Stabskorporal

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Stabskorporal
Dienstgradabzeichen auf der Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Heeresuniformträger der Jägertruppe (Platzhalter). Dienstgradabzeichen auf der Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Luftwaffenuniformträger (Platzhalter). Ärmelabzeichen am Hemd, dunkelblau für Marineuniformträger (Verwendungsreihe 10er Seemännischer Dienst)

Dienstgradabzeichen
(teils Platzhalter)
[1][A 1]

Dienstgradgruppe Mannschaften[2]
NATO-Rangcode –?–[3]
Dienstgrad Heer/Luftwaffe Stabskorporal[2]
Dienstgrad Marine Stabskorporal[2]
Abkürzung (in Listen) –?–
Besoldungsgruppe A6 mit Amtszulage nach BBesO A

Stabskorporal ist ein am 15. September 2021 eingeführter Dienstgrad der Bundeswehr in der Dienstgradgruppe der Mannschaften.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Personalentwicklung der Bundeswehr zur „Modernisierung der Laufbahnen“ wurde die Neukonzeption der Laufbahnen der Mannschaften des Truppendienstes gebilligt und die Einführung der neuen Dienstgrade Korporal und Stabskorporal als Spitzendienstgrad für Mannschaften beschlossen. Es wird sich zunächst um ein Pilotprojekt handeln.[4] Entscheidungen über NATO-Rangcode und Abkürzung stehen noch aus.

Befehlsbefugnis und Dienststellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bundeswehr ist der Stabskorporal ein Mannschaftsdienstgrad,[2][5] Aufgrund der Zugehörigkeit zur Dienstgradgruppe der Mannschaften könnten Stabskorporale auf Grundlage des § 4 („Vorgesetztenverhältnis auf Grund des Dienstgrades“) der Vorgesetztenverordnung niemandem allein auf Grund ihres Dienstgrades Befehle erteilen.[6][7] Wie alle Mannschaftsdienstgrade können sich Stabskorporale daher auch in Notlagen nicht selbst zu Vorgesetzten gemäß § 6 („Vorgesetztenverhältnis auf Grund eigener Erklärung“) der Vorgesetztenverordnung erklären.[8]

Stabskorporale besetzen besonders anspruchsvolle Dienstposten, die eine besondere Erfahrung benötigen. Dazu zählen beispielsweise Verwendungen als Instandsetzer auch komplizierter technischer Systeme (Bordwaffen, Funkgeräte, optische und elektronische Aufklärungsmittel, Drehflügler usw.), in Stäben als besonders qualifizierte Stabsgehilfen oder als Bediener technischer Systeme auf Kommandobrücken oder Gefechtsständen. Stabskorporale werden auch als Ausbilder, Truppführer oder (dann aber meist nur übergangsweise nach § 5 („Vorgesetztenverhältnis auf Grund besonderer Anordnung“) der Vorgesetztenverordnung) Gruppenführer eingesetzt. Aufgrund ihrer Erfahrung, die meist der Erfahrung von Unteroffizieren ohne Portepee entspricht, werden Stabskorporale in Stäben häufig mit Aufgaben betraut, die erhebliches Fachwissen und eine hohe Verantwortung bedingen. Aufgrund dieser und ähnlicher Dienststellungen und Aufgabenbereiche können Stabskorporale in den in der Vorgesetztenverordnung aufgezählten Fällen und in den dort genannten Grenzen allen dienstlich oder fachlich unterstellten Soldaten Befehle erteilen.[6][9]

Ernennung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maßgebliche gesetzliche Grundlagen für die Ernennung zum Stabskorporal enthält die Soldatenlaufbahnverordnung (SLV) und ergänzend die noch zu ändernde Zentrale Dienstvorschrift (ZDv) 20/7. Zum Stabskorporal können Soldaten auf Zeit und beorderte Reservisten der Laufbahn der Mannschaften ernannt werden.[A 2] Soldaten können 10 Jahre nach Eintritt in ein Dienstverhältnis der Bundeswehr zum Stabskorporal ernannt werden.[A 3] Voraussetzung ist in der Regel ferner eine Dienstzeit von mindestens einem Jahr im Dienstgrad Korporal.[10][11][12][A 4] Das Bundesministerium der Verteidigung hat angekündigt die Beförderungen hauptsächlich nach dem Prinzip der Bestenauswahl und nicht überwiegend nach Dienstalter durchzuführen.[4][13]

Besoldung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Soldaten auf Zeit im Dienstgrad Stabskorporal sind nach der Bundesbesoldungsordnung (BBesO) in Besoldungsgruppe A 6 der Bundesbesoldungsordnung A mit Amtszulage eingruppiert.[14] Reservistendienstleistende erhalten stattdessen Wehrsold nach dem Wehrsoldgesetz.[15]

Dienstgradabzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

HA OS5 18 Stabskorporal PzGren L.svg
Heer
LA OS5 18 Stabskorporal L.svg
Luftwaffe
MA OG5 18 Stabskorporal L.svg
Marine


Uniformträgerbereich[A 5][16]

Das Dienstgradabzeichen für Stabskorporale zeigt einen breiten und einen schmalen Schrägstreifen auf beiden Schulterklappen bzw. für Marineuniformträger auf den Oberärmeln[A 6][16][1] Die Details der Ausführung der Dienstgradabzeichen für den Dienstanzug der Heeres- und Luftwaffenuniformträger sind noch nicht festgelegt.

Äquivalente, nach- und übergeordnete Dienstgrade[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Dienstgrad Stabskorporal führen sowohl Heeres-, Luftwaffen- als auch Marineuniformträger. In den Streitkräften der NATO wird der Stabskorporal voraussichtlich zu allen Dienstgraden mit dem NATO-Rangcode mindestens OR-4 und höchstens OR-5 äquivalent sein. Eine genaue Einstufung im NATO-Rangcodesystem steht noch aus. Voraussichtlich wird der der Dienstgrad der Bundeswehr also beispielsweise mit dem Corporal der Streitkräfte der Vereinigten Staaten vergleichbar sein, der dort bereits zur Dienstgradgruppe der Unteroffiziere zählt.[3]

In der Laufbahngruppe der Mannschaften ist der Stabskorporal über dem Korporal eingeordnet. Der Stabskorporal ist der höchste Dienstgrad der Dienstgradgruppe der Mannschaften und der Spitzendienstgrad in den Mannschaftslaufbahnen; Soldaten der Mannschaftslaufbahnen werden also in dieser Laufbahn voraussichtlich nicht weiter befördert. Ein Wechsel in eine andere Laufbahn (beispielsweise in eine der Laufbahnen der Unteroffiziere) und die anschließende Ernennung in einen höheren Unteroffiziersdienstgrad ist möglich. Im Sinne des § 4 der Vorgesetztenverordnung sind alle Unteroffiziere ohne Portepee, deren niedrigste Dienstgrade der Unteroffizier bzw. der Fahnenjunker (für Heeres- und Luftwaffenuniformträger) und der Maat bzw. der Seekadett (für Marineuniformträger) sind, in den dort definierten Grenzen Vorgesetzte des Stabskorporals.

Bundeswehr Kreuz Black.svg Mannschaftsdienstgrad
Niedrigerer Dienstgrad[17]   Höherer Dienstgrad[17]
Korporal Stabskorporal

Dienstgradgruppe: MannschaftenUnteroffiziere o.P.Unteroffiziere m.P.LeutnanteHauptleuteStabsoffiziereGenerale

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Links: Platzhalter für das Dienstgradabzeichen auf der Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Heeresuniformträger der Jägertruppe. Mitte: Platzhalter für das Dienstgradabzeichen auf der Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Luftwaffenuniformträger. Rechts: Platzhalter für das Ärmelabzeichen am Hemd, dunkelblau eines Marineuniformträgers (Verwendungsreihe 10er Seemännischer Dienst)
  2. Da die Soldatenlaufbahnverordnung den Wechsel von Stabskorporalen in andere Laufbahnen ermöglicht, gibt es aber auch Soldaten anderer Laufbahnen, die den Dienstgrad Stabskorporal führen.
  3. Aktive Soldaten können also in der Praxis nach 10 Jahren Dienstzeit zum Stabskorporal ernannt werden. Für Reservisten gilt voraussichtlich entsprechend, dass die Beförderung erst 10 Jahre nach Eintritt in ein entsprechendes Dienstverhältnis erfolgen kann. Reservisten und aktive Soldaten werden insoweit gleichgestellt, als dass die Ernennung in diesen Dienstgrad für Reservisten nicht früher erfolgt als für Soldaten, die in einem anderen Wehrdienstverhältnis „verblieben sind“. Reservisten werden also in dieser Hinsicht so behandelt, als ob sie ununterbrochen in der Bundeswehr gedient hätten. Die Dienstzeit fällt für Reservisten jedoch insgesamt meist wesentlich kürzer aus, da jeweils nur relativ wenige Tage Wehrdienst beispielsweise in Form von Wehrübungen vor Ernennung in einen höheren Dienstgrad abzuleisten sind.
  4. ZDv 20/7 auf Grundlage § 49 der Soldatenlaufbahnverordnung (Verordnung über die Laufbahnen der Soldatinnen und Soldaten (Soldatenlaufbahnverordnung – SLV). 28. Mai 2021 (Online [PDF; abgerufen am 9. September 2021] Soldatenlaufbahnverordnung vom 28. Mai 2021 (BGBl. I S. 1228); ersetzt V 51-1-27 v. 19.3.2002 I 1111 (SLV 2002)).
  5. Aus Platzgründen verkürzte Bilduntertitel. Gemeint sind jeweils Heeresuniformträger, Luftwaffenuniformträger und Marineuniformträger. Die neben der Aufschiebeschlaufe für Heeresuniformträger abgebildete jägergrüne Flachlitze deutet auf einen Soldaten der Panzergrenadiertruppe, der Infanterie oder der Spezialkräfte hin. Neben den hier auf den Schulterklappen aufgeschoben abgebildeten Aufschiebeschlaufen für die Feldbluse im fünffarbigen Flecktarnmuster gibt es noch etliche weitere Dienstgradabzeichentypen, die im Artikel →„Dienstgradabzeichen der Bundeswehr“ ausführlicher dargestellt werden.
  6. In der Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten werden für Marineuniformträger die Ärmelabzeichen beschrieben. Für einige Anzugarten für Marineuniformträger sind jedoch nach Zentraler Dienstvorschrift 37/10 Schrägstreifen auf beiden Schulterklappen wie für Heeres- und Luftwaffenuniformträger vorgesehen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (Hrsg.): Dienstgradabzeichen, Marine Mannschaften/Unteroffiziere. 10. Auflage. 5. Juli 2021 (baainbw.de [PDF; abgerufen am 4. September 2021] Technische Lieferbedingung TL 8455-0022).
  2. a b c d e Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldatinnen und Soldaten (BPrDGrUnifAnO) (BGBl. 2021 I S. 4155)
  3. a b Agreed English texts. STANAG 2116. NATO standardization agreement (STANAG). NATO codes for grades of military personnel. 5. Auflage. 1992 (NATO Rank Codes – 1992 [abgerufen am 25. März 2014] Englisch).
  4. a b Jennifer Fiebig-Schulze: Auftakt für die Koporale. In: https://www.bundeswehr.de/. Bundeswehr, Leiter des Presse- und Informationsstabes, 3. August 2020, abgerufen am 6. August 2020.
  5. Bundesministerium der Verteidigung, BMVg P II 5 (Hrsg.): A-1420/24. Zentrale Dienstvorschrift. Dienstgrade und Dienstgradgruppen. 19. Januar 2006 (PDF [abgerufen am 10. Februar 2016]).
  6. a b Der Bundesminister der Verteidigung (Hrsg.): ZDv 14/5. Soldatengesetz. DSK AV110100174, Änderungsstand 17. Juli 2008. Bonn 21. August 1978, Die Vorgesetztenverordnung, S. A 12 1 (nicht zu verwechseln mit dem Verordnung über die Regelung des militärischen Vorgesetztenverhältnisses (Vorgesetztenverordnung – VorgV)).
  7. Bundesminister für Verteidigung (Hrsg.): Verordnung über die Regelung des militärischen Vorgesetztenverhältnisses (Vorgesetztenverordnung – VorgV). 4. Juni 1956, § 4 (Online [abgerufen am 25. März 2014] Zuletzt geändert durch Art. 1 Nr. 2 V v. 7. Oktober 1981 I 1129).
  8. Bundesminister für Verteidigung (Hrsg.): Verordnung über die Regelung des militärischen Vorgesetztenverhältnisses (Vorgesetztenverordnung – VorgV). 4. Juni 1956, § 6 (Online [abgerufen am 25. März 2014] Zuletzt geändert durch Art. 1 Nr. 2 V v. 7. Oktober 1981 I 1129).
  9. Bundesminister für Verteidigung (Hrsg.): Verordnung über die Regelung des militärischen Vorgesetztenverhältnisses (Vorgesetztenverordnung – VorgV). 4. Juni 1956 (Online [abgerufen am 25. März 2014] Zuletzt geändert durch Art. 1 Nr. 2 V v. 7. Oktober 1981 I 1129).
  10. Verordnung über die Laufbahnen der Soldatinnen und Soldaten (Soldatenlaufbahnverordnung – SLV). 28. Mai 2021 (Online [PDF; abgerufen am 9. September 2021] Soldatenlaufbahnverordnung vom 28. Mai 2021 (BGBl. I S. 1228); ersetzt V 51-1-27 v. 19.3.2002 I 1111 (SLV 2002)).
  11. Beachte auch: Anlage (zu § 3). Zuordnung der Laufbahnen der Soldatinnen und Soldaten zu den Laufbahngruppen der Mannschaften, der Unteroffiziere und der Offiziere
  12. Der Bundesminister der Verteidigung; Abteilung Personal-, Sozial- und Zentralangelegenheiten (Hrsg.): ZDv 20/7. Bestimmungen für die Beförderung und für die Einstellung, Übernahme und Zulassung von Soldatinnen und Soldaten. Bonn 27. März 2002, Art. 635 (PDF (Memento vom 26. Oktober 2014 im Internet Archive) [abgerufen am 26. März 2014] DSK AP210100187, Neudruck Januar 2008).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.reservisten.bundeswehr.de
  13. Hanife Cingi: Korporal und Stabskorporal - FAQ für Soldaten und Soldatinnen. In: https://www.bundeswehr.de/. Bundesministerium der Verteidigung, Referatsleiter Presse, 25. August 2020, abgerufen am 9. September 2021.
  14. Besoldungsstrukturenmodernisierungsgesetz – BesStMG. In: buzer.de. Daniel Liebig, 9. Dezember 2019, abgerufen am 7. August 2020.
  15. Gesetz über die Geld- und Sachbezüge der Soldaten, die auf Grund der Wehrpflicht Wehrdienst leisten (Wehrsoldgesetz – WSG). (PDF) In: Gesetze im Internet. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz; juris GmbH, 3. März 1957, abgerufen am 1. November 2014 (in der Fassung der Bekanntmachung vom 13. August 2008 (BGBl. I S. 1718), das zuletzt durch Artikel 2 Absatz 8 des Gesetzes vom 8. April 2013 (BGBl. I S. 730) geändert worden ist).
  16. a b Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (Hrsg.): Dienstgradabzeichen (Aufschiebeschlaufen, gewebt) für Kampfanzug und Dienstbekleidung. 10. Auflage. 21. März 2021 (baainbw.de [PDF; abgerufen am 4. September 2021] Technische Lieferbedingung TL 8455-0009).
  17. a b Die äquivalenten, ranghöheren und rangniedrigeren Dienstgrade sind im Sinne der ZDv 14/5 B 185 angegeben, vgl. Der Bundesminister der Verteidigung (Hrsg.): ZDv 14/5. Soldatengesetz. DSK AV110100174, Änderungsstand 17. Juli 2008. Bonn 21. August 1978, Dienstgradbezeichnungen in der Bundeswehr, S. B 185 (Nicht zu verwechseln mit dem Gesetz über die Rechtsstellung der Soldaten (Soldatengesetz). Die in der Infobox dargestellte Reihenfolge der Dienstgrade entspricht nicht notwendigerweise einer der in der Soldatenlaufbahnverordnung vorgesehenen regelmäßig durchlaufenen Dienstgradabfolgen und auch nicht notwendigerweise der in der Vorgesetztenverordnung beschriebenen Dienstgradhierarchie im Sinne eines Vorgesetztenverhältnisses).