Stad

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Wappen Karte
Wappen der Kommune Stad
Stad (Norwegen)
Stad (61° 54′ 41″ N, 6° 2′ 14″O)
Stad
Basisdaten
Kommunennummer: 4649
Provinz (fylke): Vestland
Verwaltungssitz: Nordfjordeid
Koordinaten: 61° 55′ N, 6° 2′ OKoordinaten: 61° 55′ N, 6° 2′ O
Fläche: 752,78 km²
Einwohner: 9.517 (1. Jan. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 13 Einwohner je km²
Sprachform: Nynorsk
Webpräsenz:
Verkehr
Straße: Europastraße 39
Politik
Bürgermeister: Alfred Bjørlo (V) (2019)
Lage in der Provinz Vestland
Lage der Kommune in der Provinz Vestland

Stad ist eine Kommune im norwegischen Fylke Vestland. Die Kommune hat 9517 Einwohner (Stand: 1. Januar 2021). Verwaltungssitz ist die Ortschaft Nordfjordeid. Gegründet wurde Stad im Rahmen der landesweiten Kommunalreform zum 1. Januar 2020 durch die Zusammenlegung von Selje und Eid sowie einem Teil von Vågsøy.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf das Hornindalsvatnet

Die Gemeinde liegt an der Westküste Norwegens im Norden des sich von Westen in das Land einschneidenden Nordfjords. Im Norden grenzt Stad an die Kommunen Vanylven und Volda, im Osten an Stryn. Im Nordfjord verläuft die Südgrenze zu Gloppen und Bremanger. Im Westen besteht eine Landgrenze zu Kinn, im Nordwesten eine Grenze im Vanylvsfjord zu Sande. Die Grenze zu Sande, Vanylven und Volda stellt zugleich die Fylkesgrenze zwischen Vestland und Møre og Romsdal dar. Der im Süden der Gemeinde gelegene Nordfjord spaltet sich im Landesinneren in den nördlicheren Eidsfjord und den Hundvikfjord auf. Am inneren Ende des Eidfjords liegt die Ortschaft Nordfjordeid. Dort mündet auch der Fluss Eidselva in den Fjord. Er läuft vom etwas weiter östlich gelegenen See Hornindalsvatnet ab. Kurz vor der Mündung liegt im Fluss die Insel Storøya.[2] Das Hornindalsvatnet ist der größte See der Region und mit einer Tiefe von etwa 514 Metern der tiefste Europas.[3]

Etwas nördlicher als der Nordfjord liegt an der Westküste die Bucht Sildegap (norwegisch: Sildegapet), in der unter anderem die Insel Barmøya liegt. An der Küste der Bucht liegt die Ortschaft Selje. Nördlich davon befindet sich die Halbinsel Stadlandet (auch kurz Stad), an deren Nordseite sich der Vanylvsfjord ins Landesinnere einschneidet.[2] Die Halbinsel liegt auf etwa 500 moh. und fällt an der Küste steil ab. Im Osten der Gemeinde werden die Erhebungen höher.[4] Die Erhebung Glitregga stellt mit einer Höhe von 1297,38 moh. den höchsten Punkt der Kommune Stad dar.[5] Der Berg liegt südlich des Sees Hornindalsvatnet auf der Grenze zu Stryn.[2]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde liegen mehrere sogenannte Tettsteder, also mehrere Ansiedlungen, die für statistische Zwecke als eine Ortschaft gewertet werden. Diese sind Bryggja mit 336, Selje mit 713, Leikanger mit 364, Nordfjordeid mit 3069, Mogrenda mit 353 und Torvika mit 238 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2020).[6]

Offizielle Schriftsprache ist wie in vielen Kommunen in Vestland Nynorsk, also die weniger weit verbreitete der beiden norwegischen Sprachformen.[7]

Jahr 1986 1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020
Einwohnerzahl[8] 8699 8822 8980 8846 8765 8670 8739 9457

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Nordfjordeid

Die Kommune Stad entstand zum 1. Januar 2020 im Rahmen der landesweiten Kommunalreform, nachdem die Kommunalparlamente von Eid und Selje sich dafür ausgesprochen und das Nationalparlament Storting dies beschlossen hatte.[9] Im November 2017 beschloss das Storting schließlich, dass auch die Ortschaft Bryggja aus der damaligen Kommune Vågsøy Teil von Stad werden sollte. Der Rest von Vågsøy ging in die neu gegründete Kommune Kinn über.[10] Zeitgleich zur Kommunalreform änderte sich auch die Fylkeszugehörigkeit. Bis zum 31. Dezember 2019 gehörten die Vorgängerkommunen Stads der damaligen Provinz Sogn og Fjordane an. Sie ging im Zuge der Regionalreform in Norwegen in die zum 1. Januar 2020 neu geschaffene Provinz Vestland über.[11]

Von der damaligen Kommune Selje wurden zum 1. Januar 1910 die Kommunen Sør-Vagsøy mit 1517 und Nord-Vågsøy mit 1111 Einwohnern abgespalten. Selje verblieb mit 3367 Einwohnern. Zum Jahresbeginn 1964 wurde schließlich ein von 344 Personen bewohntes Gebiet von Selje mit Sør-Vågsøy, Nordvågsøy und Teilen der damaligen Kommune Davik zu Vågsøy zusammengelegt. Von der Kommune Eid wurde zum Jahresbeginn 1867 die Gemeinde Hornindal mit 1612 Einwohnern abgespalten, Eid selbst behielt 2918 Einwohner. Am 1. Januar 1965 wurde schließlich Eid mit zu diesem Zeitpunkt 3568 Einwohnern mit einem von 654 Personen bewohnten Gebiet von Davik und einem von 310 Personen bewohnten Gebiet von Hornindal zusammengelegt.[12]

Funde und historische Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindeareal gibt es mehrere Funde aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit. Auf der Insel Selja befindet sich eine Ruine eines Benediktinerklosters.[13] Im Jahr 1913 wurde in Dragseidet ein Steinkreuz errichtet, das an Olav I. Tryggvason erinnern soll. An der Spitze der Halbinsel Stadland befinden sich Überbleibsel einer Befestigung der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Bei den dortigen Bauarbeiten verloren vermutlich zwischen 21 und 32 russische Kriegsgefangene ihr Leben.[14][15]

In der Kommune liegen mehrere Kirchen. Die Totland kyrkje ist eine Holzkirche aus dem Jahr 1912.[16] Die Selje kyrkje wurde 1866 fertiggestellt, auch sie ist aus Holz.[17] Ebenfalls eine Holzkirche ist die Eid kyrkje aus dem Jahr 1849.[18]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf des geplanten Schiffstunnels

An der Nordseite des Nordfjords führt der Riksvei 15 entlang. Richtung Westen stellt er die Verbindung in die Kommune Vågsøy her, in Nordfjordeid mündet er in die Europastraße 39 (E39). Außerhalb der Kommune führt der Riksvei 15 weiter in das Landesinnere. Die E39 kommt aus der südlich gelegenen Gemeinde Gloppen und führt per Fähre über den Hundvikfjord. Auf ihrem Weg nach Nordfjordeid führt sie durch den Straßentunnel Lotetunnelen. In Nordfjordeid selbst knickt sie in den Osten ab und führt am Südufer des Honindalsvatnet nach Stryn. Des Weiteren zweigt von die E39 der Riksvei 651 in den Norden nach Volda ab. Sowohl der Riksvei 651 als auch die Europastraße führen in die weiter nördlich gelegene Stadt Ålesund.[2]

Der Stad-Schiffstunnel ist ein geplanter Schiffstunnel, der durch die Halbinsel Stadlandet hindurchführen soll.[4]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Landwirtschaft hat die Tierhaltung eine größere Bedeutung. Des Weiteren werden in Stad Obst und Beeren angebaut. Die Industrie konzentriert sich größtenteils auf die Ortschaft Nordfjordeid.[4] In der ehemaligen Kommune Selje ist Fischzucht und Fischerei von größerer Bedeutung.[19] In Stad befindet sich das Skizentrum Harpefossen Skisenter.[20] Im Jahr 2020 arbeiteten von 4800 Arbeitstätigen etwa 3580 in Stad selbst, der Rest verteilte sich auf Kommunen wie Kinn, Gloppen und Bergen.[21]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Kommune ist eine Kombination der Motive auf den Wappen der Kommunen Selje und Eid, St. Sunniva und ein norwegisches Fjordpferd.[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Stad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 07459: Alders- og kjønnsfordeling i kommuner, fylker og hele landets befolkning (K) 1986 – 2021 Statistisk sentralbyrå. 23. Februar 2021 (norwegisch)
  2. a b c d Stad kommune. In: Norgeskart. Abgerufen am 24. September 2021 (norwegisch).
  3. Svein Askheim: Hornindalsvatnet. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 24. September 2021 (norwegisch).
  4. a b c d Svein Askheim: Stad. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 24. September 2021 (norwegisch).
  5. Høgaste fjelltopp i kvar kommune. Kartverket, 25. Mai 2021, abgerufen am 24. September 2021 (norwegisch (Nynorsk)).
  6. Population and land area in urban settlements. Statistisk sentralbyrå, 6. Oktober 2020 (englisch).
  7. Forskrift om målvedtak i kommunar og fylkeskommunar (målvedtaksforskrifta). In: Lovdata. 6. Januar 2020, abgerufen am 24. September 2021 (norwegisch).
  8. Population. Municipalities, pr. 1.1., 1986 - latest year. In: ssb.no. Abgerufen am 24. September 2021 (englisch).
  9. Aleksander Åsnes: No har Selje og Eid slått seg saman. In: NRK. 26. Januar 2017, abgerufen am 30. März 2020 (norwegisch (Nynorsk)).
  10. Vedtak om grensejustering mellom kommunane Vågsøy og Eid/Selje, Sogn og Fjordane. Lovdata, 28. November 2017, abgerufen am 30. März 2020 (norwegisch).
  11. Kommunal- og moderniseringsdepartementet: Nye kommune- og fylkesnummer fra 2020. In: regjeringen.no. 27. Oktober 2017, abgerufen am 24. September 2021 (norwegisch).
  12. Dag Juvkam: Historisk oversikt over endringer i kommune- og fylkesinndelingen. (PDF) In: ssb.no. 1999, abgerufen am 24. September 2021 (norwegisch).
  13. Selja Kloster. In: Visit Nordfjord. Abgerufen am 29. März 2020 (norwegisch).
  14. Hovden på Stad | krigsminne. In: nordfjord.no. Abgerufen am 29. März 2020 (norwegisch).
  15. Rom til minne om russiske krigsfangar. Fylkesarkivet, abgerufen am 29. März 2020 (norwegisch).
  16. Totland kyrkje. In: Kirkesøk. Abgerufen am 24. September 2021 (norwegisch).
  17. Selje kyrkje. In: Kirkesøk. Abgerufen am 24. September 2021 (norwegisch).
  18. Eid kyrkje, Nordfjordeid. In: Kirkesøk. Abgerufen am 24. September 2021 (norwegisch).
  19. Svein Askheim, Geir Thorsnæs: Selje – tidligere kommune. In: Store norske leksikon. 8. Januar 2020 (snl.no [abgerufen am 29. März 2020]).
  20. Finn oss – Harpefossen. Harpefossen Skisenter, abgerufen am 29. März 2020 (norwegisch (Bokmål)).
  21. Pendlingsstrømmer. Statistics Norway, abgerufen am 24. September 2021 (norwegisch).