Staatsarchiv Leipzig

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Das Staatsarchiv Leipzig wurde 1954 gegründet und ist seit 2007 eine Abteilung des Sächsischen Staatsarchives.

Staatsarchiv Leipzig

Zuständigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Staatsarchiv Leipzig verwahrt rund 25 laufende Regalkilometer Urkunden, Amtsbücher, Akten, Zeichnungen, Karten und Risse sowie elektronische und andere Datenträger aus neun Jahrhunderten deutscher Geschichte. Die Grundlage der Tätigkeit bildet das Archivgesetz des Freistaates Sachsen.

Innerhalb des Sächsischen Staatsarchives ist das Staatsarchiv Leipzig zuständig für die Archivierung von Unterlagen der Gerichte, Behörden und anderer öffentlicher Stellen im ehemaligen Direktionsbezirk Leipzig. Daneben archiviert es Unterlagen der Wirtschaft, Parteien und Organisation, Vereine, Nachlässe und Sammlungen.

Einen Schwerpunkt innerhalb der Wirtschaftsüberlieferung bildet das Archivgut von über 40 vorwiegend Leipziger Verlagen, darunter so bekannten wie F. A. Brockhaus, E. A. Seemann, Gustav Kiepenheuer, S. Hirzel, Edition Leipzig, Bernhard Tauchnitz, Bosworth & Co, Friedrich Hofmeister, Anton J. Benjamin/Hans C. Sikorski, Verlag für die Frau oder B. G. Teubner.

Im Staatsarchiv Leipzig befindet sich mit über 720 laufenden Metern Gesamtumfang die in Qualität wie Quantität bedeutendste archivische Überlieferung von Musikverlagen im deutschsprachigen Raum. Sie umfasst das 19. und 20. Jahrhundert und dokumentiert die nationalen und internationalen Aktivitäten wichtiger Musikverlage wie Breitkopf & Härtel, C. F. Peters und VEB Deutscher Verlag für Musik.

Einen weiteren Schwerpunkt der Überlieferung bilden die Bestände der bis 1995 selbständigen Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte Leipzig, darunter die Familienkundlichen Sammlungen des Reichssippenamtes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Staatsarchiv Leipzig wurde 1954 als Außenstelle des Landeshauptarchivs Dresden unter der Bezeichnung „Landesarchiv Leipzig“ eingerichtet. 1965 wurde es zum eigenständigen Staatsarchiv mit der Bezeichnung „Staatsarchiv Leipzig“ umgewandelt. Im Jahre 1995 erfolgte die Eingliederung der Deutschen Zentralstelle für Genealogie in das Staatsarchiv Leipzig. Ebenfalls 1995 zog das Staatsarchiv aus dem Gebäude des ehemaligen Reichsgerichts aus und in einen modernen Zweckbau im Leipziger Stadtteil Paunsdorf ein.

Zum 1. Januar 2005 wurde das Staatsarchiv Leipzig mit den Staatsarchiven in Chemnitz und Dresden, dem Bergarchiv Freiberg und der Zentralen Abteilung zum „Sächsischen Staatsarchiv“ zusammengefasst. Seit 2007 besteht das ehemalige Staatsarchiv Leipzig als Abteilung 3 des Sächsischen Staatsarchives.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ingrid Grohmann (Hrsg.): Archiv - Geschichte - Region. Symposium zum 40jährigen Bestehen des Sächsischen Staatsarchivs Leipzig (1954-1994), Leipzig 1994.
  • Thekla Kluttig: Nur Briefe berühmter Komponisten? Archivgut von Leipziger Musikverlagen als Quelle für die Musikwissenschaften, in: Die Musikforschung 66 (2013), Heft 4, S. 391–407.
  • Thekla Kluttig: Die Deutsche Zentralstelle für Genealogie - Mythos und Realität, in: Archivar 66 (2013), Heft 1, S. 6–12.
  • Thekla Kluttig: Archivgut von Musikverlagen im Sächsischen Staatsarchiv - Staatsarchiv Leipzig, in: Forum Musikbibliothek. Beiträge und Informationen aus der musikbibliothekarischen Praxis 33 (2012), Heft 3, S. 13–20.
  • Thekla Kluttig: Aus der Archivschachtel befreien. Archivgut von Verlagen im Sächsischen Staatsarchiv - Staatsarchiv Leipzig, in: Archivar 65 (2012), Heft 4, S. 380–386.
  • Thekla Kluttig: Von Rosenblüten, Banknoten und dem Schweizerbund - Quellen zu Leipziger Unternehmen im Staatsarchiv Leipzig, in: Leipzigs Wirtschaft in Vergangenheit und Gegenwart. Akteure, Handlungsspielräume, Wirkungen (1400-2011), hg. von Susanne Schötz, Leipzig 2012, S. 417–432.
  • Thekla Kluttig: Archivgut der Wirtschaft in einem ostdeutschen Staatsarchiv - das Beispiel Leipzig, in: Archiv und Wirtschaft 45 (2012) Heft 3, S. 125–132.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 51° 20′ 46″ N, 12° 28′ 22″ O