Staatliches Komitee für Fernsehen

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Das Staatliche Komitee für Fernsehen (SKF) wurde am 15. September 1968 in Ost-Berlin gegründet und war bis zum Wende in der DDR das oberste Leitungsgremium für das Fernsehen in der DDR. Das Fernsehkomitee unterstand formal dem Ministerrat der DDR.

Mit ihm wurde als Ergänzung zum Staatlichen Komitee für Rundfunk (Hörfunk) eine Institution geschaffen, die der wachsenden Rolle des DDR-Fernsehens im Mediensystem des Landes Rechnung tragen und die nach dem politisch-zentralistischen Prinzip zugleich die staatliche Koordination und Lenkung des Fernsehens sichern sollte.

In der Folge kam es zur Gründung des zweiten Programms, welches 1969 mit der Ausstrahlung in Dresden, Dequede und Berlin begann. Aus der Arbeit des Staatlichen Komitees für Fernsehen entstanden unter Leitung des Vorsitzenden, Heinz Adameck, zahlreiche Direktiven und Beschlüsse, die in den Abteilungen des DDR-Fernsehens als Vorlagen für die publizistischen und weitgehend politisch-ideologischen Zielstellungen verwendet wurden.

Ende des Komitees[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Modrow berief als Vorsitzender des Ministerrats den SKF-Vorsitzenden Adameck gemäß eigener Bitte mit Wirkung zum 30. November 1989 von seinem Amt ab. Der Ministerrat beschloss anschließend, Adamecks Funktion ab dem 1. Dezember Hans Bentzien als neuem Generalintendanten des Fernsehens der DDR zu übertragen. Per weiterem Ministerratsbeschluss vom 21. Dezember 1989 wurde das Staatliche Komitee für Fernsehen offiziell in "Fernsehen der DDR" umbenannt und der Generalintendant mit der Bildung eines Fernsehrats beauftragt. Der Generalintendant blieb zunächst dem Vorsitzenden des Ministerrats berichtspflichtig, bis sich im Februar 1990 der Medienkontrollrat konstituierte, der den Ministerrat als Aufsichtsgremium des Fernsehens ablöste, womit auch die Geschichte des dem Ministerrat unterstellten Komitees endete. Am 15. März 1990 bestätigte der Ministerrat abschließend die Umwandlung des bisherigen Fernsehens der DDR in die unabhängige, öffentlich-rechtliche Körperschaft „Deutscher Fernsehfunk“.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jost-Arend Bösenberg: Die Aktuelle Kamera (1952–1990). Lenkungsmechanismen im Fernsehen der DDR. (Veröffentlichungen des Deutschen Rundfunkarchivs 38), Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin 2004, ISBN 3-935035-66-7.
  • Franca Wolff: Glasnost erst kurz vor Sendeschluss: Die letzten Jahre des DDR-Fernsehens (1985–1989/90). Köln/Weimar: Böhlau Verlag 2002, ISBN 3-412-08602-9.
  • Torsten F. Barthel: Das Fernsehen als Mittel Der Staatskommunikation und der ideologischen Apologetik in der DDR. GRIN Verlag 2009, ISBN 3-640-36157-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ulf Rathje und Chris Fengler: Einleitung (5. Das Ende des DDR-Fernsehens (1989 bis 1991)) der Dokumentation Staatliches Komitee für Fernsehen, Teil 1: Sitzungsunterlagen 1953–1991 im deutschen Bundesarchiv vom 16. März 2009, abgerufen am 13. Juni 2013

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]