Stangenbach (Lauter)

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Stangenbach
Daten
Gewässerkennzahl DE: 2383822
Lage Baden-Württemberg
  Landkreis Heilbronn
Flusssystem Rhein
Abfluss über Lauter → Murr → Neckar → Rhein → Nordsee
Quelle zwischen Wüstenrot und dem zugehörigen Spatzenhof am Nordhang des Stangenbergs.
49° 5′ 27″ N, 9° 27′ 19″ O
Quellhöhe ca. 500 m ü. NN[1]
Mündung an der Wüstenroter Lohmühle von links und Nordosten in die LauterKoordinaten: 49° 4′ 15″ N, 9° 25′ 28″ O
49° 4′ 15″ N, 9° 25′ 28″ O
Mündungshöhe ca. 375 m ü. NN[1]
Höhenunterschied ca. 125 m
Sohlgefälle

31 ‰

Länge 4 km[2]
Einzugsgebiet 4,7 km²[3]

Linke Nebenflüsse → Zuflüsse
Rechte Nebenflüsse → Zuflüsse
Kleinstädte Löwenstein
Beilstein (Mündungszipfel)
Gemeinden Wüstenrot

Der Stangenbach ist ein Bach im Landkreis Heilbronn im nördlichen Baden-Württemberg von vier Kilometern Länge, der bei der Wüstenroter Lohmühle von links und Nordosten in die Lauter mündet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stangenbach entsteht am Nordhang des 559 m ü. NN hohen Stangenbergs auf dem Gebiet der Gemeinde Wüstenrot neben der nördlichen Wesleystraße auf etwa 500 m ü. NN in einer beginnenden Waldklinge. Von hier aus läuft er westsüdwestlich, bildet bald die Markungsgrenze gegenüber Löwenstein am rechten Ufer, bis die Talstraße K 2098 von links von Wüstenrot und dem Schmellenhof kommend ins Tal absteigt und ein Zufluss aus Richtung des Horkenbergs von rechts mündet. Dann wendet sich der Bach nach Südsüdwesten zurück ins Gebiet Wüstenrots, ein Kurs, den er forthin recht beständig halten wird.

Die Wüstenroter Lohmühle. Der Stangenbach kommt von links ins Bild

Er tritt bald danach in die offene Flur ein, die den Weilern Schmellenhof auf dem linken Hügel, Stangenbach im Tal am Zulauf des längsten Nebentals aus der Pfaffenklinge sowie Greuthof gemeinsam ist. Hier durchfließt er die einzige größere Talsiedlung Stangenbach, wonach er in teils offener Aue wieder zwischen Waldhängen zieht. Der Stangenbach mündet schließlich auf etwa 375 m ü. NN etwa 4,0 km[2] unterhalb seiner Quelle von links und Nordosten an der Wüstenroter Lohmühle in die hier selbst noch wenig kürzere Lauter.

Einzugsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stangenbach hat ein Einzugsgebiet von 4,7 km² Größe. Es hat ungefähr birnenförmige Gestalt mit der Spitze im Südwesten an der Mündung in den Murr-Zufluss Lauter und es erstreckt sich von dort etwa 3,2 km aufwärts bis zur Abzweigung der Wüstenroter Wesleystraße von der Kreisstraße am Spatzenhof, quer dazu misst es an der breitesten Stelle 2,2 km.

Der nördlichste Punkt liegt auf dem Gipfel des Löwensteiner Horkenbergs auf 549 m ü. NN. Von dort folgt die Wasserscheide dem Südwestrand der Flurinsel um das Chausseehaus und den Spatzenhof bis zum nordöstlichsten Punkt nahe der Quelle, erklimmt den Stangenberg (559 m ü. NN) und läuft dann am Westrand des Siedlungsgebietes und der Rodungsinsel von Wüstenrot südwärts bis auf den Rattelberg 561 m ü. NN. Bis hierher grenzt jenseits kurz Einzugsgebiet des Brettach-Zuflusses Bernbach an, dann lange solches der obersten Fichtenberger Rot; anfangs ist dabei sie selbst, ab etwa dem Stangenberg ist ihr Zufluss Tiefenbach unmittelbarer Konkurrent. Vom Rattelberg läuft sie dann über den Heßberg (505,6 m ü. NN) südwestlich zur Mündung auf etwa 375 m ü. NN; jenseits dieses Stücks der Grenze fließt der Buchenbach fast parallel zum Stangenbach weiter abwärts in die Lauter. Von der Mündung an folgt die Grenze des Einzugsgebietes dann dem Kamm des Bergrückens gegen das obere Lautertal ziemlich genau nordwärts, wobei sie anfangs den Greuthof passiert und die Höhen fast bis zuletzt unter 500 m ü. NN liegen, und erreicht dann wieder den Horkenberggipfel ganz im Norden.

Wenigstens drei Viertel des sich zwischen 375 und 559 m ü. NN erstreckenden Einzugsgebietes sind bewaldet. In seiner Mitte liegt eine talquerende Rodungsinsel um die Wüstenroter Weiler Schmellenhof, Stangenbach und Greuthof, ein nur schmaler Streifen im Osten gegen Wüstenrot liegt ebenfalls in offener Flur, hier stehen auch einige Häuser des Dorfes. Ansonsten gehört nur noch der Wohnplatz Lohmühle zum Einzugsgebiet, von dem unter 0,8 km² im Norden, ein völlig unbesiedeltes Hangwaldgebiet um den Horkenberg, löwensteinisch ist sowie ein winziger Schnipsel an der Lohmühle Teil von Beilstein, der Großteil aber gehört zur Gemeinde Wüstenrot.

Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

auch zweiter Ordnung, jeweils von der Quelle zur Mündung. Gewässerlängen in der Regel nach LUBW-FG10 (Datensatzeinträge), Einzugsgebiete entsprechend nach LUBW-GEZG, Höhenangaben nach dem Höhenlinienbild auf dem Geodatenviewer. Andere Quellen für die Angaben sind ggf. vermerkt.

Ursprung des Stangenbachs am Nordfuß des Stangenbergs auf etwa 500 m ü. NN westlich des Altersheims im Wald an der Wüstenroter Wesleystraße.

  • Zufluss aus der Säuhagenklinge, von rechts, 0,59 km.
  • Zufluss aus der Bruderklinge, von rechts aus Richtung des Horkenbergs, 0,561 km.
  • Bach aus der Pfaffenklinge, von links in Stangenbach, 1,445 km. Entsteht beim Silberstollen.
    • Wenig längerer Quellast aus dem Holzwiesenwald, von links vor dem Sporn des Heidenbuckels, 0,548 km.
    • Zufluss von östlich des Schmellenhofes, von rechts vor Stangenbach, 0,761 km.
  • Kronbach, von links aus der Fuchsklinge, 1,128 km.
    • Kürzerer Quellast, von rechts, 0,482 km.
  • Zufluss aus Richtung Kanapee, von links, 0,402 km.
  • Zufluss aus Richtung des Heßberg-Gipfels, 0,409 km.

Mündung des Stangenbachs bei der Wüstenroter Lohmühle kurz nach Übertreten der Gemeindemarkungsgrenze zu Beilstein auf etwa 375 m ü. NN. Der Bach hat eine Gesamtlänge von 3,985 km und ein Einzugsgebiet von 4,697 km.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Quelle des Stangenbachs und die höheren seiner Zuflüsse – wie etwas des Bachs aus der Pfaffenklinge – liegen nahe der Grenze zwischen dem Stubensandstein (Löwenstein-Formation) und dem diesen überlagernden Knollenmergel (Trossingen-Formation), der im Ring um die hier drei letzten Schwarzjurahöcker Horkenberg, Stangenberg und Raitelberg am Nordwestrand der Keuperberge des Schwäbisch-Fränkischen Waldes liegt. Die Läufe bleiben dann bis hinab zur Stangenbachmündung im Stubensandstein.

Die Stangenbachquelle liegt dicht am Rand des Einzugsgebietes der bedeutenderen oberen Rot, das in einem spitzen Westkeil vor dem Horkenberg ausläuft. Die Rot selbst entsteht nur einen halben bis einen Kilometer nordwestlich bis nordöstlich vom Stangenbachursprung entfernt – die Ansichten über deren Quelllage differieren etwas – und läuft in einer sehr flachen Talmulde südsüdöstlich zum oberen Kocher, wobei sie auf den ersten 4 km etwa 40–45 m an Höhe verliert, während der Stangenbach auf seinem ebenso langen Gesamtlauf sich etwa 125 m in sein steiles Kerbtal eingräbt, also auf gleicher Strecke etwa dreimal so viel Gefälle hat. Ähnliches gilt für den Brettach-Zufluss Bernbach an der Nordseite des Keiles. Hieran zeigt sich die größere Erosionskraft der auf direkterem Wege zum Rhein entwässernden Bäche gegenüber der erdgeschichtlich mit Abfluss in Richtung Donau angelegten Rot.[4]

Geotope[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Südhang des Horkenbergs in der Steinfelsklinge[5], in der Säuhagenklinge östlich des Bergs[6] und in der Pfaffenklinge[7] westlich von Wüstenrot gibt es Aufschlüsse im Stubensandstein mit landschaftstypischen geomorphologischen Bildungen. Am Nordrand des Einzugsgebietes beim Chausseehaus liegt eine Sandgrube ebenfalls im Stubensandstein, in der Kieselhölzer gefunden werden[8], ebenso nordöstlich des Weilers Stangenbach am Hang des Stangenbergs.[9] In einem aufgelassenen Steinbruch am Westhang des Raitelbergs ist Angulatensandstein aus dem Schwarzjura[10] aufgeschlossen.[11]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Nach dem Höhenlinienbild des Geodatenviewers.
  2. a b Nach LUBW-FG10 (Datensatzeintrag).
  3. Summe der Teileinzugsgebiet nach LUBW-GEZG (Datensatzeinträge).
  4. Geologie nach GK50-SFW.
  5. Geotopbeschreibung Steinfelsklinge (PDF).
  6. Geotopbeschreibung Säuhagenklinge (PDF).
  7. Geotopbeschreibung Pfaffenklinge (PDF).
  8. Geotopbeschreibung Sandgrube südlich des Chausseehauses (PDF).
  9. Geotopbeschreibung Sandgrube nordöstlich von Stangenbach (PDF).
  10. Geotopbeschreibung Unterjuraaufschluss am Raitelberg (PDF).
  11. Geotope nach LGRB-GTP.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „TK25“: Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg Nord, als Einzelblatt Nr. 6922 Wüstenrot
  • „GK50-SFW“: Geologische Karte des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald 1:50.000, herausgegeben vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg, Freiburg i. Br. 2001.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geodatenviewer des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (Hinweise), insbesondere mit den Teilkarten/Layers