Stanisław Lem

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Stanisław Lem, 1966

Stanisław Herman Lem (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i; * 12. September 1921 in Lemberg, damals Polen; † 27. März 2006 in Krakau) war ein polnischer Philosoph, Essayist und Science-Fiction-Autor. Seine Kurzgeschichten, Romane und Essays zeichnen sich insbesondere durch überbordenden Ideenreichtum und fantasievolle sprachliche Neuschöpfungen aus. Lems Werke wurden in 57 Sprachen übersetzt und insgesamt mehr als 45 Millionen Mal verkauft. Er gilt als einer der meistgelesenen Science-Fiction-Autoren, wobei er sich selbst wegen der Vielschichtigkeit seines Wirkens nicht so bezeichnen mochte. Aufgrund der zahlreichen Wortspiele und Wortschöpfungen gelten seine Werke als schwierig zu übersetzen.

Lem galt als brillanter Visionär und Utopist, der zahlreiche komplexe Technologien Jahrzehnte vor ihrer tatsächlichen Entwicklung erdachte. So schrieb er bereits in den 1960er und 1970er Jahren über Themen wie Nanotechnologie, Neuronale Netze und Virtuelle Realität. Ein wiederkehrendes Thema sind philosophische und ethische Aspekte und Probleme technischer Entwicklungen, wie etwa der künstlichen Intelligenz, menschenähnlicher Roboter oder der Gentechnik. In zahlreichen seiner Werke setzte er Satire und humoristische Mittel ein, wobei er oft hintergründig das auf Technikgläubigkeit und Wissenschaft beruhende menschliche Überlegenheitsdenken als Hybris entlarvte. Einige seiner Werke tragen auch düstere und pessimistische Züge in Bezug auf die langfristige Überlebensfähigkeit der Menschheit. Häufig thematisierte er Kommunikationsversuche von Menschen mit außerirdischen Intelligenzen, die er etwa in einem seiner bekanntesten Romane, Solaris, als großes Scheitern verarbeitete. In den 2000er Jahren wurde der vielseitig gebildete Lem zum Kritiker des – von ihm teilweise vorhergesagten – Internets und der Informationsgesellschaft, weil diese die Nutzer zu „Informationsnomaden“ machten, die nur „zusammenhangslos von Stimulus zu Stimulus hüpfen“ würden. Die allgemeine Steigerung der technischen Leistung gehe „paradoxerweise mit einem Verfall der Fantasie und Intelligenz der Menschen einher.“[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Haus in der Bohdana-Lepkogo-Straße in Lemberg, in dem Lem laut seiner Autobiographie seine Kindheit verbrachte.

Stanisław Lem kam als Sohn einer polnisch-jüdischen Arztfamilie auf die Welt, sein Vater Samuel Lem war Hals-Nasen-Ohren-Arzt; der Satiriker Marian Hemar war sein Cousin.[2]

Lem hatte eine behütete Kindheit. Er studierte von 1940 bis zur Besetzung Lembergs durch deutsche Truppen 1941 Medizin an der Universität Lemberg. Durch den Zweiten Weltkrieg wurden seine Studien unterbrochen. Lem konnte mit gefälschten Papieren seine jüdische Herkunft verschleiern; der Großteil seiner Familie kam im Holocaust ums Leben.

„Ich hab Hitler gebraucht um draufzukommen, dass ich jüdisch bin.“

Während des Krieges arbeitete er als Hilfsmechaniker und Schweißer für eine deutsche Firma, die Altmaterial aufarbeitete. Er half dem Widerstand gegen die deutsche Besatzungsmacht. Als gegen Ende des Krieges Polen zum zweiten Mal von der Roten Armee erobert und durch die Sowjetunion kontrolliert wurde, setzte er sein Studium in Lemberg fort. 1945 musste er, nachdem seine Heimatstadt an die Sowjetunion gefallen war, nach Krakau ziehen.[3]

An der Jagiellonen-Universität in Krakau nahm er sein Medizinstudium zum dritten Mal auf. Hier arbeitete er zwischen 1948 und 1950 am Konserwatorium Naukoznawcze als Forschungsassistent bei Mieczysław Choynowski an Problemen der angewandten Psychologie. Zur gleichen Zeit lernte er den Redakteur des Tygodnik Powszechny Jerzy Turowicz kennen, der neben Choynowski eine prägende Figur wurde. Zu seinem damaligen Freundeskreis gehörte auch Wisława Szymborska. In diese Zeit fielen auch seine ersten literarischen Versuche, und er begann in seiner Freizeit Geschichten zu schreiben, darunter die Theaterstücke Jacht „Paradise“ (mit seinem Freund Roman Husarski) und das erst nach Lems Tod wiedergefundene und 2009 herausgegebene Korzenie. Drrama wieloaktowe, eine antistalinistische Satire. 1948 entstand sein erster Roman Szpital Przemienienia (dt. Die Irrungen des Dr. Stefan T.), der wegen der Zensur erst acht Jahre später erscheinen konnte.[4] Ebenfalls in dieser Zeit lernte er seine künftige Frau Barbara Leśniak kennen.

Lem erhielt das Zertifikat, sein Studium vollständig abgeschlossen zu haben. Allerdings weigerte er sich in seinem letzten Examen, Antworten im Sinne des Lyssenkoismus zu geben, weil er diesen ablehnte. Durch diese Weigerung konnte er einem Dasein als Militärarzt entgehen, denn die Prüfer ließen ihn dafür durchfallen.

„Die Armee nahm all meine Freunde, nicht für ein oder zwei Jahre, sondern für immer.“

Da er deswegen aber auch nicht als Arzt praktizieren konnte, arbeitete er in der Forschung und verlegte sich immer mehr aufs Schreiben.

Literarisches Schaffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Zusammenstellung der Erstausgaben von Lems Werken in polnischer Sprache.

1951 wurde sein erster Roman Astronauci (dt. Der Planet des Todes, auch als Die Astronauten bekannt) veröffentlicht. Sein erstgeschriebener Roman Der Mensch vom Mars von 1946 erschien in Buchform erst 1989. 1953 heiratete er Barbara Leśniak, eine Radiologin. Seinen ersten literarischen Durchbruch schaffte er 1956 mit der Veröffentlichung von Obłok Magellana (dt. Gast im Weltraum). In den darauffolgenden Jahren schrieb er seine wichtigsten Science-Fiction-Romane, darunter Sterntagebücher, Eden, Solaris, Kyberiade. Anfang der 1960er Jahre entstand auch sein wichtigstes nicht-fiktionales Werk, Summa technologiae, über dessen Inhalt er u. a. mit Leszek Kołakowski öffentlich diskutierte (bis dieser 1968 das Land verlassen musste).

1982, nachdem in Polen das Kriegsrecht verhängt worden war, verließ Stanisław Lem sein Heimatland vorübergehend und arbeitete in West-Berlin am Wissenschaftskolleg. Ein Jahr später ging er nach Wien, wo sein Sohn Tomasz die American International School besuchte.[5] In Berlin und Wien schrieb Lem u. a. Der Schnupfen, Der Flop und Fiasko. Fiasko war der letzte Roman, den er geschrieben hat. In dieser Zeit verschlechterte sich sein Gesundheitszustand deutlich; u. a. kam ein bereits einige Jahre vorher in Polen operierter gutartiger Prostata-Tumor wieder. Lem kehrte erst 1988 im Zuge der politischen Veränderungen nach Polen zurück.

Zu seinem engsten Freundeskreis gehörten Jan Józef Szczepański, Jan Błoński, Sławomir Mrożek und Jerzy Wróblewski, später auch Władysław Bartoszewski; auch zu seinem Englisch-Übersetzer Michael Kandel sowie zu seinen Vertretern in Österreich (Franz Rottensteiner), West-Deutschland (Wolfgang Thadewald) und Litauen (Virgilijus Juozas Čepaitis) hatte er ein enges Verhältnis. Mit all diesen Menschen korrespondierte er regelmäßig und ausgiebig. Er kannte persönlich u. a. Wisława Szymborska und Karol Wojtyła.

Stanisław Lem war Mitglied des polnischen Schriftstellerverbandes, des P.E.N.-Clubs und, seit 1972, des Komitees Polen 2000, das unter der Federführung der polnischen Akademie der Wissenschaften steht. Seit 1994 war er Mitglied der PAU (Polska Akademia Umiejętności, deutsch: „Polnische Akademie der Fertigkeiten“).

Durch seine utopischen Werke erwarb sich Lem den Ruf, einer der größten Schriftsteller in der Geschichte der SF-Literatur zu sein. Seine Kurzgeschichten, Romane und Essays zeichnen sich insbesondere durch überbordenden Ideenreichtum und fantasievolle sprachliche Neuschöpfungen aus, wobei auch die Kritik an der Machbarkeit und dem Verstehen der technischen Entwicklung im Kontext philosophischer Diskurse immer wieder ein zentraler Bestandteil seiner Werke ist.

Lems Grabstätte auf dem Salwator-Friedhof in Krakau

„Verlage, die mich in einer mit Science-fiction etikettierten Schublade eingeschlossen haben, taten dies hauptsächlich aus merkantilen und kommerziellen Gründen, denn ich war ein hausbackener und heimwerkelnder Philosoph, der die künftigen technischen Werke der menschlichen Zivilisation vorauszuerkennen versuchte, bis an die Grenzen des von mir genannten Begriffshorizontes.“

Lem in Riskante Konzepte

Lems (selbst)ironische Einstellung zum Science-Fiction-Genre wird im Einleitungssatz der Kurzgeschichte „Pirx erzählt“ deutlich, in der der Ich-Erzähler sagt: „Utopische Bücher? Doch, die mag ich, aber nur schlechte.“[6]

Stanisław Lems Bücher wurden bisher in 57 Sprachen übersetzt und erreichten eine Auflage von mehr als 45 Millionen.[7] Lem starb nach längerer Krankheit am 27. März 2006 in einer Klinik in Krakau im Alter von 84 Jahren an Herzversagen. Sein Grab befindet sich in Krakau auf dem Salwator-Friedhof in Plot W. Auf dem Grabstein steht auf Lems Wunsch die Inschrift „Feci, quod potui, faciant meliora potentes“ (dt. „Ich tat, was ich konnte; die, die es können, sollen es besser machen“).

Als seine Lieblingsschriftsteller nannte Lem Fjodor Michailowitsch Dostojewski, Rainer Maria Rilke, Franz Kafka sowie die Brüder Arkadi und Boris Strugazki. In den 1970er Jahren rief er eine Reihe von Veröffentlichungen ins Polnische übersetzter SF-Klassiker beim Wydawnictwo Literackie ins Leben (Stanisław Lem poleca, dt. Stanisław Lem empfiehlt), darunter Ursula K. Le Guin und Philip K. Dick. Mit Letzterem korrespondierte er in dieser Zeit – Dicks psychische Krankheit führte dazu, dass er gegen Lem (den er für eine geheime Organisation L.E.M. hielt) eine Anzeige an das FBI schrieb. Auch wurde Lem auf Dicks Betreiben vorübergehend die 1976 verliehene Ehrenmitgliedschaft in der Science Fiction and Fantasy Writers of America entzogen.

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1960 wurde Lems Roman Planet des Todes (1954) in der DDR von der DEFA unter dem Titel Der schweigende Stern (Regie: Kurt Maetzig) verfilmt; in der Bundesrepublik lief der Film später als Raumschiff Venus antwortet nicht.
  • Der 1963 gedrehte tschechoslowakische Film Ikarie XB 1 (Regie: Jindrich Polák) beruht zwar auf Lems Roman Gast im Weltraum (1956), nennt den Autor aber nicht im Abspann.
  • Fußend auf Lems Kurzgeschichte Czy pan istnieje, Mr Jones? (dt. Gibt es Sie, Mister Jones?) drehte Andrzej Wajda 1968 den 36-Minuten-Fernsehfilm Przekładaniec (deutsch Rollkuchen), an dessen Szenarium auch Lem selbst beteiligt war, so dass dieser Film eine der wenigen Lem-Verfilmungen wurde, mit denen der Autor sich im nachhinein zufrieden zeigte.[8]
  • 1973 kam eine ungarische Fernsehserie namens Pirx kalandjai (Regie: István Kazán und András Rajnai)[9] auf insgesamt fünf Episoden.
  • 1978 lieferte die Erzählung Die Verhandlung die Grundlage für die polnisch-sowjetische Gemeinschaftsproduktion Test pilota Pirxa (deutsch Der Testflug des Piloten Pirx, auch Testflug zum Saturn) in der Regie von Marek Piestrak.
  • Lems Roman Solaris (1961) wurde bis dato dreimal verfilmt: zuerst 1968 von Boris Nirenburg (Solaris (1968)), dann 1971 von Andrei Tarkowski (Solaris (1972)) und zuletzt 2002 von Steven Soderbergh (Solaris (2002)). Lem selbst hielt von den beiden letztgenannten Filmen nichts,[10] und seine Meinung zu Nirenburgs Verfilmung ist unbekannt.
  • 1978/79 entstanden beiderseits der deutsch-deutschen Grenze fast gleichzeitig zwei verschiedene Fernsehspiele nach ein und derselben Vorlage, das eine 1978 für das ZDF, das zweite im Jahr darauf für das DDR-Fernsehen: Die seltsamen Begegnungen des Prof. Tarantoga (Regie: Chuck Kerremans, mit Richard Münch und Peter Striebeck, 100 Minuten) wurden 1978 vom ZDF gesendet, sein DDR-Pendant Professor Tarantoga und sein seltsamer Gast (Regie: Jens-Peter Proll, mit Eberhard Esche und Volkmar Kleinert, 59 Minuten) im DDR-Fernsehen 1979.
  • 1992 produzierten BR und SWF nach Lems Erzählung Der Freund die literarische Filmerzählung Der unsichtbare Freund (Regie: Ray Müller, mit Josef Bierbichler, Andreas Giebel und Volkmar Kleinert, 77 Minuten).
  • Basierend auf Lems Geschichtensammlung Sterntagebücher um den Piloten Ijon Tichy wurden 2007 und 2011 für das ZDF die Episoden der TV-Serie Ijon Tichy: Raumpilot – Die Sterntagebücher (Regie: Dennis Jacobsen, Randa Chahoud, Oliver Jahn)[11] realisiert.
  • Die Futurama-Folge Planet der Roboter ähnelt einer Geschichte aus den Sterntagebüchern.[12] Ebenso entspricht das in Futurama beschriebene Musikinstrument Holophonor dem von Lem in seinem Roman Der Gast im Weltraum dargestellten Instrument Genetophor (grundsätzlich identische Funktionsweise, einziger Unterschied: bei Lem handelt es sich um ein Tasten- und in Futurama um ein Blasinstrument).
  • 2013 wurde der Film The Congress von Ari Folman auf dem Filmfestival in Cannes gezeigt. Das teil-animierte Action-Drama wurde von Stanisław Lems Der futurologische Kongress inspiriert, wobei sich die Handlung aber stark von der Vorlage unterscheidet. Der Film wurde von der Familie Lem und polnischen Lem-Kennern gelobt.[13]

Ausgewählte Figuren aus Lems Werken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ijon Tichy
Eine der Hauptpersonen in Lems Werk ist Ijon Tichy (abgeleitet von Cichy, polnisch für: „Der Stille“). Er ist die Hauptfigur in den Sterntagebüchern und einigen weiteren Romanen (Der futurologische Kongress, Lokaltermin und Frieden auf Erden bzw. Der Flop). Er ist eine Art Weltraum-Münchhausen, der irrwitzige Abenteuer auf fremden Welten erlebt. Im Zusammenhang mit Tichy tritt in einigen Geschichten auch sein Freund Professor Tarantoga auf. Unter anderem ist er es, der Tichy zum Futurologischen Kongress schickt.
Pirx
Der Pilot Pirx erscheint in einer Gruppe von Erzählungen (unter anderen Test, Die Jagd und Terminus, gesammelt in Pilot Pirx) und in dem Roman Fiasko. Es stellt eine eher ernsthafte Figur dar, hat aber auch einige für den Leser amüsante Erlebnisse. Pirx kommt spätestens in Fiasko, einem der letzten Romane Lems, ums Leben – wobei der Leser nicht mit Sicherheit erfährt, ob er es ist, der wiederbelebt wird, oder Parvis, ein anderer Pilot, der ebenfalls in Birnhams Wald auf dem Titan verunglückt war.
Trurl und Klapauzius
In der Kyberiade – einer Sammlung von Kurzgeschichten – tauchen diese beiden Roboterwesen als Konstrukteure auf. Lem baut hier bewusst eine humoristische Grundstimmung mit märchenhaften Untertönen auf, um seine Gedankenexperimente frei von technischen und physischen Restriktionen durchspielen zu können. So retten Trurl und Klapauzius beispielsweise das Universum, nachdem sie es mit einer ihrer Erfindungen fast vernichtet hätten. Sie beenden Kriege und schaffen neue Welten.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stanisław Lem bei einer Signierstunde in Krakau im Oktober 2005.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jahreszahlen geben das Ersterscheinungsdatum an. Einige von Stanisław Lems Werken erschienen aufgrund des Regimes in Polen zuerst nur in Übersetzung. Es gibt für eine Reihe von Werken zwei deutsche Übersetzungen (und oft auch Titelübersetzungen), einmal in der DDR (Volk und Welt), einmal in der Bundesrepublik Deutschland (Suhrkamp bzw. Insel Verlag).

Nicht-fiktionale Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Science-Fiction-Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurzgeschichten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fiktive Rezensionen und Vorworte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Zusammenstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vorstoß zum Abendstern, Bd. 275 in zwei Teilen der Heftromanreihe Utopia Zukunftsroman, Pabel Verlag Rastatt 1961.
  • Test (Erzählungen) (1968)
  • Die Jagd. Neue Geschichten des Piloten Pirx. Aus dem Polnischen übersetzt von Roswitha Buschmann, Kurt Kelm und Barbara Sparing, Verlag Volk und Welt, Berlin 1972.
  • Der Getreue Roboter (Fernsehspiele) (1975)
  • Mondnacht (Hör- und Fernsehspiele) (1977)
  • Der Schnupfen/Test (DDR 1977)
  • Der Unbesiegbare/Die Jagd (DDR 1977)
  • Eden/Die Maske (DDR 1977)
  • Die Falle des Gargancjan (Erzählungen) (1979)
  • Erzählungen (1980)
  • Die phantastischen Erzählungen des Stanislaw Lem (1980)
  • Mehr phantastische Erzählungen des Stanislaw Lem (1981)
  • Terminus (Erzählungen) (1981)
  • Die Ratte im Labyrinth (Erzählungen) (1982)
  • Provokationen (Fiktive Rezensionen) (1988)
  • Irrläufer (Erzählungen von vor 1947) (1989)
  • Technologie und Ethik (Lesebuch) (1990)
  • Die Entdeckung der Virtualität (1996)
  • Lem-Edition in drei Bänden, 2003:
  • Lem-Edition in sechs Bänden, 2009:

Anmerkung: Auf Deutsch erschienen einige Bände mit Erzählungen in unterschiedlicher Zusammenstellung und mit unterschiedlichen Titeln.

Verschiedene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jacht „Paradise”. Sztuka w czterech aktach, 1951 (gemeinsam mit Roman Hussarski) – Theaterstück
  • Szpital przemienienia, 1955 (dt. Die Irrungen des Dr. Stefan T., 1959, Das Hospital der Verklärung (1. Teil von „Die Irrungen …“)) – Entwicklungsroman eines jungen Arztes im Vor- und Nachkriegspolen; ursprünglich verlegt als Trilogie Czas nieutracony mit den drei Bänden Szpital przemienienia, Wśród umarłych und Powrót
  • Śledztwo, 1959 (dt. Die Untersuchung, 1975) – Kriminalroman
  • Wysoki Zamek, 1968 (dt. Das Hohe Schloß, 1974) – Behandelt die Kindheit von Stanisław Lem (autobiografisch)
  • Katar, 1976 (dt. Der Schnupfen, 1977) – Kriminalroman, 1979 mit dem Grand prix de littérature policière ausgezeichnet
  • Vorwort im Nachhinein, 1983 (dt., in: Hennings/Müller/Vowe/Wersig (Hrsg.) Informations- und Kommunikationsstrukturen der Zukunft – Workshop mit Stanislaw Lem, München 1983, mit Beiträgen von Dietrich Dörner, Herbert W. Franke, Wolfgang Giloi, Winfried Göpfert, Helmut Krauch, Thomas von Randow, Franz Rottensteiner, Thomas Trautner u. a.), ISBN 3-7705-2199-4
  • Stanisław Lem – Listy albo opór materii, 2002 (dt. Der Widerstand der Materie: Ausgewählte Briefe, 2008, Parthas Verlag Berlin, ISBN 978-3-86601-475-6) – Sammlung von Briefen
  • Sknocony kryminał, 2009 (dt. Versauter Krimi) – Kriminalroman (posthum verlegt, unbeendet, Ende der 1950er Jahre geschrieben)
  • Stanisław Lem, Sławomir Mrożek Listy, 2011 (Wydawnictwo Literackie, Kraków 2011, ISBN 978-83-08-04730-9) – eine Sammlung von Briefen zwischen Lem und seinem Freund Sławomir Mrożek
  • Sława i fortuna. Listy Stanisława Lema do Michaela Kandla 1972–1987 (Wörtl.: Ruhm und Glück. Stanislaw Lems Briefe an Michael Kandel 1972–1987), 2013 (Wydawnictwo Literackie, Kraków 2013, ISBN 978-83-08-04934-1) – Sammlung von Briefen an Michael Kandel, den Übersetzer von Lems Werken ins Englische

Hörspielbearbeitungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tonträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Darmstadt fand von Oktober 2016 bis März 2017 das Komet Lem Festival statt.[16] Es widmete sich Stanisław Lem mit diversen Veranstaltungen wie Lesungen, Theaterstücken und Filmaufführungen, auch musikalische Interpretationen der Werke Lems wurden aufgeführt. Die Ausstellung Lems Tierleben nach Mróz bestand aus Zeichnungen des Illustrators Daniel Mróz rund um Lems Welten.[17]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wojciech Orliński: Lem: Życie nie z tej ziemi. Agora/Czarne, Warszawa/Sękowa 2017, ISBN 978-83-8049-552-4.
  • Werner Berthel (Hrsg.): Stanislaw Lem: Der dialektische Weise aus Kraków. Insel, Frankfurt a. M. 1976. Insel Almanach auf das Jahr 1976:
  • Werner Berthel (Hrsg.): Über Stanislaw Lem. Suhrkamp, Frankfurt/M. 1981, ISBN 3-518-37086-3
  • Stanislaw Lem, Stanislaw Beres: Lem über Lem. Gespräche. Insel, Frankfurt/M. 1986, ISBN 3-458-14511-7
  • Florian Marzin: Stanislaw Lem: An den Grenzen der Science Fiction und darüber hinaus. Corian-Verlag Wimmer, Meitingen 1985, ISBN 3-89048-208-2
  • Jerzy Jarzębski: Zufall und Ordnung. Zum Werk Stanislaw Lems. Suhrkamp, Frankfurt/M. 1986, ISBN 3-518-37790-6
  • Dieter Hasselblatt: Stanislaw Lem – Philosoph und Kriminalromanschriftsteller. In: Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 1990 (Band 5). Wilhelm Heyne Verlag, München 1990, S. 290–289. ISBN 3-453-03905-X
  • Bernd Gräfrath: Ketzer, Dilettanten und Genies. Grenzgänger der Philosophie. Junius, Hamburg 1993, ISBN 3-88506-227-5
  • Bernd Gräfrath: Lems Golem: Parerga und Paralipomena. Suhrkamp, Frankfurt/M. 1996, ISBN 3-518-39027-9
  • Zygmunt Tęcza: Das Wortspiel in der Übersetzung. Stanislaw Lems Spiele mit dem Wort als Gegenstand interlingualen Transfers. Linguistische Arbeiten, Bd. 367, Max Niemeyer Verlag, Tübingen 1997, ISBN 3-484-30367-0
  • Bernd Gräfrath: Es fällt nicht leicht, ein Gott zu sein. Ethik für Weltenschöpfer von Leibniz bis Lem. Beck, München 1998, ISBN 3-406-42065-6
  • Holger Arndt: Stanislaw Lems Prognose des Epochenendes: die Bedrohung der menschlichen Kultur durch Wissenschaft, Technologie und Dogmatismus. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2001, ISBN 3-534-15139-9
  • Jacek Rzeszotnik: Ein zerebraler Schriftsteller und Philosoph namens Lem. Zur Rekonstruktion von Stanislaw Lems Autoren- und Werkbild im deutschen Sprachraum anhand von Fallbeispielen. Universitätsverlag Wroclaw, Breslau 2003, ISBN 83-229-2378-3
  • Bartholomäus Figatowski: Zwischen utopischer Idee und Wirklichkeit: Kurd Laßwitz und Stanislaw Lem als Vertreter einer mitteleuropäischen Science fiction. Wetzlar 2004
  • Michael Düring, Ulrike Jekutsch (Hrsg.): Stanisław Lem – Mensch, Denker, Schriftsteller. Beiträge einer deutsch-polnischen Konferenz im Jahr 2000 in Greifswald und Szczecin. Harrassowitz, Wiesbaden 2005, ISBN 3-447-05147-7
  • Erik Simon: Stanislaw Lem. Nekrolog. In: Sascha Mamczak, Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2007. Heyne, München 2007, ISBN 978-3-453-52261-9. S. 364–376.
  • Robert F. Barkowski (Hrsg.): Der Widerstand der Materie: Ausgewählte Briefe (polnisch: Stanisław Lem – Listy albo opór materii) – Sammlung von Briefen. Parthas Verlag Berlin, Berlin 2008, ISBN 978-3-86601-475-6
  • Dagmar Schmauks: In memoriam Stanislaw Lem (1921–2006). In: Zeitschrift für Semiotik 29,2–3 (2007). Stauffenburg, Tübingen, S. 277–282.
  • Peter Swirski: A Stanislaw Lem Reader. Northwestern University Press, Evanston, IL. 1997. ISBN 0-8101-1495-X.
  • Wolfgang Neuhaus: Kritik der phantastischen Vernunft. Wie Stanisław Lem sich einst die „Pseudo-Science-Fiction“ vornahm und zu dem Ergebnis kam, daß der Empirismus doch nicht das Maß aller Dinge ist. In: Sascha Mamczak, Sebastian Pirling, Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2013. Wilhelm Heyne Verlag, München 2013, ISBN 978-3-453-53444-5, S. 122–141.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joscha Remus: Visionär ohne Illusionen. Die Zeit, 28. Juli 2005
  2. http://solaris.lem.pl/faq#hemar
  3. Viele Quellen geben, auf Grundlage uneindeutiger Aussagen Lems, 1946 als Umzugsjahr an; laut Lem-Biograph Orliński fand der Umzug jedoch bereits 1945 statt.
  4. Tomasz Lem: Stanisław Lem - The Official Site. Werke. In: www.lem.pl. 2016, abgerufen am 22. März 2017 (deutsch).
  5. Vgl. Franz Rottensteiner: Ein Interview mit Jonathan Carroll. In: Quarber Merkur Nr. 68, Bremerhaven 1987, S. 51–58.
  6. Vgl. Die Jagd, Berlin 1972, S. 119
  7. Visionär ohne Illusionen, Die Zeit
  8. „[…] Przekładaniec Wajdy z Kobielą w roli głównej, zupełnie mnie satysfakcjonuje. […]“; Stanisław Bereś; Tako Rzecze… Lem: Ze Stanisławem Lemem Rozmawia Stanisław Bereś; Wydawnictwo Literackie, Kraków 2002, ISBN 83-08-03245-1
  9. Pirx kalandjai auf www.imdb.com, abgerufen am 25. November 2015
  10. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Februar 2003, Nr. 42, Seite 37.
  11. http://www.imdb.com/title/tt0978537/
  12. Artikel über die Folge in der Futuramapedia. Der Futurama-Co-Produzent nennt Lem als eines seiner Vorbilder: FUTURAMA Der postfuturistische Hitchhiker's Guide to Society (Memento vom 1. Februar 2015 im Internet Archive)
  13. Dlaczego „Kongres“ według Lema spodobał się Lemom? auf KinoActive.pl (Abgerufen am 12. September 2013).
  14. Quelle: Stanislav Lem: Unsaubere Schnittstelle Mensch/Maschine, in: Maar, Pöppel, Christaller (Hrsg.): Die Technik auf dem Weg zur Seele. Forschungen an der Schnittstelle Gehirn/Computer, Reinbek 1996, S. 30–58.
  15. Professor Tarantogas Sprechstunde – Audio-CD. ISBN 3-89584-172-2
  16. Komet Lem Festival. Abgerufen am 6. Februar 2017.
  17. Lems Tierleben nach Mróz – Komet Lem Festival. Abgerufen am 6. Februar 2017.