Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt

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Sachsen-AnhaltSachsen-Anhalt Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt
— StK —
Wappen des Landes Sachsen-Anhalt
Staatliche Ebene Land
Stellung der Behörde oberste Landesbehörde
Hauptsitz Magdeburg
Behördenleitung Rainer Robra als Chef der Staatskanzlei
Website stk.sachsen-anhalt.de
Außenansicht
Foyer der Staatskanzlei

Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt ist die Behörde, die dem Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt unmittelbar untersteht und ihn bei der Festlegung und Umsetzung der politischen Richtlinien gegenüber den Ministern sowie in seiner Funktion als Repräsentant des Landes unterstützt. Die Staatskanzlei ist darüber hinaus direkt zuständig für übergeordnete Aufgaben, wie Medienpolitik, Europapolitik, internationale Zusammenarbeit oder die Vorbereitung von Konferenzen der Regierungschefs aus Bund und Ländern.

Seit April 2016 ist die Staatskanzlei auch für den Bereich Kultur zuständig und übernimmt damit Teilaufgaben des bisherigen Ministeriums für Bildung und Kultur. An der Verlagerung der Kompetenzen in die Staatskanzlei hatte es im Land Kritik gegeben.[1]

Sitz der Staatskanzlei ist das Palais am Fürstenwall in der Hegelstraße 42 in Magdeburg.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leiter der Behörde (Chef der Staatskanzlei) und gleichzeitig Minister für Kultur ist Staatsminister Rainer Robra.

Die Staatskanzlei gliedert sich in Abteilungen und diese in Referate. Abteilungen sind:[2]

  • Abteilung 1: Verwaltung, Organisation
  • Abteilung 2: Ressortkoordinierung, Planung und föderale Angelegenheiten
  • Abteilung 3: Presse- und Informationsamt der Landesregierung
  • Abteilung 4: Internationale Zusammenarbeit, EU-Angelegenheiten, Protokoll, Medienpolitik
  • Abteilung 5: Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund
  • Abteilung 6: Kultur

Auch die Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt bei der Europäischen Union ist als Referat 42 ein Teil der Staatskanzlei.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Palais am Fürstenwall

Das Palais am Fürstenwall entstand in den Jahren 1889 bis 1893 als Dienstgebäude des Generalkommandos und kaiserliches Palais. Entworfen wurde das Haus vom Mitarbeiter der Bauabteilung des Preußischen Kriegsministeriums Paul Ochs. Es ist im örtlichen Denkmalverzeichnis eingetragen und gilt wichtiges Zeugnis der Architektur der wilhelminischen Zeit in Sachsen-Anhalt. Es entstand ein prächtiger palastartiger Ziegelbau im Stil des Historismus. Die Fassade des Souterrain ist mit Werkstein versehen. Auch die Fassade des Obergeschosses wird durch Werkstein gegliedert. Die Gestaltung des Hauses umfasst Elemente der Spätrenaissance und des Barock. Straßenseitig wird die Fassade durch einen breiten Mittelrisalit geprägt, der mit großen Rundbogenfenstern und Halbsäulen versehen ist. Bedeckt wird das Haus von einem Flachdach.

Das Gebäudeinnere lagert sich um einen überdachten Lichthof der zweigeschossig von einem Säulenumgang umgeben ist und über eine Festtreppe verfügt. Im Obergeschoss befindet sich straßenseitig ein prächtiger Festsaal. Darüber hinaus bestehen luxuriöses Wohnräume, die mit aufwändigen Ausmalungen versehen sind. In der Suite des Kaisers befindet sich ein allegorisches Deckengemälde.

Umgeben ist das Haus von einem Garten. Es besteht auch ein in Backsteinbauweise errichtetes eineinhalb bzw. zweigeschossiges, mit einem Walmdach bedecktes Nebengebäude. Das Anwesen ist von einer auf den Baustil der Gebäude angepassten Grundstückseinfriedung umgeben.

Palais als Erich-Weinert-Haus 1953

Das Gebäude diente als Wohn- und Dienstsitz des Kommandierenden Generals des IV. Preußischen Armeekorps. Darüber hinaus wohnten dort bei einem Aufenthalt in Magdeburg die Mitglieder der kaiserlichen Familie.

Nach 1945 zog die SMAD in das Gebäude ein. Im Juni 1953 wurde das Haus durch den Generalsekretär der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft Gottfried Grünberg in Erich-Weinert-Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft umbenannt. Im Gebäude wurde eine Ausstellung über den Magdeburger Schriftsteller Erich Weinert (1890–1953) eingerichtet. Eine ebenfalls im Haus untergebrachte Gaststätte trug den Spitznamen Zur roten Gardine. Nach der Neubildung des Landes Sachsen-Anhalt im Jahr 1990 wurde das Palais Sitz der Staatskanzlei.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Band 14, Landeshauptstadt Magdeburg, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-531-5, Seite 274

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Staatskanzlei Sachsen-Anhalt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Eger: Wie die Kultur im Land einfach verschwunden ist. In: Mitteldeutsche Zeitung vom 4. Mai 2016, abgerufen am 11. Mai 2017
  2. Staatskanzlei Sachsen-Anhalt: Aufbau der Staatskanzlei und Ministerium für Kultur

Koordinaten: 52° 7′ 20,4″ N, 11° 38′ 0,2″ O