Stadthalle Wuppertal

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Südfassade mit Haupteingang

Die Stadthalle Wuppertal (offizielle Bezeichnung: Historische Stadthalle am Johannisberg) ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und gleichzeitig als Konzert- und Veranstaltungsort wegen ihrer einzigartigen Akustik weltweit bekannt.

Nutzung[Bearbeiten]

Großer Saal

Die Historische Stadthalle Wuppertal ist nicht nur einer der repräsentativsten Veranstaltungsorte in Wuppertal, sondern wird auch aufgrund ihrer hervorragenden Akustik zu Konzerten unterschiedlichster Art sowie für CD-Aufnahmen genutzt. Sie ist der Konzertsaal des Sinfonieorchesters Wuppertal. Neben den Musikveranstaltungen und Konzerten wird die Stadthalle ebenso zu Auftritten von Kleinkünstlern genutzt wie für Ausstellungen, kleinere Messen und sonstige Veranstaltungen. So findet beispielsweise seit 2004 jährlich Anfang Juli die danceComp, eine der größten internationalen Tanzsportveranstaltungen, in den Sälen der Stadthalle statt. Für den Wettbewerb, im Zuge dessen 2013 erstmals auch ein Europacup der Professionals der Standarddisziplinen ausgetragen wurde, bewarben sich 2013 über 2500 Tänzer.

Die Halle wird als GmbH geführt. Gesellschafter sind die Stadt Wuppertal, die Stadtsparkasse und die Culinaria GmbH, die in der Halle für Catering zuständig ist.

Im April und Mai des Jahres 2008 fanden in der Stadthalle die Wertungen des Deutschen Orchesterwettbewerbs 08 statt.

Auch der Garten der Stadthalle wird regelmäßig für kommerzielle Veranstaltungen genutzt. So findet seit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 regelmäßig zu großen Fußball-Turnieren ein Public Viewing in dem Garten statt, der in den Sommermonaten zu einem städtischen Strand mit Theken umgebaut wird.

Die deutsche Dance-Gruppe Cascada hat in den Sälen der Stadthalle ihr Musikvideo für die Single Glorious gedreht.[1] Anfang Juni 2013 fand in der Stadthalle außerdem der bundesweite Vorentscheid für die Castingshow The Voice of China statt. Von 223 Bewerbern traten 15 vor 300 Zuschauern auf, die besten drei qualifizierten sich für die nächste Runden der Castingshow.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Im ausgehenden 19. Jahrhundert beabsichtigte die damals noch selbständige und stark prosperierende Stadt Elberfeld sich als Zeichen ihres Selbstbewusstseins und Wohlstandes ein Aushängeschild in Form einer Stadthalle zuzulegen.

Nachdem im Jahr 1895 ein geeignetes Grundstück auf dem Johannisberg erworben worden war, erfolgte der Baubeginn am 5. Oktober 1896. In eineinhalbjähriger Bauzeit wurde nach den Plänen des Elberfelder Stadtbauamtes ein Bau im Stil der Neorenaissance italienischer Prägung errichtet. Die Eröffnungsfeier fand vom 6. bis 8. Juli 1900 statt.

Der große Saal umfasst ca. 1000 m², bietet Sitzplätze für ca. 1550 Personen und Stehplätze für rund 2000 Personen. Er wurde mit einer der größten Orgeln Deutschlands ausgestattet. Die Orchesternische ist mit 190 m² für die größten Orchester- und Chorbesetzungen geeignet. Übereinstimmenden Expertenmeinungen zufolge war das prunkvolle Gebäude gleichrangig mit dem Leipziger Gewandhaus, dem Wiener Konzerthaus oder den Tonhallen in München und Zürich anzusehen.

Im Gegensatz zu den anderen Theaterhäusern Wuppertals, die sämtlich den Bombenangriffen von 1943 zum Opfer fielen, blieb die Stadthalle unversehrt und konnte somit in der ersten Nachkriegszeit als Opern- und Operettenhaus dienen.

1957 wurde die Stadthalle renoviert. Die Renovierung bestand hauptsächlich in einer Modernisierung; Stuck wurde abgeschlagen, vergoldete Decken und Wandgemälde übermalt. Auf eine Restaurierung der großen Orgel wurde verzichtet, sie wurde durch eine kleine, fahrbare Orgel ersetzt.

In der Zeit zwischen Januar 1992 und dem 8. Dezember 1995 wurde die Stadthalle für rund 80 Mio. DM grundlegend restauriert und dabei wesentliche klassizistische Elemente des Ursprungsbaus (u.a. Decken- und Wandgemälde) wiederhergestellt.

An der Fassade befinden sich die Namen zahlreicher deutschsprachiger kulturtragender Persönlichkeiten. Während des Nationalsozialismus wurden die Namen aller Personen jüdischer Herkunft (wie z. B. Felix Mendelssohn Bartholdy) oder andere, dem Regime missliebige Künstler, entfernt. Nach dem Krieg wurden die Namen dieser Personen erneut angebracht, die kleineren Säle sind heute nach Mendelssohn, Offenbach und Mahler benannt.

Gebäude[Bearbeiten]

Die Stadthalle von Nordosten

Bei der Stadthalle handelt es sich um ein zweigeschossiges Gebäude mit einer Sandsteinfassade. Der Grundriss ist – grob betrachtet – rechteckig, an den Ecken befinden sich vier markante Türme. Neben dem Großen Saal, der über beide Etagen reicht und eine Empore besitzt, befinden sich im Erdgeschoss noch das Foyer (die Wandelhalle) und der Offenbach-Saal. In der ersten Etage befinden sich neben der Galerie des Großen Saales noch fünf weitere kleinere Säle, unter anderem der Mendelssohn- und der Mahler-Saal.

Orgel[Bearbeiten]

Durch eine private Spende konnte auch eine neue Orgel eingebaut werden. Das Instrument wurde von der Orgelbaufirma Westfälischer Orgelbau S. Sauer (Höxter) erbaut. Es hat 67 Register (4706 Pfeifen) auf drei Manualen und Pedal. Vom linken Manual aus ist das schwellbare Fernwerk anspielbar. Das Solowerk ist an alle Manuale ankoppelbar. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen sind elektrisch. Das Pedalregister Untersatz 64' ist ein akustisches Register, das aus dem Bordun 32' erzeugt wird.[3]

I Hauptwerk C–a3
Praestant 16′
Prinzipal 8′
Doppelflöte 8′
Viola da Gamba 8′
Oktave 4′
Hohlflöte 4′
Quinte 22/3
Superoktave 2′
Cornett V 8′
Mixtur V 2′
Acuta IV 11/3
Trompete 16′
Trompete 8′
Trompete 4′
II Positiv C–a3
Praestant 8′
Holzgedackt 8′
Quintade 8′
Prinzipal 4′
Rohrflöte 4′
Quinte 22/3
Schwegel 2′
Terz 13/5
Superquinte 21/3
Scharff IV 1′
Dulcian 16′
Cromorne 8′
Tremulant
II Fernwerk C–a3
Stillgedackt 16′
Fernflöte 8′
Salicional 8′
Vox angelica 8′
Fugara 4′
Flauto dolce 4′
Violine 2′
Harmonia aeth. IV 22/3
Glockenspiel 4′


Solowerk C–a3
Tuba mirabilis horiz. 8′
III Schwellwerk C–a3
Bourdon 16′
Principal 8′
Bourdon 8′
Flûte harmonique 8′
Gambe 8′
Voix céleste 8′
Praestant 4′
Flûte octaviante 4′
Nasard 22/3
Octavin 2′
Tierce 13/5
Sifflet 1′
Fourniture V 22/3
Basson 16′
Tromp. harmonique 8′
Hautbois 8′
Voix humaine 8′
Clairon harmonique 4′
Tremulant
Pedalwerk C–g1
Untersatz 64′
Bordun 32′
Prinzipal 16′
Violonbass 16′
Subbass 16′
Oktavbass 8′
Gedacktbass 8′
Tenoroktave 4′
Bassflöte 4′
Hintersatz V 22/3
Kontrafagott 32′
Posaune 16′
Trompete 8′

Lage[Bearbeiten]

Die Stadthalle liegt auf dem Johannisberg im Süden von Wuppertal-Elberfeld an der Bahnhofstraße. Die Elberfelder Innenstadt und der Wuppertaler Hauptbahnhof befinden sich etwa 500–600 Meter nordöstlich. In unmittelbarer Umgebung befinden sich eine Tiefgarage, ein Hotel, die Schwimmoper sowie das städtische Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Stadthalle problemlos zu erreichen, da sich der Hauptbahnhof und der zentrale Verkehrsknotenpunkt Döppersberg in fußläufiger Entfernung befinden. Mit dem PKW aus Richtung Westen kommend ist die Stadthalle am besten über das Sonnborner Kreuz und den Kiesbergtunnel zu erreichen, vom Osten her über die Bundesstraße 7 (B 7) sowie vom Süden her über den Südstraßenring.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neues "Cascada"-Musikvideo spielt in der Wuppertaler Stadthalle vom 3. Februar 2013, abgerufen am 31. März 2013
  2. Casting: Von Wuppertal aus ins chinesische Fernsehen, auf wz-newsline.de vom 3. Juni 2013
  3. Ausführliche Informationen zur Orgel

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stadthalle Wuppertal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.2530555555567.1430555555556Koordinaten: 51° 15′ 11″ N, 7° 8′ 35″ O