Stater Tram

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Stater Tram
Bild
Bild
Straßenbahn an der Haltestelle Luxexpo
Basisinformationen
Staat Luxemburg
Stadt Luxemburg
Eröffnung 10. Dezember 2017
Betreiber Luxtram S.A.
Infrastruktur
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem 750 Volt = (Oberleitung), Batteriebetrieb
Betriebsart Zweirichtungsbetrieb
Haltestellen 17
Betriebshöfe 1
Betrieb
Linien 1
Linienlänge 8,5 km
Takt in der HVZ 5 min
Reise­geschwindigkeit 20 km/h
Fahrzeuge CAF Urbos 3
Höchst­geschwindigkeit 70 km/h
Statistik
Bezugsjahr 2017
Einwohner im
Einzugsgebiet
200 Tsd.
Mitarbeiter 250
Netzplan
Netzplan

Die Stater Tram (deutsch Städtische Straßenbahn) ist die Straßenbahn der luxemburgischen Hauptstadt Luxemburg, die am 10. Dezember 2017 eröffnet wurde. Bereits von 1875 bis 1964 verkehrten in der Stadt Straßenbahnen (siehe Hauptartikel: Straßenbahn Luxemburg).

Die Strecke führt in einer Länge von 8,5 Kilometern von Luxexpo über das Kirchberg-Plateau, die Rout Bréck und durch das Stadtzentrum bis zum Bahnhof Luxemburg und weiter nach Süden. Die 17 Haltestellen liegen im Durchschnitt etwa 500 Meter auseinander. Die Linie soll zukünftig im Süden nach Cloche d’Or und im Norden bis zum Flughafen Findel verlängert werden. Im Endausbau wird sie aus 24 Stationen auf etwa 16 Kilometern Länge bestehen.[1]

Grund für die Schaffung einer neuen Straßenbahnlinie und weiterer Verkehrsinfrastrukturprojekte ist das wirtschaftliche und demografische Wachstum der Stadt Luxemburg. Es wird davon ausgegangen, dass 2030 täglich 60.000 Menschen auf das Kirchberg-Plateau pendeln werden, d. h. doppelt so viele wie 2017.[2] Bereits in den ersten zwei Betriebsmonaten zeigte sich, dass wochentags im Schnitt rund 17.000 Fahrgäste mit der Tram fahren – mehr als doppelt so viele im Vergleich zur ursprünglichen Prognose von etwa 8.400 Passagieren pro Tag.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. März 1991 wurde TRAM A.s.b.l.[4] gegründet und die Idee einer Straßenbahn zum ersten Mal wieder aufgeworfen, nachdem 1964 die letzte Straßenbahnlinie eingestellt worden war. 1994 erfolgte die Veröffentlichung der Luxtraffic-Studie und 1995 die Vorstellung des Projektes BTB (Bus-Straßenbahn-Zug) mit einem „Tram-Train“ (Straßenbahn-Zug),[5] das aber nicht umgesetzt werden konnte und 2005 endgültig aufgegeben wurde. Die Kosten für die Realisierung des Projekts BTB wurden auf etwa 760 Millionen Euro geschätzt.[6]

Vor der Straßenbahn: Das starke Fahrgastaufkommen macht den Einsatz von Doppelgelenkbussen auf den Linien zum Kirchberg-Plateau erforderlich (2017)

2006 wurde schließlich der Vorschlag einer traditionellen Straßenbahnlinie angenommen[7][8] und am 20. Juni 2007 die wirtschaftliche Interessengemeinschaft GIE LuxTram (Groupement d'intérêt economique) gegründet[9] und die Route grundsätzlich festgelegt. Aufgrund der Finanzkrise ab 2007 wurde das Projekt 2010 vorerst nicht weiter verfolgt.[10] Ursprünglich war vorgesehen, dass die Arbeiten an der Straßenbahn Anfang 2011 beginnen sollten, damit die Linie 2014 in Betrieb gehen kann.[11] 2012 und 2014 fordern die Gegner[12][13][14] des Straßenbahnprojektes ein Referendum, welches jedoch abgelehnt wurde.[15] Am 4. Juni 2014 stimmte das Parlament in Luxemburg mit 56 von 60 Stimmen für die Straßenbahn.[16] Am 17. Oktober 2014 wurde der Name der Interessensgemeinschaft von GIE LuxTram in GIE Tramway Luxemburg geändert[17] und am 21. Oktober 2014 entstand die heutige Betreibergesellschaft LuxTram S.A. als Aktiengesellschaft (Société Anonyme)[18] und die GIE Tramway Luxembourg ging am 15. Januar 2015 in der LuxTram S.A. auf.[19][20]

Im Januar 2015 begannen die Vorbereitungsarbeiten für die neue Straßenbahn, und am 18. September 2015 wurde der Grundstein des neuen Betriebsbahnhofes und Wartungszentrums Tramsschapp bei Luxexpo gelegt.[21][22][23]

Im Juli 2016 begann die Verlegung der ersten Schienen, und am 8. Februar 2017 wurde das erste Straßenbahnfahrzeug geliefert.[24] Beim Tag der offenen Tür am 23. und 24. September 2017 besuchten weit über 10.000 interessierte Bürger den Tramsschapp. Ab dem 2. November wurden die Tests mit der Straßenbahn im normalen Verkehrsbetrieb ohne Fahrgäste durchgeführt, und bei Übungen mit den Rettungsdiensten wurden simulierte Unfälle geprobt.[25][26] Der erste reale Unfall mit der Straßenbahn ereignete sich am 1. Dezember 2017, wobei an der Straßenbahn nur geringer Sachschaden entstand.[27]

Am 10. Dezember 2017 um 13 Uhr wurde der öffentliche Betrieb aufgenommen. Im Zeitraum vom 10. Dezember 2017 bis 31. Januar 2018 konnte die Straßenbahn kostenlos benutzt werden.[28] Seit dem 27. Juli 2018 fährt die Bahn bis zur Place de l’Étoile.[29] Wie die übrigen öffentlichen Verkehrsmittel in Luxemburg kann die Straßenbahn seit dem 29. Februar 2020 kostenlos benutzt werden.

Den ersten größeren Unfall hatte die Tram am 19. Juli 2019. Der Wagen 104 kollidierte mit einem Bus, der ein Motorrad und einen Baum mitriss, und entgleiste. Von den 30 bis 50 Personen im Zug sowie einem Fahrgast und dem Fahrer im Bus wurden insgesamt fünf Personen verletzt, davon eine schwer.[30]

Am 13. Dezember 2020 ging der Abschnitt vom Stäreplaz bis zum Luxemburger Bahnhof planmäßig in Betrieb, am 11. September 2022 die Verlängerung vom Hauptbahnhof Luxemburg zum Lycée Bouneweg.

Bis 2020 wollte Luxtram S.A. an die 250 Personen beschäftigen. Es waren aber nur 145.[31]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Streckenband der Stater Tram T1
Findel – Aéroport geplant
Héienhaff geplant
Brücke über Autobahn A1
Tramschapp – Betriebshof und Wartungszentrum
Luxexpo
Alphonse Weicker
Nationalbibliothéik – Bibliothèque nationale
Universitéit
Coque
Europaparlament – Parlement européen
Philharmonie - Mudam
Pafendall – Rout Bréck
Ende der Oberleitung
Großherzogin-Charlotte-Brücke über Alzette und Bahnstrecke nach Spa
Theater seit 27. Juli 2018
Faïencerie seit 27. Juli 2018
Stäreplaz – Étoile seit 27. Juli 2018
Hamilius seit 13. Dezember 2020
Adolphe-Brücke über Petruss
Place de Metz seit 13. Dezember 2020
Place de Paris seit 13. Dezember 2020
Beginn der Oberleitung
Gare Centrale seit 13. Dezember 2020
Pont Buchler über Bahnstrecken nach Namur und nach Bettembourg
Leschte Steiwer – Dernier Sol seit 11. September 2022
Lycée Bouneweg seit 11. September 2022
Scillas geplant
Howald Gare geplant
Lycée Vauban geplant
Wassertuerm geplant
Brücke über Autobahn A1
Stadion geplant

Das Straßenbahnnetz in Luxemburg ist durchgehend zweigleisig und für Zweirichtungsbetrieb ausgelegt, sodass Wendeschleifen im Netz entfallen können. Für den Fahrtrichtungswechsel werden lediglich Gleiswechsel in Form von Weichen benötigt, die in regelmäßigen Abständen vorhanden sind. Die Gleise sind in Normalspur (1435 mm) ausgeführt.

Im Verlauf der derzeit einzigen existierenden Linie gibt es 17 Haltestellen. Im Stadtzentrum existiert ein Rund 3,5 Kilometer langer oberleitungsloser Abschnitt. Die Straßenbahn ist nahezu gänzlich auf eigenem Gleiskörper unterwegs, vereinzelte Abschnitte und Haltestellen werden auch von Bussen mitgenutzt.

Streckenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doppelte Gleisverbindung an der östlichen Endhaltestelle Luxexpo. Wegen des Zweirichtungsbetriebs sind keine Wendeschleifen erforderlich.

Die Strecke beginnt derzeit im Nordosten der Stadt auf dem Kirchberg-Plateau, wo sich östlich des Luxexpo-Areals der Betriebshof der Straßenbahn befindet. In seitlicher Randlage entlang der Avenue John F. Kennedy verläuft die Strecke ausgehend vom derzeitigen Endpunkt Luxexpo stadteinwärts. Die Tram nutzt hierfür einen eigenen Gleiskörper, der nördlich der Straße liegt.

An der Haltestelle Pafendall – Rout Bréck, an der mittels Standseilbahn eine Verbindung zum Bahnhaltepunkt Pafendall–Kirchberg im Tal hergestellt wird, endet die Oberleitung der Straßenbahn. Für die Weiterfahrt ins Zentrum müssen die Fahrzeuge den Stromabnehmer senken. Um die historische Architektur in der Altstadt durch Fahrleitungen nicht zu beeinträchtigen, durchqueren die CAF Urbos den Streckenabschnitt im Stadtzentrum per Batterieantrieb.

Wagen 114 durchquert im Batteriebetrieb den Innenstadtabschnitt

Zunächst wird das Tal der Alzette auf der Großherzogin-Charlotte-Brücke, gemeinhin Rout Bréck genannt, überquert, um im Bereich des Theaters in den Boulevard Emmanuel Servais einzubiegen. Die Strecke folgt anschließend der Allée Scheffer und der Rue Jan-Pierre Probst zum Stäreplatz. Durch die Avenue Emile Reuter wird zunächst in Seitenlage und dann in Straßenmitte auf eigenem Gleiskörper der Stadtpark durchquert. Ab der Haltestelle Hamilius folgt die Trasse dem Boulevard Royal in östlicher Randlage und nach dem Passieren der Adolphe-Brücke weiter auf der Avenue de la Liberté.

An der Haltestelle Gare Centrale vor dem Hauptbahnhof beginnt die Fahrleitung wieder und wird sich hinter dem derzeitigen Streckenende auf dem im Bau befindliche Südabschnitt nach Cloche d’Or fortsetzen.

Erweiterungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlängerung von Gare Centrale nach Cloche d’Or[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gleisbauarbeiten an der Pont Buchler im Januar 2022, im Hintergrund das damalige Streckenende am Hauptbahnhof

Bis 2024 soll die Linie im Süden von der Gare Centrale durch Howald zum Stade de Luxembourg in Cloche d’Or verlängert werden - der Abschnitt bis Lycée Bouneweg ist bereits in Betrieb. Nach Überqueren des Gleisvorfeldes des Bahnhofs auf der Pont Buchler verläuft die Strecke unmittelbar östlich des CFL-Betriebswerks durch den Stadtteil Bouneweg. Hier befinden sich die Haltestellen Dernier Sol und Lycée Bouneweg. Aus der Rue d'Orchimont zweigt die Strecke dann nach Südwesten ab und folgt der Straße Rangwee bis auf Höhe der Bahnunterführung, wo sie die Gleise nicht unterquert, sondern der Rue des Scillas weiter stadtauswärts folgt und eine weitere Haltestelle erhält.

Am Bahnhof Howald entsteht neben einem Park-and-Ride-Platz ein direkter Umsteigeknoten zu Bahn und Bus, wofür die Straßenbahn eine Haltestelle in Brückenlage direkt über den Bahngleisen erhält. Anschließend wird das Autobahnkreuz Gasperich auf der sogenannten Pont Y überquert. Am Lycee Vauban erhält die Strecke in der Rue Albert Einstein ihre nächste Station, bevor die Gleise nach Süden in den Boulevard de Kockelscheuer abbiegen, dessen Verlauf sie über die Zwischenstation Waassertuerm bis zum Endpunkt Stadion in Cloche d’Or weiter folgt.

Verlängerung von Luxexpo zum Flughafen Findel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Nordosten ist bis 2024 eine Erweiterung zum Flughafen Findel geplant. Die Strecke wird dazu am östlichen Endpunkt Luxexpo den Betriebshof umrunden und anschließend der Autobahn A1 bis Héienhaff folgen, wo neben einem großen Park-and-Ride-Platz auch die einzige Zwischenhaltestelle dieser Streckenverlängerung entstehen wird. Der Rue de Trèves folgend wird anschließend die Endhaltestelle am Passagierterminal des Flughafens erreicht.[32] Die Entfernung von Kirchberg zum Flughafen beträgt etwa 4,5 km. Die Straßenbahn kann dabei bis zu 70 km/h erreichen und benötigt ca. 7 Minuten an Fahrzeit.[33]

Verlängerung von Cloche d’Or nach Esch und Beles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als weiteres Projekt ist seit 2018 eine Schnelltramverbindung zwischen der Stadt Luxemburg und Esch-sur-Alzette in Planung. Die 19 Kilometer lange Strecke mit 13 Haltestellen soll parallel zur A4 und einem neu zu bauenden Schnellradweg verlaufen. Der Bau soll in vier Phasen erfolgen.

Der Abschnitt von Cloche’Or nach Leudelange soll bis 2028, die Verlängerung bis Foetz bis 2030, nach Metzeschmelz bis 2032 und schließlich zur Endhaltestelle Belvaux Mairie bis 2035 eröffnet werden. Die Strecke soll mit 100 km/h befahrbar sein, um eine Reisegeschwindigkeit von 50 km/h zu erreichen.[34]

Weitere Strecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es sind zwei neue Linienäste geplant. Die eine Strecke soll am Hauptbahnhof abzweigen und 1,1 Kilometer nach Nei Hollerich führen. Die zweite Strecke wird 2,3 Kilometer lang und das Gelände auf dem Kirchberg besser erschließen. Beide Erweiterungen sollen bis 2030 in Betrieb sein.[35]

Betriebshof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leitstellenarbeitsplatz im Verwaltungsgebäude des Betriebshofes

Der Tramschapp befindet sich am östlichen Rand des Kirchberg-Plateaus unmittelbar im Bereich der dortigen Autobahn-Anschlussstelle. Neben einem Verwaltungsgebäude sind auf dem Gelände eine Wagen- und eine Wartungshalle untergebracht.

Das Verwaltungsgebäude befindet sich am westlichen Rand des Werksgeländes im Bereich der Zufahrt von der Haltestelle Luxexpo kommend. Mit Verlängerung der Strecke zum Flughafen Findel wird eine Ausfahrt auf das Streckengleis in beide Richtungen möglich sein. Der Verwaltungsbau beherbergt neben Büros auch die Betriebsleitstelle der Straßenbahn sowie Sozialräume für die Mitarbeiter.

Die Abstell- bzw. Wagenhalle liegt am Nordrand des Areals und weist eine Länge von circa 200 Metern auf. Sie bietet auf acht beidseitig angebundenen Gleisen 32 Tramfahrzeugen Platz und dient der Übernachtabstellung und Reinigung der Flotte.

Dacharbeitsstand in der Werkstatthalle

Im Süden des Areals befindet sich die Wartungshalle, die aus zwei Gebäudeteilen besteht und Werkstatt sowie Waschhalle beherbergt. Der südliche, rund 90 Meter lange Hallenteil besteht aus drei aufgeständerten Wartungsgleisen mit Dacharbeitsstand sowie einem Hebebühnengleis. Alle Wartungsgleise sind Stumpfgleise und für die Straßenbahnen ausschließlich von der Ostseite aus befahrbar. Im Keller des Südtrakts ist zudem ein Unterwerk für die Stromversorgung des Betriebsgeländes untergebracht. Nördlich angrenzend, und damit mittig zwischen Werkstattbereich und Wagenhalle liegt die Waschhalle mit einer Länge von rund 110 Metern. Zwei durchgehende Hallengleise dienen als Waschgleise mit Portalwaschanlage, zudem existiert ein weiteres Wartungsgleis mit Unterflurdrehbank, das nur von der Ostseite aus angebunden ist.[36]

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Führerstand eines CAF Urbos 3
Inneneinrichtung der Fahrzeuge

LuxTram setzt Fahrzeuge vom Typ „Urbos 3“ des spanischen Unternehmens CAF (Construcciones y auxiliar de ferrocarriles) ein, die an beiden Wagenenden einen Führerstand haben und so für den Zweirichtungsbetrieb geeignet sind. Dadurch sind im Straßenbahnnetz keine Wendeschleifen erforderlich. Jedes Fahrzeug besteht aus sieben Segmenten, die mittels Gelenken verbunden sind.

Um den oberleitungslosen Streckenabschnitt in der Innenstadt passieren zu können, sind die Wagen mit Superkondensatoren ausgestattet, die an den Haltestellen über eine Stromschiene aufgeladen werden.

Die vollklimatisierten Fahrzeuge haben eine Länge von 45,4 Metern und eine Breite von 2,65 Metern und bieten 450 Fahrgästen Platz.[37] Der Zu- und Ausstieg erfolgt über acht gleichmäßig verteilte Fahrgast-Doppeltüren je Seite.[38] Bei Bedarf können die Urbos 3 durch zusätzliche Segmente weiter verlängert werden.[39]

Im Endausbau der Linie zwischen Findel und Cloche d’Or werden 32 Fahrzeuge in Betrieb sein, sie erhalten die Nummern 101 bis 132.[40]

Für die geplante Schnellstraßenbahn nach Esch-sur-Alzette sollen 24 neue neunteilige und 56 Meter lange Fahrzeuge beschafft werden.[34]

Betriebszeiten und Takte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einem 3-Minuten-Takt hat die Linie eine Kapazität von fast 10.000 Passagieren pro Stunde und Richtung. Die Nutzung der Strecke wird auf 110.000 Fahrgäste pro Tag geschätzt.[41]

Die Tram verkehrt täglich. Wochentags besteht ein Taktfahrplan zwischen 6:30 und 20 Uhr mit einem Intervall von je 3–4 Minuten. Von 20 bis 6:30 Uhr ein Intervall von 5–10 Minuten. Samstags fährt die Tram zwischen 8:15 und 19:30 Uhr alle 5 Minuten, davor und danach alle 10–15 Minuten. Sonntags verkehrt die Tram den ganzen Tag über im 8-Minuten-Takt.[42]

Kritik an den Arbeitsbedingungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässlich der Erweiterung der Streckenführung vom Grand théâtre de la ville de Luxembourg zum Stäreplaz/Étoile am 27. Juli 2018 fand eine Protestaktion am Rande der Einweihung statt. Die Gewerkschaften wiesen auf die schlechten Bedingungen der Luxtram-Beschäftigten hin, deren Lohnstandards im Vergleich zum öffentlichen Dienst „zwischen ungefähr minus 30 Prozent und minus 50 Prozent liege“ (Vergleich zu CFL, beim TICE, bei den städtischen Bussen oder auch bei anderen Betrieben aus dem öffentlichen Dienstleistungssektor). Der Unterschied beim Urlaub betrage bis zu elf Tage. Zudem könne die Gesamtschichtdauer bis zu 13 Stunden täglich betragen. Dies sei um so skandalöser, als der Staat zwei Drittel des Kapitals und die Stadt Luxemburg ein Drittel besitzen, meinen die Gewerkschafter.[43]

Nach zwei Jahren Verhandlungen, Tarifstreit, einem Schlichtungsverfahren und einer Protestaktion am Rande der Einweihung der Tramstrecke in Luxemburg, haben die Arbeitgeber und die Gewerkschaften eine Einigung erzielt und im Oktober 2019 den ersten Kollektivvertrag für die Belegschaft von Luxtram unterzeichnet. Der Tarifabschluss für die 110 Mitarbeiter der 2014 als privatrechtliche Gesellschaft (S.A.) gegründeten Luxtram bringt den Arbeitnehmern insgesamt vier Prozent mehr Lohn, ein festes dreizehntes Monatsgehalt, eine Verbesserung der Regelung der Ruhetage und bei der Gesamtschichtdauer, die nun bei maximal zehn Stunden liegt (nur noch ausnahmsweise kann bis zu 13 Stunden Arbeitszeit angeordnet werden). Zudem wurden Lohnverbesserungen auch bei der Jahresendprämie und der Zulage für Bereitschaftsdienst durchgesetzt und Mahlzeitschecks ausgehandelt. Der Tarifvertrag galt rückwirkend ab dem 1. Januar 2019 und hatte eine Laufzeit von drei Jahren.[44]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Straßenbahn Luxemburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ausbau der A3 und der Tram. In: Luxemburger Wort. 14. Dezember 2017.
  2. Luxemburg drückt bei der Tram aufs Tempo. In: L’essentiel. 19. Februar 2016, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  3. Diane Lecorsais: Wie die Tram das Stadtbild verändert. In: Luxemburger Wort, 23. Februar 2018.
  4. Amtsblatt des Großherzogtums Luxemburg (PDF; 1,3 MB) C – N° 120, S. 9, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  5. E modernen Tram fir Lëtzebuerg – eng Investitioun an d’Zukunft. Webseite: rail.lu, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  6. Ville de Luxembourg: le tram léger sur de bonnes voies. Webseite: Paperjam.lu de vom 24. März 2006, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  7. Dossier Luxtram: Ce que l’on sait, ce que l’on ne sait pas, Webseite :5minutes.lu vom 6. Februar 2017, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  8. La constitution du GIE «LuxTram», Pressemitteilung der Regierung vom 21. Juni 2007, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  9. Amtsblatt des Großherzogtums Luxemburg, C – N° 2458, S. 2 f, abgerufen am 9. Dezember 2017. Die GIE bestand zu gleichen Teilen aus Vertretern des Staates und der Stadt Luxemburg.
  10. Patrick Théry, On a beau dire, le tram est bel et bien sur les rails, Webseite : L'essentiel vom 26. September 2010, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  11. Le tram va redessiner les artères de Luxembourg, Webseite: L'essentiel vom 15. Juni 2009.
  12. Référendum sur le tram: il faudra attendre l'avis du gouvernement. In: Luxemburger Wort. 14. März 2012, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  13. L'ADR veut un référendum sur le tram In: Luxemburger Wort. 25. Februar 2014, abgerufen am 9. Dezember 2017
  14. Umfrage: 70 Prozent der Bürger für die Tram. Befragt wurden 1034 Personen. In: Luxemburger Wort. 16. Mai 2014, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  15. City-tunnel vs tram: il n'y aura pas de référendum In: Luxemburger Wort. 25. März 2012, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  16. Loi du 24 juillet 2014 portant sur la construction d'une ligne de tramway à Luxembourg entre la Gare Centrale et le Circuit de la Foire Internationale au Kirchberg, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  17. Amtsblatt des Großherzogtums Luxemburg, C – N° 3450, S. 47, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  18. Amtsblatt des Großherzogtums Luxemburg, C – N° 3544, S. 8, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  19. Amtsblatt des Großherzogtums Luxemburg, C – N° 393, S. 20, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  20. LuxTram S.A. ersetzt LuxTram G.I.E.: Die Tramgesellschaft ist geboren. Der Staat übernimmt zwei Drittel, die Stadt Luxemburg ein Drittel des Kapitals. In: Luxemburger Wort, 21. Oktober 2014, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  21. Offizielle Bezeichnung: Centre de remisage et de maintenance (CRM).
  22. Auf Probefahrt mit der Tram In: Luxemburger Wort. 23. September 2017, zuletzt abgerufen am 9. Dezember 2017.
  23. Das Tramsschapp besteht aus drei Gebäuden, wobei die Haupthalle 192 Meter lang und 32 Meter breit ist und Platz für 32 Fahrzeuge bietet, somit den gesamten Fuhrpark dieser Linie im Endausbau 2021 (Die "Homebase" der Tram. In: Luxemburger Wort, 13. Oktober 2016, abgerufen am 9. Dezember 2017).
  24. Jean-Claude Ernst und Alain Rischard in Die Tram ist da, Webseite: Volksfreund.de vom 10. Februar 2017, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  25. Jörg Tschürtz in Les pompiers sont prêts pour un accident de tram, Webseite: L'essentiel vom 15. November 2017, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  26. Eeschtfall simuléiert: Wat maachen, wann den Tram entgleist, rtl.lu vom 1. Dezember 2017, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  27. Kirchberg – Auto kollidiert mit Tram In: Luxemburger Wort, 2. Dezember 2017, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  28. Keine gratis Fahrten mehr. In: Luxemburger Wort, 31. Januar 2018, abgerufen am 31. Januar 2018 und Gratis Tram fahren bis Ende Januar In: Luxemburger Wort, 1. Dezember 2017, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  29. Luxtram fährt jetzt bis zum Stäreplaz/Etoile
  30. Accidentéierten Tram nees am Schapp, 5 Blesséierter bei rtl.lu, abgerufen am 19. Juli 2019
  31. Luxemburg drückt bei der Tram aufs Tempo. In: L’essentiel. 19. Februar 2016, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  32. L'essentiel: Die Tram wächst auf mehreren Ebenen. Abgerufen am 12. Dezember 2021.
  33. Mathieu Vacon in Sept minutes pour aller du Kirchberg au Findel, Webseite: L'essentiel vom 18. Januar 2017, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  34. a b Strassenbahn Magazin 1/2024. GeraMond.
  35. Luxembourg approves €135m tram extensions. In: Railway Technology. 5. Februar 2024, abgerufen am 8. Februar 2024 (englisch).
  36. Der Neue Tramschapp auf www.luxtram.lu, abgerufen am 23. März 2022.
  37. Installations et bureaux, là où nos clients ont besoin de nous. Abgerufen am 23. Juli 2023 (französisch).
  38. Die erste Tram ist da. 23. Juli 2023, abgerufen am 23. Juli 2023.
  39. Arbeiten auf Hochtouren – Luxemburg drückt bei der Tram aufs Tempo. 18. Februar 2016, abgerufen am 23. Juli 2023.
  40. Keith Barrow: CAF delivers first Luxembourg tram. In: International Railway Journal. 10. Februar 2017, abgerufen am 23. Juli 2023 (britisches Englisch).
  41. Le Jeudi. 28. Januar 2023, abgerufen am 23. Juli 2023 (französisch).
  42. fahrplan | Luxtram.lu – Un tram pour la Ville de Luxembourg. Abgerufen am 23. Juli 2023 (französisch).
  43. "Unzumutbare Arbeitsbedingungen". 23. Juli 2023, abgerufen am 23. Juli 2023.
  44. Luxtram-Mitarbeiter bekommen deutlich mehr Geld. Luxemburger Wort, 3. Oktober 2019, abgerufen am 23. Juli 2023.