Staatz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Staatz
Wappen Österreichkarte
Wappen von Staatz
Staatz (Österreich)
Staatz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Mistelbach
Kfz-Kennzeichen: MI
Hauptort: Staatz-Kautendorf
Fläche: 42,65 km²
Koordinaten: 48° 40′ N, 16° 29′ OKoordinaten: 48° 40′ 0″ N, 16° 29′ 0″ O
Höhe: 246 m ü. A.
Einwohner: 1.970 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 46 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2134
Vorwahl: 02524
Gemeindekennziffer: 3 16 49
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Neudorfer Straße 7
2134 Staatz
Website: www.staatz.gv.at
Politik
Bürgermeister: Daniel Fröschl (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
10
9
10 
Insgesamt 19 Sitze
Lage der Marktgemeinde Staatz im Bezirk Mistelbach
AltlichtenwarthAsparn an der ZayaBernhardsthalBockfließDrasenhofenFalkensteinFallbachGaubitschGaweinstalGnadendorfGroßengersdorfGroßebersdorfGroßharrasGroßkrutHausbrunnHerrnbaumgartenHochleithenKreuttalKreuzstettenLaa an der ThayaLadendorfMistelbachNeudorf bei StaatzNiederleisOttenthalPillichsdorfPoysdorfRabensburgSchrattenbergStaatzStronsdorfUlrichskirchen-SchleinbachUnterstinkenbrunnWildendürnbachWilfersdorf (Niederösterreich)Wolkersdorf im WeinviertelNiederösterreichLage der Gemeinde Staatz im Bezirk Mistelbach (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Nordwestansicht von Staatz-Kautendorf mit der weithin sichtbaren rund 100 m hohen Kalkklippe
Nordwestansicht von Staatz-Kautendorf mit der weithin sichtbaren rund 100 m hohen Kalkklippe
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Staatz ist eine ehemalige Stadtgemeinde und heutige Marktgemeinde mit 1970 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Mistelbach in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staatz liegt im Weinviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 42,63 Quadratkilometer. 12,48 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sechs Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2017[1]):

  • Ameis (318)
  • Enzersdorf bei Staatz (375)
  • Ernsdorf bei Staatz (176)
  • Staatz-Kautendorf (582)
  • Waltersdorf bei Staatz (172)
  • Wultendorf (347)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Ameis, Enzersdorf bei Staatz, Ernsdorf, Staatz-Kautendorf, Waltersdorf und Wultendorf.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Daniel Fröschl (ab 2017), Vizebürgermeister Johann Holzapfel, Amtsleiter Wolfgang Schleifer.

Im Marktgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2015 bei insgesamt 19 Sitzen folgende Mandatsverteilung: ÖVP 10, SPÖ 9, andere keine Sitze.

Bürgermeister Leopold Muck (1995–2017) ist im April 2017 zurückgetreten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der Marktgemeinde Staatz ist eng mit der Chronik der gleichnamigen Burgruine verknüpft. Die Burg Staatz entstand bereits im 11. Jahrhundert, die erste urkundliche Erwähnung ist im Jahr 1072 belegt. In den Jahren von 1125 bis 1137 tritt ein Reginger von Staatz in Erscheinung. In den Jahren von 1178 bis 1198 wird Odalrich von Staatz samt seinen Söhnen Otto und Pilgrim erwähnt. Um das Jahr 1200 werden Reinger und Eberwein von Staatz genannt. Ulrich II. von Staatz wird bis zum Jahre 1230 genannt. Das männliche Geschlecht der Staatzer endete wahrscheinlich um die Mitte des 13. Jahrhunderts. Im weiteren Verlauf des Mittelalters waren der Ort und seine Burg mehrfach Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts kam Staatz an die Freiherrn von Roggendorf. Im Jahre 1551 wurde die Herrschaft Staatz vom Landesfürsten, Kaiser Ferdinand I., an die Freiherrn von Breuner verpfändet, die die Burg ausbauten. Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg 1645 durch ein schwedisches Heer zerstört. Seitdem ist sie eine Ruine. Die Grafen von Breuner erbauten in den Jahren von 1645 bis 1672 am östlichen Fuß des Burgfelsens ein neues Schloss, welches im Jahre 1807 von den Grafen Colloredo umgebaut wurde.

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurden Staatz und seine Katastralgemeinden Schauplatz heftiger und wechselvoller Kämpfe zwischen Truppen der Wehrmacht und der Roten Armee. In Staatz selbst wurden starke Zerstörungen durch Artilleriebeschuss verursacht, wobei auch Zivilisten ums Leben kamen und zahlreiche Gebäude durch Brand zerstört wurden. In Ernsdorf fanden zwischen 19. und 24. April 1945 schwere Kämpfe statt, bei denen 12 Panzer abgeschossen und zwei Zivilisten getötet wurden. Am 22. April marschierten russische Soldaten in Ernsdorf ein, plünderten den Ort und beschlagnahmten fast den gesamten Viehbestand und sämtliche Nahrungsmittel. Ein Ernsdorfer Kaufmann berichtete, dass Vergewaltigungen an der Tagesordnung waren, eine Frau soll in nur einer Nacht sogar 36 mal missbraucht worden sein. In Enzersdorf fanden ebenso Kämpfe statt, auch dort kamen mindestens zwei Zivilisten ums Leben.[2] Durch die Kriegsereignisse im Jahre 1945 brannte auch das Schloss aus und musste abgebrochen werden. Erhalten sind nur noch der Schüttkasten (heute Musikvereinssaal) und zwei Wohngebäude.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 2065 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 2012 Einwohner, 1981 2059 und im Jahr 1971 2125 Einwohner.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 68, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 134. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 921. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45,85 Prozent.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südsüdostansicht des Naturdenkmales und der Ruine
Pfarrkirche hl. Martin in Staatz
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Staatz
  • Der Ort wird von der Staatzer Klippe, eine Durchspießungsklippe aus Jurakalk und ein bemerkenswertes Naturdenkmal, überragt.
  • Auf dem Gipfel der Klippe befindet sich die Burgruine Staatz.
  • Seit dem Jahr 2000 ist die am Fuße des Staatzer Berges liegende Felsenbühne Staatz der Austragungsort der alljährlichen Sommerfestspiele.
  • Pfarrkirche Ameis
  • Pfarrkirche Staatz; eine neoromanische Kirche, die 1906/1907 an Stelle der Vorgängerkirche errichtet wurde und dem Martin von Tours geweiht ist.
  • Pfarrkirche Wultendorf
  • Die „Loahmgstettn“, ein Kellerdorf in Ameis, das 1998 Sieger im Kellergassenbewerb wurde und damit eine der schönsten Kellergassen des Landes ist.
  • Das Dorfwiazhaus, das Ameiser Dorfzentrum. Das Besondere: Das rund 100 Jahre alte Dorfgasthaus Stadler wurde nach einem 30-jährigen Dornröschenschlaf von den Ameisern revitalisiert. Für die Gestaltung erhielten die Ameiser im Jahr 2011 vom Land Niederösterreich die Goldene Kelle, die höchste Auszeichnung für Baugestaltung in Niederösterreich, überreicht.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Staatz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2017 nach Ortschaften
  2. Heeresgeschichtliches Museum/Militärhistorisches Institut (HGM/MHI), Militärgeschichtliche Forschungsabteilung (MilFoA), Studiensammlung, Bestand 1945, Schachtel 5, Fasz. 45/9, Gemeindeberichte Niederösterreich, Bezirk Mistelbach
  3. http://dorfwiazhaus.ameis.at/ abgerufen am 10. Mai 2011