Stade Charléty

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Stade Sébastien Charléty
Das Stade Charléty unter Flutlicht (2005)
Das Stade Charléty unter Flutlicht (2005)
Daten
Ort 1 avenue Pierre de Coubertin
FrankreichFrankreich 75013 Paris, Frankreich
Koordinaten 48° 49′ 7″ N, 2° 20′ 48″ OKoordinaten: 48° 49′ 7″ N, 2° 20′ 48″ O
Eigentümer Stadt Paris
Eröffnung 1939
Renovierungen 1994
Abriss 1989
Oberfläche Naturrasen
Kosten 120 Mio. (Neubau)
Architekt Bernard Zehrfuss (1939)
Henry Gaudin und Bruno Gaudin (1994)
Kapazität 20.000 Plätze
Verein(e)
Veranstaltungen

Das Stade Sébastien Charléty ist ein Rugby- und Fußballstadion mit Leichtathletikanlage im 13. Arrondissement im Süden der französischen Hauptstadt Paris. Hauptsächlich wird es für Fußball und Rugby genutzt. Nach dem Parc des Princes ist es das zweitgrößte Stadion in Paris. Es bietet heute 20.000 Sitzplätze, die rundum überdacht sind.[1] Die Anlage liegt zwischen dem Boulevard Kellermann und dem Pariser Autobahnring. Hinter der Gegentribüne liegt der Friedhof Cimetière Parisien de Gentilly.

Zu dem Sportzentrum gehört auch die Sporthalle Salle Charpy mit 1.500 Plätzen. Des Weiteren gibt es acht Tennis- und vier Squashplätze, ein Fußballfeld, einen Fitnessraum, eine Sauna, Trainingsmöglichkeiten für verschiedene Sportarten wie Dōjō und Turnen, Konferenz- und Tagungsräume und Restaurants. Das französische Haus des Sports ist hier genauso ansässig wie der französische Leichtathletik-Verband und das nationale Olympische Komitee von Frankreich, die hier ihre Büros haben.

Geschichte und Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von Bernard Zehrfuss entworfene Sportstätte wurde 1939 eröffnet. Benannt ist sie nach dem französischen Historiker Sébastien Charléty (* 1867; † 1945). Nach dem Zweiten Weltkrieg baute man eine Holztribüne, Umkleidekabinen und ein Clubhaus. Der französische Mittel- und Langstreckenläufer Michel Jazy stellte am 14. Juni 1962 mit 5:01,5 Min. einen neuen Weltrekord über 2.000 Meter auf.

Am 27. Mai 1968 kam während der Pariser Maiunruhen der Studentenverband Union nationale des étudiants de France mit 30.000 bis 50.000 Menschen im Stadion zusammen.[2] Am 17. Juli 1980 stellte hier der französische Stabhochspringer Philippe Houvion mit 5,77 Meter einen neuen Weltrekord auf.

Mitte der 1980er Jahre wurde das Spielfeld des Stadions gesperrt, da der Boden von einem Virus kontaminiert war. Das Erdreich wurde mehr als einen Meter tief abgetragen, wegen der hohen Kosten aber nicht wieder ersetzt. Nachdem in der Sportstätte nur noch Leichtathletik stattfinden konnte, verfiel das Stadion zunehmend und wurde 1989 abgerissen.

Die heutige Arena wurde von Henri Gaudin und seinem Sohn Bruno Gaudin entworfen. Für den Entwurf bekamen die beiden 1994 den Architekturpreis Prix de l'Équerre d'argent verliehen. Das Stadion wurde nach mehr als drei Jahren Bauzeit 1994 eröffnet und kostete 120 Mio. .

Im Jahr 1999 machte der Leichtathletik-Europacup Station im Stade Charléty und 2002 fand das IAAF Grand Prix Final statt. Bei der Veranstaltung stellte der US-amerikanische Sprinter Tim Montgomery über 100 m mit 9,78 Sekunden einen neuen Weltrekord auf; die Zeit wurde wegen Dopings später aber annulliert.[3][4] Im Sommer 2006 kamen zehntausende in das Stadion, um sich auf einer Großleinwand die Spiele der französischen Fußballnationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft anzusehen.

Am 1. Mai 2007 fand ein Konzert für die damalige Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal im Stadion statt. Nach verschiedenen Angaben kamen zwischen 55.000 (Polizei) und 80.000 (Veranstalter) Menschen in und um die Arena zusammen. Zahlreiche französische Künstler kamen zu der Veranstaltung wie z.B. Bénabar, Cali, Damien Saez, Christophe Miossec, Yannick Noah, Renaud, Grand Corps Malade, Mafia K'1 Fry, Michel Delpech, Kery James, Têtes Raides, Sapho, Leni Escudero, Yvan der Bolloch, Disiz la Peste.

In den Jahren 1995 bis 1998, 2007, 2008 und 2011 bis 2015 wurde das Meisterschaftsfinale der französischen Championnat Élite de Football Américain, der Casque de Diamant, in der Sportstätte ausgetragen. Die Fußball-Nationalmannschaften von Frankreich und Mali trafen am 25. März 2008 zu einem Freundschaftsspiel zusammen, das mit einem 3:2 für den Gastgeber zu Ende ging.

Seit 2007 spielt der Fußballverein Paris FC seine Heimspiele in dem Stadion, da seine bisherige Spielstätte Stade Déjerine nicht mehr den Anforderungen entspricht. Zudem trug die Frauenfußballerinnen von Paris Saint-Germain dort von 2012 bis 2017 ihre Liga- und Champions-League-Begegnungen aus.

Im April 2017 wurden die Leichtathletik-Europameisterschaften 2020 an die Stadt Paris vergeben. Die Wettkämpfe sollen vom 26. bis 30. August des Jahres im Stade Charléty stattfinden.[5]

Im August 2018 werden in Paris die 10. Gay Games stattfinden. Das Stade Charléty ist einer der Austragungsorte. Es sollen die Wettbewerbe in der Leichtathletik, Squash, Roller Derby und Cheerleading ausgetragen werden.[6]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stade Charléty – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Infos zum Stadion
  2. Video von der Versammlung im Mai 1968 (französisch)
  3. Bericht über Montgomerys Weltrekord
  4. Bericht über Doping-Sperre von Montgomery (Memento vom 4. April 2010 im Internet Archive)
  5. zeit.de: Leichtathletik-EM 2020 findet in Paris statt Artikel vom 28. April 2017
  6. paris2018.com: Stade Charlety