Stammstrecke

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Eine Stammstrecke ist in einem Verkehrssystem die Strecke, die typischerweise in der Anfangszeit des Verkehrssystems zuerst gebaut wurde und zum Kern seines Verkehrsnetzes wurde.

Historische Bedeutung des Begriffs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisch beschreibt der Begriff Stammstrecke die erstgebaute Eisenbahnstrecke eines Eisenbahnunternehmens. Alternativ spricht man hierbei auch von einer Ursprungsstrecke oder Kernstrecke. So ist beispielsweise die Albtalbahn die Keimzelle des heutigen Netzes der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft. Ein weiteres historisches Beispiel ist die Stammstrecke der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft.

Moderne Bedeutung des Begriffs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im öffentlichen Personennahverkehrs-System ist die Stammstrecke ein von mehreren oder allen Linien eines Netzes gemeinsam befahrener Abschnitt mit mindestens zwei Haltestellen. Meist befindet sich dieser Korridor in zentraler Lage, zum Beispiel in der Innenstadt einer Großstadt. An einem oder beiden Enden der Stammstrecke verzweigen sich die Linien in verschiedene Richtungen, meist in die Stadtteile und Vororte einer Agglomeration.

S-Bahn-Netze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahn Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste preußische Eisenbahn von Berlin nach Potsdam wird nicht als Stammstrecke, sondern als „Stammbahn“ bezeichnet (Bahnstrecke Berlin–Magdeburg); heute fährt auf ihr zwischen den Bahnhöfen Yorckstraße und Zehlendorf die S1 der S-Bahn Berlin. Als Kernstrecken des Netzes gelten jedoch die Berliner Stadtbahn, die kreuzende Nord-Süd-Strecke und die Berliner Ringbahn.

S-Bahn Dresden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die S-Bahn Dresden verfügt über eine Stammstrecke beginnend vom Bahnhof Dresden-Neustadt bis Dresden Hauptbahnhof.

S-Bahn Hannover[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die S-Bahn Hannover verfügt ebenfalls über eine Stammstrecke, diese beginnt am Haltepunkt Hannover Bismarckstraße und endet am Haltepunkt Hannover-Nordstadt.

S-Bahn Hamburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die S-Bahn Hamburg besitzt die nördliche Verbindungsbahn als historische Stammstrecke, auf der das S-Bahn-Netz entstand, und die südliche 1979 in Betrieb genommene City-S-Bahn, die die Innenstadt erschließt.

S-Bahn Köln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der S-Bahn Köln gibt es eine Stammstrecke, die vom Haltepunkt Köln Hansaring über den Hauptbahnhof bis zum Bahnhof Köln Messe/Deutz führt. Die beiden nördlichen Gleise auf der Hohenzollernbrücke, die dafür im Nachhinein erweitert wurde, sind exklusiv der S-Bahn-Stammstrecke gewidmet.

S-Bahn Mitteldeutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Netz der S-Bahn Mitteldeutschland fungiert der City-Tunnel Leipzig als Stammstrecke für die meisten Verbindungen.

S-Bahn München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die S-Bahn München plant neben der bestehenden Stammstrecke den Bau einer weiteren:

S-Bahn Nürnberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke zwischen Nürnberg-Steinbühl und Nürnberg-Dürrenhof kann ebenfalls als Stammstrecke der S-Bahn Nürnberg angesehen werden.

S-Bahn Rhein-Main[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die S-Bahn Rhein-Main hat den City-Tunnel Frankfurt als Stammstrecke.

S-Bahn Rhein-Neckar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die S-Bahn Rhein-Neckar verfügt über eine Stammstrecke, die von Schifferstadt über Ludwigshafen und Mannheim nach Heidelberg Hauptbahnhof führt. Sie wird von den meisten Linien des Netzes befahren.

S-Bahn Stuttgart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der S-Bahn Stuttgart wird die unterirdische Verbindungsbahn zwischen Hauptbahnhof und Schwabstraße als Stammstrecke bezeichnet.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahn Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die S-Bahn Wien besitzt eine Stammstrecke zwischen Bahnhof Floridsdorf und Bahnhof Meidling. Seit 2017 hat sie analog zu U-Bahn-Linien eine Kennfarbe, nämlich altrosa. Bis 2025 soll eine weitere Stammstrecke gebaut werden, da die bestehende Strecke keine Taktverdichtung mehr zulässt.[1]

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahn Léman[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die neue Bahnstrecke Cornavin–Eaux-Vives–Annemasse (Eröffnung Dezember 2019) ist die Stammstrecke der neuen schweizerisch-französischen S-Bahn Léman entlang dem Genfersee zwischen LausanneGenfAnnemasseÉvian-les-BainsAnnecySaint-Gervais-les-Bains

S-Bahn Zürich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch wenn nicht so benannt, ist die 1990 eröffnete Strecke Bahnhof StadelhofenHirschengrabentunnelHauptbahnhof Zürich (Tiefbahnhof Museumsstrasse)Bahnhof Hardbrücke die Stammstrecke der S-Bahn Zürich.

Die Durchmesserlinie Altstetten–Zürich HB–Oerlikon ist die zweite Stammstrecke der S-Bahn Zürich.

U-Bahn- und Stadtbahn-Netze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U-Bahn Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stammstrecke der Berliner U-Bahn ist unterteilt in:

  • östliche Stammstrecke (Teil der heutigen U1)
  • westliche Stammstrecke (Teil der heutigen U2)

U-Bahn Frankfurt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die U-Bahn Frankfurt verfügt über vier Stammstrecken:

U-Bahn München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der U-Bahn München sind drei Stammstrecken in Betrieb:

Stadtbahn Dortmund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Stadtbahn Dortmund gibt es:

Stadtbahn Düsseldorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Stadtbahn Düsseldorf sind drei Stammstrecken in Betrieb. Zwei weitere Strecken sind in Planung:

Straßenbahn Linz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenbahn Graz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Abschnitt zwischen den Haltestellen Jakominiplatz und Hauptplatz/Congress wird von allen regulären Tageslinien der Straßenbahn Graz befahren.

Schnellfahrstrecke Hannover-Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin werden die nur teilweise elektrifizierten Gleise, welche vom Regional- und Güterverkehr parallel zu den beiden Hochgeschwindigkeitsgleisen genutzt werden, als Stammstrecke bezeichnet. Ihre Kilometrierung entspricht der Kilometrierung der Schnellfahrstrecke minus 100.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://kurier.at/chronik/niederoesterreich/neue-s-bahnstrecke-in-planung/304.822.578