Stadtkyll

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Stadtkyll
Stadtkyll
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Stadtkyll hervorgehoben
Koordinaten: 50° 21′ N, 6° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Vulkaneifel
Verbandsgemeinde: Obere Kyll
Höhe: 450 m ü. NHN
Fläche: 20,78 km2
Einwohner: 1510 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54589
Vorwahl: 06597
Kfz-Kennzeichen: DAU
Gemeindeschlüssel: 07 2 33 240
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausplatz 1
54584 Jünkerath
Webpräsenz: www.stadtkyll.de
Ortsbürgermeister: Harald Schmitz
Lage der Ortsgemeinde Stadtkyll im Landkreis Vulkaneifel
ScheidHallschlagOrmontKerschenbachReuthStadtkyllJünkerathSchüllerGönnersdorfEschFeusdorfLissendorfBirgelSteffelnWiesbaumBerndorfHillesheim (Eifel)OberbettingenBasbergKerpen (Eifel)ÜxheimNohnOberehe-StroheichWalsdorfDohm-LammersdorfDuppachKalenborn-ScheuernRockeskyllPelmBerlingenHohenfels-EssingenGerolsteinNerothBirresbornKopp (Vulkaneifel)MürlenbachDensbornSalmDreis-BrückBetteldorfDaunDockweilerHinterweilerKirchweilerKradenbachNerdlenSarmersbachGefellHörscheidDarscheidUtzerathSchönbachSteiningenSteinebergDemerathWinkel (Eifel)ImmerathStrotzbüschMückelnStrohnGillenfeldEllscheidSaxlerUdlerMehrenSchalkenmehrenÜdersdorfBrockscheidBleckhausenOberstadtfeldWallenbornNiederstadtfeldWeidenbachSchutzMeisburgDeudesfeldBorlerBongardBoxbergNeichenBeinhausenKatzwinkelHörschhausenBerenbachKötterichenHöchstbergKaperichLirstalOberelzArbachRetterathUersfeldMannebachBerebornKolverathSassenGunderathHorperathUeßMosbruchKelbergGelenbergBodenbachReimerathWelcherathBrücktalKirsbachDreesNitzLandkreis Mayen-KoblenzLandkreis Cochem-ZellLandkreis Bernkastel-WittlichEifelkreis Bitburg-PrümNordrhein-WestfalenLandkreis AhrweilerBelgienKarte
Über dieses Bild
Blick auf Stadtkyll

Stadtkyll ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Obere Kyll an, deren Verwaltungssitz in Jünkerath ist. Stadtkyll ist ein staatlich anerkannter Luftkurort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtkyll liegt in der Vulkaneifel an der Kyll.

Stadtkyll besteht aus den Ortsteilen Niederkyll, Schönfeld und Stadtkyll.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde zur Mitte des 13. Jahrhunderts als Kölner Kirchenbesitz erstmals urkundlich genannt. In der Folgezeit (um 1292) gewann Stadtkyll mit seinem Mauerbering und der Burg schnell an Bedeutung. 1310 erhielt Stadtkyll das Stadtrecht und somit auch das Recht, ein Wappen zu führen, welches dem heutigen noch weitgehend entspricht.

Da beim Wiederaufbau nach Bränden und Kriegen die Steine der Stadtmauer auch immer Verwendung fanden, verschwand die alte Stadtmauer vollständig. Heute ist der ungefähre Verlauf der Befestigung nur noch an den Häuserzeilen in der Burgbergstraße zu erkennen. Ende Januar 1945, nach der Ardennenoffensive im Zweiten Weltkrieg, war Stadtkyll praktisch zu 75 % zerstört.

Im Rahmen der rheinland-pfälzischen Funktional- und Gebietsreform wurde Stadtkyll zusammen mit 14 weiteren Gemeinden am 7. November 1970 vom gleichzeitig aufgelösten Landkreis Prüm in den Landkreis Daun (seit 2007 Landkreis Vulkaneifel) umgegliedert.[3]

Am 1. Januar 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Schönfeld eingemeindet.[3]

Auf der Stadtkyller Heide existierte von 1952 bis 1992 ein DECCA-Sender.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Stadtkyll, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 551
1835 777
1871 902
1905 920
1939 1.272
1950 1.041
Jahr Einwohner
1961 1.079
1970 1.154
1987 1.206
1997 1.511
2005 1.548
2016 1.510

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Stadtkyll besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[4]

Finanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schulden der Ortsgemeinde Stadtkyll lagen zum 31. Dezember 2012 bei 2.164.973 Euro. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1.484 Euro je Einwohner.[5] Als eine der ersten Kommunen in Deutschland hat die Ortsgemeinde Stadtkyll für den Finanzbereich freiwillig eine sog. „Satzung generationengerechte Finanzen“ eingeführt, über die die Ortsgemeinde anstrebt, Schulden und die daraus resultierenden Zins- und Tilgungslasten abzubauen sowie Haushaltsdefizite zu vermeiden.[6][7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Stadtkyll
Blasonierung: „Von Gold und Rot durch gesenkten, schräglinken, blauen Wellenbalken und silbernen Wellenleistenstab geteilt, der Wellenbalken mit sieben vierendigen goldenen Sternen belegt.“[8]
Wappenbegründung: Die Farben Gold und Rot deuten auf die Grafen von Manderscheid hin, die 1469 die Grafschaft Gerolstein und mit ihr Stadtkyll in ihren Besitz übernahmen. 1310 erhielt Stadtkyll die Stadtrechte und damit das Recht, ein Wappen zu führen. Das historische Stadtwappen entspricht dem heutigen Wappen. Nur ein vorhandener Balken wurde 1974 in einen Wellenbalken geändert und durch einen neu aufgenommenen Wellenleistenstab abgegrenzt, um zu symbolisieren, dass Ort und Burg Stadtkyll landschaftlich durch den Fluss Kyll geprägt sind.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Touristinformation Stadtkyll
See am Wirfttal, Stadtkyll
Friedhofskapelle St. Margarethen

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Pfarrkirche St. Josef (1824 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel ausgeführt, 1853 ausgebrannt)
  • Katholische Filialkirche St. Hubertus in Niederkyll, um 1600 errichtet[9]
  • Über das Gemeindegebiet sind einige – teils sehr alte – Wegekreuze verteilt.
  • Friedhofskapelle St. Margarethen von 1841
  • Touristinformation; ehemalige Marktscheune am Kirchplatz

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Stadtkyll

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wald-Jugendcamp im Wirfttal Stadtkyll[10]
  • Naturbildungsprogramm im Haus Wirfttal[11]
  • Stadtkyll liegt am Kylltal-Radweg. Der Kyllradweg führt entlang der Kyll mit einer Gesamtlänge von mehr als 40 km.[12]
  • Wanderpfad Kylltal. Es bestehen u. a. neun örtliche Wanderwege mit einer Gesamtlänge von 79 km, schwarz markiert.[13]

Siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Stadtkyll

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jährliches Kirmes- bzw. Kirchweihfest St. Josef am zweiten Wochenende im August
  • Jährliches Brunnenfest Ende Juni
  • Hüttenbrennen am ersten Sonntag der Fastenzeit (sogenannter Scheef-Sonntag)[14][15]
  • Traditionelles Ratschen oder Klappern am Karfreitag und Karsamstag

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtkyll ist staatlich anerkannter Luftkurort und verzeichnet durch seine zahlreichen Beherbergungsbetriebe jährlich ca. 65.000 Feriengäste, mit ca. 270.000 Übernachtungen.

Ein Bahnhof bestand an der mittlerweile abgebauten Vennquerbahn Jünkerath – Losheim – Weywertz. Die Bahntrasse der ehemaligen Vennquerbahn wurde bis zum Frühjahr 2015 zu einem Wander- und Radverkehrsweg ausgebaut (RAVeL-Netz-Linie 45a Waimes-Jünkerath), mit Anschluss sowohl in Weywertz an die Vennbahnstrecke als auch in Jünkerath an das deutsche Radwegenetz.[16][17]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Wackenroder (Bearb.): Die Kunstdenkmäler des Kreises Prüm (= Paul Clemen [Hrsg.]: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 12/II). Trier 1983, ISBN 3-88915-006-3, S. 189–196 (222 S., Mit 9 Taf. u. 185 Abb. im Text. Nachdr. d. Ausg. Schwann, Düsseldorf 1927).
  • 1100 – 1250 – 1675 – Stadtkyll – 2000. Das Heft zum vierfachen Jubiläum. Prüm 2000.
  • Geschichtsverein Prümer Land: Rund um die Kirche im Dorf. Kirchen und Kapellen der Westeifel. Prüm 2003, S. 459ff.
  • Ralf Gier: Auswanderung von der Oberen Kyll. In: Der Prümer Landbote. Zeitschrift des Geschichtsvereins „Prümer Land“, Nr. 90, 2006, S. 45–54.
  • Ortsgeschichte Stadtkyll: Stadtkyll im II. Weltkrieg. Stadtkyll 1986.
  • Ortsgeschichte Stadtkyll: Stadtkyll in alten Bildern – mit Kerschenbach und Schönfeld. Stadtkyll 1987.
  • Ortsgeschichte Stadtkyll: Die Vereine. Kerschenbach, Schönfeld und Stadtkyll. Stadtkyll 1992.
  • Peter Oster: Geschichte der Pfarreien der Dekanate Prüm-Waxweiler. Trier 1927, S. 899 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stadtkyll – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006. (Memento vom 26. Dezember 2011 im Internet Archive), S. 160, 161, 196 (PDF; 2,6 MB).
    00Hinweis: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Integrierte Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände - Anteilige Modellrechnung für den interkommunalen Vergleich - Stand 31. Dezember 2012 - Gemeinschaftsveröffentlichung
  6. Satzung generationengerechte Finanzen der Ortsgemeinde Stadtkyll, abgerufen am 30. August 2014
  7. Schulden der öffentlichen Haushalte. Abgerufen am 1. Juni 2017.
  8. Wappenbeschreibung auf der Internetpräsenz der Verbandsgemeinde Obere Kyll
  9. Filialkirche St. Hubertus. Abgerufen am 1. Juni 2017.
  10. Wald-Jugendcamp. Abgerufen am 1. Juni 2017.
  11. Naturbildungsprogramm im Haus Wirfttal. Abgerufen am 1. Juni 2017.
  12. Kyllradweg. Abgerufen am 1. Juni 2017 (PDF).
  13. Wanderwege Stadtkyll. Abgerufen am 1. Juni 2017.
  14. Hüttenbrennen in der Eifel. Abgerufen am 1. Mai 2016.
  15. Hüttenbrennen in Stadtkyll. Abgerufen am 1. Juni 2017.
  16. Ganz locker über 28 Brücken radeln., Kölnische Rundschau, abgerufen am 6. Juni 2011
  17. „Grenzenloser“ Tourismus in der Eifel. Kölnische Rundschau vom 3. Mai 2015, abgerufen am 25. Mai 2015.