Staphorst (Overijssel)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gemeinde Staphorst
Flagge der Gemeinde Staphorst
Flagge
Wappen der Gemeinde Staphorst
Wappen
Provinz Overijssel
Bürgermeister Joop Alssema
Sitz der Gemeinde Staphorst
Fläche
 – Land
 – Wasser
135,70 km2
134,29 km2
1,41 km2
CBS-Code 0180
Einwohner 16.590 (1. Apr. 2016[1])
Bevölkerungsdichte 122 Einwohner/km2
Koordinaten 52° 38′ N, 6° 12′ OKoordinaten: 52° 38′ N, 6° 12′ O
Vorwahl 0522
Postleitzahlen 7950–7959
Website www.staphorst.nl
LocatieStaphorst.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte

Staphorst (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) ist eine Gemeinde in den Niederlanden, Provinz Overijssel. Sie hat eine Gesamtfläche von etwa 136 km². Ihre Einwohnerzahl betrug am 1. April 2016 16.590.

Die Gemeinde besteht aus den Dörfern Staphorst als Sitz der Gemeindeverwaltung, Rouveen, IJhorst, und dem Ort Punthorst.

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staphorst liegt in einem Moorgebiet 6 km südlich von Meppel und 20 km nördlich von Zwolle, an der Autobahn A 28 Zwolle-Meppel – Groningen/Leeuwarden. Auch die Eisenbahnlinie zwischen diesen Städten führt durch die Gemeinde, einen Bahnhof hat Staphorst aber nicht.

Die Gemeinde ist reich an Milchviehbauernhöfen. Es gibt etwas Metall-, Holzverarbeitungs- und Kunststoffindustrie. Der Osten der Gemeinde bei IJhorst ist sandig und waldreich, dort ist der Tourismus von Bedeutung.

Geschichte und Charakter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dörfer entstanden im 13. Jahrhundert, als sich Bauern ansiedelten, um das Moor urbar zu machen und Torf zu gewinnen. Das langgedehnte Staphorst, das nach Süden hin unmerklich in Rouveen übergeht, wurde im Laufe der Jahrhunderte einige Male samt seiner Dorfstraße (die Teil des uralten Handelsweges Zwolle – Groningen war) völlig abgerissen und etwas weiter neu erbaut.

Das Dorf besteht aus charakteristischen, zum Teil grün gestrichenen Bauernhöfen, meist aus den Jahren 1800 bis 1920, auf schmalen, kilometerlangen Parzellen. Die meisten Bewohner dieser Gemeinschaft gehören orthodox calvinistischen Kirchen an. Wie auch im Fischerdorf Spakenburg tragen an Sonntagen vor allem die älteren Frauen noch die traditionellen Trachten. An diesen Tagen gilt ein Fotografierverbot für Besucher.

Ein Museumsbauernhof wurde im Ortskern eingerichtet, um dem Besucher einen Einblick in das Leben in diesem Dorf zu bieten.

Die Stadt liegt im nördlichen Bereich des so genannten niederländischen „Bibelgürtels“, wo der orthodoxe Calvinismus stark vertreten ist. Im Jahr 1971 kam es zu einem kleinen lokalen Poliomyelitis-Ausbruch in Staphorst mit 39 Erkrankten und 5 Todesfällen. Einige Überlebende behielten dauerhafte Lähmungen zurück. Viele orthodoxe Calvinisten hatten ihre Kinder aus religiösen Vorbehalten nicht impfen lassen. Auch heute sind noch etwa 20 % der Bevölkerung ungeimpft, weswegen das Gebiet der Weltgesundheitsorganisation als Gefahrenzone gilt.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Museumsbauernhof
  • Wald bei IJhorst mit vielen Campingplätzen usw.
  • An Wochentagen bekommt man einen guten Eindruck von Staphorst, wenn man die lange Dorfstraße ("Gemeenteweg") mit dem Fahrrad abfährt

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekanntester Verein der Gemeinde ist die „Sport Vereniging Staphorst“. Ihre erste Fußballmannschaft ist 2009 erstmals in die Hoofdklasse, der damals höchsten niederländischen Amateurliga, aufgestiegen und darf sich daher „Drittligist“ nennen. Vereinsfarben sind Blau-Gelb, analog zu jenen der Gemeinde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arjan Smit (* 1978), niederländischer Inline-Speedskater und Eisschnellläufer

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roelof Frankot (1911–1984), niederländischer Künstler, lebte von 1942 bis 1948 mit seiner Frau in Staphorst
  • Abe Lenstra (1920–1985), niederländischer Fußballspieler, verbrachte seine letzten Lebensjahre in Staphorst

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Staphorst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand April 2016Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Laura van Hasselt: Polio in Staphorst. npogeschiedenis.nl, 1. November 2007, abgerufen am 17. August 2015 (niederländisch).