Stadt Benneckenstein (Harz)

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Stadt Benneckenstein (Harz)
Wappen von Stadt Benneckenstein (Harz)
Koordinaten: 51° 40′ 2″ N, 10° 43′ 1″ O
Höhe: 510 (500–542) m ü. NN
Fläche: 23,65 km²
Einwohner: 2159 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 38877
Vorwahl: 039457
BenneckensteinElbingerodeElendHasselfeldeKönigshütteRübelandSorgeStiegeTanneTrautensteinLandkreis HarzKarte
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Lage von Stadt Benneckenstein (Harz) in Oberharz am Brocken

Stadt Benneckenstein (Harz) ist ein Ortsteil der Stadt Oberharz am Brocken im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benneckenstein liegt im Oberharz im Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt. Es befindet sich zwischen den Dörfern Tanne im Norden, Trautenstein im Ostnordosten und Stiege im Osten (alle in Sachsen-Anhalt), Rothesütte im Süden (in Thüringen), Hohegeiß im Westen (in Niedersachsen) und Sorge im Nordnordwesten (in Sachsen-Anhalt). Der auf etwa 500 bis 542 m ü. NN[1] gelegene Ort liegt am Oberlauf der Rappbode. Entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze verläuft im Westen die Grenze zu Niedersachsen und im Süden jene zu Thüringen; etwa 3,3 km südsüdwestlich des Ortes liegt das Dreiländereck Niedersachsen–Sachsen-Anhalt–Thüringen, wo der Drei-Länder-Stein steht.

Dialektgrenze

Benneckenstein liegt unmittelbar südlich der Benrather Linie und somit am Übergang von den hochdeutschen – genauer: den ostmitteldeutschen Dialekten zur niederdeutschen Sprache.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 14. Februar 1741 erhielt das Dorf Benneckenstein von König Friedrich II. von Preußen die Rechte einer preußischen Stadt. Damit ging eine 368 Jahre währende Teilung des Ortes zu Ende (siehe hierzu Amt Benneckenstein).

Zwischen 1945 und 1952 gehörte Benneckenstein zum Land Thüringen. Danach gehörte es zum Kreis Wernigerode, dem südlichsten Kreis im Bezirk Magdeburg.

1972 feierte der Ort sein 650-jähriges Bestehen.

Am 1. Januar 2010 schloss sich die Stadt Benneckenstein (Harz) mit den Gemeinden Elend, Sorge, Stiege und Tanne sowie den Städten Hasselfelde und Elbingerode (Harz) zur Stadt Oberharz am Brocken zusammen.[2]

Die Altersstruktur (Stand: 31. Dezember 2008)[3] setzt sich wie folgt zusammen: 10,2 % unter 16 Jahren, 1,1 % im Alter 16–18, 7,5 % im Alter von 18 bis 25, 8,6 % im Alter von 25 bis 35, 13,2 % im Alter von 35 bis 45, 27,1 % im Alter von 45 bis 60 und 32,3 % über 60 Jahre. Damit waren 56,4 % der Bevölkerung im Altersbereich 18–60 Jahre.

Am 1. Juli 2014 trat das neue Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt in Kraft. In dessen §14 (2) wird den Gemeinden die Möglichkeit gegeben, den Ortsteilen, die vor der Eingemeindung Städte waren, diese Bezeichnung zuzuerkennen.[4] Die Stadt Oberharz am Brocken hat von dieser Regelung Gebrauch gemacht. Ihre neue Hauptsatzung ist mit Wirkung vom 26. Juni 2015 in Kraft getreten. Im §3 (1) werden die Ortsteile mit ihren amtlichen Namen aufgeführt.[5]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut einer Sage entstand der Name Benneckenstein aufgrund eines Ausrufes einer alten, am Wegesrand mit ihrer Kiepe schlafenden Frau, nachdem es sich ein Jägersmann, in der Annahme, er setze sich auf einen Stein, auf ihr bequem machte. Er Fragte die Frau: „Benn eck en Stein?!“[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 10. Dezember 1932 durch das Preußische Staatsministerium verliehen und am 25. März 1996 durch das Regierungspräsidium Magdeburg bestätigt.

Blasonierung: „In Silber eine gefugte rote zweizinnige Mauer, aus der der mit blauem Obergewand (Kasel) und silberner mit zwei schwarzen Tatzenkreuzen belegten Stola gekleidete, golden nimbierte heilige Laurentius herauswächst, in der Rechten einen grünen Palmenzweig, in der Linken einen gesenkten schwarzen Rost haltend.“

Das Wappen wurde vom Berliner Heraldiker Carl Busch gestaltet.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinde von Benneckenstein war bis 2010 Salzhemmendorf.

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundschule Benneckenstein

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Benneckenstein kreuzen sich die Landesstraßen 97 (Hohegeiß–Trautenstein) und 98 (Tanne–Rothesütte), die im Westen und Süden Anschluss an die Bundesstraße 4 (Bad HarzburgBraunlageNordhausen) haben. Die Stadt liegt an der Harzquerbahnstrecke (Wernigerode–Nordhausen) der Harzer Schmalspurbahnen.

Durch Buslinien der Harzer Verkehrsbetriebe und der Verkehrsbetriebe Nordhausen bestehen Verbindungen nach Wernigerode, Blankenburg und Nordhausen.

Schulen und Kindergärten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt besitzt eine Grundschule und eine Kindertagesstätte

Industrie und Gewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ortsrand in Richtung Trautenstein befindet sich das Gewerbegebiet "An den Lehmkuhlen"

Sportstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fussballplatz SC 1923 Benneckenstein e.V.
  • Fußballplatz
  • Turnhalle
  • Tennishalle
  • Skisprungschanze
  • Ski- und Rodellift

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benneckenstein ist vorrangig bekannt als Erholungs- und Wintersportstadt. Sehenswert sind darüber hinaus:

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das traditionelle Finkenmanöver findet jährlich am Pfingstmontag auf der sogenannten Waldschneise am Waldschlößchen statt.
  • Seit Sommer 2015 findet jährlich Anfang August das THEATERNATUR - Festival der darstellenden Künste auf der Waldbühne Benneckenstein statt.[8]
  • Die Laurentiade, als Kirchen- und Stadtfest, wird seit 1990 jeweils am 1. Sonntag im September gefeiert. Ausrichter sind die Vereine der Stadt und die Kirchengemeinde.
  • Oberharzer Grenzlauf (am 3. Februarwochenende; organisiert vom 1909 gegründeten Wintersportverein Benneckenstein)
  • Jährliches großes Oldtimertreffen

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Max Schmeling, Von 1934 befand sich in Benneckenstein das Trainingslager für die Nationalmannschaften im Boxen, Ringen und Gewichtheben. Anlässlich der Erfolge der deutschen Boxer bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin erhielt Schmeling – nach dem Sieg über Joe Louis an der Spitze seines Ruhmes – am 28. November 1936 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Benneckenstein. Über Jahre hinweg bestand zwischen der Harzstadt und dem Boxidol ein freundschaftliches Verhältnis. Nach 1991 wurde es neu belebt, und zu Pfingsten 1993 besuchte Max Schmeling noch einmal Benneckenstein.
  • Wilhelm Schmidt (1858–1924), Baurat, Humanist und Erfinder (ca. 1400 Patente), lebte seit 1908 in Benneckenstein. Er brachte die Entwicklung der Heißdampf-Technik für die Dampfmaschine zum Durchbruch und erhielt im Februar 1917 die Ehrenbürgerschaft. Heute erinnert ein Denkmal im Ort an ihn.
Max Schmeling

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit Bezug zum Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Berthold C. Haferland (1934–2011), Jurist und Heimatpfleger, Leiter der Fachhochschule für Rechtspflege
  • Wolfgang Vogler (1948–1974), verlor 1974 infolge eines Fluchtversuches sein Leben

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sachsen-Anhalt-Viewer
  2. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010
  3. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt: Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven:@1@2Vorlage:Toter Link/www.stala.sachsen-anhalt.de Benneckenstein (Harz) (Stand vom 1. September 2009), abgerufen am 3. Februar 2010
  4. Kommunalverfassungsgesetz des Landes in der Fassung vom 1. Juli 2014
  5. Hauptsatzung der Stadt Oberharz am Brocken in der Fassung vom 26. Juni 2015
  6. Abenteuerliche Welt Bd. 8–9, 1943, S. 102
  7. Ostdeutsches Fahrzeug- und Technikmuseum
  8. RÜCKBLICK 2017 – Theaternatur.de. Abgerufen am 16. Dezember 2019 (deutsch).
  9. Olympic Athletes Born in Benneckenstein, Sachsen-Anhalt, Germany

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Benneckenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien