Stadtpfarrkirche St. Nikolaus (Rosenheim)

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Katholische Stadtpfarrkirche St. Nikolaus, Rosenheim
Detail der Seitenschiffwand
Grundriss der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus mit neuen Fenstern

Stadtpfarrkirche St. Nikolaus in Rosenheim ist eine dem hl. Nikolaus geweihte katholische Kirche. Sie wurde nach mehrjähriger Renovierung am 10. Dezember 2006 mit Ausstattung von Josef Hamberger wiedereröffnet.

Der 65 Meter hohe Turm ist das Wahrzeichen der Stadt Rosenheim. Die Kirche ist das Heim der katholischen Gemeinde St. Nikolaus, Rosenheim. Sie liegt zwischen Ludwigsplatz und Max-Josefs-Platz im Zentrum der historischen Altstadt.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Langhaus ist eine dreischiffige Hallenkirche und wurde im Kern in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet. 1880/1881 wurde die Kirche in neugotischem Stil um zwei Joche nach Osten erweitert. Seither hat sie einen dreiseitig geschlossen einschiffigen Chor mit umlaufendem Sakristeianbau.[1]

Am 10. Dezember 2006 wurde die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus nach mehrjähriger Renovierung wiedereröffnet. Der gesamte Innenraum zeigt sich nun neugestaltet, die neuen Kirchenfenster stellen jedoch die größte Veränderung dar: statt altdeutschem Glas sind nun die Fenster im Süden sehr farbenfroh, die Fenster im Norden eher gedeckt gestaltet worden. Die Finanzierung der neuen Fenster erfolgte gänzlich durch Spenden.

Eines der Fenster ist dem Andenken der jüdischen Schülerin Elisabeth Block, ihrer Familie und allen jüdischen Opfern gewidmet. Auf einem nachträglich gestalteten Fenster ist das Bußgebet von Johannes XXIII. über die jahrhundertelangen Versäumnisse der katholischen Kirche gegenüber den Juden zu lesen, eine Schrifttafel informiert über den Zweck dieser beiden Fenster.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördliche Seitenkapelle mit Büstenreliquiar des hl. Laurentius und Tafelbild der Schutzmantelmadonna

Der Bildhauer Josef Hamberger schuf Altaranlage (Muschelkalk und Bronze), Taufstein (Muschelkalk und Bronze) und Tabernakel (Bronze). Die neuen Fenster wurden nach Entwürfen des Glaskünstlers Karl-Martin Hartmann im Jahr 2004 gestaltet.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orgel

Im Jahre 2009 wurde die Orgel eingeweiht, die von der niederländischen Orgelbaufirma Reil (Heerde) erbaut wurde. Das rein mechanische Instrument hat 41 Register auf 3 Manualen und Pedal.[2][3]

I Hauptwerk C–f3
1. Prestant 8′
2. Quintadena 16′
3. Roerfluit 8′
4. Viola di Gamba 8′
5. Octaaf 4′
6. Spitsfluit 4′
7. Quint 3′
8. Octaaf 2′
9. Mixtuur VI-VIII
10. Cornet IV
11. Trompet 8′
12. Hautbois 8′
Tremulant
II Unterpositiv C–f3
13. Baarpijp 8′
14. Holpijp 8′
15. Quintadena 8′
16. Prestant 4′
17. Roerfluit 4′
18. Salicet 4′
19. Nasard 3′
20. Octaaf 2′
21. Gemshoorn 2′
22. Mixtuur III–IV
23. Terts 135
24. Fagot 16′
25. Vox Humana 8′
III Brüstungspositiv C–f3
26. Fluit Travers 8′
27. Gedekt 8′
28. Kleinprestant 4′
29. Blokfluit 4′
30. Woudfluit 2′
31. Flageolet 1′
32. Sesquialter II 22/3
33. Kromhoorn 8′
Tremulant
Pedal C–f1
34. Prestant 16′
35. Subbas 16′
36. Octaaf 8′
37. Gemshoorn 8′
38. Octaaf 4′
39. Bazuin 16′
40. Trompet 8′
41. Trompet 4′

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Glockenturm beherbergt ein sechsstimmiges Euphongeläute b0 - des1 - es1 - f1 - as1 - b1 (Karl Czudnochowsky – Erding 1947) und eine historische Glocke fs2 („Bartholomeus Wengle hat mich gosen A 1606“).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: St. Nikolaus (Rosenheim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayrischer Denkmalatlas → Sucheingabe: Ludwigsplatz 1 Rosenheim
  2. Orgel auf den Seiten des Erbauers. In: Orgelmakerij Reil B.V. Abgerufen am 20. Februar 2021 (nl-NL).
  3. Informationen zur Orgel auf organindex.de. Abgerufen am 20. Februar 2021.

Koordinaten: 47° 51′ 20,5″ N, 12° 7′ 41,2″ O