Stallikon

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Stallikon
Wappen von Stallikon
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton ZürichKanton Zürich Zürich (ZH)
Bezirk: Affoltern
BFS-Nr.: 0013i1f3f4
Postleitzahl: 8143
Koordinaten: 679557 / 242381Koordinaten: 47° 19′ 39″ N, 8° 29′ 28″ O; CH1903: 679557 / 242381
Höhe: 534 m ü. M.
Höhenbereich: 501–887 m ü. M.
Fläche: 12,02 km²
Einwohner: 3680 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 234 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
21,9 % (31. Dezember 2018)[2]
Gemeindepräsident: Werner Michel (parteilos)
Website: www.stallikon.ch
Stallikon und Aegerten vom Uetliberg aus gesehen.

Stallikon und Aegerten vom Uetliberg aus gesehen.

Lage der Gemeinde
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Stallikon (auf Schweizerdeutsch «Schtalike») ist eine politische Gemeinde im Bezirk Affoltern des Kantons Zürich in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur politischen Gemeinde Stallikon gehören ein grosser Abschnitt des Albisgrates mit dem Üetliberg, dem Berggut Mädikon, der Baldern und Buechenegg sowie der mittlere Teil des Reppischtals mit den Weilern Tägerst, Gamlikon, Aumüli, die Dörfer Stallikon und Sellenbüren sowie Einzelhöfe. Der höchste Punkt der Gemeinde liegt auf dem Üetliberg, dem Hausberg der Stadt Zürich. Der Ortsteil Sellenbüren ist wesentlich grösser als das Dorf Stallikon.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste Siedlung auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde befand sich auf dem Gipfel des Uetlibergs, dem Uto Kulm. Seit der Jungsteinzeit befand sich dort ein Dorf mit dazugehöriger Befestigungsanlage (Oppidum Uetliberg). Später bauten die Römer dort einen Wachturm. Zuletzt stand dort die Uetliburg, welche von den Alamannen errichtet wurde. Ein ebenfalls schon früh besiedelter Punkt war der Ofengüpf oberhalb von Sellenbüren.

Alte Mühle im Weiler Aumüli

Der Uetliberg war Sitz der Freiherren von Sellenbüren, die das Kloster St. Blasien im 10. Jahrhundert mit Gütern und Höfen in Stallikon reich dotiert haben sollen. Heinrich von Sellenbüren beschenkte Ende des 11. Jahrhunderts das Kloster Muri mit Ländereien, und Konrad liess im 12. Jahrhundert auf seinem eigenen Grund das Kloster Engelberg erbauen und vergabte ihm Güter. So verfügten die drei genannten Klöster über wesentliche Besitzungen im Stallikertal.

Die Vogtei Wettswil-Sellenbüren-Stallikon ging 1466 vom Kloster Engelberg an die Familie Effinger über, und später an die Stadt Zürich. 1538 vereinigte Zürich die Vogtei mit der Obervogtei Bonnstetten. Die Reformation trug dazu bei, dass die Bindung an Zürich immer enger wurde.[3]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Blau ein geschweifter silberner Sparren.

Den Entscheid für das heutige offizielle Gemeindewappen traf der Stalliker Gemeinderat 1931, um es vom Familienwappen der Effinger zu unterscheiden, welches einen Sparren im roten Feld zeigt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1643 624
1772 983
1860 906
1910 570
1960 748
1990 2020
2014 3209

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche

Neuer Gemeindepräsident ist seit dem 22. April 2014 der parteilose Werner Michel, 1. Vizepräsident Robert Sidler und 2. Vizepräsidentin Iris Geissbühler. Michel ist der Nachfolger des langjährigen Gemeindepräsidenten Walter Ess.[4] Stallikon gehört seit 2010 zu den fast vierzig Zürcher Gemeinden, die mit dem Zertifikat «QualiStar» qualifiziert sind, das vorbildliche Lehrbetriebe im Bereich der Berufsbildung erhalten.[5] Stallikon ist die erste Gemeinde im Kanton Zürich, die ein neues elektronisches Verfahren zur Neuausstellung einer Identitätskarte anbietet.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild (1966)

Offizielles Publikationsorgan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Publikationsorgan Blickpunkt Stallikon, herausgegeben von der Gemeinde Stallikon, erscheint fünf bis sechsmal pro Jahr. Das Magazin hat eine Auflage von 1600 Exemplaren im Format A4 und wird von einer ortsansässigen Druckerei hergestellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Henckell (1864–1929), Bürger von Stallikon seit 1890, Schriftsteller aus Hannover (Deutschland); jüngerer Bruder des Hero-Mitbegründers Gustav Henckell.
  • Ernst Studer (1931–2001), in Stallikon geboren, wuchs in Zürich auf und wirkte dort später als Architekt, ab 1962 zusammen mit seinem Bruder Gottlieb. Von 1981 bis 1996 war er ordentlicher Professor für Architektur an der ETH Zürich.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 7). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1938. Digitalisat

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Stallikon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  3. Güst Huber: Auf Wanderwegen im Sihltal und Knonaueramt. Hrsg.: Zürcher Arbeitsgemeinschaft für Wanderwege (zaw). 5. überarb. Aufl. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 1992, S. 29.
  4. Blickpunkt Stallikon. Magazin für die Stalliker Bevölkerung, Mai 2014, S. 3.
  5. Blickpunkt Stallikon. Magazin für die Stalliker Bevölkerung, Mai 2014, S. 5.
  6. Blickpunkt Stallikon. Magazin für die Stalliker Bevölkerung, Mai 2014, S. 4.