Stare Jabłonki

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Stare Jabłonki
Stare Jabłonki führt kein Wappen
Stare Jabłonki (Polen)
Stare Jabłonki
Stare Jabłonki
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Ostródzki
Gmina: Ostróda
Geographische Lage: 53° 42′ N, 20° 6′ OKoordinaten: 53° 41′ 43″ N, 20° 6′ 6″ O
Einwohner: 700 (2006)
Postleitzahl: 14-133
Telefonvorwahl: (+48) 89
Wirtschaft und Verkehr
Schienenweg: Bahnstrecke Toruń–Tschernjachowsk



Der Bahnhof von Stare Jabłonki (2009)

Stare Jabłonki (deutsch Alt Jablonken; 1938–1945: Altfinken) ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er ist der Landgemeinde Ostróda (Osterode) angegliedert und befindet sich im Bezirk Pojezierze Iławskie.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt etwa elf Kilometer östlich der Stadt Ostróda (Osterode) und 29 Kilometer westlich der Stadt Olsztyn (Allenstein). Beim Ort befindet sich der Jez. Szelag Maly (Kleine Schillingsee).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste Erwähnung des Dorfs, das im 18. Jahrhundert in adligem Besitz war,[1] erfolgte in einem Dokument aus dem Jahre 1584.[2]

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Alt Jablonken gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Alt Jablonken stimmten 160 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.[3]

In den 1930er Jahren nutzte die deutsche Luftfahrt-Industrie das Holz der Kiefern der umliegenden Wälder als Material für den Flugzeugbau. Viele Menschen der Umgebung verdienten ihren Lebensunterhalt durch die Holzwirtschaft. Am 16. Juli 1938 wurde der Ort in Altfinken umbenannt. Bis 1945 gehörte Altfinken zum Landkreis Osterode im Regierungsbezirk Königsberg der Provinz Ostpreußen im Deutschen Reich.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte die Rote Armee die Region. Im Frühjahr 1945 wurde Alt Jablonken danach zusammen mit einem Teil Ostpreußens unter polnische Verwaltung gestellt. Soweit die Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit vertrieben. Am 12. November 1946 erhielt der Ort seinen heutigen polnischen Namen.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2006 war die Bevölkerung auf 700 Menschen gewachsen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das religiöse Zentrum des Ortes ist die katholische Kirche Matki Boskiej Królowej Polski. Sie war bis 1945 evangelisch und wurde dann umgewidmet.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überregionale Bekanntheit erlangte Stare Jabłonki als regelmäßiger Austragungsort eines Beachvolleyball-Turniers der FIVB World Tour. Seit 2004 spielen die Beachvolleyballer in dem kleinen Ort. 2013 fand hier die Beachvolleyball-Weltmeisterschaft, 2019 die Beachhandball-Europameisterschaften statt. Außerdem gibt es den Fußballverein Szeląg Stare Jabłonki.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1998 gibt es das Musikfestival „Sielawa Blues“.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stare Jabłonki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Pressen. Band 1, Königsberg und Leipzig 1785, S. 71.
  2. http://www.ostpreussen.net/ostpreussen/orte.php?bericht=647
  3. Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 99
  4. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. osterode.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).