Starfighter – Sie wollten den Himmel erobern

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Filmdaten
Originaltitel Starfighter – Sie wollten den Himmel erobern
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2015
Länge 124 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Stab
Regie Miguel Alexandre
Drehbuch Kit Hopkins,
Thilo Röscheisen
Produktion Michael Souvignier,
Dominik Frankowski
Musik Dirk Leupolz
Kamera Jörg Widmer
Schnitt Ingo Recker
Besetzung

Starfighter – Sie wollten den Himmel erobern ist ein deutsches Fernsehdrama aus dem Jahr 2015. Regie führte Miguel Alexandre, das Drehbuch wurde von Kit Hopkins und Thilo Röscheisen verfasst. Der Film behandelt die Starfighter-Affäre, die sich Mitte der 1960er Jahre ereignet hat. Der Einsatz technisch mangelhafter Kampfflugzeuge führte zu zahlreichen Abstürzen und Todesfällen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland Mitte der 1960er Jahre: Die Bundeswehr rüstet sich mit hochmodernen Kampfjets vom Typ F-104 „Starfighter“ aus. Der draufgängerische Harry Schäfer und sein Kumpel Richie Weichert sind die Stars unter den Piloten. Beide sind fasziniert von den schnellsten Jets der Welt. Doch bereits nach kurzer Zeit stürzen immer mehr Piloten mit den Starfighter ab. Die Unglücke werden offiziell meist auf menschliches Versagen zurückgeführt.

Auch Harry ist zunächst vom „Starfighter“ begeistert. Obwohl er der beste Pilot der Staffel ist, wird ihm der Posten des Staffelkapitäns verwehrt, da ihm die Fähigkeiten zum Führen einer Fliegerstaffel abgesprochen werden. Trotzdem sieht er nicht tatenlos zu, wie immer mehr seiner Kameraden abstürzen. Er setzt sich für Verbesserungen im Wartungsablauf des Starfighters ein. Dabei vernachlässigt er seine Frau immer mehr, obwohl sie gerade erfahren hat, dass sie schwanger ist. Als Betti von einem weiteren Absturz hört, glaubt sie, dass es Harry getroffen hat, und bricht zusammen. Sie wird ins Krankenhaus eingeliefert und verliert das ungeborene Kind. Harry muss sich langsam zwischen Familie und Beruf entscheiden. Als er bereits mit dem Gedanken spielt, seinen Pilotenjob aufzugeben, stürzt er mit einem Starfighter ab und verunglückt tödlich.

Harrys Witwe Betti möchte, dass der Absturz aufgeklärt wird. Ihre Bemühungen sind jedoch vergeblich. Im Gegenteil - es wird alles darangesetzt, die Abstürze zu vertuschen. Daraufhin nimmt Betti zusammen mit ihrer besten Freundin Helga Waldeck den Kampf gegen ein Bündnis aus Politik, Militär und Wirtschaft auf. Unterstützung erhalten sie dabei auch von Richie, der mittlerweile die Luftwaffe verlassen hat und nun als ziviler Pilot Passagierjets fliegt. Betti strebt eine Sammelklage in den USA gegen den Flugzeughersteller Lockheed an. Die Bundeswehr und das Verteidigungsministerium setzen alles daran, dies zu verhindern, zunächst auch erfolgreich. Als jedoch auch der Sohn des Verteidigungsministers in einem „Starfighter“ ums Leben kommt, schließen sich dessen Witwe und weitere Frauen der Sammelklage an. Es kommt zum Vergleich, bei dem Lockheed eine Millionensumme an die Witwen zahlt.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Film basiert auf wahren Begebenheiten, die sich Mitte der 1960er Jahre ereignet haben und als Starfighter-Affäre in die Geschichte der Bundeswehr eingegangen sind.
  • Ende Juni 2014 kündigte RTL an, dass es gemeinsam mit „Zeitsprung Pictures“ die Geschehnisse verfilmen werde.[2]
  • Unter dem Arbeitstitel Witwenmacher wurde der Film zwischen dem 23. Juni und dem 17. August 2014 in Berlin, Hopsten, Rheindahlen, Köln, Stuttgart, Nürtingen und Schwandorf produziert. Gedreht wurde an 38 Tagen.[3]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich für den 29. März 2015 angekündigt, sollte der Spielfilm am 2. April 2015 zur Hauptsendezeit auf RTL ausgestrahlt werden. Im Anschluss an den Film war die Dokumentation Mein Mann war Nummer 57 – Peter Kloeppel über das Schicksal der Starfighter-Witwen vorgesehen.[4]

Nach dem Absturz des Germanwings-Flug 9525 am 24. März 2015 in den französischen Alpen hat RTL den Film zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben. Frank Hoffmann, Geschäftsführer Programm RTL Television, begründete die Entscheidung damit, dass man „aus Respekt vor den Gefühlen aller Betroffenen des Germanwings-Unglücks (…) die Ausstrahlung des Films und der nachfolgenden Dokumentation verschieben“ werde, da der Film „hoch emotional“ und „durch den Schmerz der Hinterbliebenen und die bis heute offenen Fragen“ erzählt sei.[5]

Im September 2015 gab RTL bekannt, dass der Film am 12. November 2015 um 20:15 Uhr ausgestrahlt und Peter Kloeppels Starfighter-Dokumentation im Anschluss gesendet würde.[6]

Der Film erschien am 27. März 2015 auf DVD und Blu-ray.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einschaltquote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstausstrahlung von Starfighter – Sie wollten den Himmel erobern am 12. November 2015 wurde in Deutschland von 3,28 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte für RTL einen Marktanteil von 11,1 %.[7]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Regisseur Miguel Alexandre ist es gelungen, einen der größten Skandale der wiederbewaffneten Bundesrepublik für ein breites Publikum aufzubereiten. Dabei bedient er sich durchaus ‚amerikanischer‘ Kinotugenden, die alle Sinne bedienen, und verliert doch über zwei Stunden nie den Plot aus den Augen oder gar die erzählerische Balance. Weder opfert er die Dramaturgie der Genauigkeit, noch stehen die Fakten der Zuspitzung im Weg. […] Im Paket ergeben Spielfilm und Doku einen stolzen Themenabend, wie ihn sich RTL gern häufiger leisten darf.“

„Aber RTL wäre nicht RTL, wenn es aus diesem Stoff kein künstliches Kaugummi-Entertainment voller Klischees und Knalleffekte im Beschuss permanenter Soundkaskaden stricken würde. […] Trotzdem unterscheidet sich dieses Eventmovie von den üblichen RTL-Produktionen. Es gibt glaubhafte Empathie und leidenschaftliche Empörung über das kriminelle System des bayrischen Paten Franz-Josef Strauß. Dem Profitinteresse des militärisch-politischen Komplexes hatte Strauß damals nicht nur Milliarden an Steuergeldern, sondern auch das Leben von 116 Piloten geopfert.“

Jan Freitag: Die Zeit[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Starfighter – Sie wollten den Himmel erobern. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Februar 2015 (PDF; Prüf­nummer: 150 106 V).
  2. Timo Nöthling: RTL-Event beschäftigt sich mit „Starfighter-Skandal“. Quotenmeter.de, 26. Juni 2014, abgerufen am 12. März 2015.
  3. Crew-united: Starfighter – Sie wollten den Himmel erobern (2014-2015). Crew-united.com, abgerufen am 12. März 2015.
  4. Sidney Schering: Die «Starfighter» fliegen über RTL-Standards hinweg. Quotenmeter.de, 19. Februar 2015, abgerufen am 12. November 2015.
  5. Manuel Weis: RTL verschiebt «Starfighter»-Film. Quotenmeter.de, 26. März 2015, abgerufen am 29. März 2015.
  6. http://www.dwdl.de/nachrichten/52651/rtl_holt_starfighterdrama_im_november_nach/
  7. Kevin Kyburz: Primetime-Check: Donnerstag, 12. November 2015. Quotenmeter.de, 13. November 2015, abgerufen am 13. November 2015.
  8. Arno Frank: Der Albtraum vom Fliegen. Spiegel Online, 12. November 2015, abgerufen am 12. November 2015: „Mit „Starfighter – Sie wollten den Himmel erobern“ rollt RTL den Skandal um den „Witwenmacher“ der Luftwaffe neu auf. Und stellt tatsächlich die Witwen in den Mittelpunkt.“
  9. Jan Freitag: Die Flugzeuge des FJS. Die Zeit, 12. November 2015, abgerufen am 12. November 2015.