Stadtbahnwagen Typ M/N

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Stadtbahnwagen M/N. Für die Frankfurter Straßenbahnwagen mit denselben Typbezeichnungen siehe Fahrzeuge der Straßenbahn Frankfurt am Main.
Stadtbahnwagen M/N 8
Dortmund
Dortmund
Hersteller: Düwag, Siemens, Adtranz, MAN, BBC, AEG, Kiepe
Baujahr(e): 1975–1999
Achsformel: B'2'2'B'
Spurweite: 1.000 mm (Typ M)
1.435 mm (Typ N)
Länge über Puffer: 26.640 mm
Breite: 02.300 mm
Dienstmasse: 34,7 t
Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h
Stundenleistung: 300 kW
Stromsystem: 600/750 Volt =
Stromübertragung: Oberleitung
Anzahl der Fahrmotoren: 2
Sitzplätze: 54
Stehplätze: 086 (4/m²)
170 (6/m²)
Fußbodenhöhe: 880 mm
Niederfluranteil: 0 %
Stadtbahnwagen M in sechsachsiger Ausführung in Mülheim an der Ruhr
Typ N8S-NF in Nürnberg
Typ N8S-NF in Krakau
Wagen N8C-NF in Danzig
Wagen M8C in Elbing

Der Stadtbahnwagen Typ M wurde 1975 gemeinsam von den Verkehrsbetrieben in Essen, Mülheim an der Ruhr, Bochum und Bielefeld in Zusammenarbeit mit der DUEWAG entwickelt. Dieser neu entwickelte Zweirichtungswagen in Meterspurausführung sollte bei einer Breite von 2,30 Meter auf Straßenbahnstrecken, aber im Vorlauf auch auf Stadtbahn- und Tunnelstrecken fahren.

Später wurde auch eine Ausführung für normalspurige Verkehrsbetriebe entwickelt, die als Stadtbahnwagen Typ N bezeichnet wird.

Ausführung und Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typ N8C der KVG in Kassel

Der Stadtbahnwagen Typ M ist Nachfolger des 1969 vorgestellten Typs Mannheim und wurde als sechs- und achtachsiger Gelenkwagen in Zweirichtungsausführung konzipiert. Ihm zugrunde gelegt war die Typenempfehlung des VÖV für einen Stadtbahnwagen im Vorlaufbetrieb. Während die VÖV-Empfehlung 2,40 Meter breite Wagen vorsah (was nur in Hannover mit dem TW 6000 verwirklicht wurde), wurde der M-Wagen nur 2,30 Meter breit ausgeführt, damit er sich besser in die Gleisnetzkonfiguration der meisten Betriebe integrierte.

Die ersten Serien waren noch mit einer Schützensteuerung ausgerüstet (Typen M 6 S und M 8 S). Ab 1978 wurde eine Chopper-Steuerung eingebaut, diese Wagen sind am Index „C“ hinter der Typenbezeichnung zu erkennen. Seit Mitte der 1980er Jahre wurden auch Fahrzeuge mit Drehstromantrieb gefertigt, diese tragen ein „D“ in der Fahrzeugkennung. Eine letzte Serie der M-Wagen wurde Mitte der 1990er Jahre für die Stadtbahn Bielefeld gefertigt.

Das Mittelteil der M 8-Wagen besitzt, außer bei den Augsburger Fahrzeugen, keine Ausstiegstüren. Die Erstlieferung umfasste sechs Wagen für Mülheim (M 8), 20 Wagen für Essen (M 8), 33 Wagen für Bochum/Gelsenkirchen (M 6) und vier Wagen für Bielefeld (M 8). 1978 folgte eine normalspurige Serie als Typ N 8 für Dortmund mit zunächst 20 Exemplaren in achtachsiger Ausführung.

In den folgenden Jahren wurden die Bestände in den Ruhrgebietstädten aufgestockt, so waren in Dortmund insgesamt 54 Wagen eingesetzt. Weitere Städte, die den M- beziehungsweise N-Wagen bestellten, waren Krefeld (20 M 8), Nürnberg (zwölf N6S, ab 1992 Umbau zu N 8 S-NF), Heidelberg (acht M 8), Augsburg (zwölf M 8), Mainz (zehn M 8, davon vier aus Bielefeld) und Kassel (22 N 8).

Mittlerweile wurden zahlreiche M/N-Wagen durch Niederflurwagen diverser Typen abgelöst, jedoch sind vor allem im Ruhrgebiet noch weiterhin zahlreiche Vertreter dieser Bauart unterwegs.

M-Wagen mit Klappstufen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtbahnwagen M mit Klappstufen in Essen

Nach Essen wurden 1983 Stadtbahnwagen M mit Klappstufen für den Einsatz an Hochbahnsteigen auf der Strecke nach Bredeney geliefert. Ebenso beschaffte Bielefeld zunächst 44 M-Wagen mit Klappstufen für das dortige Stadtbahnnetz, denen später weitere folgten, darunter auch vierachsige Beiwagen der M-Bauart.

In Mülheim, Essen, Bochum/Gelsenkirchen und Bielefeld kommen M/N-Wagen auf den Stadtbahnnetzen beziehungsweise den Straßenbahnvorlaufstrecken zum Einsatz, in den Innenstädten findet man sie daher bevorzugt auf Tunnelstrecken.

In Dortmund startete das Stadtbahnnetz im Mai 1983 ausschließlich mit dem Stadtbahnwagen N, bevor ab 1986 B-Wagen zum Einsatz kamen.

M-Wagen mit Niederflurmittelteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um auch mobilitätseingeschränkten Reisenden die Benutzung der Straßenbahn zu erleichtern und die Kapazität der Fahrzeuge zu erhöhen, wurden ab 1992 die zwölf Nürnberger N 6 S mit knapp sechs Meter langen Niederflur-Mittelteilen zu N 8 S-NF verlängert. Die Fahrzeuge haben nun einen Niederfluranteil von zehn Prozent.

Im Zuge des Niederflurbooms der 1990er Jahre beschafften zahlreiche Verkehrsbetriebe neue Fahrzeuge mit Niederflurtechnik, so auch die Mülheimer/Oberhausener Straßenbahn in den Jahren 1995/96 zur Eröffnung der Strecke nach Oberhausen.

Jedoch blieben diese nicht die einzigen Niederflurwagen in Mülheim, im Anschluss wurden auch M 6-Wagen um ein Niederflur-Mittelteil erweitert. Nach einem Prototyp im Jahr 1997 folgten weitere sechs Umbauten. Dieses Mittelteil hat Einzelachsfahrwerke, die Endwagen stützen sich darauf auf. Somit besitzen die Wagen weiterhin sechs Achsen und werden daher als M 6 NF bezeichnet.

Liste der gebauten Stadtbahnwagen Typ M/N[1][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt 0Typ0 Baujahr Fahrzeugnummern Bemerkungen
Augsburg M8C 1985 8001–8012 Mitteltür im Mittelteil und zweite Seitenanzeige; Wagen 8010 und 8011 seit Sommer 2010 ausgemustert; 8001, 8003 und 8012 seit 2012 ausgemustert; 8001 und 8011 seit April 2012 in Darmstadt, 8001 ist als Arbeitswagen vorgesehen. 8011 war Ersatzteilspender und wurde 2014 verschrottet; 8003, 8010 und 8012 seit Mai 2013 in Elbląg in Polen, wo sie in Modertrans modernisiert wurden und ein Niederflur-Mittelteil erhalten haben.
Bielefeld M 8 S 1975 501–504 1987/89 verkauft nach Mainz, dortige Wagennummern 277–280
M8C 1982–1987 516–559 mit Klappstufen, 517–520 Ersatzteilspender und im April 2010 verschrottet; 527 und 535 im März 2012 verschrottet; 521–523, 525–526, 528–534 und 536–537 seit 2013 in Łódź
M8D 1994/98[2] 560–595 mit Klappstufen, nur ein Fahrerstand, daher nur als Doppeltraktion im Einsatz
MB 4 1999 511–515 Beiwagen, mit Klappstufen, Einsatz nur auf Linie 1/4
Bochum/Gelsenkirchen M 6 S 1976/77 301–333 301, 302, 316, 324, 327 und 328 verkauft nach Łódź; 305, 306, 307 und 315 verkauft nach Mülheim, dort 296–299
M6C 1982 334–355 bis auf 340 alle verkauft (z.B. an Bursa) oder verschrottet, 340 = Schleifwagen 671 (2015)
Dortmund N8C 1978–1982 101–154 wurden, bis auf 142, an die ZKM Gdańsk verkauft und dort aufgearbeitet, 142 = 6x-Atw 902 (1996)
Essen M 8 S 1975/76 1001–1020 1009, 1010 nach brandschäden ausgemustert, 1021=1010², später mit 1014 und 1020 nach Mülheim an der Ruhr, Wagennummern 278–280

1003, 1005–1008 & 1016–1019 Verkauf nach Arad im Jahr 2006 1004 und 1013 Verkauf im Jahr 2006 nach Krakow, 1004 im Folgejahr zerlegt 1015 nach Krefeld als Ersatzteilspender im Jahr 2006, 2007 ebenfalls zerlegt. 1001, 1002 verschrottet im Jahr 2000.

M8C 1979 1101–1115 1115 = 6x-Atw 616 (2010)
M8D 1980 1200 1993 Umbau zu M8C 1116², Rest nach Unfällen ausgemuster bzw. 2016 abgestellt
M8C 1981 1116–1131 nach Umbau mit Klappstufen = 1151–1166
M8C 1982 1132–1135 nach Umbau mit Klappstufen = 1171–1180
M8C 1983 1177–1180 mit Klappstufen
M8C 1989/90 1401–1415
Heidelberg M8C 1985 251–258 Umbau zu M8C-NF mit Niederflurmittelteil
Kassel N8C 1981/86 401–422 Einige Fahrzeuge sind mit einer PZB versehen. TW 401–416 wurden nach und nach als Betriebsreserve abgestellt und nach Gdańsk verkauft. Die anderen (417–422) fahren zurzeit nur als E-Wagen oder Fahrschule.
Krefeld M8C 1981/85 831–850 M8C 832, 840, 846, 848, 849: 2013/14 verschrottet; M8C 831, 833, 836, 837, 841: 2015 abgestellt
Mainz M8C 1984 271–276
Mülheim an der Ruhr M8C 1976 271–276 Umbau aus M 8 S
M6S 1977/78 277–281 Umbau zu M 6 NF-C, Tw 280 nach Unfall 2011 verschrottet
M6D 1978 282 282 Prototyp mit Drehstromantrieb, Umbau in M 6 NF-D, 2009 verschrottet
M6D 1984/87/92 283–294 285 Umbau in M 6 NF-D, Tw 284 2009 verschrottet
Nürnberg N 8 S NF 1976 361–372 Umbau aus N 6 S, Niederflurmittelteil, alle außer 363 verkauft nach Kraków (PL)

Basierend auf dem N-Wagen baute Simmering-Graz-Pauker (SGP) 1986/87 in Lizenz zwölf Gelenkwagen (601–612) für die Straßenbahn Graz. Hierbei handelte es sich jedoch um Einrichtungsfahrzeuge. Erst 1999 wurde auch diese Serie mit Niederflurmittelteilen zu Achtachsern erweitert.

Bereits kurz zuvor entstanden 1985/86 für die Straßenbahn Linz elf Zehnachser (41–56) die ebenfalls dem M/N-Wagen ähneln. Auch sie wurden von SGP produziert, weisen aber gewisse Unterschiede zum Vorbild auf, etwa im Bereich der Frontpartie und der Dachkante.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Kochems, Die Stadtbahnwagen der Typen M und N. Entwicklung – Technik – Einsatz, Transpress 2005, ISBN 3-613-71257-1

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gelistet sind die Wagen nur bei den ersten Besitzern, d.h. auch die Verkäufe an andere "M-Wagen-Städte" (Bielefeld an Mainz und Essen und Bochum an Mülheim sind nicht gelistet)
  2. https://www.mobiel.de/unternehmen/fahrzeugtechnik/stadtbahnen/