Stanggaß

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Stanggaß
Koordinaten: 47° 37′ 56″ N, 12° 58′ 50″ O
Höhe: 620 m ü. NN
Einwohner: 1279 (25. Mai 1987)[1]
Postleitzahl: 83483
Vorwahl: 08652
Karte
Stanggaß mit Watzmann und Hochkalter

Stanggaß ist ein Ortsteil der Gemeinde Bischofswiesen im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vermutlich bereits ab Ende des 14. Jahrhunderts war Stanggaß der 2. Gnotschaftsbezirk der „Urgnotschaft“ Bischofswiesen im Berchtesgadener Land, das ab 1380 das Kernland der Reichsprälatur Berchtesgaden und der später eigenständigen, reichsunmittelbaren Fürstpropstei Berchtesgaden (1559–1803) bildete.[2] Nach drei kurz hintereinander folgenden Herrschaftswechseln wurde 1810 das Berchtesgadener Land mit seinen Gnotschaften dem Königreich Bayern angegliedert und aus Bischofswiesen ab 1812 eine Gemeinde. Da Größe und Gliederung der Gemeinde Bischofswiesen in den 1970ern von der Gebietsreform in Bayern ausgenommen blieben, ist Stanggaß noch heute ein Ortsteil bzw. eine Gnotschaft der Gemeinde Bischofswiesen.

In der Stanggaß befand sich von 1937 bis 1945 die Reichskanzlei Dienststelle Berchtesgaden (auch Kleine Reichskanzlei genannt). Sie war im nationalsozialistischen Deutschen Reich ein zweiter Regierungssitz neben der Neuen Reichskanzlei in Berlin. Mit der Errichtung des Gebäudes war der Architekt Alois Degano beauftragt worden.

Nach der statistischen Übersicht von 1752 hatte Stanggaß 35 Anwesen, darunter 30 ganze und 5 halbe Höfe.[2] Ein Ortsverzeichnis von 1831 verzeichnet Stangast oder Stangaß als Dorf mit 43 Häusern, einer Kapelle und 340 Einwohnern.[3] Bei der Volkszählung vom 25. Mai 1987 wies der Ortsteil eine Bevölkerung von 1279 Einwohnern in 270 Gebäuden bzw. 608 Wohnungen auf.[1]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Liste der Baudenkmäler in Bischofswiesen#Stanggaß

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stanggaß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 70 (Digitalisat).
  2. a b Dieter Albrecht: Fürstpropstei Berchtesgaden, München 1954. Kapitel: Gnotschaft Bischofswiesen (Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 7), S. 24.
  3. Joseph Anton Eisenmann und Karl Friedrich Hohn: Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern, München 1831