Staatsbibliothek zu Berlin (Haus Unter den Linden)

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Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Unter den Linden
Preußische Staatsbibliothek

Preußische Staatsbibliothek

Daten
Ort Berlin
Architekt Ernst von Ihne
Bauherr Wilhelm II.
Baustil Neobarock
Baujahr 1903–1914
Höhe 28 m
Grundfläche 18.190 m²
Koordinaten 52° 31′ 4,2″ N, 13° 23′ 30,1″ OKoordinaten: 52° 31′ 4,2″ N, 13° 23′ 30,1″ O

Das Haus Unter den Linden der Staatsbibliothek zu Berlin ist ein denkmalgeschütztes Bibliotheks- und Akademiegebäude Unter den Linden 8 im Berliner Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks.[1] In den Jahren 1903–1914 von Ernst von Ihne im Stil des Neobarock errichtet, beheimatete es neben der Königlichen Bibliothek und der Universitätsbibliothek auch die Königliche Akademie der Wissenschaften.[2] Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und in der DDR-Zeit teilweise abgerissen, wird das Haus Unter den Linden seit 2005 bis voraussichtlich 2019 umfangreich saniert und erweitert. Es gehört zu den größten Gebäuden Berlins und den bedeutendsten Bibliotheken der Welt.[3]

Geschichte und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Königliche Bibliothek wurde anstelle des Königlichen Marstalls in den Jahren 1903–1914 von Ernst von Ihne im Stil des Neobarock errichtet. Sie beheimatete auch die Universitätsbibliothek und die Königliche Akademie der Wissenschaften. Über dem rustizierten Sockel erhebt sich die dreigeschossige Fassade des Hauses Unter den Linden, die Mittelrisalite mit korinthischen Säulen und Seitenrisalite mit kolossalen Pilastern gliedern. Neben dem Tympanonrelief „Kunst und Technik huldigen Athena“ an der Front schmücken Skulpturen von Otto Lessing die Fassade. Die Gestaltung der Innenräume entspricht den verschiedenen Nutzungen. Während die Treppenhäuser mit hellem Stein und die Direktionsräume mit dunklem Holz verkleidet sind, ist der Festsaal besonders prachtvoll ausgestattet.

Im Zweiten Weltkrieg wurden vor allem der Kuppel- und Universitätslesesaal, aber auch die Kuppel Unter den Linden schwer beschädigt. Der Kuppellesesaal wurde 1955 zunächst durch ein Notdach gesichert, 1977 dann jedoch zusammen mit dem Universitätslesesaal abgerissen.[4] Anstelle der historischen Lesesäle entstanden Magazintürme. Der Ehrenhof dagegen blieb im ursprünglichen Zustand mit Springbrunnen, Wege- und Grünflächen erhalten. Sein Fassadenbewuchs mit wildem Wein stammt vermutlich noch aus der Kaiserzeit. Original sind auch die Laternen an den Haupteingängen und die schmiedeeisernen Gitter in der Lindenhalle. In der DDR-Zeit wurden die Plastik und das Relief „Lesender Arbeiter“ von Werner Stötzer im Ehrenhof aufgestellt.

Sanierung und Erweiterung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2005 bis voraussichtlich 2019 wird das Haus Unter den Linden als historische Forschungsbibliothek für rund 470 Millionen Euro von HG Merz umfangreich saniert und erweitert.[3] Dabei entstanden der moderne Allgemeine Lesesaal und der Rara-Lesesaal anstelle der Magazintürme, Tresor- und Freihandmagazine sowie ein Bibliotheksmuseum.[5] Während die Kuppel Unter den Linden rekonstruiert wurde, werden das Tonnengewölbe in der Treppenhalle und die Kuppel im Vestibül vereinfacht wiederaufgebaut.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Staatsbibliothek zu Berlin (Unter den Linden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Liste, Karte, Datenbank / Landesdenkmalamt Berlin. Abgerufen am 3. Oktober 2018.
  2. Der Neubau der Königlichen Bibliothek Berlin. In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie. Jg. 1908, 1. u. 2. Heft
  3. a b BBR - Berlin - Staatsbibliothek, Unter den Linden. Abgerufen am 3. Oktober 2018.
  4. Geschichte des Gebäudes Unter den Linden von Staatsbibliothek zu Berlin.
  5. Die Neubauten | Staatsbibliothek zu Berlin. Abgerufen am 6. Oktober 2018.