Stan & Ollie (Film)

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Filmdaten
Deutscher TitelStan & Ollie
OriginaltitelStan & Ollie
ProduktionslandVereinigtes Königreich
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2018
Länge99 Minuten
AltersfreigabeFSK 0[1]
Stab
RegieJon S. Baird
DrehbuchJeff Pope
ProduktionFaye Ward
MusikRolfe Kent
KameraLaurie Rose
SchnittÚna Ní Dhonghaíle,
Billy Sneddon
Besetzung

Stan & Ollie ist eine britische Filmbiografie unter der Regie von Jon S. Baird aus dem Jahr 2018. In den Hauptrollen spielen Steve Coogan und John C. Reilly das weltberühmte Komikerduo Laurel und Hardy.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1937: Während der Dreharbeiten zu Zwei ritten nach Texas liegt Stan Laurel im Streit mit seinem Studioboss Hal Roach, da er sich angesichts seiner weltweiten Bekanntheit unterbezahlt fühlt. Laurels Filmpartner Oliver Hardy fühlt sich dagegen zur Loyalität gegenüber Roach verpflichtet. Roach lässt Hardy mit dem gefallenen Stummfilmkomiker Harry Langdon in der zweiten Hauptrolle den Film Zenobia, der Jahrmarktselefant drehen, was zu einem misslungenen Versuch wird, Stan durch Langdon zu ersetzen. Zwar kommen Laurel und Hardy anschließend wieder als Komikerduo zusammen, doch Stan fühlt sich über Jahre von Oliver betrogen. Nach ihrem Weggang von Roach drehen Laurel und Hardy bei weiteren Filmstudios, verlieren da aber ihre künstlerische Freiheit und lassen an Erfolg nach.

Im Jahr 1953 befinden sich Laurel und Hardy auf einer Tour durch Englands Music Halls. Da sich der Veranstalter Bernard Delfont nur wenig um Werbung für das alternde Komikerduo gekümmert hat, bleiben ihre Vorstellungen zunächst nur spärlich besucht. Erst nach und nach erfahren mehr Leute über ihre Tournee und die Hallen werden voller. Nebenbei versuchen Laurel und Hardy mit Delfont eine komödiantische Filmadaption von Robin Hood auf die Beine zu stellen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stan & Ollie ist der dritte Spielfilm des Regisseurs Jon S. Baird. Seine beiden vorherigen Filme Cass – Legend of a Hooligan (2008) und Drecksau (2013) waren eher dem Sozialdrama oder Kriminalfilm zuzuordnen, weswegen er in einem Interview äußerte, dass er für diesen Filmstoff „auf dem Papier nicht die logische Wahl“ gewesen sei. Er sei allerdings schon immer ein großer Fan des Komikerduos gewesen und habe sich als Kind auch einmal als Stan Laurel bei einer Party verkleidet. Baird und Drehbuchautor Jeff Pope wollten den Fokus weniger auf die größte Erfolgszeit des Komikerduos in den 1930er-Jahren legen, sondern eher auf dessen spätes Leben und deren Freundschaft zueinander: „Wir wollten eine Liebesgeschichte über zwei Freunde erzählen, die sich Herausforderungen in ihrem Leben stellen, mit Geldsorgen, gesundheitlichen Problemen und Konfrontationen über Schwieriges, das in ihrer Vergangenheit passiert ist. Es ist eine einfache Geschichte, wirklich.“[2]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Weltpremiere hatte der Film am 21. Oktober 2018 beim London Film Festival, in die amerikanischen Kinos kam er am 28. Dezember 2018, in die britischen am 11. Januar 2019. In Deutschland lief er erst am 9. Mai 2019 in den Kinos an. Stan & Ollie, mit einem Budget von rund zehn Millionen US-Dollar gedreht, hat bisher weltweit über 23,6 Millionen US-Dollar eingespielt (Stand: 16. März 2019).[3]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das englischsprachige Kritikerportal Rotten Tomatoes meldet, bei insgesamt 198 Kritiken, eine positive Kritikerwertung von 92 % für den Film.[4]

Wolf Lepenies zeigte sich in Die Welt vor allem von den Leistungen der Hauptdarsteller überzeugt: „Coogan und Reilly machen Stan & Ollie zu einem Meisterwerk der Einfühlung – in Gestik und Mimik ebenso wie in Tonfall und Tempo.“[5]

Hannah Pilarczyk nannte den Film bei Spiegel Online ein „wunderbares Biopic“, das „sehr oft Form und Inhalt zur Deckung bringt“. Auch dank großer physischer Ähnlichkeit würden die beiden Hauptdarsteller das Komikerduo „derartig immersiv“ spielen, „dass sich ihre Leistung in das Gegenteil von Großschauspielerei verkehrt: Sie zeigen nicht ihre eigene Kunst, sondern die von Laurel und Hardy.“ Auch die Unaufgeregtheit der filmischen Erzählweise passe zu dem Komikerduo.[6]

Rüdiger Suchsland kritisierte im SWR, der Film sei „an keiner Stelle auch nur annähernd so subversiv und anarchistisch“ wie das von ihm porträtierte Komikerduo. Die „schmierige Moral“ des Filmes sei, dass trotz des Leidens der Künstler die Show weitergehen müsse. „Alles ist von einer gewissen nostalgischen Melancholie, einer Sehnsucht für der guten alten Zeit durchtränkt. Diese Sehnsucht ist weniger bittersüß, als vor allem süßlich. Im Zweifelsfall wird hier alles weichgespült, bleibt nett und niedlich.“ Die interessanteste Figur des Films sei der von Danny Huston dargestellte Hal Roach.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die British Independent Film Awards 2018 erhielt der Film insgesamt sieben und für die British Academy Film Awards 2019 drei Nominierungen, unter anderem jeweils für Steve Coogan als bester Hauptdarsteller. Jon S. Baird, Jeff Pope und Faye Ward wurde für den besten britischen Film nominiert. Coogans Kollege John C. Reilly erhielt den Preis für die beste Hauptrolle der Boston Society of Film Critics und wurde jeweils für den Golden Globe und den Critics’ Choice Movie Award nominiert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Stan & Ollie. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 189224/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Tim Gray, Tim Gray: ‘Stan & Ollie’ Director Faced Challenge of Introducing Comedy Duo to Modern Audiences. In: Variety. 6. Dezember 2018, abgerufen am 16. Mai 2019 (englisch).
  3. Stan & Ollie (2018) – Financial Information. In: the-numbers.com. Abgerufen am 16. Mai 2019.
  4. Stan & Ollie (2019). In: rottentomatoes.com. Abgerufen am 16. Mai 2019 (englisch).
  5. Wolf Lepenies: Die Kultkomödianten Stan und Ollie in einem Biopic – Trailer&Kritik. In: Welt.de. 11. Mai 2019, abgerufen am 16. Mai 2019.
  6. Hannah Pilarczyk: Filmhommage „Stan & Ollie“: Zwei für die Ewigkeit. In: Spiegel Online. 9. Mai 2019, abgerufen am 16. Mai 2019.
  7. Film: „Stan & Ollie“ – Wie Hollywood Dick und Doof ihre Freiheit nahm. In: SWR2. 7. Mai 2019, abgerufen am 16. Mai 2019.