Staatsakt (Veranstaltung)

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Staatsbegräbnis für Konrad Adenauer am 25. April 1967: Der mit der deutschen Bundesdienstflagge als Bahrtuch bedeckte Sarg des verstorbenen ersten Bundeskanzlers wird vor dem Kölner Dom, wo mit Staatsgästen ein Pontifikalrequiem gefeiert worden war, auf eine Geschützlafette gesetzt und mit militärischen Ehren zu einem Schiff geführt, das den Sarg auf dem Rhein bis nach Rhöndorf zur letzten Ruhestätte bringt.

Ein Staatsakt ist eine feierliche Veranstaltung zur Würdigung einer für einen Staat bedeutenden Person oder eines bedeutenden Ereignisses. Kennzeichen eines Staatsaktes sind ein aufwändiges Zeremoniell, ein repräsentativer Rahmen und die Anwesenheit hoher Funktionsträger.

Ein Staatsakt kann sein:

  • ein Staatsbegräbnis,
  • ein Trauerstaatsakt,
  • oder ein sonstiger Staats- und Festakt.

Bundesrepublik Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Bundesebene ist lediglich der Bundespräsident befugt, Staatsakte zu veranlassen. Dies erfolgt in Abstimmung mit anderen Verfassungsorganen.

Gemäß der Anordnung über Staatsbegräbnisse und Staatsakte vom 2. Juni 1966[1] kann ein Staatsakt insbesondere Menschen des öffentlichen Lebens gewährt werden, die sich um das deutsche Volk hervorragend verdient gemacht haben. Diese posthume Ehrung wurde bisher insbesondere den ehemaligen Bundespräsidenten, Bundeskanzlern, und Bundestagspräsidenten sowie einigen früheren Bundesverfassungsgerichtspräsidenten und Bundesministern zuteil.

Die Ehrung erfolgte in den letzten Jahren zumeist in Form eines Trauerstaatsaktes, zuletzt am 17. April 2016 für den verstorbenen Bundesminister a. D. Hans-Dietrich Genscher. Das jüngste Staatsbegräbnis war 1997 das Begräbnis für den verstorbenen Bundestagspräsidenten a. D. Kai-Uwe von Hassel in Bonn.

Zum Gedenken an die Opfer des Tsunamis im Dezember 2004 fand ebenfalls ein Trauerstaatsakt statt.[2] Auch zu bedeutenden Jahrestagen finden in Deutschland Staatsakte statt, zum Beispiel zum sechzigjährigen Bestehen der Bundesrepublik.[3]

Zuständig für die Planung und Durchführung der Staatsakte und Staatsbegräbnisse ist das Referat Protokoll Inland im Bundesministerium des Innern.[4] Die Landesregierungen können ebenfalls Staatsakte anordnen, wie beispielsweise 2015 in Nordrhein-Westfalen für die Opfer des Absturzes des Germanwings-Fluges 9525.[5]

Republik Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ministerrat beschließt Staatsbegräbnisse und sogenannte staatliche Begräbnisse. Die Ehrungen sind für Bundespräsidenten, Bundeskanzler und Nationalratspräsidenten vorgesehen. Sterben diese in Ausübung ihres Amtes, ist ein Staatsbegräbnis möglich, ansonsten ein staatliches Begräbnis.[6] Die verstorbenen Präsidenten der Zweiten Republik werden in der Präsidentengruft auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anordnung über Staatsbegräbnisse und Staatsakte vom 2. Juni 1966 (PDF; 64 kB)
  2. spiegel.de 20. Januar 2005
  3. sueddeutsche.de
  4. Bundesministerium des Innern: Protokoll Inland der Bundesregierung
  5. spiegel.de
  6. Die Presse: Abschied: Von Staatsbegräbnissen, die keine waren vom 8. August 2014.