Stabkirche Stiege

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Stabkirche Stiege (nahe dem Albrechtshaus)

Die 1905 erbaute Stabkirche Stiege befindet sich im Selketal zwischen Stiege, Breitenstein und Güntersberge.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1897 wurde die Lungenheilstätte Albrechtshaus in der Nähe des Ortes Stiege eröffnet. 1905 wurde neben dem Gebäude die Holzkirche in horizontaler Blockbauweise errichtet. Vorbild war die Stabkirche zu Wang im Riesengebirge. Der Entwurf stammte von dem Zimmermeister R. Witte aus Osterwieck. Die Fenster stellte die Glasmalereianstalt Ferdinand Müller in Quedlinburg her.

Am 20. Mai 1905 wurde die Kirche geweiht. An der Feier nahm neben anderen Würdenträgern auch der braunschweigische Prinzregent, Albrecht Prinz von Preußen, teil. Einer Überlieferung zufolge soll ein dankbarer skandinavischer Patient, der in der Heilanstalt von Tuberkulose geheilt worden war, die Kirche gestiftet haben.

Neben der Stabkirche in Stiege gibt es in Deutschland nur noch zwei weitere Nachbauten von Stabkirchen nach norwegischem Vorbild – die in Hahnenklee-Bockswiese und die in Stahnsdorf (alle zwischen 1905 und 1911 erbaut).

Heutiger Zustand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche ist noch im Originalzustand erhalten. Nur die Holzschindeln wurden durch Ziegel ersetzt. Sie steht unter Denkmalschutz. Da Einbrüche vermehrt vorgekommen waren, wurde die Kirche 2011 versiegelt.

Im Dezember 2014 wurde der Förderverein zur Umsetzung und Instandsetzung der Stieger Stabkirche gegründet. Aufgrund des Standortes in einem Harzer Wäldchen ist die Kirche immer wieder Opfer von Vandalismus geworden, wobei unter anderem die historischen Bleigläser zu großen Teilen zerstört wurden. Deshalb wurde die Versetzung der Kirche aus dem abgelegenen Wald-Standort in den knapp sieben Kilometer entfernten Ort Stiege beschlossen, die 2021 realisiert werden soll.[1]

Im November 2020 haben die Arbeiten begonnen. Die verfallende Stabkirche Stiege wird im Wald demontiert und sieben Kilometer entfernt im Ort saniert und restauriert wieder aufgebaut. Der neue Standort nahe dem Bahnhof für die Harzer Schmalspurbahn wird vorbereitet, der erste Spatenstich fand wegen der Corona-Pandemie bereits still und leise statt, erste Demontagen an der Kirche haben begonnen und die ersten Aufträge für Restaurierungen sind erteilt.[2]

Im örtlichen Denkmalverzeichnis ist die Kirche seit dem Jahr 2017 unter der Erfassungsnummer 094 30647 als Baudenkmal verzeichnet.[3] Bereits zuvor war die Stabkirche einmal mit der Nummer 094 56036 im Denkmalverzeichnis eingetragen. Sie war jedoch vor 2015 ausgetragen worden.[4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eine Million Euro zusammen: Stabkirche Stiege kann umziehen Süddeutsche Zeitung vom 7. August 2020.
  2. Eine ganze Kirche wird verfrachtet Der Loewe vom 22. Dezember 2020.
  3. Entwicklung Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt im Jahr 2017 Kleine Anfrage und Antwort Olaf Meister (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Wolfgang Aldag (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Staatskanzlei und Ministerium für Kultur 15.02.2018 Drucksache 7/2453 (KA 7/1372), Seite 9
  4. Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt Kleine Anfrage und Antwort Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen), Kultusministerium 19. 03. 2015 Drucksache 6/3905 (KA 6/8670), Seite 4625 f.

Koordinaten: 51° 38′ 32,5″ N, 10° 55′ 34,5″ O