Stavanger

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Wappen Karte
Wappen der Kommune Stavanger
Stavanger (Norwegen)
Stavanger
Basisdaten
Kommunennummer: 1103
Provinz (fylke): Rogaland
Verwaltungssitz: Stavanger
Koordinaten: 58° 58′ N, 5° 44′ OKoordinaten: 58° 58′ N, 5° 44′ O
Fläche: 262,53 km²
Einwohner: 144.699 (1. Jan. 2022)[1]
Bevölkerungsdichte: 551 Einwohner je km²
Sprachform: neutral
Postleitzahl: 4005–4034
Webpräsenz:
Verkehr
Straße: Europastraße 39
Bahnanschluss: Jærbanen
Politik
Bürgermeister: Kari Nessa Nordtun (Ap) (2019)
Lage in der Provinz Rogaland
Lage der Kommune in der Provinz Rogaland

Stavanger (norwegische Aussprache: [stɑˈvɑŋːərAudiodatei abspielen) ist eine Stadt und Kommune im norwegischen Fylke Rogaland. Die Kommune Stavanger hat 144.699 Einwohner (Stand: 1. Januar 2022) und ist die viertgrößte des Landes. Das Stadtgebiet Stavanger/Sandnes erstreckt sich auch über die Kommunen Sandnes, Sola und Randaberg. Es hat 229.911 Einwohner, wovon 133.703 in der Kommune Stavanger leben. Stavanger/Sandnes ist das Stadtgebiet mit den drittmeisten Einwohnern Norwegens. Die Stadt Stavanger ist der Verwaltungssitz des Fylkes Rogaland und gilt als Zentrum der Erdöl- und Erdgasindustrie Norwegens.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftaufnahme von Storhaug in Richtung Norden

Stavanger liegt an der norwegischen Westküste im Norden der Landschaft Jæren. Die Kommune Stavanger setzt sich aus einem Gebiet auf dem Festland sowie mehreren überwiegend nördlich davon gelegenen Inseln zusammen. Auf dem Festland grenzt die Gemeinde an die Kommune Randaberg im Nordwesten, an Sola im Südwesten sowie an Sandnes im Süden. Der westliche Abschnitt der Grenze zu Sola verläuft im Hafrsfjord, der östliche Abschnitt der Grenze zu Sandnes im Gandsfjord. Des Weiteren bestehen im Meer verlaufende Gemeindegrenzen zu Strand und Hjelmeland im Osten, Suldal und Tysvær im Norden sowie Bokn und Kvitsøy im Westen.[2]

Das Stadtzentrum Stavangers liegt an der Bucht Vågen am Fjord Byfjord. Nordwestlich des Stadtzentrums befinden sich an der anderen Seite des Byfjords einige Inseln. Diese sind die teils dicht besiedelten Inseln Grasholmen, Sølyst, Engøy, Buøy, Hundvåg, Steinsøy, Ormøy, Roaldsøy, Bjørnøy, Langøy und Vassøy. Südöstlich der Vassøy liegen die weniger dicht bewohnten Inseln Lindøy, Hellesøy, Tunsøya und Kalvøy. Weiter nördlich folgen Inseln wie Austre Åmøy, Rennesøy, Finnøy und Ombo. Sie wurden zum Teil im Rahmen der landesweiten Kommunalreform nach Stavanger eingemeindet.[2] Insgesamt liegen seit der Eingemeindung über 300 Inseln in der Kommune.[3] Während die südlicheren Inseln weitgehend flach sind, befinden sich in den nördlicheren höhere Hügel. Die Erhebung Bandåsen auf Ombo stellt mit einer Höhe von 513,89 moh. den höchsten Punkt der Kommune Stavanger dar.[4]

Auf dem Festland liegt der See Stora Stokkavatnet. Auf der Grenze zu Randaberg befindet sich das Hålandsvatnet.[2] Die Gesamtfläche der Kommune beträgt 262,52 km², wobei Binnengewässer zusammen 6 km² ausmachen.[5]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stavanger
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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5
2
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Stavanger
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,8 2,6 5,4 8,8 13,7 16,0 18,3 18,2 15,2 10,9 7,3 4,7 Ø 10,4
Min. Temperatur (°C) −0,8 −1,4 0,3 3,1 6,7 9,4 11,9 12,2 10,0 6,7 3,8 1,5 Ø 5,3
Niederschlag (mm) 91 66 75 49 68 72 91 115 155 148 136 109 Σ 1175
Regentage (d) 14 10 12 9 10 10 11 13 17 16 18 16 Σ 156
Luftfeuchtigkeit (%) 81 80 77 74 73 76 78 79 78 80 82 82 Ø 78,3
T
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9,4
18,3
11,9
18,2
12,2
15,2
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10,9
6,7
7,3
3,8
4,7
1,5
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Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte der Tettsteds Stavanger/Sandnes mit den Gemeindegrenzen

Der Tettsted und somit das Stadtgebiet Stavanger/Sandnes verteilt sich auf die Kommunen Stavanger, Sandnes, Sola und Randaberg. Insgesamt hat er 229.911 Einwohner auf einer Fläche von 80,09 km². Nach Oslo und Bergen ist Stavanger/Sandnes der drittgrößte Tettsted. In der Gemeinde liegen neben Stavanger/Sandnes mehrere weitere sogenannte Tettsteder, also mehrere Ansiedlungen, die für statistische Zwecke als eine Ortschaft gewertet werden. Diese sind Krossberg mit 401, Vassøy mit 633, Judaberg mit 862, Vikevåg mit 971, Østhusvik mit 676, Askje mit 576, Bru mit 265 und Vestre Åmøy mit 288 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2021).[6]

Die Einwohner Stavangers werden Siddis genannt.[7] Stavanger hat wie viele andere Kommunen der Provinz Rogaland weder Nynorsk noch Bokmål als offizielle Sprachform, sondern ist in dieser Frage neutral.[8]

Stadtgebiet Stavanger/Sandnes
Kommune Einwohner
1. Januar 2021[6]
Fläche
1. Januar 2021[6]
Stavanger 133.703 41,38 km²
Sandnes 64.125 23,49 km²
Sola 22.264 11,67 km²
Randaberg 9819 3,55 km²
Gesamt 229.911 80,09 km²

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen sind stabil steigend. 1986 lebten in Stavanger knapp über 100.000 Einwohner. Bis 2015 stieg die Zahl auf über 140.000 an. Die beiden Kommunen Rennesøy und Finnøy hatten vor ihrer Eingemeindung zum Jahresbeginn 2020 ebenfalls stabil anwachsende Einwohnerzahlen. In Rennesøy kam es in den 1990er-Jahren zu einem größeren Anstieg, nachdem die Hauptinsel durch das Straßenbauprojekt Rennfast mit dem Festland verbunden worden ist. Im Finnøy kam es durch die Fertigstellung von Finnfast im Jahr 2009 ebenfalls zu einem Anstieg der Einwohnerzahlen.[9]

Jahr 1986 1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020
Einwohnerzahl[10] 100.311 102.908 109.126 114.794 120.113 130.709 140.043 143.574

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bucht Vågen mit dem alten Hafen und der Altstadt im Vordergrund

Die Kommune ist in neun Bezirke unterteilt.

Stadtteil Einwohner
(Stand: 2021)[11]
Eiganes og Våland 24.635
Hinna 22.989
Madla 21.573
Hillevåg 19.921
Storhaug 17.597
Tasta 15.592
Hundvåg 13.200
Rennesøy 5.151
Finnøy 3.238
Nicht angegebene Stadtteile 251
Summe 144.147

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urgeschichtliche Spuren haben sich in den Felsritzungen von Rudlå erhalten.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stavanger erhielt das Stadtrecht mit der Etablierung des Bischofssitzes zwischen 1122 und 1125. In der Amtszeit des ersten Bischofs, Reinald von Stavanger, begann der Bau des Domes, seither ist 1125 die gebräuchliche Jahresangabe der Stadtgründung. Zunächst war Stavanger vor allem in religiösem Zusammenhang eine bedeutende Stadt.[12] Das Bistum Stavanger erstreckte sich über Rogaland, Agder, Valdres und Hallingdal.[13] Gegen Ende des 12. Jahrhunderts wurde auch die weltliche Rolle der Stadt größer. Der Dom wurde bei einem Brand 1272 teilweise beschädigt und der Westteil neu aufgebaut und vergrößert.[12][14]

Am 16. August 1425 erhielt Stavanger das vollständige Marktrecht, jedoch blieb die Einwohnerzahl weiterhin niedrig. Im Jahr 1568 wurde Stavanger Verwaltungssitz des neu gebildeten Stavanger len, das von der Ausdehnung weitgehend identisch zum heutigen Fylke Rogaland war. Erst Ende des 16. Jahrhunderts kam es vor allem durch den Fang von Heringen zu einem Aufschwung. Die Gründung der Stadt Kristiansand führte jedoch ab 1641 zu einer sinkenden Bedeutung Stavangers.[12] 1682 wurde Kristiansand neuer Bischofssitz.[13] Auch andere Einrichtungen mussten durch einen Beschluss des Königs umsiedeln. Im Jahr 1684 kam es zu einem großen Stadtbrand. In dessen Folge wurde das Marktrecht bis 1690 an Kristiansand übertragen.[12]

Im 17. Jahrhundert wuchs die Anzahl der Bewohner von 800 um 1600 auf mehr als 1460 vor dem großen Brand im Jahre 1684. Nach einer 1700/01 durchgeführten Volkszählung lebten in der Stadt 1385 Menschen, davon 524 Kinder, 356 erwachsene Männer, 307 verheiratete Frauen, 102 unverheiratete Frauen, 77 weibliche und 19 männliche junge Bedienstete; 126 der erwachsenen Männer hatten Bürgerstatus.

Wie viele andere europäische und, nicht weniger, norwegische Städte dieser Zeit, erlitt Stavanger schwere, durch Seuchen, Brände und wirtschaftliche Schwankungen verursachte Krisen. 1618 sowie 1629 wütete die Pest in der Stadt. 1633 brannten zwei Drittel einschließlich der mittelalterlichen Altstadt nieder. 1695 starben rund 15 Prozent der Bevölkerung an Flecktyphus.

1700 – 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße in der Altstadt Gamle Stavanger, 2013

Auch nach dem Brand von 1684 suchte eine Reihe von Bränden die Stadt heim. Im Jahr 1766 brannten 35 Gebäude und zwei Jahre später weitere 53 Häuser im Gebiet Stranden im heutigen Altstadt-Viertel Gamle Stavanger. Teilweise handelte es sich dabei um Gebäude, die nach dem Brand 1684 neu errichtet worden waren. Der Großteil der Häuser in dem Gebiet stammt heute aus dem 19. Jahrhundert.[15]

Erst in der 1800er-Jahren kam es wieder zu einem größeren Aufschwung. Zunächst lag das erneut vor allem am Heringsfang, später wurde auch die Schifffahrt von größerer Bedeutung. Mit Stavanger Preserving nahm 1873 die erste norwegische Konservenfabrik ihren Betrieb auf und führte zu einem industriellen Wachstum. Im Jahr 1878 öffnete die Eisenbahnlinie Jærbanen bis nach Egersund, 1904 wurde sie bis Flekkefjord verlängert.[12] Ab den 1880er-Jahren siedelten sich vermehrt Industriebetriebe, darunter viele Konservenfabriken, in der heutigen Altstadt an. Die Wohnbebauung der Gegend verwandelte sich zunehmend in einen Slum und es wurde zeitweise diskutiert, das gesamte Gebiet zu einem Industriegebiet umzubauen.[15] Während des Ersten Weltkriegs gab es über 50 Konservenfabriken in Stavanger, die etwa 70 Prozent der Konserven Norwegens produzierten.[12]

Die Einwohnerzahl stieg im 19. Jahrhundert auf das Neunfache: von 2.406 (3.916 innerhalb der heutigen Stadtgrenzen) im Jahre 1801 auf 36.202 im Jahre 1900. Mit wachsender Einwohnerzahl begannen sich auch zahlreiche religiöse Gemeinschaften zu etablieren. 1818 bildete sich die Quäkergemeinde, 1842 wurde die norwegische Missionsgesellschaft (Norske Missions Selskap) aus dem Zusammenschluss älterer Vereine gegründet, 1844 entstand die norwegische Israelmission (Den Norske Israelsmisjon).

Am 4. Juli 1825 fuhr die Schaluppe Restauration mit 52 Emigranten aus Stavanger nach New York, der Auftakt einer großen norwegischen Auswanderungswelle in die USA.[16] Von 1896 bis 1919 wurde Stavangers Hafen von Hurtigruten-Schiffen angelaufen.

Seit 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt blieb bis zum Anfang der 1950er-Jahre eine Industriestadt, allmählich wandelte sie sich in ein Verwaltungszentrum. Die dominierende Position der Konservenindustrie ging zurück. Grund für das weitere Wachstum der Stadt war unter anderem auch die Verbesserung der Verkehrssituation. Neben dem Ausbau der Bahnlinien erhielt auch die Luftfahrt größere Bedeutung. Im Jahr 1937 wurde der Flughafen Stavanger in der Gemeinde Sola eröffnet.[12]

Nach den Ölfunden Ende der 1960er-Jahre veränderte Stavanger sich zu einer modernen Großstadt. Im Jahr 1972 wurde Statoil (heute Equinor) gegründet und begann mit der staatlich gesteuerten Gewinnung. Im selben Jahr wurde die für die Erdöl- und Erdgasbranche zuständige Behörde Oljedirektoratet in Stavanger gegründet. Stavanger entwickelte sich damit zur „Ölhauptstadt“ Norwegens. Im Jahr 1999 wurde das Norwegische Erdölmuseum in der Stadt eröffnet. Die Ölindustrie führte auch zu positiven Effekten für andere Wirtschaftsbranchen in der Region. Heute leben in ihrem Großraum ca. 200.000 Menschen.[12]

Im Jahr 2005 wurde die Universität Stavanger gegründet. Zunehmende Bedeutung erhielten auch die Tourismusbranche und in der Stadt abgehaltene Tagungen.[12] Im Jahr 2008 war Stavanger gemeinsam mit Liverpool Europäische Kulturhauptstadt.[17]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommune Stavanger wurde im Rahmen der Einführung der lokalen Selbstverwaltung im Jahr 1837 als Stadtkommune (bykommune) gegründet.[3] Über die Zeit hinweg wurden des Öfteren Gebiete von der damaligen Kommune Hetland an Stavanger überführt. Zum Jahresbeginn 1867 war davon ein von 200 Personen bewohntes Gebiet betroffen, 1879 folgten 1357 Einwohner. 1906 hatte das neu eingemeindete Gebiet 399 Einwohner. Zum 1. Juli 1923 war ein Gebiet mit 3063 Personen betroffen. Zur letzten Eingemeindung eines Teils der Kommune Hetland vor deren vollständiger Auflösung kam es im Juli 1953, als ein Areal mit 831 Einwohnern nach Stavanger überführt wurde. Zum 1. Januar 1965 wurde das damals 51.470 Einwohner zählende Stavanger mit Madla und dem Großteil der Kommune Hetland zusammengelegt. Madla brachte 6025 Einwohner und Hetland 20.861 Einwohner mit ein.[18] Zum 1. Januar 2020 wurden die Kommunen Finnøy und Rennesøy im Rahmen der landesweiten Kommunalreform in die Gemeinde Stavanger eingegliedert.[19]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat und Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat als oberstes kommunales Organ setzt sich aus 67 Personen zusammen. Die letzte Kommunalwahl fand am 9. September 2019 statt.

Mandate im Stadtrat von Stavanger
Partei 2011[20] 2015[21] 2019[22]
Arbeiderpartiet 19 18 18
Høyre 23 19 16
Folkeaksjonen nei til mer bompenger 0 3 6
Fremskrittspartiet 9 7 6
Miljøpartiet De Grønne 1 4 4
Rødt 1 1 4
Kristelig Folkeparti 4 4 3
Senterpartiet 1 1 3
Sosialistisk Venstreparti 3 3 3
Venstre 5 6 3
Pensjonistpartiet 1 1 1

Bürgermeisterin Stavangers ist seit 2019 Kari Nessa Nordtun von der sozialdemokratischen Arbeiderpartiet.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Städte sind Partnerstädte Stavangers:[23]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1978 gegründete Kunstschule im Rogaland hat hier ihren Sitz. Jedes Jahr im Mai findet das MaiJazz-Festival[24] statt, eine große internationale Veranstaltung für Jazzmusik seit 1989, sowie Anfang August das 1991 gegründete Internationale Kammermusik-Festival.[25] Stavanger wurde im Jahr 2008 gemeinsam mit Liverpool der Titel Kulturhauptstadt Europas verliehen.[17]

Siehe auch: Stavanger-Erklärung zur Zukunft des Lesens

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Norwegisches Ölmuseum

Mittelpunkt der Stadt ist der Dom (Stavanger domkirke), der ab 1125 errichtet wurde. Er ist die einzige mittelalterliche Kathedrale ursprünglicher Gestalt Norwegens im anglonormannisch-gotischen Stil. Das alte Stadtzentrum östlich des alten Hafens und das Viertel Gamle Stavanger (altes Stavanger) bilden das historische Zentrum. Gamle Stavanger rund um Øvre und Nedre Strandgate wird von weiß gestrichenen, sorgfältig gepflegten Holzhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert bestimmt.[15][26]

In der größten Holzhaussiedlung in Gamle Stavanger gibt es in einer ehemaligen Konservenfabrik das Norwegische Konservenmuseum (Norsk Hermetikkmuseum). Im 1999 eingeweihten Norwegischen Ölmuseum ist die Geschichte der Ölförderung in Norwegen und teilweise anderen Ländern abgebildet.[26] Außerdem besteht in der Stadt das Schifffahrtsmuseum Stavanger. Nördlich von Gamle Stavanger befindet sich das Konzerthaus Stavanger.

Auf dem 139 m hohen Ullandhaug wurden nordische Langhäuser (Eisenzeithof Ullandhaug) aus der Völkerwanderungszeit entdeckt, rekonstruiert und zu dem der Besichtigung werten archäologischen Freilichtmuseum Jernaldergården på Ullandhaug gemacht.

Landschaftlich bietet die Region um Stavanger ebenfalls einige Sehenswürdigkeiten. Darunter sind der 92 Meter hohe Wasserfall Månafossen oder der 2,3 Kilometer lange Sandstrand Solastrand.[27][28]

In der Stadt befinden sich diverse Denkmale, darunter das Alexander-Lange-Kielland-Denkmal, das Marinedenkmal, Horve-Denkmal und das Henrik-Steffens-Denkmal. Bekannt ist insbesondere das an eine Schlacht erinnernde Monument Schwerter im Berg. In der Straße Nedre Strandgate befindet sich der historische Brunnen Groombrønnen. Zu den Kulturdenkmalen der Stadt gehört das 1905 errichtete neue Zollamt Tollboden.

Panorama der Altstadt Gamle Stavanger, 2016

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer der erfolgreichsten Fußballklubs Norwegens ist der in Stavanger beheimatete Viking Fotballklubb. Die Stadt war außerdem von 2005 bis 2011 jährlicher Austragungsort des FIVB-Beachvolleyball-Grand Slam, davor drei Jahre hintereinander eines Open dieser Federation.[29]

Der 1956 gegründete Stavanger Golfklubb (SGK) war bis 2017 insgesamt 18 mal Ausrichter der Norwegischen Golfmeisterschaften. Zweimal fanden auf dem Golfplatz beim Binnensee Stora Stokkavatnet, fünf Kilometer vom Zentrum entfernt, die Nordischen und einmal die Offenen Nordischen Meisterschaften statt. 1985 trafen sich dort die Damen zu den Golf-Europameisterschaften.[30]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität Stavanger wurde am 17. Januar 2005 eröffnet.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ölbohrinsel bei Stavanger, Norwegen

Bis zum Beginn der 1950er-Jahre war Stavanger vor allem eine Industriestadt. Die Stadt war bekannt für die damalige Produktion von Konserven. Mit der Zeit entwickelte sich das Dienstleistungsgewerbe stärker und der Anteil an Angestellten in der Industrie ging zurück. Heute ist in der Industrie die Erdöl- und Erdgasindustrie der wichtigste Arbeitgeber. Viele internationale Ölfirmen haben ihren Sitz in Stavanger, darunter auch das größte norwegische Unternehmen Equinor (ehemals Statoil), da die meisten Ölvorkommen Norwegens etwa 300 km westlich in der Nordsee liegen. Die Industriegebiete wurden auf dem Festland mit der Zeit größtenteils an den Rand der Gemeinde Richtung Randaberg und Sandnes ausgelagert.[31]

Durch die Eingemeindung von Finnøy und Rennesøy stieg die landwirtschaftlich genutzte Fläche stark an. Auf den Inseln, die zu den beiden Kommunen gehören, ist der Anbau von Obst und Gemüse verbreitet. Häufig werden dazu Gewächshäuser genutzt. Finnøy war vor seiner Auflösung die Kommune mit der höchsten Tomatenproduktion. Bedeutend in der Tierhaltung ist vor allem die Haltung von Rindern, Schweinen und Hühnern. Der Anteil an in der Land- und Forstwirtschaft verorteten Arbeitsplätze ist an der Gesamtbevölkerung allerdings sehr gering. In Stavanger befinden sich einige Firmen, die der Lebensmittelproduktion angehören.[31]

Im Jahr 2020 arbeiteten von über 70.000 Arbeitstätigen etwa 50.000 in Stavanger selbst, jeweils über 7000 Einwohner Stavangers waren in den Nachbarkommunen Sandnes und Sola tätig. In der Kommune Stavanger arbeiteten insgesamt über 80.000 Personen, wobei über 11.000 Personen aus Sandnes nach Stavanger pendelten und auch aus weiteren umliegenden Kommunen wie Sola, Randaberg und Klepp viele Pendler ihren Arbeitsplatz in Stavanger hatten.[32]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im alten Hafen Vågen von Stavanger

Die Stadt Stavanger ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Obwohl Stavanger nur nach Süden eine Landverbindung hat, ist es verkehrsmäßig sehr gut aus allen Himmelsrichtungen erreichbar. Vom Schiffsterminal an der Altstadt gibt es zahlreiche Fähr- und Autofährverbindungen, hauptsächlich zu Zielen der nordöstlich angrenzenden Fjordlandschaft Ryfylkes.[2]

Im Vågen, dem alten Hafen, legen große Kreuzfahrtschiffe und regelmäßig verkehrende Linienschiffe, von Dänemark und Großbritannien kommend, an. Da das Hafenbecken sehr tief ist, können die großen Schiffe praktisch bis zum Markt fahren, um dort vor Anker zu gehen. Von hier verkehren auch Touristenboote zu den beliebten Touristenzielen Lysefjord und Preikestolen. Für den privaten Bootsverkehr gibt es Norwegens größten Boot- und Yachthafen im Stadtviertel Paradis. Die großen Fährschiffe legen seit 2011 im neu erbauten, beim Dorf Tananger in der Gemeinde Sola liegenden Hafen Risavika an.

An die von Oslo kommende, über Kristiansand die gesamte Küste Südnorwegens entlangführende Sørlandsbanen ist die Stadt mittels Kopfbahnhofs angeschlossen. Der Bahnhof wurde 1878 eröffnet, als die Bahnlinie Jærbanen fertiggestellt wurde. Die Linie stellt heute ein Teilstück der Sørlandsbanen-Strecke dar.[33] Neben dem Bahnhof gibt es einen Busterminal, von wo zahlreiche Überlandlinien die Umgebung erschließen.

Die Europastraße 39 (E39) führt von Süden kommend durch Stavanger und bietet über drei Unterseetunnel und zwei Fährlinien eine direkte Verbindung nach Bergen. Neben der E39 sind auch einige andere Straßen der umliegenden Region mautpflichtig.

Einige Kilometer außerhalb befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinde Sola der drittgrößte Flughafen Norwegens (Flughafen Stavanger, IATA-Code: SVG), der hauptsächlich als Drehscheibe zwischen den vor der Küste liegenden Bohrplattformen und dem internationalen Linienflugnetz dient. Immer häufiger gibt es jedoch direkte Flugverbindungen zu europäischen Zielen.

Militär[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist Sitz des Oberkommandos der Norwegischen Streitkräfte, das sich in von der Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges erbauten Bunkern innerhalb des Berges Jåttånuten befindet. Außerhalb des Berges schließen sich daran unmittelbar die Gebäude des Felles Krigføringssenter (Joint Warfare Centre) der NATO an.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Stavanger – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Stavanger – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 07459: Population, by sex and one-year age groups (M) 1986 - 2022. In: ssb.no. Statistisk sentralbyrå, abgerufen am 26. Februar 2022 (englisch).
  2. a b c d Stavanger kommune. In: Norgeskart. Abgerufen am 15. Januar 2022 (norwegisch).
  3. a b Geir Thorsnæs: Stavanger. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 15. Januar 2022 (norwegisch).
  4. Høgaste fjelltopp i kvar kommune. Kartverket, 10. September 2021, abgerufen am 15. Januar 2022 (norwegisch (Nynorsk)).
  5. 09280: Areal (km²), etter arealtype, statistikkvariabel, år og region. In: Statistisk sentralbyrå. Abgerufen am 15. Januar 2022 (norwegisch).
  6. a b c Population and land area in urban settlements. Statistisk sentralbyrå, 26. Oktober 2021 (englisch).
  7. Innbyggjarnamn. Språkrådet, abgerufen am 15. Januar 2022 (norwegisch (Nynorsk)).
  8. Forskrift om målvedtak i kommunar og fylkeskommunar (målvedtaksforskrifta). In: Lovdata. 6. Januar 2020, abgerufen am 15. Januar 2022 (norwegisch).
  9. Geir Thorsnæs: Stavanger (bosetning). In: Store norske leksikon. Abgerufen am 15. Januar 2022 (norwegisch).
  10. Population. Municipalities, pr. 1.1., 1986 - latest year. In: ssb.no. Abgerufen am 15. Januar 2022 (englisch).
  11. 10826: Befolkning, etter region, statistikkvariabel og år. In: Statistisk sentralbyrå. Abgerufen am 15. Januar 2022 (norwegisch).
  12. a b c d e f g h i Geir Thorsnæs: Stavanger (historie). In: Store norske leksikon. Abgerufen am 15. Januar 2022 (norwegisch).
  13. a b Hallgeir Elstad: Stavanger bispedømme. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 15. Januar 2022 (norwegisch).
  14. Stavanger domkirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 15. Januar 2022 (norwegisch).
  15. a b c Stavanger Gamle Stavanger (K179), Kulturmiljø av nasjonal interesse. In: Kulturminnesøk. Abgerufen am 16. Januar 2022 (norwegisch).
  16. Jan Patrick Faatz, 2011, Aufbruch ins gelobte Land, München, GRIN Verlag GmbHhausarbeiten.de
  17. a b Liverpool and Stavanger. In: europa.eu. Abgerufen am 15. Januar 2022 (englisch).
  18. Dag Juvkam: Historisk oversikt over endringer i kommune- og fylkesinndelingen. (PDF) In: ssb.no. 1999, abgerufen am 15. Januar 2022 (norwegisch).
  19. Navn på nye kommuner. 19. Februar 2019, abgerufen am 18. Januar 2020 (norwegisch).
  20. Stavanger kommune. valgresultat.no, abgerufen am 10. September 2019 (norwegisch).
  21. Stavanger kommune. valgresultat.no, abgerufen am 10. September 2019 (norwegisch).
  22. Stavanger kommune. valgresultat.no, abgerufen am 10. September 2019 (norwegisch).
  23. Om Stavanger kommune, Fakta om Stavanger – Stavangers vennskapsbyer, abgerufen am 1. Juni 2018
  24. maijazz.no
  25. icmf.no
  26. a b Die Region Stavanger. In: visitnorway.de. Abgerufen am 16. Januar 2022 (norwegisch).
  27. Månafossen. In: Visit Norway. Abgerufen am 4. September 2020 (norwegisch).
  28. Solastranden. In: Visit Norway. Abgerufen am 4. September 2020 (norwegisch).
  29. fivb.org
  30. Om Klubben. In: sgk.no. Stavanger Golfklubb, 2017, abgerufen am 17. Juli 2017 (norwegisch).
  31. a b Geir Thorsnæs: Stavanger (næringsliv). In: Store norske leksikon. Abgerufen am 16. Januar 2022 (norwegisch).
  32. Pendlingsstrømmer. Statistics Norway, abgerufen am 15. Januar 2022 (norwegisch).
  33. Stavanger. In: BaneNor. Abgerufen am 16. Januar 2022 (norwegisch).