Staatswald Galm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Staatswald Galm
Wappen von Staatswald Galm
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton FreiburgKanton Freiburg Freiburg (FR)
Bezirk: See/Lacw
BFS-Nr.: 2391i1f4
Postleitzahl: keine
Koordinaten: 579903 / 196212Koordinaten: 46° 55′ 0″ N, 7° 10′ 29″ O; CH1903: 579903 / 196212
Höhe: 568 m ü. M.
Höhenbereich: 513–596 m ü. M.
Fläche: 2,57 km²
Einwohner: 0 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 0 Einw. pro km²
Zugang zum Galmwald beim Galmguet

Zugang zum Galmwald beim Galmguet

Lage der Gemeinde
MurtenseeNeuenburgerseeSchiffenenseeWohlenseeGurmelsKanton BernKanton BernKanton BernKanton NeuenburgKanton WaadtKanton WaadtBroyebezirkSaanebezirkSensebezirkCourgevauxCourtepinCressier FRFräschelsGalmizGempenachGrengGurmelsKerzersKleinbösingenLurtigenMeyriezMisery-CourtionMont-VullyMuntelierMurtenMurtenMurtenRied bei KerzersStaatswald GalmUlmizKarte von Staatswald Galm
Über dieses Bild
w

Der Staatswald Galm (französisch Forêt cantonale de Galm, italienisch Foresta statale di Galm) ist neben den grösseren Seen das einzige Gebiet der Schweiz, das keiner Gemeinde zugeordnet ist. Sie gehören direkt dem Kanton an, dies im Gegensatz zu den Kommunanzen im Kanton Tessin, welche im Gemeinschaftsbesitz mehrerer Gemeinden stehen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet Galm steht unter der direkten Oberhoheit des Kantons Freiburg. Es hat eine Fläche von 257 ha (2,57 km²) und liegt im Seebezirk. Die BFS-Nr. lautet: 2391 (bis 31. Dezember 2003: 2285)

Geschichte und Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Galmwald wurde im Jahr 1342 durch den damaligen Landesherrn, den Grafen Aymon von Savoyen, zur Nutzung freigegeben. Dies führte jedoch zu schwerwiegenden Verwüstungen durch übermässigen Holzschlag und Waldweide (besonders mit Schweinen). Unter dem Einfluss neuer forstwirtschaftlicher Lehren nahmen die eidgenössischen Orte Bern und Freiburg das Gebiet des Galmwaldes im 18. Jahrhundert unter gemeinsame Verwaltung und kontrollierten und erlaubten nur noch die partielle Nutzung. Letztlich musste später ein Drittel des Waldes eingezäunt und von jeglicher Nutzung ausgeschlossen werden. Mit der Mediationsakte teilte Napoléon Bonaparte den Galmwald im Jahr 1803 dem Kanton Freiburg zu. So wurde er zum Staatswald und letztlich zum Schweizer Unikum. Denn bis heute ist das Gebiet keiner Gemeinde zugeteilt worden.[2]

Bewohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bunker, in dem der einzige Bewohner des Galmwaldes lebte.

Offiziell bewohnt niemand den Galmwald. Bis in die 1970er-Jahre lebte jedoch während eines Vierteljahrhunderts Michel «Ärnschtu» (Ernst) Gyoth dort.[3][4] Weil er in einem Bunker hauste, erhielt er den Übernahmen Bunker-Ärnschtu.[5] Der Bunker, in dem die I. Sappeur-Kompanie III/20 im Ersten Weltkrieg Dienst geleistet hatte, befindet sich auf der östlichen Seite des Waldes nahe beim Dorf Salvenach.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Remund, Barbara: Der Staatswald Galm. In: Freiburger Volkskalender, Fribourg, Jg. 85, 1994, S. 172–175. online bei RERO (PDF)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. Der Eichenwald Galm feiert Geburtstag in Freiburger Nachrichten vom 11. Juni 2013
  3. Urs Haenni: Der Waldmensch von Salvenach. In: Freiburger Nachrichten. 7. Februar 2009, abgerufen am 13. März 2020.
  4. Ueli Gutknecht: Freiburger Nachrichten 17. Oktober 1967 — e-newspaperarchives.ch. Abgerufen am 13. März 2020 (Mit Foto. Der Name "Gyoth" statt "Guillod" wurde am 27. Oktober 1967 in derselben Zeitung korrigiert.).
  5. Freiburger Nachrichten 5. November 1991 — e-newspaperarchives.ch. Abgerufen am 13. März 2020.