Stada

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STADA Arzneimittel AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0007251803
Gründung 1895
Sitz Bad Vilbel, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung
Mitarbeiterzahl 11.100[1]
Umsatz 2,6 Mrd. Euro (2019)
Branche Pharmahersteller
Website www.stada.com/de
Stand: 31. Dezember 2019

Stada in Bad Vilbel, Stadtteil Dortelweil

Die Stada Arzneimittel Aktiengesellschaft (Eigenschreibweise: STADA) ist ein deutscher Pharmakonzern mit Stammsitz in Bad Vilbel, der sich auf die Herstellung von Generika und rezeptfreien apothekenpflichtigen Arzneimitteln spezialisiert hat. Bekannte Produkte sind, neben den umsatzstarken Generika Paracetamol und Lactulose, das Parkinsonmittel Apo-Go, das Kombinationspräparat für Erkältungskrankheiten Grippostad C, das Sonnenschutzmittel Ladival und das Antiphlogistikum/Analgetikum Mobilat.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensaktie über 100 DM der Stada Arzneimittel AG vom Dezember 1970

Stada wurde 1895 in Dresden als Genossenschaft der Apotheker gegründet. Stada ist die Abkürzung für Standardarzneimittel Deutscher Apotheker. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen nach Essen und Tübingen verlegt, 1956 stand ein erneuter Umzug nach Bad Vilbel an. 1970 wurde die Stada in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Aktien wurden damals nur an Apotheker als vinkulierte Namensaktien ausgegeben. Fünf Jahre später begann der Einstieg der Stada in das Geschäft mit Nachahmerpräparaten, deren Patentschutz abgelaufen war (Generika). 1986 begann die Stada international zu expandieren und kaufte bzw. gründete Unternehmen in der Schweiz und in Österreich. Kurze Zeit später wurden weitere Auslandsfilialen in den Niederlanden und Belgien (1991) sowie in Asien (1992) eingerichtet. Als zweites Standbein erwarb das Unternehmen 1996 den Generikavertrieb Aliud Pharma und expandierte weiter nach Frankreich und Tschechien. Über Aliud Pharma als Kooperationspartner hat Stada eine Verbindung zu einem Praxisprogramm für Ärzte.[2]

Per 23. Juli 2001 wurde das Unternehmen in den MDAX aufgenommen, in dem es bis zum 18. Juni 2018 verblieb. Bis 2006 erfolgten weitere Auslandsaquisitionen in Dänemark, Spanien, Italien, Großbritannien, Russland, Serbien, Portugal und Asien. Im Januar 2009 erfolgte die Übernahme des dänischen Pharmaunternehmens Dermalog ApS.

Im Jahr 2015 erwirtschaftete das Unternehmen mit am Jahresende 10.532 Mitarbeitern einen Umsatz in Höhe von 2,1 Milliarden Euro.[3] Im Juni 2016 schied der langjährige Konzernchef Hartmut Retzlaff aus. Vorangegangen war eine Veröffentlichung über seine Verflechtungen.[4][5] Im August 2016 wurde der Aufsichtsratsvorsitzende Martin Abend in einer mehr als dreizehnstündigen Hauptversammlung abgewählt.[6] Im April 2017 unterzeichnete Stada eine Vereinbarung zur Übernahme durch ein Konsortium der Investmentfirmen Bain Capital und Cinven. Zu deren Inkrafttreten hätten die bisherigen Aktionäre dem Konsortium mindestens eine Quote von 75 % der Anteile (später auf 67,5 % gesenkt) andienen müssen, die jedoch bis Ende der Frist am 26. Juni 2017 knapp nicht erreicht wurde.[7] In der Folge legten der Vorstandsvorsitzende Matthias Wiedenfels und der Vorstand für Finanzen, Marketing und Vertrieb, Helmut Kraft, ihre Ämter nieder. Den Vorstandsvorsitz sowie die Ressorts Marketing und Vertrieb übertrug Stada interimistisch bis Jahresende Engelbert Coster Tjeenk Willink; neuer Finanzvorstand wurde Bernhard Düttmann.

Im Oktober 2020 folgte die Übernahme des Anbieters einer Parkinson-Therapie, die schwedische Lobsor Pharmaceuticals.[8]

Produktionsstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pharmazeutische Produktionsstätten von Stada in Europa befinden sich in:

In Asien wird an folgenden Orten produziert:

Aktionärsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Mehrheit von 93,67 % hielt nach einem Übernahmenagebot der Finanzinvestor Bain Capital. (Stand: November 2018)[9] Die übrigen rund 6 Prozent befanden sich im Streubesitz. Stada leitete danach ein Delisting ein, das an der Frankfurter Börse mit dem 27. November 2018 und an der Düsseldorfer Börse mit dem 3. Dezember 2019 wirksam wurde. Die Aktie wurde aber weiterhin im Freiverkehr der Hamburger Börse gehandelt.[10] Am 6. November 2020 wurde der Squeeze-Out der nunmehr weniger als 5 Prozent freien Aktionäre wirksam[11] und damit der Börsenhandel endgültig eingestellt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschäftsbericht 2019. Stada, abgerufen am 28 10. 2020.
  2. Data-AL GmbH: Kooperationspartner der Data-AL GmbH
  3. STADA Arzneimittel AG: Geschäftsbericht 2015. Abgerufen am 1. August 2016.
  4. Patrick Hollstein: System Retzlaff: Family Business. Abgerufen am 5. Juli 2016.
  5. Pressemitteilung: Wechsel im Vorstandsvorsitz der STADA Arzneimittel AG. Abgerufen am 5. Juli 2016.
  6. Siegfried Hofmann, Jakob Blume: Umsturz in Stunde 13. In: Handelsblatt, 27. August 2016, abgerufen am 15. Februar 2017.
  7. Übernahme geplatzt Stada-Aktienkurs auf Talfahrt. 27. Juni 2017, abgerufen am 29. Mai 2019.
  8. Der Arzneihersteller STADA stärkt sein Geschäft mit Spezialmedikamenten durch eine Übernahme. In: busnews.com. 2. Oktober 2020, abgerufen am 2. Oktober 2020 (englisch).
  9. BaFin - Bedeutende Stimmrechtsanteile nach § 33, § 38 und § 39 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG). In: bafin.de. Abgerufen am 3. Dezember 2019.
  10. Stada IR: Aktie
  11. Bekanntmachung über die Abfindung der ausgeschlossenen Minderheitsaktionäre der STADA Arzneimittel Aktiengesellschaft Bad Vilbel