Stanserhorn-Bahn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Cabriobahn der Stanserhorn-Bahn, im Hintergrund der Pilatus
Stanserhornbahn, 1. Sektion
Kälti (Mittelstation der Stanserhornbahn)
Das alte Gipfelhotel mit der Standseilbahn um 1900

Die Stanserhorn-Bahn (SthB) ist eine Bergbahn in der Schweiz und führt von Stans auf das Stanserhorn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Jahr 1893 eröffnete Stanserhorn-Bahn war eine elektrisch betriebene Standseilbahn auf den 1898 m ü.M. hohen Berg der Zentralschweizer Voralpen. Die von Franz Josef Bucher-Durrer und Josef Durrer-Gasser gebaute Bahn war weltweit die erste Standseilbahn, die nicht die bis dahin übliche Zahnradbremse einsetzte, sondern die neu patentierte Zangenbremse.

Als Zubringer zur Stanserhorn-Bahn diente ursprünglich die Strassenbahn Stansstad–Stans (StSt), die zwischen 1893 und 1903 Stans mit der Dampfschiffstation in Stansstad verband. Ab 1898 wurde die Stanserhorn-Bahn dann auch durch die ehemalige Stansstad–Engelberg-Bahn (StEB) erschlossen, der späteren Luzern–Stans–Engelberg-Bahn (LSE), und heutigen Bahnstrecke Luzern–Stans–Engelberg der Zentralbahn (zb).

Wegen der grossen Streckenlänge von knapp 4 km wurde die Bahn in drei getrennte Sektionen unterteilt. Jede Abteilung hatte ihre eigene Betriebsstation mit in Serie geschalteten Elektromotoren, die mit 1200 bis 1300 Volt Spannung von der Zentralstation in Buochs versorgt wurden. Jede Sektion hatte zwei Wagen, die treppenförmig gebaut waren und Abteile zu je 8 Sitzplätze aufwiesen.

Die Sektionen waren alle eingleisig ausgelegt und hatten in der Mitte eine Ausweichstelle mit Abtscher Weiche.

Erste Sektion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die untere Sektion verbindet die Station Stans auf 450 m ü.M auf einer Länge von 1550 m mit der Zwischenstation Kälti und ist mit einer durchschnittlichen Steigung von 17 % und einer maximalen Steigung von 27,5 % recht flach.

Zweite Sektion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Kälti führte die zweite Sektion auf 1090 m Länge zur zweiten Zwischenstation Alp Blumatt hinauf, wobei die Steigung anfänglich 40 % beträgt und vor der Station 60 % erreicht, der grössten Steigung der ganzen Bahn.

Dritte Sektion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die dritte Sektion führte von Blumatt auf 1280 m Länge zuerst in einem weiten Bogen durch die Alp, danach durch den 160 m langen Tunnel und beim Schildflüh über einen langen Viadukt bis zur Bergstation im Hotel Stanserhorn-Kulm auf 1850 m ü.M.

Das luxuriöse Hotel auf dem Gipfel wurde zeitgleich mit der Bahn errichtet und enthielt die Bergstation der Bahn sowie das Maschinenhaus der dritten Sektion.

Heutiger Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spezialbillett (2000)

Bei einem schweren Unwetter im Oktober 1970 löste ein Blitzschlag ein Feuer aus, bei dem das gesamte Hotel sowie die Bergstation und das Maschinenhaus der Bahn niederbrannten. Wegen des bevorstehenden Ablaufs der Konzession im Jahr 1973 wurde die Standseilbahn nur notdürftig repariert und bis zum Oktober 1974 weiterbetrieben.

Erste Luftseilbahn 1975[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zwischenzeit begann die Errichtung einer neuen Luftseilbahn, die ihre Talstation bei der ersten Zwischenstation Kälti hat, und mit einer Länge von 2330 Metern die beiden oberen Sektionen der Standseilbahn ersetzt hat. 1975 ging die neue Luftseilbahn in Betrieb, und nur die untere Sektion der Standseilbahn blieb erhalten.

Zweite Luftseilbahn 2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die Konzession der Luftseilbahn von 1975 im Jahre 2011 abgelaufen ist, hatte diese am 23. Oktober 2011 ihre letzte Fahrt.[1] Sie wurde durch eine neuartige Cabrio-Pendelbahn der Firma Garaventa[2] ersetzt. Diese breitspurige Pendelbahn mit je zwei Tragseilen hat doppelstöckige Kabinen für 60 Fahrgäste; von diesen können sich bis zu 30 Personen auf dem offenen Oberdeck aufhalten, das über eine Wendeltreppe zu erreichen ist. Die beiden Kabinen sind durch jeweils eine endlose gespleißte Zugseil- und Gegenseilschleife miteinander verbunden.[3][4] Die Seilführungen und Laufwerke sind seitlich angeordnet, die Kabinen hängen dadurch nicht unter den Tragseilen, sondern – ähnlich einem Funiforzwischen diesen.[5] Die Anlage wurde am 29. Juni 2012 eröffnet.

Technische Daten der Cabrio-Luftseilbahn Kälti – Stanserhorn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eröffnung: Juni 2012
  • schräge Länge: 2.319,13 m
  • Höhe Talstation/Bergstation (Perron): 710,95 m ü. M./1.849,45 m ü. M.
  • Höhenunterschied: 1.138,5 m
  • durchschnittliche Fahrbahnneigung: 56,38 %
  • Höchste Fahrbahnneigung: 72,94 %
  • Stützen: vier Stück
  • Spurweite je Fahrbahn: 5 m
  • Tragseildurchmesser: 66 mm (fest abgespannt)
  • Zugseildurchmesser Ober-/Unterseil: 30 mm/26 mm (endlos gespleisst)
  • Fahrgeschwindigkeit: 8 m/s
  • Fahrzeit: 6 min. 15 sek.
  • Förderleistung: 465 Personen p. Stunde und Richtung[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph Berger: Das kleine Buch vom Stanserhorn. Odermatt, Dallenwil 2005, ISBN 3-907164-12-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bericht in der Luzerner Zeitung vom 4. August 2011
  2. Doppelmayr/Garaventa-Imagebroschüre 2012, Seiten 22/23
  3. Beschreibung der Cabrio-Bahn in der Internationalen Seilbahnrundschau Ausgabe 3/2012, Seite 10 ff. PDF, abgerufen am 28. Juli 2012
  4. Siegfried Wetzel: Stanserhorn-Seilbahn - die Anordnung der Zugseile
  5. Technische Beschreibung der Cabrio-Bahn bei Seilbahn.net, abgerufen am 22. Juli 2012
  6. Datenblatt der Stanserhorn-Bahn PDF, abgerufen am 22. Juli 2012

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stanserhorn-Bahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 46° 57′ 30″ N, 8° 21′ 48″ O; CH1903: 670383 / 201220