstheoretische Aspekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staatenbildende Organismen gibt es in mehreren verschiedenen Tiergruppen. So kommt Eusozialität nicht nur bei Hymenoptera (Bienen, Wespen, Ameisen), sondern auch bei Termiten (Isoptera), Pflanzensaugern (Sternorrhyncha), Käfern (Coleoptera), Fransenflüglern (Thysanoptera), Krebsen (Crustacea) und sogar bei den Säugetieren (Rodentia:Nacktmulle) vor.

Die Staatenbildung von Insekten geht häufig mit einer Haploidie der Männchen einher. Dennoch ist diese Haploidie für die Staatenbildung weder notwendig noch hinreichend, denn es gibt haploide Insekten, die keine Staaten bilden, und Insektenstaaten mit diploiden Individuen (Termiten).

Durch die Haplodiploidie kann die Staatenbildung aber stark gefördert werden, denn dadurch kann es bei einem monogamen Paarungsverhalten der Königin für die Arbeiterinnen vorteilhafter sein, ihre eigenen Geschwister aufzuziehen, anstatt selbst eigene Nachkommen zu erzeugen (vergl. Verwandtenselektion).

Insektenstaaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Echte“ soziale Insekten (= eusoziale Insekten) bilden Staaten, bei denen die Kaste der Geschlechtstiere (männlich und weibliche: Termiten oder nur weibliche: Bienen und Ameisen) und deren Nachkommen (die Arbeiterkaste) in einem Nest einen manchmal Jahre überdauernde Gemeinschaft bilden. Dazu gehören Bienen, manche Faltenwespen, Ameisen und Termiten. Bei Insekten mit einfacher sozialer Organisation unterscheidet man je nach Höhe a) subsozial, b) kommunal, c) quasisozial und d) semisozial. Solitäre Insekten bilden keine Staaten und finden sich nur kurzzeitig meist zu Paarung zusammen.[1]

Bei domestizierten Bienen spricht man auch vom Volk mit bis über 50.000 Individuen mit den bekannten Kasten: Königin, Arbeiterinnen und Drohnen.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Maximilian Renner, Biologie und Ökologie der Insekten, VEB Gustav Fischer Verlag, Jena, 1989, S. 572.
  2. Maximilian Renner, Biologie und Ökologie der Insekten, VEB Gustav Fischer Verlag, Jena, 1989, S. 40.